Zusammenfassung der Kerninhalte
In der ersten Hälfte dieses Jahres erlebte der inländische Tourismus einen Boom: Insgesamt reisten 3,463 Milliarden Menschen, mit einem Gesamtausgabenvolumen von 3,21 Billionen Yuan – ein deutlicher Anstieg im Vergleich zum Vorjahr. Die allgemeine Wahrnehmung war, dass die Sehenswürdigkeiten überfüllt waren. Doch überraschenderweise ist der durchschnittliche Umsatz von 21 an der Börse notierten Tourismusunternehmen um 3,8 Prozent gesunken. Es zeigt sich ein seltsames Phänomen: Trotz der großen Menschenmengen wird kein echter finanzieller Gewinn erzielt. Diese Reportage erklärt auf Basis der Finanzberichte dieser 21 Unternehmen, wohin das Geld der Touristen eigentlich geflossen ist: Einerseits sind die Touristen heute vorsichtiger mit ihrem Geld und besuchen nicht mehr nur berühmte Berg- und Flussregionen; die Zeiten, in denen traditionelle Bergtourismusunternehmen einfach Geld verdienten, sind vorbei. Andererseits fließt das Geld zu Unternehmen, die neue Geschäftsmodelle nutzen – insbesondere solche mit hohen Gewinnmargen, die die Kunden zum Wiederkommen bringen und mit „leichten“ Vermögenswerten arbeiten. Zudem stammen die Gewinne vieler Unternehmen nicht aus den Einnahmen durch Touristen, sondern aus dem Verkauf von Vermögenswerten. Die Gewinnlogik der Tourismusbranche hat sich grundlegend verändert.
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Detaillierte Analyse
Warum verdienen traditionelle Bergtourismusunternehmen trotz der großen Besucherzahlen kein Geld?
Viele Menschen denken, dass der Tourismus einfach darin besteht, Eintrittsgelder zu erheben – je mehr Besucher, desto mehr Geld. In Wirklichkeit ist das nicht der Fall. Zunächst geben die Touristen heute weniger aus: Früher kauften sie Eintrittskarten, nahmen die Seilbahn, übernachteten in Hotels auf dem Berg und kauften sogar Wasser direkt vor Ort. Heute wählen viele Touristen kostengünstigere Wanderwege, bringen ihre eigene Verpflegung mit und steigen am selben Tag wieder vom Berg herunter. Obwohl die Besucherzahlen um 8 Prozent gestiegen sind, ist der pro Kopf ausgegebene Betrag gesunken, wodurch das Umsatzwachstum nicht mit dem Besucherwachstum Schritt halten kann. Zweitens sind die Kosten der Tourismusunternehmen „starre“: Egal, ob ein oder zehntausend Besucher kommen – die Seilbahn muss regelmäßig gewartet werden, die Sicherheitsbarrieren auf den Wegen müssen instand gehalten werden und die Löhne der Mitarbeiter müssen gezahlt werden. Die Kosten, die für den Bau der Seilbahn und die Hotels aufgewendet wurden, müssen jährlich weitergetragen werden. Beispielsweise werden 36 Prozent des Bruttogewinns von Huangshan Tourismus durch diese Fixkosten aufgezehrt. Schließlich ist die Zielgruppe der Touristen verändert: Anstatt nur berühmte Berg- und Flussregionen zu besuchen, entscheiden sich viele Touristen für weniger bekannte Orte in der Umgebung, wie kleine Landkreise mit attraktiven Campingplätzen und ländlichen Unterkünften. Die Ausgaben der Touristen in diesen Gebieten sind im Vergleich zum Vorjahr um 14 Prozent gestiegen. Es gibt jedoch auch Ausnahmen – wie Jiu Hua Tourismus, das durch extrem effiziente Kostenkontrolle hohe Gewinne erzielt: Seine Fixkosten betragen weniger als die Hälfte von Huangshan, und seine operativen Kosten sind sehr niedrig, wodurch das Gewinnwachstum das Umsatzwachstum übertrifft.
Die wahren „Geldmaschinen“ im Tourismus sind heute nicht mehr die Eintrittskarten
Früher konnten Tourismusunternehmen allein durch die Eintrittsgelder überleben. Heute verdienen die wirklich erfolgreichen Unternehmen nicht mehr nur damit. Drei neue, sehr profitable Geschäftsmodelle haben sich durchgesetzt:
1. Monopolisierte Geschäftsmodelle mit hohen Gewinnmargen: Die Seilbahn ist ein typisches Beispiel. Nach dem Bau der Seilbahn entstehen kaum zusätzliche Kosten für jede zusätzliche Touristin. Von jedem verkauften Eintrittsgeld (100 Yuan) bleiben über 90 Yuan als Gewinn übrig – die Bruttogewinnmargen liegen in der Regel zwischen 70 und 88 Prozent, was höher ist als die Gewinnmargen im Milchshake-Geschäft. Lijiang Tourismus verdient beispielsweise einen Großteil seines Gewinns durch die Seilbahn. Zusätzlich zu den stabilen Einnahmen aus der Seilbahn profitiert das Unternehmen auch von der erfolgreichen Aufführung „Impression·Lijiang“.
