虎嗅

„Doubao-Handys werden bald in den Verkauf gehen – Der Wettbewerb um die intelligente Funktionen am Rand bzw. an der Seite der Geräte dreht sich eigentlich um die Rechte zur Abwicklung von Aufträgen.“

原文:豆包手机要开卖了,端侧智能争夺的其实是代办权

Zusammenfassung der Kerninhalte

In letzter Zeit haben Hersteller wie Nubia und Samsung sogenannte „Intelligente Handys“ auf den Markt gebracht, die mit Edge-AI-Modellen ausgestattet sind und darauf abzielen, den Nutzern mit AI tatsächliche Aufgaben wie Buchungen oder Preisvergleiche abzunehmen (und nicht nur Fragen zu beantworten oder Bilder zu bearbeiten). Allerdings stehen AI-Handys derzeit vor einem entscheidenden Hindernis: Obwohl sie viele Funktionen bieten, reichen diese bisher nicht aus, um den Nutzer dazu zu bewegen, sein Handy zu wechseln. Das Hauptproblem liegt nicht in der mangelnden Rechenleistung, sondern darin, ob AI die notwendigen Berechtigungen von den Anbieter der entsprechenden Apps erhält sowie wie die kommerziellen Interessen aller Beteiligten ausgeglichen werden können. Im Grunde geht es bei diesem Wettbewerb um eine Neufassung der Struktur der Benutzeroberfläche von Handys – ob AI-Bots die Apps als erste Anlaufstelle für die Bedürfnisse der Nutzer ersetzen können.

Erstes: AI-Handys fehlen keine nützlichen Funktionen, aber keine „unverzichtbaren“ Anreize zum Wechsel

AI-Handys sind längst keine Neuheit mehr: Funktionen wie Bildbearbeitung, Transkription von Aufnahmen oder die Nutzung großer AI-Modelle sind heute Standard in Mittel- und High-End-Geräten. Laut Daten von Counterpoint werden bis 2026 fast die Hälfte aller Handys über generative AI-Fähigkeiten verfügen, insbesondere High-End-Geräte. Das Problem ist jedoch, dass diese Funktionen zwar nützlich sind, aber nicht ausreichen, um den Nutzer dazu zu bewegen, sein Handy zu wechseln.

Wenn man beispielsweise ein Flugticket buchen möchte, muss man weiterhin selbst auf die Website von Ctrip gehen, das Datum eingeben und den Flug auswählen; für Preisvergleiche muss man mehrere Apps nutzen. AI kann höchstens Informationen bereitstellen, aber nicht den gesamten Prozess übernehmen. Das Hauptproblem der Nutzer bleibt ungelöst: „Ich möchte nicht lernen, wie jede App funktioniert; ich möchte einfach sagen: ‚Buche mir das günstigste Flugticket nach Shanghai für morgen‘ und dann auf das Ergebnis warten.“

Nubias NaviX Ultra versucht genau das zu erreichen: AI soll direkt Aufgaben erledigen, anstatt nur Antworten zu geben. Ob dies jedoch erfolgreich sein wird, hängt davon ab, wie oft die Nutzer die Funktionen tatsächlich nutzen – wenn sie nur gelegentlich genutzt werden, reicht das nicht aus, um einen Wechsel des Handys zu rechtfertigen.

Zweites: Edge-AI ist nicht einfach nur das Einbetten großer Modelle in das Handy

Viele Menschen denken, dass Edge-AI bedeutet, große Cloud-Modelle zu komprimieren und sie auf das Handy zu laden, wobei es vor allem auf die Rechenleistung der NPU und die Größe des Speichers ankommt. In Wirklichkeit ist die Situation viel komplizierter:

Beispielsweise enthält Nubias „DouBao-Assistent“ nur lokale Modelle für die Texterkennung (OCR) und die Suche nach persönlichen Daten – solche, die eine schnelle Reaktion erfordern, um Datenschutz zu gewährleisten; für komplexe Berechnungen (wie die Analyse der besten Flugoptionen) wird weiterhin auf die Cloud zugegriffen. Dies wird als „Edge-Cloud-Kooperation“ bezeichnet – es ist sowohl sicher als auch effizient.

Das Handy fungiert dabei eher als „Berechtigungsverwalter“: Es entscheidet, welche Daten AI einsehen darf (z. B. das Adressbuch) und welche Apps es steuern kann (z. B. ob es im Namen des Nutzers Bezahlvorgänge durchführen darf). Starke Hardware allein garantiert keine gute Benutzererfahrung; selbst große lokale Modelle sind nutzlos, wenn die häufig genutzten Apps dies nicht zulassen. Vielmehr sind Systeme praktischer, die weniger anspruchsvoll sind, aber zuverlässig mit den gängigen Diensten kommunizieren können.

