Zusammenfassung der Kerninhalte
Einige US-amerikanische AI-Unternehmen (wie Anthropic und Amazon) kaufen in großem Umfang gebrauchte Papierbücher, um Urheberrechtsrisiken zu vermeiden. Die Bücher werden gescannt, in digitale Texte umgewandelt und anschließend vernichtet, bevor die Modelle trainiert werden. Diese Praxis beruht auf besonderen Bestimmungen des US-amerikanischen Urheberrechts; chinesische AI-Unternehmen müssen diese Vorgehensweisen aufgrund rechtlicher Unterschiede nicht nachahmen. Zudem könnte das „Vernichten der Bücher“ auch ein Wettbewerbsziel sein, um exklusive Daten zu monopolisieren, und es besteht die potenzielle Gefahr, physische Träger der menschlichen Zivilisation zu zerstören.
Detaillierte Analyse
1. Wie vernichten US-amerikanische AI-Unternehmen die Bücher?
Das Verfahren ähnelt dem eines „Buchzerlegungswerks“.
Anthropics Projekt zum Vernichten von Büchern heißt „Panama Project“: Zunächst werden große Mengen an gebrauchten, legalen Büchern auf dem Markt gekauft und in ein Verarbeitungszentrum transportiert. Dort schneiden Arbeiter die Buchrücken ab, teilen die Seiten und scannen jede Seite mit Hochgeschwindigkeitsscannern in digitale Texte um (die für das AI-Training verwendet werden), bevor die Papierbücher endgültig vernichtet werden. Auch Amazon folgt nun diesem Vorgehen – Händler erhalten zunehmend Aufträge für den Großeinkauf gebrauchter Bücher.
Dies ist jedoch nicht technisch notwendig: Beispielsweise scannen Musks SpaceX-AI-Systeme wertvolle Bücher so vorsichtig, dass der Buchrücken nicht beschädigt wird, und im frühen Google Books-Projekt wurden die Bücher ebenfalls nicht vernichtet. Letztendlich ist das „Vernichten der Bücher“ eine Entscheidung der Unternehmen, keine notwendige Maßnahme.
2. Warum zwingt das US-amerikanische Urheberrecht die Unternehmen dazu, die Bücher zu vernichten?
Das US-Recht besagt: Es ist in Ordnung, ein legales Buch weiterzuverkaufen, zu verschenken oder sogar zu vernichten („First Sale Principle“). Wenn jedoch das Buch in eine digitale Version umgewandelt wird und das Originalpapier erhalten bleibt, kann dies als „illegale Kopie“ angesehen werden (Verletzung des Urheberrechts auf Vervielfältigung). Durch das Vernichten der Papierbücher können die Unternehmen argumentieren: „Wir haben lediglich die physische Form in eine digitale umgewandelt – es wurde keine zusätzliche Kopie erstellt“, wodurch das Urheberrechtsrisiko reduziert wird.
Anthropic musste beispielsweise wegen des Kaufs von 7 Millionen Büchern von einer Piratenseite zur Modelltrainung 1,5 Milliarden US-Dollar Schadensersatz zahlen; daher bevorzugen die Unternehmen heute den Kauf und das Vernichten gebrauchter Bücher, um solche Risiken zu vermeiden.
3. Gibt es weitere Gründe außer der Compliance? Möglicherweise zielt das Vernichten auf die Monopolisierung exklusiver Inhalte ab
Warum tun OpenAI und Google dies nicht? Manche vermuten, dass die Unternehmen durch das Vernichten seltener oder ausgestorbener Bücher exklusive Daten in ihren Modellen schaffen wollen – je einzigartiger die Trainingsdaten, desto vorteilhafter ist die Leistung der AI-Modelle.
4. Warum vernichten chinesische AI-Unternehmen die Bücher nicht?
Das chinesische Urheberrecht unterscheidet sich vom US-Recht: Unabhängig davon, ob die Bücher nach dem Scannen vernichtet werden oder nicht, müssen Unternehmen die Genehmigung des Autors oder Verlags einholen, wenn sie die gescannten Inhalte für das AI-Training verwenden (da das Scannen an sich eine Vervielfältigung darstellt). Daher könnten chinesische Unternehmen auch beim Nachahmen der US-Vorgehensweisen nicht auf Urheberrechtsverletzungen verzichten – das Vernichten der Bücher wäre überflüssig und kostspielig.
5. Die Bedenken hinsichtlich des Vernichtens von Büchern: Verliert die menschliche Zivilisation dadurch etwas?
Papierbücher sind physische Träger der menschlichen Zivilisation. Wenn AI-Unternehmen sie vernichten, könnten die Inhalte verloren gehen, falls die Unternehmen scheitern oder die Modelle nicht mehr genutzt werden. Ein ausgestorbenes Buch könnte dadurch vollständig verschwinden. Diese Art des Datenerwerbs zerstört somit „Backups“ der menschlichen Zivilisation.
Insgesamt wird das Vernichten von Büchern durch US-amerikanische AI-Unternehmen sowohl durch rechtliche Vorgaben als auch aus wirtschaftlichen Gründen betrieben; chinesische Unternehmen verzichten auf diese Praxis aufgrund unterschiedlicher Rechtslogiken. Dies erinnert uns daran, dass die Entwicklung der KI nicht auf dem Verzicht auf das kulturelle Erbe der Menschheit basieren darf.