---
Zusammenfassung des Kerninhalts in verständlicher Sprache
Dieser Artikel enthüllt, was Banker seit Jahren geheim gehalten haben: Die im Jahr 2019 gegründeten Bankfinanzmanagementtochtergesellschaften sind zu 100 Prozent im Besitz der Banken und gelten als deren „rechtmäßige Erben“. Sie genießen einen viel höheren Status als die früheren, mit ausländischen Partnern gegründeten Fonds, die nur mit etwas mehr als 100 Millionen Yuan finanziert wurden. Die Mutterbanken investieren enorme Summen, um ihnen den Weg zu ebnen. Heute haben diese Tochtergesellschaften ein Volumen von insgesamt 33 Billionen Yuan erreicht; sechs von ihnen erzielten im ersten Halbjahr einen Nettogewinn von über 1 Milliarde Yuan und stehen somit fast auf Augenhöhe mit den führenden öffentlichen Investmentfonds. Sie sind absolute Akteure auf dem inländischen Vermögensmanagementmarkt. Doch hinter dieser glänzenden Fassade stecken drei strukturelle Probleme: Die Produkte sind fast ausschließlich risikofreie Anleihen, sie können nicht auf Internetplattformen verkauft werden, und es gelingt ihnen nicht, junge Kunden anzuziehen. Ob sie ihren derzeitigen Marktanteil behalten und einen noch größeren Anteil am Vermögensmanagementmarkt erobern können, bleibt ungewiss.
---
Detaillierte Analyse der Probleme
1. Warum werden diese Tochtergesellschaften als „rechtmäßige Erben“ der Banken bezeichnet?
Viele wissen nicht, dass Banken bereits seit 2005 Tochtergesellschaften im Vermögensmanagement betrieben haben. Diese waren jedoch meist Joint Ventures, bei denen die Banken höchstens 50 Prozent der Anteile hielten und den Rest an ausländische Institutionen gaben. Die Tochtergesellschaften von 2019 hingegen sind zu 100 Prozent im Besitz der Banken – ohne jegliche Beteiligung Dritter. Die Mindestgründungskapitalien betrugen 80 Millionen Yuan; Großbanken wie die Industrial and Commercial Bank of China (ICBC) und die China Construction Bank investierten sogar 120 bis 150 Millionen Yuan. Ihr Status als legitime Nachfolger der Vermögensmanagementaktivitäten der Banken ist daher durchaus gerechtfertigt.
2. Welche Position belegen diese Tochtergesellschaften heute?
Vor zehn Jahren war der Status der Bankfinanzmanagementtochtergesellschaften viel höher: Im Jahr 2013 lag das Gesamtvolumen aller öffentlichen und privaten Investmentfonds noch bei unter 3 Billionen Yuan, während allein die von Banken vertriebenen Finanzprodukte bereits über 10 Billionen Yuan ausmachten. Nach der Einführung neuer Regulierungen stiegen die öffentlichen Investmentfonds rasant an und erreichten bis Ende des zweiten Quartals 2026 ein Volumen von 39,66 Billionen Yuan. Die Tochtergesellschaften konnten ihren Marktanteil jedoch auf 33,66 Billionen Yuan erhöhen. Sechs von ihnen erzielten im ersten Halbjahr einen Nettogewinn von über 1 Milliarde Yuan – sie stehen somit auf Augenhöhe mit den führenden öffentlichen Investmentfonds. Die meisten der von älteren Kunden gekauften, risikofreien Finanzprodukte stammen von diesen Tochtergesellschaften.
3. Erstes Problem: Die Produktstruktur
96,49 Prozent der Produkte sind risikofreie Anleihen. Es gelingt den Tochtergesellschaften kaum, Produkte mit höheren Renditen auf den Markt zu bringen. Der Grund dafür ist, dass ihre bestehenden Kunden auf Stabilität setzen und Schwankungen nicht akzeptieren. Zudem ist der langfristige Gewinnpotenzial der chinesischen Aktien ungewiss, wodurch es schwierig ist, risikoreichere Produkte zu verkaufen.
4. Vertriebsbeschränkungen durch Politik
Der Vertrieb der Produkte ist durch Regulierungen eingeschränkt: Tochtergesellschaften dürfen ihre Produkte nicht auf Plattformen wie Alipay oder TianTianFund verkaufen. Junge Kunden haben hingegen die Gewohnheit, alle ihre Investitionen über eine einzige App abzuwickeln. Dadurch verlieren die Tochtergesellschaften einen wichtigen Zugang zu einem großen Kundenkreis.
5. Mangelnde Anziehungskraft für junge Kunden
Die Hauptkunden der Tochtergesellschaften sind über 50 Jahre alt. Die jungen Generationen nutzen hauptsächlich Internetplattformen für ihre Investitionen und haben kein Vertrauen in die „Stabilität“ von Bankfinanzprodukten. Zudem ist das Banksystem für die jungen Generationen weitgehend unzugänglich – viele der heutigen 90er- und 00er-Generationen besuchen keine Banken mehr. Dies führt dazu, dass die Tochtergesellschaften ihre Produktinnovationen einschränken müssen und im Falle eines Börsenbooms nicht wie öffentliche Investmentfonds profitieren können.
---
Insgesamt zeigen die Tochtergesellschaften zwar großes Potenzial, sind aber aufgrund dieser strukturellen Probleme vor Herausforderungen gestellt. Ihre Zukunft hängt davon ab, ob es ihnen gelingt, diese Hindernisse zu überwinden und ihre Produktstruktur sowie ihre Vertriebswege anzupassen.