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**Altersmodus – 323 Millionen chinesische Senioren in eine Falle getrieben**

原文:长辈模式,困住3.23亿中国老人

Zusammenfassung der Kerninhalte

Das sogenannte „Älterenmodus“ von Smart-TVs scheint zwar weit verbreitet zu sein, ist in Wirklichkeit jedoch nur eine „Pseudo-Anpassung an die Bedürfnisse älterer Menschen“. Es erfolgen lediglich oberflächliche Anpassungen wie Vergrößerung der Schriftgröße und Vereinfachung der Benutzeroberfläche – die zugrundeliegende Logik der Bedienung wird jedoch nicht verändert, weshalb ältere Menschen den TV weiterhin nicht selbstständig nutzen können. Hinter dieser Praxis stecken die kommerziellen Interessen der Hersteller: Die Gewinne aus dem Hardwareverkauf sind gering, und sie verdienen ihr Geld hauptsächlich mit Werbung und Mitgliedsdiensten im Internet. Daher zögern sie davor, die Bedienung zu vereinfachen (aus Angst vor einer Verringerung der Nutzungszeit und der Klickanzahl der User). Zudem ist die Gewinnverteilung entlang der Wertschöpfungskette sowie die fehlende Durchsetzungsmacht der gesetzlichen Vorgaben dafür verantwortlich, dass sich ein Teufelskreis aus „niedrigen Gewinnen, komplizierter Bedienung und Abwanderung von Nutzern“ bildet. Diese Art der Pseudo-Anpassung führt nicht nur dazu, dass ältere Menschen sich digital ausgegrenzt fühlen (mit Gefühlen der Einsamkeit und einem Rückgang ihrer kognitiven Fähigkeiten), sondern verstärkt auch die intergenerellen Konflikte in Familien und beschleunigt den Rückgang der TV-Verkäufe. Obwohl es bereits Versuche zur Lösung des Problems gibt – wie z. B. regulatorische Zertifizierungen oder integrierte TVs – ist bisher keine gemeinsame Strategie entwickelt worden. Um das Problem wirklich zu lösen, müsste die Funktion „Beim Einschalten direkt Live-Streaming“ zur Standardausstattung aller TVs werden.

Warum ist der „Älterenmodus“ unbrauchbar?

Viele ältere Menschen haben nicht Schwierigkeiten mit der kleinen Schriftgröße, sondern mit der komplizierten Bedienung. Zum Beispiel muss die 68-jährige Tante Liu 15 Sekunden lang Werbung warten, neun Mal auf Tasten drücken, um die Signalquelle zu finden, und anschließend den Fernseherwecker wechseln. Sobald das System aktualisiert wird, sind alle zuvor gespeicherten Schritte nutzlos. Der sogenannte „Älterenmodus“ ist im Grunde nur eine „schlichte Optik“ für das ursprüngliche System – die Schriftgröße wird vergrößert und die Benutzeroberfläche enthält weniger Symbole, doch die Menüstruktur bleibt kompliziert; Werbefenster und Zahlungsoptionen bleiben bestehen.

Zahlen belegen dies deutlich: 49,6 % der älteren Menschen finden beim Einschalten des TVs nicht das gewünschte Programm, 28 % wissen nicht, wie sie den TV umschalten sollen, und 20,9 % finden die Bedienung zu kompliziert. Im Grunde führen die Hersteller lediglich „Zusatzmaßnahmen“ durch (z. B. das Hinzufügen einer neuen Benutzeroberfläche), anstatt überflüssige Funktionen zu entfernen und die Bedienung zu vereinfachen – daher können ältere Menschen den TV weiterhin nicht selbstständig nutzen.

Warum gehen die Hersteller so nachlässig vor?

Der Hauptgrund für ihre Nachlässigkeit liegt im finanziellen Aspekt: Die Gewinne aus dem Hardwareverkauf sind gering. Der Gewinnanteil des TCL-Konzerns aus seinem Großbildschirmgeschäft beträgt nur 16,8 %, während die Gewinne aus den Internetdiensten (Werbung, Mitgliedschaften) bei 56,4 % liegen – das Erlös aus dem Verkauf eines TVs reicht also nicht einmal zu einem Drittel der Einnahmen aus Werbung und Mitgliedsdiensten aus. Zudem sinken die TV-Verkäufe jährlich (2025 wurden die Retailverkäufe auf den niedrigsten Stand seit zehn Jahren). Daher müssen sich die Hersteller auf Werbung und Mitgliedsdienste verlassen, um ihre Gewinne zu steigern.

Um mehr Geld zu verdienen, verstecken sie die Zugänge zu Live-Streaming-Funktionen absichtlich oder verlängern die Bedienung: Beim Einschalten wird zunächst 42 Sekunden lang Werbung abgespielt (maximal 86 Sekunden), und die Startseite ist mit kostenpflichtigen Empfehlungen gefüllt. Je länger die Nutzer auf der Seite verweilen, desto höher sind die Werbeneinsätze und die Konvertierungsrate der Mitgliedschaften. Smart-TVs sind heute nicht mehr nur „Boxen zum Anschauen von Fernsehen“, sondern Werkzeuge zur Gewinnung von Nutzerdaten – sie werden genutzt, um User anzuziehen und anschließend über nachträgliche Gebühren Geld zu verdienen.