2. Inhalte, die die Kunden zum Wiederkommen bringen: Ein typisches Beispiel ist Wuzhen: Obwohl die Besucherzahl um 5,8 Prozent sank, stieg der Umsatz um 5,49 Prozent. Das Unternehmen hält die Kunden durch Veranstaltungen wie Theaterfeste und die World Internet Conference. Früher kamen die Touristen nur, um Fotos zu machen und verließen den Ort sofort; heute bleiben sie länger und verbringen mehr Geld für Unterkünfte, Speisen und Nachtlebenveranstaltungen. Das äußerst erfolgreiche Kaifeng Wansui Mountain nutzt diese Strategie ebenfalls aus: Für 80 Yuan können die Besucher drei Tage lang dort verweilen – der Großteil des Geldes wird durch interaktive Elemente, Snacks und Merchandise erzielt.
3. „Leichte“ Vermögenswerte: Unternehmen, die keine großen Investitionen in die Infrastruktur tätigen, verdienen durch die Bereitstellung von Dienstleistungen. Beispielsweise investiert Songcheng Performing Arts nicht mehr in den Bau eigener Theater, sondern bietet „Markenmanagementdienste“ an: Die lokalen Behörden bauen die Infrastruktur, Songcheng liefert das Konzept und das Betriebsteam und erhält dafür Managementgebühren und Markenlizenzen. Die Bruttogewinnmargen liegen dabei über 60 Prozent – deutlich höher als bei traditionellen Tourismusunternehmen.
Lassen Sie sich nicht von den Buchgewinnen täuschen – viele Unternehmen verdienen ihr Geld nicht wirklich durch Touristen
Viele Unternehmen zeigen in ihren Finanzberichten ein starkes Gewinnwachstum, aber in Wirklichkeit stammt dieses nicht aus den Einnahmen durch Touristen. Ein typisches Beispiel ist Zhangjiajie: Der Nettogewinn stieg im ersten Halbjahr um 1026 Prozent, doch nach Abzug aller außerordentlichen Einnahmen wie dem Verkauf von Vermögenswerten und staatlichen Subventionen lag der Nettogewinn tatsächlich im Minus. Der Großteil des Gewinns stammte von einer einmaligen Einnahme durch die Sanierung der alten Stadt. Erst im zweiten Quartal dieses Jahres konnte das Unternehmen wieder in die Gewinnzone gelangen. Ob es langfristig erfolgreich sein kann, hängt von der Weiterentwicklung der Stadt und der Integration der Seilbahnaktivitäten ab. Ein weiteres Beispiel ist *ST Xilv*, dessen Bruttogewinnmarge nur 0,51 Prozent beträgt – das Unternehmen verdient also nur einen geringen Anteil des Geldes, das es mit seinen Dienstleistungen erzielt, und ist zudem hochverschuldet. Die Hauptaufgabe ist es, nicht vom Markt zu verschwinden. Um zu beurteilen, wie gut ein Tourismusunternehmen ist, sollte man nicht nur den Gesamtwinn betrachten, sondern auch den „Nettogewinn nach Abzug außerordentlicher Einnahmen“.
Die „Zeit des leichten Erfolgs“ im Tourismus ist vorbei
In den letzten Jahrzehnten war die Logik des Tourismus einfach: Wenn man über seltene Ressourcen wie einen Berg oder ein Weltkulturerbe verfügte, kamen die Touristen von selbst und brachten Geld mit. Heute muss man drei verschiedene Fähigkeiten unter Beweis stellen, um im Tourismus zu bestehen:
1. Grundlegende Voraussetzungen: Man muss über echte, seltene Ressourcen verfügen, die andere nicht einfach nachahmen können.
2. Betriebsfähigkeit: Man muss interessante Veranstaltungen organisieren und Inhalte schaffen, die die Kunden zum Wiederkommen bringen.
3. Finanzielle Stabilität: Man muss in der Lage sein, Schwankungen im Geschäft zu bewältigen und keine großen Investitionen zu tätigen, die zu finanziellen Problemen führen könnten.
Insgesamt hat sich die Gewinnlogik der Tourismusbranche grundlegend verändert. Die Zeiten, in denen man einfach durch die Nutzung von Ressourcen Geld verdienen konnte, sind vorbei. Um im Tourismus erfolgreich zu sein, muss man nun mehr bieten und die Erwartungen der Touristen übertreffen.