虎嗅

Jährlicher Beitrag: 2100 Yuan – Die Premier League wird zu ihrem eigenen „Netflix“.

原文:年费2100元,英超开始做自己的“Netflix”

Zusammenfassung der Kerninhalte

Die Premier League hat in Singapur ihre eigene Streaming-Plattform „Premier League+“ eingeführt. Dies geschieht nicht, um den bestehenden Rechteinhaber StarHub zu umgehen, sondern als Ergänzung zu dessen Angebot – StarHub behält seine bisherigen Dienste bei, und seine Kunden erhalten weiterhin kostenlos Zugang zur Plattform. Die Plattform bietet flexible Abonnements (Tageskarten, Monatskarten, Jahreskarten) sowie zusätzliche Funktionen wie 4K-Übertragung und die Möglichkeit, zwischen verschiedenen Kameras zu wechseln. Es handelt sich um einen Versuch der Premier League angesichts des rückläufigen Wachstums ihrer traditionellen Rechteverträge: Sie möchte direkt mit den Fans in Kontakt treten, Verbraucherdaten sammeln und gleichzeitig bessere Verhandlungspositionen für zukünftige Rechteverträge schaffen. Ähnliche Versuche der La Liga und der Ligue 1 waren teilweise erfolgreich (z. B. schnelles Wachstum der Nutzerzahlen bei der Ligue 1), teilweise jedoch auch fehlgeschlagen (z. B. Schließung der Plattform der La Liga, Scheitern des chinesischen Projekts). Dies zeigt, dass das DTC-Modell (Direct to Consumer) nicht immer die Lösung ist und je nach Marktbedingungen angepasst werden muss.

I. Die eigene Plattform der Premier League – kein „Konkurrenzangebot“, sondern eine Ergänzung

Mit der Einführung von „Premier League+“ hat die Premier League keinen Konflikt mit dem lokalen Rechteinhaber StarHub ausgelöst. Im Gegenteil:

  • StarHub behält seine bisherigen Übertragungsrechte für die Premier League bei; Kunden, die ein StarHub-Paket abonnieren, erhalten weiterhin kostenlos Zugang zur Plattform.
  • Die Plattform bietet den Fans mehr Optionen: 16 Singapur-Dollar für 24 Stunden Übertragung, 44 Singapur-Dollar im Monat oder 399 Singapur-Dollar im Jahr (ca. 2100 chinesische Yuan) – etwas teurer als die StarHub-Pakete (238–380 Singapur-Dollar/Jahr), aber mit zusätzlichen Funktionen wie 4K-Übertragung und der Möglichkeit, zwischen verschiedenen Kameras zu wechseln.

Im Grunde handelt es sich um einen neuen Kanal, über den die Premier League direkt mit den Fans in Kontakt treten kann – ohne die bestehenden Einnahmen zu beeinträchtigen und gleichzeitig die Akzeptanz von Direktabonnements zu testen.

II. Warum Singapur als „Testfeld“ ausgewählt wurde? Geringe Risiken, gute Voraussetzungen

Die Wahl von Singapur war nicht willkürlich:

1. Ausgereifte Zahlungsgewohnheiten: Die Fans in Singapur sind bereit, für die Premier League zu zahlen; StarHub ist seit vielen Jahren Rechteinhaber und verfügt über eine stabile Kundenbasis.

2 Niedrige Fehlerkosten: Der Markt in Singapur ist klein – selbst wenn das Projekt scheitert, beeinträchtigt es die weltweiten Einnahmen der Premier League nicht erheblich.

3 Gute lokale Erfahrungen: Die Premier League hat bereits 2019 ein asiatisches Büro in Singapur eröffnet und kennt die lokalen Vorlieben und das Medienumfeld gut; es muss nicht von vorne angefangen werden.

