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**Temu schließt seine Geschäftsaktivitäten ab – Ist die vollständige Verwaltung durch Dritte damit vorbei?**

原文:Temu关仓,全托管要落幕了?

Zusammenfassung der Kerninhalte

Temu hat kürzlich mehrere Lager in Südchina geschlossen und diese in die großen Lager in Yiwu und Shenzhen integriert. Gleichzeitig baut das Unternehmen aggressiv lokale Lager in Europa auf. Hinter dieser Entscheidung steht die Steuerreform der EU, die den Kostenvorteil des Direktversands zerstört hat und Temu dazu zwingt, von einem Modell des „Direktversands mit vollständiger Abwicklung durch das Unternehmen“ zu einem Modell des „Halbversands mit lokaler Abwicklung“ überzugehen. Dies ist nicht nur eine Veränderung im eigenen Geschäftsmodell von Temu, sondern auch ein Wendepunkt für den chinesischen Cross-Border-E-Commerce-Markt – von einer Strategie, schnell Geld zu verdienen durch zollfreien Versand, hin zu einem Ansatz, der auf Compliance und präziser Betriebsführung basiert. Die Verkäufer stehen vor der Entscheidung, von einem „leichten“ Geschäftsmodell mit geringen Investitionen zu einem „schweren“ Modell mit höheren Risiken überzugehen.

1. Die europäische Steuerreform: Der „tödliche Schlag“ für Temus Direktversandmodell

Bisher konnte Temu in Europa Waren verkaufen, da es einen Gesetzesfehler gab, der den Zoll auf kleine Pakete unter 150 Euro erlaubte. Daher konnten chinesische Verkäufer billige Produkte (z. B. T-Shirts für 10 Euro) direkt per Luftfracht nach Europa versenden – mit sehr niedrigen Kosten. Mit der neuen EU-Verordnung vom Juli 2026 hat sich dies jedoch grundlegend geändert:

  • Höhere Steuern: Unabhängig vom Wert der Produkte muss für jedes Paket eine feste Zollgebühr in Höhe von 3 Euro sowie etwa 20 % Mehrwertsteuer gezahlt werden, was insgesamt zu zusätzlichen Kosten von mindestens 3,6 Euro führt.
  • Verringerter Gewinn: Die Bruttogewinne bei Temus billigen Produkten (unter 20 Euro) liegen nur bei 15–25 %. Die 3 Euro an Steuern verringern den Gewinn erheblich – manche Verkäufer verlieren sogar Geld.
  • Einbruch der Bestellungen: Nach Einführung der neuen Regelung sind die Bestellungen in Europa um 60–67 % zurückgegangen; einige Verkäufer hatten im Juli überhaupt keine Bestellungen mehr. Da die lokalen Versandlager in China keine Aufträge mehr erhielten, mussten sie geschlossen und integriert werden. Die neuen europäischen Lager ermöglichen es Temu, diese Steuern zu umgehen; das Unternehmen strebt an, dass bis zum dritten Quartal 80 % der Versandvorgänge in Europa lokal abgewickelt werden.

2. Vollständige Abwicklung durch das Unternehmen: Die Ära des „leichten Geldverdienens“ ist vorbei

Wie attraktiv war das Modell der vollständigen Abwicklung durch das Unternehmen? Verkäufer mussten sich nur um die Produktion und Lieferung kümmern, während das Unternehmen für den Traffic, die Preisgestaltung, den Versand und den After-Sales-Service sorgte. Dadurch konnten viele kleine und mittlere Verkäufer auf den Markt kommen, und Temu entwickelte sich schnell zum zweitgrößten E-Commerce-Plattformen weltweit. Doch dieses Modell funktioniert nicht mehr:

