虎嗅

Halbjährlicher Nettogewinn von fast einer Milliarde – der 63-jährige Geschäftsführer tritt jedoch in den Hintergrund zurück.

原文:半年净利润近百亿,63岁的掌门人却退居二线了

Zusammenfassung der Kerninhalte

Li Shufu hat sein Amt als Vorsitzender des Vorstands der börsennotierten Geely Automobile Company aufgegeben und wird nun zum Ehrenvorsitzenden auf Lebenszeit ernannt. An Conghui, der fast 30 Jahre lang für Geely tätig war, übernimmt seine Nachfolge. Die Finanzberichte für das erste Halbjahr zeigen einen Rekordumsatz sowie ein Rekordgewinn, jedoch verringern Wechselkursverluste den Nettogewinn, der der Muttergesellschaft zugeschrieben wird. Die Ausfuhren ins Ausland sind stark gestiegen, doch es bestehen Druck durch Zölle und Wechselkurse. Die Integrationstrategie „Ein Geely“ (Marken, Vertrieb, Organisation) wird vorangetrieben, doch es gibt noch viele ungelöste Probleme – beispielsweise einen Rückgang der Verkaufszahlen von Lynk & Co., die Integration der Händler sowie die Umsetzung von Kosteneinsparungen.

I. Hat Li Shufu wirklich die Kontrolle abgegeben? – Er gibt die Ausführung ab, behält aber die Strategie in der Hand

Li Shufus Rückzug aus der aktiven Führung von Geely Automobile bedeutet nicht, dass er sich vollständig zurückzieht; vielmehr überlässt er die operative Leitung dem Exekutivteam. Er behält weiterhin den Posten des Vorsitzenden der Zhejiang Geely Holding Group und hält mehr als 40 Prozent der Aktien der börsennotierten Gesellschaft, was ihn zum „Hintergrundboss“ macht, der für die strategische Ausrichtung verantwortlich ist. An Conghui wird sowohl Vorsitzender der börsennotierten Gesellschaft als auch CEO der Holding Group – er ist somit derjenige, der sowohl den täglichen Betrieb der Gesellschaft als auch die Strategien der Holding umsetzt.

II. Finanzberichte: Starke Punkte, aber auch Schwachstellen

Starke Punkte: Der Gesamtumsatz im ersten Halbjahr betrug 173,6 Milliarden Yuan (Zuwachs von 15%), der Nettogewinn der Muttergesellschaft 9,68 Milliarden Yuan (Zuwachs von 46%); der Umsatz pro Fahrzeug liegt bei 112.000 Yuan – das sind höhere Preise als zuvor. Die Ausfuhren stiegen auf 474.200 Fahrzeuge, was einem Anstieg gegenüber dem gesamten Vorjahr entspricht; daher wurde das Jahresziel für die Ausfuhren von 640.000 auf 920.000 – sogar 1.000.000 – erhöht.

Schwachstellen: Der Aufwertung des Yuan ist nachteilig: Im Vorjahr wurden durch Wechselkurse 2,64 Milliarden Yuan verdient, in diesem Jahr wurden 550 Millionen Yuan verloren, was zu einem Gesamtnegativ von 3,2 Milliarden Yuan führte und somit den Nettogewinn der Muttergesellschaft um 1,8 Prozent verringerte. Zudem liegen die Auslandverkäufe zwar im Aufwärts Trend, aber im Vergleich zu Chery (1,34 Millionen Fahrzeuge) und BYD (1,05 Millionen Fahrzeuge) immer noch im unteren Bereich; außerdem ist Geelys Markenportfolio noch nicht so ausgereift wie das von Konkurrenten.

III. Auslandsmarkt: Gemischte Gefühle – Strategien gegen Zollbarrieren

Positive Aspekte: Die starken Ausfuhren und der steigende Anteil am Gesamtumsatz zeigen, dass Geely-Fahrzeuge im Ausland immer beliebter werden.

