Kurz zusammengefasst:
Gu Ming hat kürzlich seinen Halbjahresbericht für 2026 veröffentlicht: Im ersten Halbjahr hat das Unternehmen sehr gut verdient und der Gewinn stieg um 44 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Allerdings ist das Umsatzwachstum der über 10.000 Franchisegeschäfte von zuvor 20 Prozent auf nur noch 3,4 Prozent gefallen – das entspricht einem täglichen Zusatzumsatz von 200 Yuan pro Geschäft. Aufgrund steigender Mieten und Löhne mussten 521 Geschäfte geschlossen werden, und der für das ganze Jahr gesteckte Zielwert für die Eröffnung neuer Geschäfte wurde in nur einem Halbjahr zu weniger als einem Drittel erreicht. Da es immer schwieriger wird, neue Franchisepartner zu gewinnen, hat Gu Ming eine „Entlastungsrichtlinie“ für neue Partner eingeführt: Die ursprünglich einmalige Franchisegebühr von 98.800 Yuan wurde auf jährlich 15.000 Yuan reduziert, die Regelungen für die Ratenzahlung von Ausrüstung wurden angepasst, und neuen Geschäften, die innerhalb von sechs Monaten schließen, wird bis zu 50.000 Yuan als Entschädigung gezahlt. Zudem wurde die Verkaufs- und Kaufberechtigung für gebrauchte Ausrüstung vollständig an das Unternehmen übertragen. Auf den ersten Blick scheint dies eine Erleichterung für neue Partner zu sein, doch dahinter stecken mehrere Hintergedanken – es ist alles nicht so rosig, wie es dargestellt wird.
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Detaillierte Analyse aus fünf Perspektiven:
1. Die „Entlastungsrichtlinie“ ist nur eine halbe Lösung: Je länger ein Geschäft besteht, desto mehr Verluste entstehen
Viele Menschen denken, sie hätten ein gutes Geschäft gemacht, als sie sahen, dass die Franchisegebühr von 98.800 Yuan auf 15.000 Yuan gesenkt wurde. Tatsächlich wird jedoch der Einstiegshürden offiziell gesenkt, während die langfristigen Kosten versteckt erhöht werden:
- In den ersten sechs Jahren ist es tatsächlich vorteilhaft, ein Geschäft zu eröffnen: Die insgesamt gezahlte Franchisegebühr beträgt weniger als 90.000 Yuan, was eine Ersparnis gegenüber der ursprünglichen Summe darstellt. Doch nach sieben Jahren übersteigt die Gesamtgebühr die ursprünglichen 98.800 Yuan, und jedes Jahr müssen weitere 15.000 Yuan gezahlt werden – das Unternehmen erhält somit einen „lebenslangen Mietzins“. Je länger das Geschäft existiert, desto mehr verdient das Unternehmen.
- Die Vorteile bei der Ausrüstung werden tatsächlich eingeschränkt: Unter der alten Regelung konnten neue Geschäfte die Ausrüstungskosten erst nach einem Jahr zurückzahlen; der Kautionbetrag von 15.000 Yuan konnte sogar in Raten zurückgezahlt werden. Nach der neuen Regelung beginnt die Rückzahlung bereits im zweiten Monat nach der Eröffnung, und die Kaution wird vollständig gestrichen. Neue Geschäfte müssen also bereits in der Anfangsphase Geld für die Ausrüstung ausgeben, was zu zusätzlichem finanziellen Druck führt.
- Die hohe Entschädigung für geschlossene Geschäfte ist eigentlich eine Art „Versicherung gegen Fehler in den ersten sechs Monaten“: Wenn ein Geschäft innerhalb von sechs Monaten geschlossen wird, erhält man bis zu 50.000 Yuan als Entschädigung – das bedeutet, dass das Unternehmen dem Partner 35.000 Yuan erstattet, obwohl dieser bereits im ersten Jahr nur 15.000 Yuan gezahlt hat. Diese Entschädigung ist jedoch nur für die ersten sechs Monate gültig; danach trägt der Partner alle Verluste selbst.
2. Die neue Richtlinie dient nicht den Franchisepartnern, sondern ist eine Notmaßnahme für das Wachstum von Gu Ming
Gu Ming verfügt über zwei völlig unterschiedliche Bilanzen:
- Die Bilanz des Unternehmens sieht sehr gut aus: Im ersten Halbjahr wurden 7,47 Milliarden Yuan Umsatz erzielt und 1,57 Milliarden Yuan Gewinn – ein schnelles Wachstum. Der Umsatz stammt nicht aus den Verkäufen von Milchshakes in den Geschäften, sondern hauptsächlich aus dem Verkauf von Zutaten und Ausrüstung an Franchisepartner. Solange die Anzahl der Geschäfte steigt, erhöht sich auch der Umsatz des Unternehmens – ohne dass es Risiken durch Verluste der Geschäfte tragen muss.