Drittes: Weitaus schwieriger als die Rechenleistung ist die Frage der Berechtigungen

Dass AI die Bedienung des Bildschirms simulieren kann, bedeutet noch nicht, dass sie tatsächlich die Berechtigung hat, diese Bedienungen auszuführen – das ist bereits bei früheren Technikvorführungen zu Problemen geführt.

Ende 2025 wurde das Nubia M153 (Technikversion) veröffentlicht, dessen AI in der Lage war, automatisch Funktionen von WeChat und Taobao auszuführen. Doch schnell stellten Nutzer fest, dass Bank-Apps dies als Risiko betrachteten und die AI-Funktionen deaktivierten; Spiele-Apps sahen die Nutzung von AI als Betrug und schränkten sie ein. Letztendlich musste das Team die AI-Funktionen für Finanzanwendungen vorübergehend deaktivieren.

Nubias NaviX Ultra hat nun eine andere Strategie verfolgt: Anstatt die Bedienung zu simulieren, bittet das Handy die Anbieter der entsprechenden Apps um direkte Zugriffsmöglichkeiten (z. B. durch Abschluss von Verträgen mit Ctrip). Dabei entstehen jedoch zahlreiche kommerzielle Fragen:

– Warum sollten Apps AI die Möglichkeit geben, direkt auf ihre Seiten zuzugreifen? (Wenn Nutzer über AI buchen, verlieren die Apps Einnahmen durch Werbung.)

– Wie wird der Traffic und die Provision aufgeteilt? (Wenn AI Nutzer für die Apps anzieht, sollten die Apps einen Anteil erhalten?)

– Wer ist für Fehler verantwortlich? (Wenn AI bei einer Buchung Fehler macht, wer trägt die Verantwortung – der Handyhersteller, das AI-Unternehmen oder die App?)

Diese Fragen sind weitaus schwieriger zu lösen – schließlich möchte niemand seine eigenen Geschäftsinteressen leichtfertig auf andere übertragen.

Viertes: AI-Bots könnten die Benutzeroberfläche von Handys neu definieren

In der Ära des mobilen Internets verfolgen Nutzer die folgende Vorgehensweise, um Dienste in Anspruch zu nehmen: Sie öffnen eine App, suchen die gewünschte Funktion und führen die entsprechenden Schritte aus. AI-Bots drehen diese Reihenfolge um: Der Nutzer gibt seine Anfrage an, das AI-System wählt die passende App aus und erledigt die Aufgabe. Dadurch werden die Apps von der „Benutzeroberfläche“ zu „Hintergrunddiensten“.

Dies hat unterschiedliche Auswirkungen auf alle Beteiligten:

– Für Handyhersteller (z. B. ZTE): Endlich gibt es Unterschiede, die über die Hardwareparameter hinausgehen (z. B. „Mein Handy kann Aufgaben für mich erledigen“).

– Für AI-Unternehmen (z. B. ByteDoubao): Sie erhalten direktere Informationen über die Absichten der Nutzer (z. B. „Flugticket buchen“ ist näher an einem tatsächlichen Kauf als „Wie viel kostet ein Flugticket?“).

– Für App-Hersteller: Es kann sowohl die Kundenakquise erleichtern (AI leitet gezielte Nutzer zu den Apps) als auch zu einem Verlust von Seitenbesuchern führen (denn Nutzer öffnen die Apps möglicherweise nicht mehr direkt).

Letztendlich hängt der Sieg davon ab, wie viele wichtige Apps unterstützt werden, wie erfolgreich die Aufgaben erledigt werden und wie hoch die Nutzerbindung ist (wie viele Nutzer die AI-Funktionen auch nach einem Monat weiterhin nutzen).

Erst wenn all diese Kriterien erfüllt sind, könnten AI-Handys tatsächlich dazu führen, dass Nutzer ihr Handy wechseln müssen.

Fazit

Der Wettbewerb um AI-Handys wird zwar vor allem auf der Rechenleistung ausgetragen, geht aber in Wirklichkeit um Berechtigungen und die Zusammenarbeit verschiedener Akteure. Es geht darum, ob AI in der Lage ist, Aufgaben im Namen des Nutzers auszuführen – und nicht darum, wie leistungsfähig das Handy ist, sondern wie viele Apps bereit sind, dies zu ermöglichen. Dieser Wettbewerb um die Benutzeroberfläche von Handys hat gerade erst begonnen.