Negative Aspekte:

  • Wechselkursverluste: Der in Fremdwährungen erzielte Gewinn wird beim Umrechnen in Yuan reduziert.
  • EU-Zölle: Die EU hat eine Anti-Subventionssteuer von 18,8 % auf chinesische Elektrofahrzeuge erhoben; dadurch werden die Fahrzeuge in Europa teurer.

Gegenmaßnahmen:

  • Kauf von Fabriken: Geely hat 34 Prozent der Anteile an der Ford-Fabrik in Valencia (Spanien) für 221 Millionen Euro gekauft, um die Produktion in Europa zu verlegen und so Zölle zu umgehen; das erste Fahrzeug soll 2028 auf den Markt kommen.
  • Erweiterung der Kapazitäten: Die Produktionskapazität in der Fabrik in Malaysia wird von 200.000 auf 500.000 Fahrzeuge erhöht, um den südostasiatischen Markt zu erschließen.
  • Technologische Anpassungen: Geely hat eine Hybridtechnologie mit einer Wärmeeffizienz von 48,41 % entwickelt, die insbesondere für Regionen mit wenigen Ladestationen in der Mittelost- und Lateinamerika geeignet ist, da Hybridfahrzeuge nicht immer vollständig aufgeladen werden müssen.

IV. Die Herausforderungen von An Conghuis „Ein Geely“-Strategie

Die Integration der bisher unabhängigen Marken (Geely Electrify, Lynk & Co., Galaxy usw.) soll interne Ressourcen effizienter nutzen. Doch dies ist nicht einfach:

1. Markenintegration: Nach dem Erwerb von 51 Prozent der Anteile an Lynk & Co. wird mit Kosteneinsparungen von 5–8 % und Verwaltungskostenersparnissen von 10–20 % gerechnet; jedoch sind die Verkaufszahlen von Lynk & Co. im Juli um 40 % gesunken, und bis Juli wurden nur 40 Prozent des Jahresziels erreicht. Ob diese Einsparungen tatsächlich realisiert werden können, ist ungewiss.

2. Integration des Vertriebs: Die Gründung einer zentralen Vertriebsorganisation, die alle Geely-Marken vereint, stellt eine Herausforderung dar: Die Interessen der Händler könnten beeinträchtigt werden; ob dies erfolgreich ist, wird sich erst mit der Zeit zeigen.

3. Wettbewerb mit BYD: Im zweiten Halbjahr sollen neue Modelle der Galaxy-Serie auf den Markt kommen, die direkt mit BYD im Hauptpreissegment konkurrieren. Ob Geely bei sinkenden Preisen von BYD seinen Gewinn halten kann, ist ungewiss.

V. Organisation und Personal: Von „unabhängigem Handeln“ zu „gruppenweiter Koordination“

Geely Electrify war früher eine eigenständige Marke mit einem eigenen Rekrutierungsprogramm für hochqualifizierte Fachkräfte (z. B. mit Jahresgehältern von Millionen Yuan). Nun wird diese Marke in das globale G-TOP-Programm der Holding integriert, das auf Spitzenwissenschaftlern im Bereich KI und autonomen Fahren ausgerichtet ist. Dies bedeutet, dass die Personalressourcen von Geely Electrify in die Gesamtorganisation überführt werden – die Integration geht weiter voran. Doch wird diese Zusammenlegung die Flexibilität von Geely Electrify beeinträchtigen? Auch das bleibt offen.

Insgesamt befindet sich Geely in einer Phase des strategischen Umbruchs: Li Shufu konzentriert sich auf die Gesamtstrategie, während An Conghui die Integration vorantreibt. Die Ergebnisse des ersten Halbjahres sind gut, doch Herausforderungen wie der internationale Druck, die Integrationsprozesse und der Wettbewerb mit BYD müssen bewältigt werden. Ob das Konzept „Ein Geely“ tatsächlich umgesetzt werden kann, hängt von der Effizienz des Exekutivteams ab.