Zusammenfassung des Kerninhalts
Dies ist ein aktuell sehr heiß diskutiertes Thema in der Aktionärsgemeinde Chinas: Es geht um die Rechtmäßigkeit der sogenannten „faulen Wertinvestitionsmethode“. Viele Finanzblogger propagieren, dass man ohne das Studium komplexer Jahresabschlüsse oder Branchenanalysen auskommen und mithilfe eines einzigen finanziellen Indikators – der sowohl eine niedrige Bewertung als auch hohe Gewinne erfüllt – die von Warren Buffett bevorzugten „guten Unternehmen“ zu günstigen Preisen auswählen kann. Sie behaupten sogar, dass Buffett selbst bei einem Besuch des chinesischen Aktienmarktes diese Unternehmen blind kaufen würde und damit sicherlich viel Geld verdienen würde. Doch viele normale Anleger, die diese Methode anwenden, verlieren mehr, als sie gewinnen. Der Kern der Debatte ist, ob dieser „Abkürzungsansatz, um wie Buffett zu investieren“, tatsächlich ein einfacher Weg zum Erfolg ist oder eher eine Falle, die als Wertinvestition getarnt ist.
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Detaillierte Erläuterung
1. Was genau bezeichnet die „Methode der Auswahl von Aktien anhand eines einzigen finanziellen Indikators“?
Der derzeit im Internet verbreitete „Wunderindikator“ ist im Grunde nichts anderes als die Rendite auf das investierte Kapital – also, wie viel Nettogewinn des Unternehmens man pro investiertem Euro im Laufe eines Jahres erzielt. Zum Beispiel: Wenn der Aktienkurs eines Unternehmens 10 Euro beträgt und das Unternehmen im Vorjahr pro Aktie 2 Euro Gewinn erzielt hat, dann erzielt man mit einem Investitionsvolumen von 10 Euro im Jahr einen Gewinn von 20 Prozent (2 Euro pro Aktie).
Warum halten viele Anleger diesen Indikator für geeignet, um sowohl eine niedrige Bewertung als auch hohe Gewinne zu erkennen? Weil er genau die beiden wichtigsten Aspekte zusammenfasst: Je höher der Wert, desto stärker ist die Gewinnkraft des Unternehmens – oder desto günstiger ist der Aktienkurs. Es ist nicht notwendig, die Bewertung und die Gewinne separat zu berechnen. Viele Blogger haben sogar eine einfache Regel aufgestellt: Wenn der Indikator über 10 Prozent liegt, sollte man blind kaufen, da dies deutlich besser ist als das Sparen auf der Bank.
2. Warum gehen viele davon aus, dass Buffett solche Unternehmen bei einem Besuch des chinesischen Aktienmarktes sofort kaufen würde?
Diese Annahme ist nicht völlig unbegründet. Die Kernlogik von Buffetts Investitionen besteht darin, „gute Unternehmen zu einem Preis zu kaufen, der weit unter ihrem wahren Wert liegt“. Tatsächlich nutzte er diesen Indikator beispielsweise bei der Investition in Coca-Cola oder Apple.
Im chinesischen Aktienmarkt sind die Werte vieler Branchenführer jedoch 2-3 Mal höher als bei entsprechenden Unternehmen an der US-Börse: Ein Konsumgüterunternehmen, das jährlich 10 Milliarden Yuan verdient, könnte an der US-Börse 10 Milliarden Dollar wert sein, während ein ähnliches Unternehmen in China nur 500 Millionen Yuan wert ist – das entspricht einem Rabatt von 50 Prozent. Daher könnte Buffett in China auf einen Schlag viele solcher „günstiger“ Unternehmen finden.
3. Der erste große Haken der Methode mit einem einzigen Indikator: 90 Prozent der angegebenen „hohen Gewinne“ sind möglicherweise nicht real
Viele Anleger verlieren Geld, weil die angegebenen hohen Gewinne nicht aus der Hauptgeschäftstätigkeit des Unternehmens stammen, sondern aus temporären, nicht wiederkehrenden Einnahmen (z. B. durch den Verkauf von Gebäuden).
Zum Beispiel könnte ein Unternehmen, dessen Hauptgeschäft der Verkauf von Kleidung ist, im Normalfall nur 10 Millionen Yuan verdienen. Wenn es jedoch sein Geschäftshaus im Stadtzentrum verkauft und dadurch plötzlich 90 Millionen Yuan mehr einnimmt, erscheint der Gewinnindikator sehr hoch – doch im nächsten Jahr könnte das Unternehmen kein solches Gebäude mehr verkaufen und der Gewinn würde wieder sinken. Ähnliches gilt für Branchen wie Kohle- oder Stahlindustrie, in denen die Gewinne in Jahren mit steigenden Rohstoffpreisen stark steigen können.
4. Der zweite große Haken der Methode mit einem einzigen Indikator: Eine niedrige Bewertung bedeutet nicht unbedingt, dass der Aktienkurs nicht weiter fallen kann
Das ist eine typische „Wertfalle“ im Investitionswesen: Man könnte denken, dass der Aktienkurs nicht weiter fallen kann, wenn die Bewertung bereits niedrig ist – doch er könnte sogar noch weiter sinken. Beispiele hierfür sind viele Bildungs- oder Internetunternehmen, deren Gewinne plötzlich aufgrund politischer Maßnahmen verschwinden oder die von neuen Konkurrenten verdrängt werden.
5. Wie können normale Anleger diesen Indikator sinnvoll nutzen, um Fehler zu vermeiden?
Der Indikator an sich ist nicht betrügerisch – Buffett nutzt ihn ebenfalls. Der Fehler liegt darin, nur auf diesen einen Indikator zu vertrauen. Anleger sollten ihn zunächst als erste Filtermethode verwenden, um Unternehmen mit einer Rendite auf das investierte Kapital von über 10 Prozent auszuwählen, und anschließend weitere Überprüfungen durchführen, um das Risiko zu verringern:
1. Überprüfen Sie, ob der Gewinn tatsächlich aus der Hauptgeschäftstätigkeit stammt und nicht aus nicht wiederkehrenden Einnahmen.
2. Durchsehen Sie die Jahresberichte der letzten fünf Jahre, um sicherzustellen, dass die Gewinne konstant waren.
3. Prüfen Sie, ob das Unternehmen vor politischen Risiken oder dem Risiko einer Übernahme durch neue Technologien geschützt ist.
Buffett hat nie behauptet, dass man mit nur einem Indikator einfach Geld verdienen kann. Er spricht immer mit den Zulieferern und Partnern eines Unternehmens, bevor er investiert. Wer nur auf einen finanziellen Indikator vertraut, riskiert, als „Weizenfutter“ für Investoren missbraucht zu werden – und selbst wenn man sein Kapital behält, ist das schon Glück.