虎嗅

Die letzten „Wollflocken“ der Economy-Klasse sind nun das Ziel der Fluggesellschaften.

原文:经济舱最后的羊毛,被航司盯上了

Zusammenfassung der Kerninhalte

Hainan Airlines hat kürzlich die kostenlose Nutzung leerer Economy-Class-Sitze für Passagiere streng verboten und fordert von denen, die sich ausruhen möchten, dass sie für die Nutzung von Drei-Sitz-Reihen bezahlen (z. B. 220 Euro für europäische Flüge). Dies hat zu zahlreichen Beschwerden der Passagiere geführt. Hinter dieser Maßnahme steckt die Geschäftsstrategie der Fluggesellschaft, das früher „zufällig“ gewährte Komfortrecht aufgrund niedriger Auslastung in „zusätzliche Einnahmen“ umzuwandeln. Angesichts sinkender Ticketgewinne und reduzierter Subventionen erhöhen Fluggesellschaften ihre Einnahmen, indem sie verschiedene Dienstleistungen separat verkaufen (Sitzauswahl, Gepäckaufbewahrung, Schlafplätze). Obwohl diese Vorgehensweise aus wirtschaftlicher Sicht nachvollziehbar ist, hat die Servicequalität von Hainan Airlines nicht mitgehalten (keine Matratzen, Schlafausrüstung usw.), und die Umsetzung der neuen Regelungen war grob (schlafende Passagiere wurden geweckt), was viele als unhöflich empfanden. Dies spiegelt auch die zukünftige Tendenz der Luftfahrtbranche wider, die Economy-Class-Dienstleistungen weiter zu segmentieren und nach Bedarf zu verrechnen.

Detaillierte Analyse

1. Kern der Beschwerden der Passagiere: Nicht das Bezahlen, sondern die Unhöflichkeit der Umsetzung und der mangelnde Komfort

Die Passagiere sind nicht dagegen, Geld für einen Schlafplatz auszugeben, sondern gegen die plötzlichen und rücksichtslosen Änderungen der Regeln sowie den mangelnden Komfort. Früher konnten sie in leeren Sitzen kostenlos schlafen; jetzt werden sie geweckt, was sie als Entzug eines „Glücksbonus“ empfinden. Zudem erhielten sie nach dem Bezahlen keinen angemessenen Service. Die von Hainan Airlines angebotenen Drei-Sitz-Reihen bestehen lediglich aus zusammengestellten normalen Sitzen ohne Matratzen, spezielle Sicherheitsgurte oder Schlafausrüstung – Erwachsene müssen sich zusammenkrümmen, um zu schlafen, und bei einer Drehung stoßen sie gegen die Rückenlehnen der Sitze. Im Vergleich zu Dienstleistungen anderer Fluggesellschaften wie der neuseeländischen Airline (Skycouch mit Polsterung und Schlafausrüstung) oder der Lufthansa (Sleeper’s Row mit Matratze und Business-Class-Kissen) wirkt das Angebot von Hainan Airlines wenig attraktiv.

Beispiel: Ein Freund wurde mitten im Schlaf in einem leeren Sitz geweckt; die Stewardess sagte lediglich, dass er bezahlen müsse, ohne die neuen Regeln im Voraus mitzuteilen. Andere Passagiere stellten erst beim Einchecken fest, dass die leeren Sitze bereits preislich gekennzeichnet waren, was sie als Betrug empfanden.

2. Die „kleinen Rechnungen“ der Fluggesellschaften: Zusätzliche Einnahmen als Lebensretter

Warum verlangen Fluggesellschaften Geld für leere Sitze? Weil die Tickets selbst kaum noch Gewinne erbringen:

  • Reduzierte Subventionen für inländische Flüge: Ab 2024 sind die Möglichkeiten der lokalen Regierungen zur Unterstützung der Fluggesellschaften eingeschränkt, und sie können nicht mehr allein auf Subventionen angewiesen sein.
  • Wettbewerb bei internationalen Flügen: Auf den Strecken nach Europa haben chinesische Fluggesellschaften ihren Marktanteil ausgebaut, aber aufgrund hoher Kraftstoff- und Flugzeugkosten müssen sie die Preise senken, um Kunden anzuziehen – die Ticketgewinne sind daher gering.

Zusätzliche Einnahmen sind entscheidend: Weltweit werden die zusätzlichen Einnahmen der Fluggesellschaften im Jahr 2025 voraussichtlich 157 Milliarden US-Dollar betragen (15,7 % des Gesamtumsatzes); auch inländische Fluggesellschaften nutzen diese Einnahmen, um Verluste auszugleichen. Leere Sitze zu verkaufen bedeutet fast keinen Kostenausfall – der Verkauf bringt reine Gewinne.