  • Druck des Unternehmens auf die Verkäufer: Aufgrund der steigenden Kosten zwingt das Unternehmen die Verkäufer dazu, die Einkaufspreise zu senken oder eine Kommission in Höhe von 5–11 % zu zahlen – manche müssen sogar Geld nachzahlen, wenn ihre Gewinne nicht ausreichen.
  • Zwang zur Umstellung auf Halbversand: Bei diesem Modell lagern die Verkäufer die Waren selbst in ausländischen Lagern und sind für die lokale Abwicklung verantwortlich; das Unternehmen stellt nur den Traffic und den Vertriebskanal bereit. Im Vergleich zum amerikanischen Markt ist der Anteil des Halbversands von 25 % auf 75 % gestiegen, während der Anteil des vollständigen Versands auf unter 30 % gesunken ist.
  • Veränderungen bei den Anforderungen an Verkäufer: Nur führende Hersteller (die Kosten senken können) sowie Verkäufer von Nichtstandardprodukten oder maßgeschneiderten Produkten sind noch im Geschäft – kleine und mittlere Verkäufer werden weitgehend aus dem Markt gedrängt.

3. Halbversand: Es gibt Chancen – aber auch Risiken

Der Wechsel zum Halbversand ist keine einfache Sache; es handelt sich um einen Umstieg von einem „leichten“ zu einem „schweren“ Geschäftsmodell mit höheren Investitionen:

  • Chancen: Die ersten Verkäufer, die auf Halbversand umgestellt haben, profitieren bereits deutlich – beispielsweise ist die tägliche Bestellanzahl in den deutschen Lagern von 2000 auf 6000 gestiegen. Da viele Verkäufer des vollständigen Versands ausgestiegen sind, entstanden neue Marktchancen.
  • Risiken: Das Risiko der Lagerbestände kann erheblich sein: Wenn Waren nicht verkauft werden, verlieren die Verkäufer Geld (Lagermiete, Entsorgungskosten usw.).
  • Anforderungen an Verkäufer: Um auf Halbversand umzusteigen, müssen sie bestimmte Kriterien erfüllen: weniger als 10 verschiedene Produkte pro Artikel, ein Mindestpreis von 25 Euro pro Bestellung, mehr als 50 Bestellungen pro Tag sowie monatliche Umsätze von über 300.000 Yuan – außerdem müssen sie über finanzielle Mittel, eine funktionierende Lieferkette und Fähigkeiten zur Lagerprognose verfügen.

4. Der Cross-Border-E-Commerce: Von „wildem Wachstum“ zu „präziser Betriebsführung“

Temus Veränderungen sind kein Einzelfall; sie spiegeln die Entwicklung des gesamten Marktes wider:

  • Ende der Gewinnperiode: Früher konnte man mit zollfreien kleinen Paketen und extrem niedrigen Preisen weltweit erfolgreich sein – heute sind die Kosten durch Compliance-Anforderungen (Steuern, lokale Lager) gestiegen.
  • Neue Anforderungen an Plattformen: Es werden nur noch Verkäufer benötigt, die die Compliance-Kosten tragen können und über ausländische Lager sowie stabile Lieferketten verfügen.
  • Zukunft für kleine und mittlere Verkäufer: Entweder müssen sie zu „schweren“ Akteuren mit höheren Investitionen werden oder sich auf spezialisierte Produktkategorien konzentrieren – andernfalls werden sie aus dem Markt gedrängt.

Kurz gesagt: Die Ära des einfachen Geldverdienens im Cross-Border-E-Commerce ist vorbei; nun zählen Compliance, effiziente Lieferketten und lokale Betriebsstrategien. Die neuen Spielregeln haben sich geändert.

Fazit

Temus Schließung und Eröffnung neuer Lager sind keine Zufälle, sondern die unvermeidliche Folge der europäischen Steuerreform und der Entwicklung des Marktes. Für Verkäufer bedeutet dies, sich an das neue Geschäftsmodell mit höheren Investitionen anzupassen – oder vom Markt ausgeschlossen zu werden. Für den gesamten Markt markiert dies einen Wandel von einer expansiven zu einer präziseren und regelbasierten Strategie. Die Ära, in der man einfach mit Direktversand weltweit erfolgreich sein konnte, ist wirklich vorbei.