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Exklusiv-Interview mit Sheldon, ehemaligem Vizepräsidenten von S&P Global: Die gemeinsame Intervention der USA und Japan am Wechselkursmarkt dient nur dazu, „Zeit zu gewinnen“. Es wird erwartet, dass die japanische Zentralbank im September die Zinsen erhöht.

原文:独家专访|标普全球前副主席谢尔德:美日联手干预汇市仅是“买时间”,料日央行9月加息

Zusammenfassung der Kerninhalte

In letzter Zeit haben die USA und Japan gemeinsam versucht, den Wechselkursmarkt zu beeinflussen. Dennoch näherte sich der Kurs des Yen gegenüber dem US-Dollar am 20. August von 155 (Ende Juli) weiter an 159 heran – was etwa 40 Prozent unter dem langfristigen Durchschnitt liegt. Der bekannte Ökonom Sheldon ist der Ansicht, dass solche Interventionen nur kurzfristig Zeit gewinnen können; die langfristige Entwicklung des Yens hängt von den Geldpolitiken der USA und Japans sowie von den wirtschaftlichen Grundlagen ab. Die japanische Zentralbank könnte im September eine Zinserhöhung um 25 Basispunkte vornehmen, doch die Wirtschaft steht vor strukturellen Problemen wie einer schrumpfenden Bevölkerung, dem Verpassen des AI-Booms und geografischen Spannungen. Die gemeinsamen Interventionen der USA und Japans sind eher ein Zeichen ihrer Verbündetenbeziehungen als eine Sorge davor, dass Japan US-Staatsanleihen verkaufen könnte und dadurch die Renditen in die Höhe treiben würde.

I. Wechselkursinterventionen: Kurzfristig wirksam, langfristig kehren die Grundlagen zurück

Sheldon vergleicht Interventionen mit einem „rasenden Zug“: Kurzfristig werden Spekulanten und Hedger die Auswirkungen der Interventionen vermeiden, und der Yen könnte vorübergehend an Wert gewinnen (beispielsweise fiel er nach den Interventionen im Juli von 164 auf 155). Doch sobald die „Interventionen vorbei sind“, wird sich der Markt wieder auf die wirtschaftlichen Grundlagen konzentrieren. Wenn sich die Zinsspannen zwischen den USA und Japan, das Wachstum sowie die Inflationsaussichten nicht ändern, wird der Yen weiter abwerten (wie aktuell wieder gegen 159). Kurz gesagt: Interventionen können den Wechselkurs nur vorübergehend stabilisieren, aber die grundlegenden Probleme lösen sie nicht.

II. Gemeinsame Interventionen der USA und Japans: Mehr politisches Signal als echte Sorge

Es wird im Markt gemunkelt, dass die USA an den Interventionen teilnehmen, um zu verhindern, dass Japan US-Staatsanleihen verkauft und dadurch die Renditen in die Höhe treibt. Sheldon sieht dies jedoch als unnötige Sorge: Die amerikanische Öffentlichkeit besitzt insgesamt 32 Billionen US-Dollar an Staatsanleihen, wobei der private Sektor den größten Anteil ausmacht. Selbst wenn Japan Staatsanleihen im Wert von mehreren hundert Milliarden US-Dollar verkaufen würde, würde der fallende Preis sofort Arbitrageure anziehen, ohne die Gesamtrenditen zu beeinflussen. Die eigentlichen Gründe für die amerikanischen Interventionen sind: Erstens soll die Verbündetenbeziehung gestärkt werden; zweitens möchte man verhindern, dass der Yen zu stark abwertet – schließlich würde ein niedrigerer Yen die Preise japanischer Exportgüter senken und damit den amerikanischen Export beeinträchtigen.

III. Zinserhöhungen durch die japanische Zentralbank: Vorsichtiges Vorgehen, aber politische Widersprüche

Im Vergleich zu den aggressiven Zinserhöhungen der US-Notenbank um 525 Basispunkte hat die japanische Zentralbank in zwei Jahren nur etwa 100 Basispunkte erhöht. Sheldon prognostiziert eine Erhöhung um 25 Basispunkte im September und weitere 25 Basispunkte Anfang nächsten Jahres, bis auf einen „neutralen“ Zinssatz von rund 1,5 %. Doch die Zinserhöhungen stehen unter Druck: Die japanische Regierung benötigt niedrige Zinsen, um die Wirtschaft zu unterstützen und die Schulden zurückzuzahlen (die Gesamtverschuldung liegt bei über 40 Billionen US-Dollar). Gleichzeitig möchte sie die Lebenshaltungskosten der Bürger senken (durch eine Senkung der Verbrauchssteuern auf 1% im April nächsten Jahres), was im Widerspruch zu einer Zinserhöhung steht. Sheldon betont: Ohne entsprechende politische Maßnahmen sind Interventionen wirkungslos; nur durch Zinserhöhungen kann die Nachfrage nach Yen gesteigert werden, wodurch der Wechselkurs tatsächlich stabilisiert werden könnte.

IV. Hinter dem Abwertungstrend des Yens: Handelsdefizit und strukturelle Probleme

Im Juli verzeichnete Japan ein Handelsdefizit von 634,5 Milliarden Yen (dritter Monat in Folge); die Importe stiegen um 27,8% (insbesondere die Einfuhr von Rohöl um 87,8%). Der Hauptgrund für den Anstieg der Importkosten ist der Abwertung des Yens. Langfristiger sind drei strukturelle Probleme:

1. Schrumpfende Bevölkerung: Konservative Einwanderungspolitik führt zu einem Mangel an Arbeitskräften.

2. Verpassen des AI-Booms: Japan hat die Entwicklungsmöglichkeiten der Künstlichen Intelligenz nicht genutzt.

3. Geografische Risiken: Geopolitische Spannungen in der Region beeinträchtigen das Vertrauen der Investoren. Diese Probleme lassen ausländische Investoren die langfristige wirtschaftliche Perspektive Japans pessimistisch sehen, was dazu führt, dass der Yen nicht stabil bleibt.

V. Schlussfolgerung: Die Entwicklung des Yens hängt letztendlich von den „Grundlagen“ ab

Sheldons Schlussfolgerung ist klar: Ob der Yen seinen Abwärtstrend stoppen kann, hängt kurzfristig von den Interventionen ab, mittelbar vom Tempo der Zinserhöhungen durch die japanische Zentralbank und langfristig davon ab, ob die strukturellen Probleme gelöst werden können. Solange Japan die Probleme mit der Bevölkerung, der Künstlichen Intelligenz und den geopolitischen Herausforderungen nicht in Angriff nimmt, wird ein erheblicher Anstieg des Yens kaum möglich sein. Die gemeinsamen Interventionen der USA und Japans bieten Japan lediglich eine Zeitfenster, um seine Politik anzupassen.