Kurz gesagt: Tickets können billig sein, aber wenn man sich nach dem Einsteigen komfortabler fühlen möchte, muss man extra bezahlen.

3. Die wirtschaftliche Logik ist nachvollziehbar – aber der Service ist nicht angemessen

Aus Sicht der Fluggesellschaften gehört der Platz, der nicht genutzt wird, ihnen; es ist daher vernünftig, ihn zu verkaufen. Die Passagiere kaufen schließlich nur ihren eigenen Sitz und haben kein Recht, andere Sitze zu nutzen. Für einige Passagiere, die kein Business-Class-Ticket möchten, aber schlafen möchten, stellt die bezahlte Schlafmöglichkeit eine praktische Alternative dar – sie ist billiger als ein Business-Class-Ticket und komfortabler als ein normaler Sitz.

Probleme bei Hainan Airlines:

  • Fehlende Infrastruktur: Die zusammengestellten Schlafplätze sind unkomfortabel und bieten keine ausreichende Sicherheit (normale Sicherheitsgurte eignen sich nicht zum Schlafen bei Stößen).
  • Rücksichtslose Umsetzung: Passagiere werden geweckt, während sie schlafen, was zu Konflikten führen kann. Zudem wurden die verfügbaren Sitze und Preise nicht im Voraus bekannt gegeben, was die Passagiere überraschte.

Vergleich mit anderen Fluggesellschaften: Die neuseeländische Airline erklärt den Passagieren, wie sie die Schlafplätze sicher nutzen können, und die Lufthansa stellt Matratzen zur Verfügung. Dass Hainan Airlines dafür kritisiert wird, ist nicht verwunderlich.

4. Warum war es früher möglich, in leeren Sitzen kostenlos zu schlafen – und warum ist das jetzt nicht mehr möglich? Regeln müssen einheitlich angewendet werden

Früher konnten Passagiere in leeren Sitzen kostenlos schlafen, weil die Fluggesellschaften dies nicht als Geschäftsmöglichkeit betrachteten. Bei hoher Auslastung gab es genügend Plätze; bei niedriger Auslastung wurde dies ignoriert. Jetzt, da die Fluggesellschaften diese Plätze gegen Bezahlung anbieten, müssen die Regeln streng durchgesetzt werden. Wenn jemand kostenlos schlafen würde, würden die zahlenden Passagiere sich benachteiligt fühlen und in Zukunft möglicherweise nicht mehr kaufen.

Beispiel: Wenn Sie 220 Euro für eine Drei-Sitz-Reihe ausgeben und jemand neben Ihnen denselben Platz kostenlos nutzt, würden Sie sicherlich Beschwerden einreichen. Daher müssen die Fluggesellschaften auch dann durchgreifen, wenn es zu Unannehmlichkeiten kommt – auch wenn dies zu Unzufriedenheit der Passagiere führt.

5. Zukünftige Entwicklung: Die Schlafmöglichkeiten in der Economy-Class werden weiter segmentiert

Die Tendenz, die Flugzeugservices weiter zu unterteilen, setzt sich fort:

  • Die neuseeländische Airline wird im November dieses Jahres „Skynest“ einführen: Economy-Class-Passagiere zahlen 495 neuseeländische Dollar und können dort vier Stunden lang in speziellen Schlafkabinen schlafen.
  • United Airlines plant für 2027 die Einführung von „Relax Row“: Normalere Sitze können in Sofaschlafplätze umgewandelt werden.

In Zukunft könnte sogar die Dauer des Schlafs und der verfügbare Platz nach Stunden verrechnet werden.

Kurz gesagt: In Zukunft bedeutet das Fliegen nicht mehr nur den Kauf eines Tickets von A nach B, sondern den Kauf eines „Grundplatzes plus zusätzlicher Dienstleistungen“. Wer schlafen möchte, muss entsprechende Pakete erwerben – und die „Glücksbonus“ der kostenlosen Schlafmöglichkeiten könnte wirklich verschwinden.

Fazit

Es ist in Ordnung, dass Fluggesellschaften zusätzliche Einnahmen erzielen möchten, aber sie sollten zumindest sicherstellen, dass die Passagiere das Geld, das sie ausgeben, für einen angemessenen Service erhalten. Sie sollten Matratzen zur Verfügung stellen und die Regeln im Voraus bekannt geben, anstatt die Passagiere erst zu wecken, wenn sie bereits schlafen. Schließlich sind die Passagiere nicht dagegen, Geld auszugeben – sie sind dagegen, dafür Unannehmlichkeiten zu ertragen.