虎嗅

Kostenlose Satellitentelefone sind jetzt verfügbar – Ist die Verbreitung der direkten Verbindung von Mobiltelefonen mit Satelliten noch weit entfernt?

原文:免费卫星电话来了,手机直连卫星的普及还远吗?

Zusammenfassung der Kerninhalte

Die kürzlich von der Pekinger Notfallverwaltung in Zusammenarbeit mit China Telecom eingeführte Dienstleistung „Kostenlose Aktivierung des direkten Satellitenanschlusses für Mobiltelefone“ dient im Grunde der Unterstützung von Notfallsituationen. Mithilfe des chinesischen Hochorbital-Satellitenystems „Tiantong-1“ können Nutzer ohne Karten- oder Nummernwechsel in Gebieten ohne 4G/5G-Verbindung – wie Katastrophengebieten, Gebirgsregionen oder unbesiedelten Gebieten – direkt Satellitenanrufe tätigen und SMS senden. Allerdings ist nur die monatliche Aktivierungsgebühr kostenlos; die Kosten für Anrufe und SMS werden weiterhin nach Verbrauch berechnet. Derzeit gibt es in China zwei völlig unabhängige Produktlinien für Satellitenkommunikation: „Direkter Satellitenanschluss für Sprach- und SMS-Kommunikation“ sowie „Teure externe Geräte für Hochgeschwindigkeitsinternetzugang“. Der Übergang von einer ausschließlich für Notfälle bestimmten Nutzung zu einer breiteren Nutzung durch die Öffentlichkeit ist noch in vollem Gange. Um die Nutzung von Satelliten für den alltäglichen Internetzugang durch die breite Masse zu ermöglichen, fehlen noch zwei wesentliche Bedingungen: eine Senkung der Gebühren sowie die Einführung von niedrigorbitalen Satellitennetzen.

---

Detaillierte Analyse

1. Lassen Sie sich nicht von der Schlagzeile „Kostenlose Satellitenanrufe“ täuschen – die Realität ist einfach

Die angebotene Dienstleistung ist nicht so übertrieben, wie viele denken. Es handelt sich dabei um eine Erleichterung für Notfallsituationen: Beijing Telecom-Kunden können die Funktion einfach durch die Sendung einer SMS aktivieren, ohne Karten- oder Nummernwechsel. In anderen Regionen des Landes kostet die Aktivierung dieser Funktion normalerweise 10 Yuan pro Monat. Während des Hochwassers in den Monaten Juli bis September wurde diese Gebühr vollständig erlassen; außerdem wurden die Kosten für Satelliten-SMS vorübergehend von 5 Yuan auf 1 Yuan pro Stück gesenkt, und die Kosten für Anrufe ins Inland (einschließlich Hongkong, Macau und Taiwan) auf 9 Yuan pro Minute festgelegt.

Es gibt zwei häufige Missverständnisse: Erstens bedeutet „kostenlos“ nicht, dass Anrufe tatsächlich kostenlos sind – 10 Minuten Satellitenanruf kosten 90 Yuan und 10 SMS 10 Yuan. Zweitens können nicht alle Handys mit dem Satelliten kommunizieren; derzeit werden nur 47 Modelle unterstützt, darunter Marken wie Huawei, Honor, Xiaomi, OPPO, vivo und Samsung. Voraussetzung ist, dass das Handy über einen integrierten Tiantong-1-Satellitenmodul verfügt. Die von Elon Musk vorgestellte Technologie, bei der normale Handys ohne Hardwareanpassungen direkt mit dem Satelliten kommunizieren können, ist weltweit noch nicht realisiert. Nutzer, die häufig in Gebirgsregionen oder unbesiedelten Gebieten unterwegs sind, sollten die Funktion vorab in Gebieten mit terrestrischer Netzverbindung aktivieren – in Signallosgebieten lässt sich nicht einmal die Nummer 10001 senden.

2. In China gibt es zwei völlig unabhängige Produktlinien für Satellitenkommunikation

Viele glauben, dass der direkte Satellitenanschluss es ermöglicht, in abgelegenen Gebieten beispielsweise TikTok zu nutzen. Dies ist jedoch falsch: Es gibt zwei unabhängige Produktlinien, die sich nicht gegenseitig stören:

1. Der aktuell eingeführte Dienst nutzt Hochorbital-Satelliten wie „Tiantong-1“, deren Signalbandbreite nur für Sprach- und SMS-Kommunikation ausreicht. Hochauflösende Bilder sind nicht möglich.

2. Der im August eingeführte Hochgeschwindigkeitsinternetzugang über Satelliten erfordert spezielle externe Geräte – das günstigste tragbare Parabolantennenset kostet 27.999 Yuan und beinhaltet 120 GB Datenvolumen pro Jahr. Fahrzeugantennen sind noch teurer. Diese Geräte müssen über WLAN mit dem Internet verbunden werden und die Antenne muss manuell auf den Satelliten ausrichten. Sie sind ausschließlich für Outdoor-Nutzer, Reisende in Wohnmobilen, Geologen und Live-Übertragungstechniker konzipiert.

3. Die Preisgestaltung von 9 Yuan pro Minute für Satellitenanrufe ist nicht übertrieben

Viele kritisieren diese Preisgestaltung, aber sie ist durchaus nachvollziehbar: Bei 4G/5G gibt es zahlreiche terrestrische Basisstationen, wodurch die Kosten pro Minute sehr niedrig sind. Bei Satellitenkommunikation hingegen sind die Ressourcen sehr begrenzt – insbesondere in Katastrophengebieten oder abgelegenen Gebieten. Die Preisgestaltung richtet sich daher an Notfallsituationen, in denen jeder Cent zählt.

4. Der Weg zur alltäglichen Nutzung durch die breite Masse ist noch weit

Derzeit dient der Satellitenanschluss eher als Notfallversicherung für Mobiltelefone. Um eine alltägliche Nutzung wie 5G zu ermöglichen, müssen zwei Hürden überwunden werden:

1. Die Gebühren sollten von der derzeitigen Minuten- oder SMS-basierten Abrechnung auf einen monatlichen Tarif umgestellt werden (ähnlich wie bei Starlink im Ausland: T-Mobile bietet den Dienst als Zusatzoption für 10 US-Dollar pro Monat an; hochwertige Pakete sind sogar kostenlos und eignen sich besonders für SMS-Sendungen und kleine Datenübertragungen).

2. Niedrigorbital-Satelliten müssen eingeführt werden, um eine breitere Datenverbindung zu ermöglichen. Derzeit befinden sich die entsprechenden Netzwerke noch in der Aufbauphase.

Die alltägliche Nutzung wird erst möglich sein, wenn diese Bedingungen erfüllt sind.

---

Insgesamt bietet der Satellitenanschluss eine nützliche Ergänzung zur terrestrischen Kommunikation – insbesondere in Notfallsituationen. Um jedoch eine breite Nutzung durch die breite Masse zu erreichen, sind weitere Anpassungen und Investitionen erforderlich.