- Die Bilanz der Franchisepartner sieht jedoch schlecht aus: Das Umsatzwachstum der einzelnen Geschäfte stagniert; selbst ein täglicher Zusatzumsatz von 200 Yuan reicht nicht aus, um die steigenden Kosten zu decken. Der bisherige Wachstumsmotor basierte auf dem Innenwachstum bestehender Geschäfte. Um weiter zu wachsen, muss Gu Ming neue Geschäfte eröffnen und neue Franchisegebühren sowie Ausrüstung verkaufen.
Im ersten Halbjahr wurden jedoch nur 797 neue Geschäfte eröffnet – das ist 2.203 weniger als das Jahresziel von 3.000 Geschäften. Gu Ming behauptet zwar, dass die langsame Geschäftseröffnung auf bewusster Kontrolle beruhe, aber tatsächlich können viele der bestehenden Franchisepartner keine neuen Geschäfte mehr eröffnen. Daher senkt das Unternehmen die Franchisegebühren, um neue Partner anzulocken.
3. Alle Vorteile gelten nur neuen Geschäften; alte Franchisepartner erhalten nichts
Die neuen Regelungen betreffen ausschließlich die über 1.400 Geschäfte, die vor dem 1. September 2026 eröffnet wurden. 45 Prozent der Geschäfte von Gu Ming befinden sich bereits in ländlichen Gebieten; neue Geschäfte können nur in weniger attraktiven Märkten eröffnet werden, wo kaum Interesse besteht. Die alten Franchisepartner, die bereits vor Jahren Geschäfte eröffnet haben, sind für das Unternehmen wichtige Geldquellen – doch das Unternehmen bietet ihnen keine weiteren Vorteile und fordert sogar, dass sie selbst Geld ausgeben, um ihre kleinen Geschäfte in größere zu erweitern, um eine Entschädigung zu erhalten.
Gu Ming hat im ersten Halbjahr 1,57 Milliarden Yuan Gewinn erzielt; zwei Drittel davon wurden als Dividenden an die Aktionäre ausgezahlt. Für die Unterstützung bestehender Geschäfte wurden keine Mittel bereitgestellt. Offensichtlich ist das Wachstum neuer Geschäfte das Hauptziel des Unternehmens – das Wohlergehen der alten Geschäfte spielt keine Rolle.
4. Die Kontrolle über gebrauchte Ausrüstung bedeutet, dass das Unternehmen die Kontrolle über die Franchisepartner hat
Die neue Regelung schränkt den Kauf von gebrauchter Ausrüstung ein: Franchisepartner müssen diese entweder direkt bei Gu Ming kaufen oder sie müssen über das Unternehmen genehmigt werden. Außerdem kann die Entschädigung für geschlossene Geschäfte nur erhalten, wenn die Ausrüstung über Gu Mings Kanäle weiterverkauft oder registriert wird. Das Unternehmen hat somit die Kontrolle über den gesamten Handel mit gebrauchter Ausrüstung. Neue Partner, die günstige Ausrüstung verwenden möchten, müssen diese direkt beim Unternehmen kaufen; alte Partner, die ihr Geschäft schließen möchten, müssen ihre Ausrüstung ebenfalls an das Unternehmen verkaufen. Da der Mehrwert in der Branche der Gastronomie-Ausrüstung in der Regel bei 60 Prozent liegt, ist dies eine weitere Quelle des Unternehmensgewinns. Zudem bleibt das Unternehmen während des gesamten Prozesses – vom Kauf der Ausrüstung bis zum Verkauf – die Preisgestaltungshoheit inne.
5. Die neue Richtlinie dient nicht nur dem Wachstum, sondern auch der Erreichung eines Ziels
Gu Ming behauptet, die neue Richtlinie diene dazu, Risiken gemeinsam mit den Franchisepartnern zu tragen – doch das stimmt nicht. Zwar ist der Franchisebetrag für das erste Jahr gesenkt, aber der langfristige finanzielle Druck für die Partner steigt. Der größte Zweck der neuen Richtlinie ist es, das Ziel von 20.000 Geschäften für 2027 zu erreichen. Neue Partner zahlen zwar weniger an Franchisegebühren, müssen jedoch bereits im zweiten Monat die Ausrüstungskosten zurückzahlen und haben in der Anfangsphase zusätzlichen finanziellen Druck. Letztendlich dient die neue Richtlinie nur dazu, das Wachstum zu beschleunigen – die meisten neuen Partner tragen somit dazu bei, die Lücke im Wachstum des Unternehmens zu füllen, erhalten aber weniger Gewinn als in früheren Jahren.