Zusammenfassung der Kerninhalte
Der Gouverneur von Texas, Abbott, hat kürzlich eine drastische Maßnahme ergriffen: Er verbietet es öffentlichen Schulen des Bundesstaates, ausländische Lehrkräfte mit einem H-1B-Visum einzustellen – einschließlich derer, die bereits dort tätig sind. Der Grund dafür sei die „Eindämmung des Einflusses ausländischer Kräfte“ sowie die „Bevorzugung einheimischer Arbeitskräfte“. Dies ist eine weitere Ausweitung seiner Beschränkungen für H-1B-Anträge in Regierungsbehörden und öffentlichen Hochschulen, die er im Januar dieses Jahres eingeführt hat. Die Verordnung muss noch vom Staatssenat genehmigt werden; sollte sie verabschiedet werden, wird Texas der erste Bundesstaat sein, der den Einsatz von H-1B-Visaten in öffentlichen Schulen verbietet. Auch andere Bundesstaaten wie Florida und Iowa verschärfen ihre H-1B-Beschränkungen. Experten warnen, dass dies dazu führen könnte, dass diese Bundesstaaten Spitzenwissenschaftler verlieren und dadurch an Wettbewerbsfähigkeit in Bildung und Forschung einbüßen.
Detaillierte Analyse
1. Die harte Linie von Texas: „Null Toleranz“ für H-1B-Visum bei öffentlichen Schulen – sowohl neue als auch bestehende Mitarbeiter müssen gehen
Das H-1B-Visor ist im Grunde ein Arbeitsvisum für ausländische Fachkräfte, beispielsweise Ingenieure, Lehrer oder Forscher. Die texanische Verordnung gilt nicht nur für neue Anträge, sondern auch für bereits beschäftigte Personen mit einem H-1B-Visum – der Gouverneur betonte ausdrücklich, dass keine Ausnahmen gemacht werden dürfen.
Warum ist das so bedeutsam? Laut Daten aus dem Jahr 2025 haben öffentliche Schulen in Texas die meisten H-1B-besetzten Lehrkräfte in den USA. Sollte die Verordnung in Kraft treten, müssten diese Lehrer entweder einen neuen Job suchen (z. B. an einer privaten Schule oder in einem anderen Bundesstaat) oder das Land verlassen. Die Schulen könnten vorübergehend keine geeigneten einheimischen Nachfolger finden – insbesondere für weniger gefragte Fächer oder Spitzenforschungspositionen.
2. Von der Regierung zu den Schulen: Die H-1B-Beschränkungen in Texas sind schrittweise verschärft worden
Im Januar dieses Jahres begann Abbott mit Beschränkungen für Regierungsbehörden und öffentliche Hochschulen: Neue H-1B-Anträge wurden ausgesetzt, bis 2027. Der Grund dafür war die Befürchtung, dass H-1B-Visum die einheimischen Arbeitskräfte verdrängen könnten.
Die neue Verordnung erweitert diese Beschränkungen nun auf öffentliche Grund- und weiterführende Schulen – nicht nur neue Anträge werden abgelehnt, auch bestehende Mitarbeiter dürfen nicht bleiben. Es handelt sich dabei um eine Verschärfung der bisherigen Maßnahmen, die von Regierungsangestellten und Universitätslehrern auf Lehrkräfte an Grund- und weiterführenden Schulen ausgedehnt wurden.
3. Andere Bundesstaaten folgen dem Beispiel: Florida stoppt die Rekrutierung an Universitäten, Iowa arbeitet an einem Gesetz
Nicht nur Texas verschärft seine H-1B-Beschränkungen:
- Florida: Am 2. März stimmte das öffentliche Hochschulsystem dafür, die Rekrutierung neuer H-1B-Mitarbeiter bis 2027 auszusetzen. Von den 12 Forschungshochschulen im Bundesstaat sind zehn zu den renommiertesten R1/R2-Kategorien gehörend; derzeit arbeiten dort mehr als 1000 Personen mit einem H-1B-Visum.
- Iowa: Das Repräsentantenhaus hat ein Gesetz verabschiedet, das die Einstellung neuer H-1B-Mitarbeiter an öffentlichen Universitäten, Community Colleges und einigen privaten Hochschulen einschränkt; es befindet sich derzeit noch in der Debatte im Senat. Sollte es verabschiedet werden, wird es Gesetz.
Alle diese Bundesstaaten verfolgen einen ähnlichen Ansatz: Zuerst werden neue Anträge ausgesetzt, anschließend werden möglicherweise auch bestehende Mitarbeiter entlassen.
4. Die Hintergründe: Die Begründungen der Gouverneure – „Die Schuld liegt beim Bundesstaat“ und „Bevorzugung einheimischer Arbeitskräfte“
Die von den Gouverneuren genannten Gründe klingen berechtigt:
- „Die Schuld liegt beim Bundesstaat“: Abbott behauptet, der Bund habe die H-1B-Regelungen nicht ordnungsgemäß umgesetzt, daher müsse der Staat härter vorgehen.
- **„Bevorzugung einheimischer Arbeitskräfte“: „Das Geld der Steuerzahler soll zuerst den Einwohnern/Türken gehören.“
Hinter diesen Begründungen stecken jedoch auch weitere Faktoren: Die Trump-Regierung erhöhte im September 2025 die Gebühren für H-1B-Visume auf 100.000 US-Dollar, was viele kleine Staatsuniversitäten daran hindert, ausländische Fachkräfte einzustellen. Zudem sind diese Bundesstaaten meist von Republikanern regiert, und die Beschränkung der Einwanderung gehört zu ihren politischen Zielen.
5. Expertenwarnungen: Diese Maßnahmen könnten das Bildungs- und Forschungswesen schädigen
Ein Forscher des Progressive Policy Institute weist auf folgende Probleme hin:
- Mangel an Spitzenkräften: Viele Fachleute in spezialisierten Bereichen (z. B. Chemie, Hochforschung) stammen aus dem Ausland. Ohne die Möglichkeit, H-1B-Mitarbeiter einzustellen, können öffentliche Schulen und Universitäten keine geeigneten Kandidaten finden.
- Gefährdete Forschungskapazitäten: Die Forschungsleistungen dieser Bundesstaaten könnten zurückgehen, während andere, nicht beschränkte Bundesstaaten (z. B. Kalifornien, New York) davon profitieren.
- Betroffene Bildungsqualität: Wenn Grund- und weiterführende Schulen qualifizierte ausländische Lehrkräfte verlieren, erhalten die Schüler möglicherweise nicht mehr vielfältige Bildungsmöglichkeiten.
Insgesamt scheinen diese H-1B-Beschränkungen zwar darauf abzuzielen, einheimische Arbeitskräfte zu schützen, doch auf lange Sicht könnten sie das Bildungs- und Forschungswesen der betroffenen Bundesstaaten schwächen. Schließlich sind Spitzenkräfte weltweit gefragt – wenn man sie nicht haben will, werden andere sie bekommen.