虎嗅

Gespräch mit Regisseur Li Dongshen: In drei Jahren wird 99 Prozent des Film- und Fernsehinhalts auf AIGC basieren.

原文:对话导演李东珅:三年后,99%影视内容都要用上AIGC

---

Kurzzusammenfassung des Kerninhalts

Der bekannte Regisseur Li Dongshen, der bereits Dokumentarfilme wie „Hexi Corridor“ und „China“ gedreht hat, leitete das Team, das die erste in China vollständig mit AIGC (Artificial Intelligence Generated Content) erstellte 30-teilige Serie „Hou Xiyang Ji“ realisierte. Nach der Veröffentlichung führte dies dazu, dass der Produzent Mango Super Media in zwei aufeinanderfolgenden Handelstagen einen Anstieg von 20% verzeichnete und sein Marktwert innerhalb von zwei Tagen um 11,65 Milliarden Yuan stieg. In einem Interview äußerte Li Dongshen mehrere Aussagen, die die gesamte Film- und Fernsehbranche revolutionieren könnten: Derzeit kostet es nur noch ein Zehntel der Kosten, mit AI Filme zu drehen, im Vergleich zu herkömmlichen Serien gleicher Qualität. In drei Jahren wird 99% des Film- und Fernsehinhalts mit AIGC erstellt. Die alten Logiken der Filmindustrie, die auf Budget, Starressourcen und Plattformmonopolen beruhten, werden vollständig überholt werden, und die Entscheidungsgewalt in der Branche wird letztendlich in die Hände der Zuschauer übergehen.

---

Detaillierte Analyse

1. Klarstellung der Kosten: Wie viel Geld spart AI beim Filmdrehen – und wo wird gespart?

Viele Menschen haben nur eine vage Vorstellung davon, wie AI Kosten senken kann. Schauen wir uns die konkreten Zahlen an: Die Gesamtkosten für diese 30-teilige, 40-minütige Serie mit AI beliefen sich auf lediglich 27 Millionen Yuan, was einer Kostenquote von 900.000 Yuan pro Folge entspricht. Bei herkömmlichen S-Klasse-Mythosserien oder 3D-Animationsserien liegen die Kosten mindestens bei 200 bis 300 Millionen Yuan – ein Unterschied von 10-fach. Besonders auffällig ist der Unterschied bei Kampfszenen: Eine 3-minütige schwierige Kampfszene kostet mit herkömmlichen Methoden mindestens 4 bis 5 Millionen Yuan, während sie mit AI nur 20.000 bis 30.000 Yuan kostet – ein Unterschied von mehr als 100-fach. Früher wurden über 70% der Kosten in nicht-kreative Bereiche investiert: Das Sammeln von Geld für die Termine der Stars, die Errichtung von Kulissen, die Miete von Ausrüstung, die Anstellung von Hunderten von Statisten sowie die nachträgliche Bearbeitung der Bilder. Mit AI werden diese Kosten fast vollständig eliminiert: Für die Dreharbeiten am Himmel müssen keine Millionen für Kulissen ausgegeben werden, und für Szenen mit großen Militärgruppen werden keine Statisten benötigt. Mit nur wenigen Mausklicks können Änderungen vorgenommen werden. In der neuen Kostenstruktur entfallen etwa 1/4 bis 1/5 der Kosten auf Rechenleistung; der Rest fließt in die Kreativen.

2. Beseitigung der größten Missverständnisse: AI beim Filmdrehen bedeutet nicht, dass nur wenige Personen profitieren – im Gegenteil, es entstehen viele neue Arbeitsplätze

Vorher wurde oft behauptet, dass für die Produktion von Filmen nur drei Personen und AI ausreichen würden. Doch Li Dongshens AIGC-Team besteht aus mehr als 100 Personen, die die Arbeit von 2.000 Personen in einem herkömmlichen Team erledigen. Es geht nicht um Entlassungen oder Kürzungen, sondern um eine grundlegende Neugestaltung der Arbeitsteilung in der Branche: Positionen, die auf körperlicher Arbeit basierten (z. B. Kulissenbau, Statistenmanagement), sind stark reduziert worden. Stattdessen entstanden neue Berufe, wie Künstler, die Charaktere und Weltenkonzepte entwerfen, Ingenieure, die die Kommunikation mit AI optimieren, sowie Spezialisten, die die Bilder nachträglich feinabstimmen. Zudem sind jahrelange Erfahrungen aus der Filmindustrie heute oft überholt: Beispielsweise werden die von CG-Modellern entwickelten Rendertechniken durch neue AI-Modelle überholt. Die Ausgangsbedingungen für Kreative werden immer gleichmäßiger – es geht nicht mehr um Erfahrung, sondern darum, wie kreativ und treffend sie sind. Li Dongshens Team stieß beispielsweise auf das Problem, dass die von AI generierten Bewegungen von Sun Wukong steif wirkten, weil bei der Erstellung der Charakterisierungen der Affe keine Schwanzzeichnung hinzugefügt wurde.

