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Zusammenfassung in einfachem Deutsch
Vor einem Jahr war Mingchuangyoupin noch ein begehrtes Unternehmen auf dem Kapitalmarkt: Die Umsätze und Gewinne im Halbjahresbericht stiegen deutlich, der Geschäftszweig mit trendigen Produkten wuchs fast verdoppelt, und die ganze Branche diskutierte, wann es von einem Geschäft mit einem Preis von 10 Yuan zu dem nächsten „Bubble Mart“ werden könnte. Der Aktienkurs stieg im Laufe des Jahres um das Zehnfache. Doch nur ein Jahr später hat sich die Situation dramatisch verändert: Am Tag der Veröffentlichung des neuesten Halbjahresberichts fiel der Aktienkurs um mehr als 12 Prozent, und der Marktwert sank von dem Höchststand des Vorjahres auf nur noch 22,5 Milliarden Hongkong-Dollar. Obwohl die Umsätze weiterhin um etwa 20 Prozent steigen, hat die Kernkapazität, Geld zu verdienen, deutlich nachgelassen. Der Grund dafür ist, dass das Unternehmen in den letzten Jahren zu schnell in den Ausbau von Filialen im Ausland und die Entwicklung eigener IP-Produkte investiert hat – die damit verbundenen Umstrukturierungsprobleme haben die Erwartungen der Marktteilnehmer weit übertroffen. Der zuvor gewährte „Hochwachstumsspread“ wurde durch die Reaktionen der Anleger vollständig aufgehoben.
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Aufschlüsselung in fünf Dimensionen
1. Lassen Sie sich nicht von einem Umsatzanstieg von 22 Prozent täuschen: Die Finanzberichte zeigen nur die „hübsche Fassade“
Viele Menschen verstehen nicht, warum der Aktienkurs so stark gefallen ist, obwohl die Umsatzsteigerung im Vergleich zum Vorjahr ungefähr gleich blieb. Der Grund ist, dass die Anleger erwartet hatten, dass die Gewinne ebenfalls steigen würden. Doch bei genauerem Hinsehen stellte sich heraus, dass viele der Umsätze aus nicht-operativen Einnahmen stammten. Der Gewinn aus dem Kerngeschäft sank sogar um 1,7 Prozent. Im zweiten Quartal war die Situation noch schlimmer: Die scheinbare Verluste in Höhe von 290 Millionen Yuan resultierten aus Wertverlusten durch den Rückgang des Aktienkurses der AI-Firma MINIMAX. Selbst wenn man diese Wertverluste vollständig berücksichtigt, sank der Gewinn aus dem Verkauf von Produkten und der Eröffnung neuer Filialen um 10,5 Prozent.
Es handelt sich dabei nicht um einen unerwarteten Fehler, sondern um echte Probleme im Kerngeschäft. Die Marktteilnehmer hatten erwartet, dass das Unternehmen weiterhin ein hohes Wachstum erzielen würde – daher der starke Kursverfall.
2. Warum verschwinden die Gewinne einfach so? Zwei „Geldverschwender“ verschlingen jeden Cent
Das Geld, das Mingchuangyoupin verdient, wird aktiv ausgegeben:
- Die Vertriebskosten stiegen im Halbjahr um fast 40 Prozent – für die Entwicklung eigener IP-Produkte, die Eröffnung großer Filialen, die Miete dieser Filialen, Werbung sowie die Bezahlung von Kooperationsgebühren an Künstler. Insgesamt wurden fast 1 Milliarde Yuan ausgegeben, was bedeutet, dass für jeden verkauften Artikel etwa 2,7 Yuan in diese Ausgaben flossen.
- Der Anteil des profitablen Geschäfts sank, während der Anteil der verlustbringenden Geschäfte stieg. Die Franchise-Geschäfte im Inland waren ursprünglich sehr profitabel, doch ihr Anteil am Gesamtumsatz sank um 6 Prozent. Im Gegensatz dazu stieg der Anteil der kostspieligen, noch nicht profitablen Auslandsgeschäfte um 3 Prozent.
Das Ergebnis: Die Gesamtwirtschaftlichkeit des Unternehmens verschlechterte sich.
3. Die beiden Wachstumstreiber, die zuvor so viel versprochen hatten, funktionieren jetzt nicht mehr
Der Kapitalmarkt war bereit, Mingchuangyoupin eine hohe Bewertung zu geben – aufgrund der Pläne, Tausende von Filialen im Ausland zu eröffnen und zum IP-Händler zu werden, der Bubble Mart konkurrieren zu können. Doch beide Pläne haben Probleme:
- In den Auslandsgeschäften sinken die Umsätze der bereits bestehenden Filialen, und der Anteil der Auslandsumsätze am Gesamtgewinn ist auf unter 10 Prozent gesunken. Die meisten Auslandsgeschäfte verlieren weiterhin Geld.
- Bei den IP-Produkten verlor Mingchuangyoupin im ersten Halbjahr mehr als 70 Millionen Yuan – zum ersten Mal seit der Gründung. Das sogenannte „Multi-IP-Modell“ bestand darin, zahlreiche Künstler zu verpflichten in der Hoffnung, auf einen Hit zu setzen, doch die meisten Investitionen waren vergeblich.
4. Der Unterschied zu Bubble Mart liegt im Geschäftsmodell
Viele glauben, Mingchuangyoupin könne einfach mehr trendige Produkte und mehr Filialen eröffnen, um Bubble Mart zu überholen. Doch der eigentliche Unterschied liegt im Geschäftsmodell:
Bubble Mart entwickelt und betreibt die eigenen IP-Produkte selbst – etwa MOLLY. Die Gewinne aus dem Verkauf von Merchandising-Produkten, Ausstellungen und Lizenzzahlungen liegen bei fast 70 Prozent. Mingchuangyoupin hingegen kauft die Rechte zu den IP-Produkten und muss dafür Gebühren zahlen; seine Bruttogewinnmarge liegt bei nur etwa 44 Prozent – fast 30 Prozent niedriger als bei Bubble Mart. Selbst wenn die Umsätze in den eigenen Filialen gleich hoch wären, würde Mingchuangyoupin weniger Geld verdienen.
5. Ist Mingchuangyoupin zu Unrecht abgewertet?
Objektiv gesehen ist Mingchuangyoupin noch nicht am Ende. Die gewählte Ausrichtung der Transformation ist nicht falsch – der Markt ist bereit, für Innovationen und internationale Expansionen zu zahlen. Der Kursverfall spiegelt jedoch die Erkenntnis wider, dass der Wandel schwieriger ist als erwartet. Ob das Unternehmen sich erholen kann, hängt von zwei Faktoren ab:
1. Ob die Auslandsgeschäfte schnell profitabel werden können.
2. Ob es eigene erfolgreiche IP-Produkte entwickeln kann, um die Bruttogewinnmarge zu erhöhen.
Wenn es diese Ziele erreicht, könnte der derzeitige Marktwert von über 20 Milliarden Hongkong-Dollar eine günstige Gelegenheit zum Kauf sein. Andernfalls wird der Marktwert weiter sinken.