Noch problematischer ist, dass viele Akteure in dieser Gewinnkette beteiligt sind: Lizenzgeber, Inhaltanbieter und Werbeagenturen erhalten ebenfalls einen Anteil an den Einnahmen aus Werbung und Mitgliedsdiensten. Um echte, werbefreie TV-Lösungen zu schaffen, müssten alle Beteiligten ihre Interessen aufgeben – doch niemand möchte als Erster damit beginnen.

Was sind die Folgen der Pseudo-Anpassung an die Bedürfnisse älterer Menschen?

1. Ältere Menschen: Digital ausgegrenzt → Einsamkeit → kognitive Rückbildung

In China liegt die Rate der digitalen Ausgrenzung bei älteren Menschen bei 96,2 % (im Vergleich zu 52,1 % in den USA und 33,5 % im Vereinigten Königreich). Das Unvermögen, Smart-Geräte zu nutzen, führt dazu, dass sie sich „alt und nutzlos“ fühlen und digitale Dienste wie mobile Zahlungen oder Online-Buchungen meiden. Studien zeigen, dass ältere Menschen, die digital ausgegrenzt sind, ein erhöhtes Risiko der Einsamkeit sowie einen schnelleren kognitiven Rückgang haben.

2. Familien: Zunehmende intergenerationale Konflikte

Kinder versuchen, ihren Eltern beizubringen, wie man den TV nutzt – doch die vielen Schritte und die häufigen Neustellungen aufgrund von Systemupdates führen dazu, dass das Lernen immer wieder scheitert. Die Älteren fürchten Fehler bei der Bedienung und werden zunehmend nervös, was die Beziehungen in der Familie verschlechtert.

3. Branche: Abwanderung von Nutzern und Ausnutzung durch den Graumarkt

Ältere Menschen sind die größte Nutzergruppe für TVs (31,1 % aller TV-Nutzer). Ihr Rückzug führt zu weiteren Verkaufsrückgängen in der Branche. Noch schlimmer ist, dass sich der Graumarkt ausnutzt: In den von älteren Menschen genutzten Live-Streaming-Apps finden sich oft Werbeanzeigen für Fake-Health-Produkte – reguläre Hersteller verlieren dadurch Kunden und ihr Ansehen.

Welche Lösungsversuche gibt es?

1. Regulatorische Zertifizierungen: Die Rundfunkbehörden haben Zertifikate für „bequemes Fernsehen“ eingeführt, die sicherstellen, dass beim Einschalten direkt Live-Streaming möglich ist und der Senderwechsel mit nur einem Knopfdruck funktioniert. Bisher wurden 28 Modelle zertifiziert, jedoch meist hochpreisige Mittel- bis Hochendgeräte – diese Lösung ist noch nicht Standard in der gesamten Branche.

2. Integrierte TVs: Der Fernseher enthält bereits einen integrierten Receiver, sodass man direkt nach dem Einschalten Live-Streaming sehen kann. Allerdings muss man sich auf ein Internetanschlusspaket des Anbieters verlassen (z. B. Breitbanddienst). Die Auswahl an On-Demand-Inhalten ist dabei eingeschränkt, und die Akzeptanz der Nutzer ist noch unklar.

3. Dienstleistungen von Plattformen wie JD.com: Diese bieten spezielle Kundenservice- und Beratungsdienste an – doch deren Wirksamkeit hängt von den Verkaufszahlen ab.

4. Sprachbedienung: Marken wie Hisense und Skyworth unterstützen die Bedienung per Sprache in lokalen Dialekten. Allerdings muss die Stabilität der Erkennung bei Geräuschkulissen verbessert werden. Wenn Sprachbefehle direkt zur gewünschten Sendung führen könnten, wäre die komplizierte Benutzeroberfläche kein Problem mehr – doch diese Technologie ist noch nicht weit verbreitet.

Der Schlüssel zur echten Anpassung an die Bedürfnisse älterer Menschen

Das Problem liegt in der Diskrepanz zwischen den kommerziellen Interessen der Hersteller und den tatsächlichen Bedürfnissen der Nutzer: Die Hersteller wollen Traffic erzeugen, während die Älteren einfach nur fernsehen möchten. Um das Problem zu lösen, muss die Funktion „Beim Einschalten direkt Live-Streaming“ zur Standardausstattung aller TVs werden – genauso wie die „Flugmodus-Funktion“ bei Smartphones, die ohne zusätzliche Einstellungen nutzbar ist.

Die bisherigen Lösungsversuche konzentrieren sich noch auf einzelne Aspekte und haben keine umfassenden Veränderungen bewirkt. Doch mit 323 Millionen älteren Menschen in China besteht ein großer Marktpotenzial. Wenn die gesamte Branche wirklich auf die Bedürfnisse der Nutzer eingeht, können nicht nur ältere Kunden zurückgewonnen werden, sondern auch das Vertrauen in die Branche wiederhergestellt werden. Schließlich sollte das Fernsehen für alle einfach und benutzerfreundlich sein.

(Der vollständige Text wurde in verständliche Alltagssprache übersetzt, um auch Nicht-Finanzexperten den Inhalt zugänglich zu machen.)