3. Umverteilung der Macht in der Branche: Früher bestimmten Stars und Plattformen die Richtung – in Zukunft sind es die Zuschauer

In den letzten Jahrzehnten waren die Regeln in der Filmbranche sehr starren: Gute Ideen ohne Geld und Ressourcen waren nutzlos. Für große Szenen mit vielen Soldaten reichte ein Budget von 2 Millionen Yuan nicht aus; es dauerte lange, geeignete Schauspieler zu finden, und Plattformen entschieden, ob Inhalte ausgestrahlt wurden. Mit AI werden diese Barrieren beseitigt. Die Kosten für Filmproduktionen sinken so weit, dass sie auch für normale Menschen erschwinglich werden. Die Menge an Inhalten wird explosionsartig steigen, und die Zuschauer werden die Auswahl haben. In Zukunft werden sie einfach durch Wischen mit dem Finger entscheiden, welche Inhalte populär werden. Die Macht in der Branche liegt nicht mehr bei Plattformen, sondern bei den Zuschauern. Werden schlechte Filme weiterhin im Kino gezeigt? In Zukunft können Zuschauer einfach zwischen einer Vielzahl von Inhalten wählen – und wer wird sich noch um Produzenten und Plattformen kümmern? Letztendlich entscheiden die Zuschauer mit ihrem „Stimmenauftrag“, welche Inhalte erfolgreich sind. Zudem könnte die Verbreitung von Medieninhalten ähnlich wie in sozialen Netzwerken werden: Um einem Freund einen Geburtstagsgruß zu senden, genügt es, ein spezielles Video zu erstellen – ohne die Hilfe eines professionellen Teams.

4. Keine Panik vor Massenarbeitslosigkeit: Reale Dreharbeiten werden zu „Theaterstücken der Filmbranche“ und werden dadurch wertvoller

Viele Film- und Fernsehmitarbeiter befürchten, ihre Arbeit zu verlieren, wenn AI eingesetzt wird. Li Dongshen betont jedoch, dass rein reale, mit Menschen gedrehte Inhalte nur noch einen Anteil von 1% ausmachen werden. Diese Inhalte werden nicht verschwinden, sondern zu einem exklusiven, hochwertigen Segment werden – ähnlich wie hochauflösende Videos, die trotzdem teurer sind als Live-Theateraufführungen. Reale Dreharbeiten verleihen Inhalten ein Gefühl von Authentizität und Wärme, was sie wertvoller macht. Beispielsweise benötigt die Dokumentation über Depressionspatienten unbedingt reale Dreharbeiten, um Emotionen authentisch darzustellen; mit AI erstellte Inhalte wirken oft künstlich und teurer. Für archäologische Rekonstruktionen oder Darstellungen von Straßenansichten aus der Song- oder Yuan-Dynastie ist es mit AI kostengünstiger, als Millionen für Kulissen auszugeben. Zudem erhalten kreative, aber finanziell eingeschränkte Kreative nun die Möglichkeit, ihre Ideen umzusetzen – die Menge an Kreativität in der Branche wird dadurch deutlich steigen. Es geht nicht um die Entlassung von Kreativen, sondern um diejenigen, die nur auf Ressourcen und Erfahrung angewiesen sind. Wer weiß, wie man seine Fantasie mit AI nutzt, wird weiterhin Arbeit haben.

5. Zwei noch ungelöste Probleme: AI kann „Emotionen“ nicht nachbilden und das Urheberrecht muss verbessert werden

AI-Produkte sind noch nicht perfekt: Ein großes technisches Problem ist, dass AI keine langfristigen emotionalen Verbindungen zwischen Charakteren herstellen kann (z. B. wenn ein Charakter in einer Folge den Verlust seines Vaters erlebt und in der nächsten Folge lacht). Ein weiteres Problem ist das Urheberrecht: Bei „Hou Xiyang Ji“ wurden die Gesichter und Stimmen der Charaktere bereits von realen Personen lizenziert, und der gesamte Produktionsprozess ist nachvollziehbar. In Zukunft können Algorithmen den Produktionsprozess überwachen, was Urheberrechtsstreitigkeiten vereinfacht. Allerdings gibt es noch offene Fragen bezüglich der Rechte an Inhalten, die mit AI erstellt werden.

---

Diese Analyse bietet einen umfassenden Einblick in die Auswirkungen von AI auf die Film- und Fernsehbranche und zeigt, wie sich die Arbeitsweise sowie die Machtverteilung in der Branche grundlegend verändern werden.