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Der „Landnahme-Prozess“ in der oberen Ebene der chinesischen Milchindustrie neigt sich dem Ende zu – doch die „Gassenkämpfe“ um die Vertriebswege zwischen den Unternehmen wie Mengniu haben gerade erst begonnen.

原文:中国乳业上游圈地运动接近尾声,但蒙牛们的渠道巷战才刚刚开启

Kurzzusammenfassung der Kerninhalte

Die kürzlich veröffentlichten Finanzberichte für das erste Halbjahr 2026 von Mengniu zeigen auf den ersten Blick gute Ergebnisse: Der Gesamtumsatz stieg um 7,77% auf 44,795 Milliarden Yuan, und der Gewinn vor Steuern betrug 2,371 Milliarden Yuan – ein Anstieg von fast 16%. Doch diese „guten“ Zahlen entstehen in Wirklichkeit durch Kostensenkungen, die zu zusätzlichen Gewinnen führten, durch den Aufbau profitabler neuer Geschäftsfelder (z. B. Käse und Milchpulver) sowie durch die Reduzierung überflüssiger Ausgaben. Die im Vorfeld durch die Expansionsstrategien der Milchunternehmen entstandenen Verluste in Höhe von mehreren Milliarden Yuan sind noch nicht vollständig ausgeglichen. Noch schwieriger ist die Tatsache, dass das traditionelle Vertriebssystem von Mengniu durch Discountläden und Online-Händler zunehmend unter Druck gerät. Mengniu hat bislang noch keine umfassende Strategie entwickelt, um diesen Veränderungen im Vertriebswesen zu begegnen, wodurch die Unsicherheiten hinsichtlich zukünftigen Wachstums viel größer sind, als es auf den ersten Blick erscheint.

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Aufschlüsselung in vier Dimensionen

1. Die Erholung des Geschäftsergebnisses im ersten Halbjahr war das Ergebnis mehrerer positiver Faktoren – keine plötzliche Steigerung der Verkaufskapazitäten

Nach zwei Jahren rückläufigem Umsatz hat Mengniu erstmals wieder Wachstum verzeichnet. Der Hauptantrieb für dieses Wachstum hängt jedoch nicht so sehr mit einer verbesserten Verkaufskapazität zusammen:

Einerseits haben die profitablen neuen Geschäftsfelder endlich an Bedeutung gewonnen. Früher stammte mehr als 75% des Umsatzes von Mengnius aus dem Verkauf von billiger Flüssigmilch; in diesem Halbjahr wurden 3,15 Milliarden Yuan mit Käse (Miaokelanduo) erzielt – ein Anstieg um 32,6%. Der Umsatz mit Milchpulver stieg um 22,7%. Die Gewinne aus diesen Bereichen sind etwa 10 Prozent höher als die aus der Flüssigmilch.

Andererseits sind die Preise für die Hauptrohstoffe für die Milchproduktion (Frischmilch) in diesem Jahr auf 3,03 Yuan pro Kilogramm gefallen – deutlich niedriger als die Preise für viele Flaschenmineralwässer auf dem Markt. Da Frischmilch mehr als 60% der Gesamtkosten von Mengnius ausmacht, bedeutet dies eine erhebliche Kosteneinsparung. Diese Kostensenkungen sind der Hauptgrund für den Anstieg der Bruttogewinne.

2. Die schnellere Gewinnsteigerung als der Umsatz ist auf einen niedrigen Ausgangsniveau sowie Kostensenkungen zurückzuführen

Viele Menschen denken, dass die Gewinnsteigerung auf eine höhere Effizienz von Mengniu hindeutet. Tatsächlich ist dies jedoch nicht der Fall:

Der Gewinnnachlass im ersten Halbjahr basierte auf einem besonders niedrigen Ausgangsniveau – der Gewinn von 2,37 Milliarden Yuan lag sogar unter dem Niveau des gleichen Zeitraums im Jahr 2024. Zudem hat Mengniu in den letzten Jahren massiv überflüssige Ausgaben reduziert (fast 3.000 Mitarbeiter entlassen, die Kosten für Werbung und Subventionen gesenkt). Diese Kosteneinsparungen führten zu höheren Gewinnen. Ohne diese Maßnahmen wäre der Gewinnwachstum vermutlich deutlich geringer gewesen.

3. Die im Vorfeld angehäuften Verluste durch Expansionsstrategien sind noch nicht ausgeglichen

In den vergangenen Jahren kaufte Mengniu zahlreiche Unternehmen auf, um Marktanteile zu gewinnen – mit teilweise erheblichen finanziellen Folgen:

Beispielsweise wurden für die Übernahme von Miaokelanduo bzw. dem australischen Milchpulverhersteller Bellamy insgesamt 3 bis 4 Milliarden Yuan ausgegeben. Wenn diese Unternehmen später nicht die erwarteten Gewinne erzielten, mussten diese Kosten als Verluste gebucht werden. Allein im Jahr 2024 wurden 4,6 Milliarden Yuan für Verluste im Zusammenhang mit Bellamy verbucht. Bislang sind noch weitere Verluste in Höhe von mehreren Milliarden Yuan offen. Zudem ist der Markt für hochwertige Milchprodukte weitgehend von den großen Playern wie Yili und Mengniu dominiert; es gibt kaum noch attraktive Übernahmeziele.

4. Das alte Vertriebssystem steht vor dem Zusammenbruch – neue Vertriebswege sind noch nicht etabliert

Früher konkurrierten Milchunternehmen um Rohstoffquellen und Marken. Heute ist die Veränderung der Vertriebsstrukturen weitaus dringender.

Traditionelle Händler können den Anforderungen der neuen Marktbedingungen nicht mehr gerecht werden; Discountläden und Online-Händler gewinnen zunehmend an Bedeutung. Mengniu hat bislang keine Strategie entwickelt, um diesen Wandel zu bewältigen. Zudem werden die bisherigen Preisstrukturen durch neue Vertriebswege untergraben. Mengniu muss daher neue Wege finden, um seine Marktposition zu sichern – ohne dabei die eigenen Gewinne zu gefährden.