III. Lektionen aus den Fehlern der La Liga und der Ligue 1: Das DTC-Modell ist nicht immer einfach umzusetzen

Die Premier League ist nicht die erste, die dieses Modell ausprobiert hat – auch die La Liga und die Ligue 1 hatten Erfolge und Misserfolge:

  • La Liga: Der Versuch mit „LaLiga+“ scheiterte nach zehn Jahren; die chinesische Version wurde bereits nach sechs Monaten aufgrund von Finanzproblemen des Partners eingestellt. Entweder wurden keine wichtigen Spiele übertragen, oder es gab Probleme bei der Lokalisierung.
  • Ligue 1: Nach dem Scheitern der Zusammenarbeit mit DAZN musste die Ligue 1 notgedrungen ihre eigene Plattform „Ligue 1+“ starten; die Nutzerzahlen erreichten zwar eine Million, aber die Einnahmen lagen bei nur 170 Millionen Euro pro Saison – deutlich unter den vorherigen Rechtegebühren. Zudem gab es während der Pause keine Inhalte, und der Versuch, die Rechte für die Weltmeisterschaft zu erwerben, scheiterte.

Diese Erfahrungen zeigen: Das DTC-Modell erfordert viel Investitionen in Inhalt, Betrieb und Technologie – und die Einnahmen reichen nicht unbedingt aus, um die Kosten zu decken.

IV. Warum die Premier League dieses Modell ausprobiert? Die traditionellen Rechteverträge stagnieren

Das Geschäft mit den traditionellen Rechten der Premier League ist an seine Grenzen gestoßen:

  • Lokaler Markt: Obwohl die Anzahl der Spiele in neuen Verträgen von 215 auf 270 erhöht wurde, stiegen die Einnahmen nur von 1,63 Milliarden auf 1,67 Milliarden Pfund – das Rechtewert pro Spiel ist sogar um 10 % gesunken.
  • Übersee-Märkte: Die wichtigsten Märkte (z. B. USA, Asien) sind bereits saturiert; weitere Preiserhöhungen sind schwierig.

Daher möchte die Premier League neue Wachstumsmöglichkeiten erschließen:

  • Direkter Kontakt zu den Fans: Durch Direktabonnements kann sie Verbraucherdaten sammeln (z. B., wie viel die Fans bereit sind zu zahlen, welche Funktionen sie bevorzugen).
  • Bessere Verhandlungspositionen: Bei zukünftigen Rechteverträgen kann die Premier League selbst eine Plattform betreiben, wenn die Rechteinhaber niedrige Angebote machen.
  • Dauerhafte Einnahmen: Durch den Verkauf von Inhalten kann sie die Spiele zu einem kontinuierlichen Geschäftskanal machen (z. B. durch Tagesabonnements, personalisierte Pakete).

V. Das DTC-Modell ist kein Allheilmittel – es hängt vom Markt ab

Das Experiment der Premier League zeigt nicht, dass das DTC-Modell für alle Märkte geeignet ist:

  • Zum Beispiel der chinesische Markt: Die Fans dort sind es gewohnt, mehrere Ligen auf einer Plattform anzusehen (z. B.咪咕 bietet die Übertragungen der Premier League, La Liga und NBA an). Bei einem eigenen Plattformbetrieb in China müssten viele technische, finanzielle und inhaltliche Herausforderungen bewältigt werden – mit hohen Risiken.

Die Kernlogik des DTC-Modells ist klar: Es handelt sich um ein Werkzeug, nicht um eine notwendige Option. Ob es funktioniert, hängt davon ab, ob der Markt über ausgereifte Zahlungsgewohnheiten verfügt, geeignete Partner vorhanden sind und die Betriebskosten gedeckt werden können.

Insgesamt ist das Experiment der Premier League ein Versuch, Sport-IPs im Zeitalter des Streaming zu nutzen. Ob es jedoch erfolgreich wird, hängt von den Ergebnissen in Singapur sowie der Anpassung des Modells an andere Märkte ab.