Der Aufstieg des inländischen AI-Chips „Xin Gui“ Suoyuan Technology an die Börse: Anstatt um Parameter zu konkurrieren, geht es um die Entwicklung einer umfassenden Ökologie – Wie kann Shanghai dazu beitragen, dass Chinas Rechenleistung durchbricht?
Hallo zusammen, ich bin euer Finanzjournalist. Heute sprechen wir über ein Star-Unternehmen, das gerade an der Sci-Tech Innovation Board (STAR Market) an die Börse gegangen ist: Suoyuan Technology (688801.SH).
Falls Sie sich für Technologie-Nachrichten interessieren, haben Sie vielleicht schon von der Dominanz von NVIDIA im Bereich der AI-Chips gehört. In China fragt man sich jedoch: Kann China eigene „NVIDIA“-Äquivalente entwickeln – oder zumindest inländische AI-Chips, die mithalten können?
Am 11. September ging Suoyuan Technology an die Börse – das ist nicht nur ein Meilenstein für das Unternehmen selbst, sondern auch ein Signal: Die chinesische AI-Chip-Industrie verlässt die wilde Ära des reinen Wettlaufs um Hardware-Parameter und betritt ein neues Zeitalter, in dem es um die Entwicklung von Ökologien, Produktdefinitionen und Zusammenarbeit geht.
Um es für Sie verständlicher zu machen, habe ich diese lange Nachricht in fünf zentrale Punkte aufgeteilt und die dahinterstehende Logik in einfachen Worten erklärt.
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1. Kernpunkt: Konzentrieren Sie sich nicht nur auf das „Herstellen von Chips“, sondern auch auf die „Definition von Produkten“
Viele Menschen denken, dass Chipunternehmen einfach Pläne zeichnen, Chips produzieren und verkaufen. Doch Zhao Lidong, der Vorstandsvorsitzende von Suoyuan Technology, sagte etwas sehr Wichtiges: „Wenn man dem etablierten Weg folgt, wiederholt man im Grunde nur den Weg, den andere bereits gegangen sind – und es ist schwierig, eigene technologische Vorteile zu schaffen.“
Was bedeutet das?
- Der alte Ansatz (technische Nachbildung): Wenn andere die NVIDIA-Architektur verwenden, macht man einfach etwas Ähnliches nach. Das funktioniert zwar, aber man bleibt immer einen Schritt hinterher und ist anfällig für Abhängigkeiten.
- Der neue Ansatz (Produktdefinition): Man schaut nicht, wie andere vorgehen, sondern fragt sich, was die Kunden in den nächsten drei Jahren brauchen. Wenn Kunden nächstes Jahr Videoerstellung oder intelligente Systeme (AI Agents) benötigen, entwickelt man den Chip entsprechend ihren Anforderungen.
Einfaches Beispiel:
Stellen Sie sich das Herstellen von Handys vor:
- Technische Nachbildung: Wenn Apple das iPhone herausbringt, macht man einfach ein Handy mit ähnlicher Bildschirgröße und Kamerapixeln.
- Produktdefinition: Wenn man feststellt, dass junge Leute gerne Nachtaufnahmen machen, optimiert man die entsprechenden Algorithmen und Sensoren.
Suoyuan Technology ist der Ansicht, dass wer die Fähigkeit hat, Produkte zu definieren, auch den Kernwert in der Hand hält. Das bedeutet nicht einfach nur Nachahmen, sondern selbst die Richtung vorgeben.
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2. Technischer Ansatz: Nicht den gewöhnlichen Weg gehen – auf „spezielle Lösungen“ setzen
Im Bereich der AI-Chips gibt es eine unvermeidliche Bezeichnung: CUDA (NVIDIAS Software-Ökologie). Mehr als 90 % der weltweiten AI-Entwickler verwenden CUDA, weil es wie ein „Allzweckschlüssel“ funktioniert, mit dem man fast jede Anwendung steuern kann.
Die meisten inländischen Chiphersteller entscheiden sich, CUDA zu unterstützen oder die NVIDIA-GPGPU-Architektur nachzuahmen, um zu überleben. Doch das bedeutet, dass sie sich an NVIDIAS Regeln halten müssen und schwer aus deren Schatten herauskommen können.
Suoyuan Technology wählt einen anderen Weg:
Sie hat sich für DSA (Domain-Specific Architecture) entschieden und konzistent auf die CUDA-Ökologie verzichtet.
- Warum?
- Unabhängigkeit: Da sie CUDA nicht unterstützen, können sie alles selbst entscheiden – das Instruction Set, die Operatoren und die Treiber werden vollständig selbst entwickelt. Dadurch entsteht eine eigene „Befestigungsmauer“ gegen mögliche Lieferengpässe bei Softwareunterstützung.
- Optimale Kosten-Leistungs-Verhältnis: Die DSA-Architektur kann auf spezifische AI-Modelle (z. B. große Sprachmodelle, Bilderkennung) zugeschnitten werden. Zwar ist sie nicht so „allgemein einsetzbar“ wie GPGPU, aber in bestimmten Bereichen ist sie effizienter und kostengünstiger.
Wie sieht die Situation aus?
Obwohl der Start schwierig war, ist das Ergebnis positiv: Suoyuans drittes Produkt, das S60, wurde bereits in Mengen verkauft (160.000 Stück) und unterstützt mehr als 300 Anwendungsszenarien. Das zeigt, dass der „spezielle“ Ansatz in der Blütezeit der AI-Technologie funktioniert – und aufgrund der geringeren Kosten besonders bei großen Internetunternehmen beliebt ist.
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3. Geschäftliche Logik: Offene Modelle als Chance – die Chinesische Chip-Industrie steht vor einem goldenen Zeitalter
Früher war es schwierig, inländische Chips zu verkaufen, weil es keine gute Software-Ökologie gab (CUDA war zu dominant). Doch jetzt hat sich die Situation geändert.
Zhao Lidong betont: 2025 wird ein Wendepunkt für die chinesische AI-Chip-Industrie sein. Warum? Weil offene Modelle populär werden.
- Früher: Um ein großes Modell mit Billionen von Parametern zu trainieren, musste man Tausende von NVIDIA-H100-Chips kaufen und Milliarden von Dollar ausgeben. Keine Mittel? Dann konnte man nicht mitspielen.
- Heute: Offene Modelle wie Llama und Qwen senken die Hürden erheblich.
- Keine Mittel für das Training? Kein Problem – man kann mit offenen Modellen kleine Modelle entwickeln.
- Nicht genügend technische Ressourcen? Kein Problem – man kann auf den Schultern großer Unternehmen aufbauen.
Was bedeutet das für inländische Chips?
1. Geringere Hürden: Früher konnten nur Großunternehmen hochwertige Rechenleistung nutzen; jetzt können auch Start-ups und kleine Unternehmen an der AI-Entwicklung teilnehmen. Sie benötigen ausreichende und kostengünstige Rechenleistung, nicht die beste.
2. Kosten-Leistungs-Verhältnis ist entscheidend: Suoyuan profitiert von der Unterstützung durch Tencent, das hohe Anforderungen an das Kosten-Leistungs-Verhältnis stellt. In der Ökologie offener Modelle sind inländische Chips aufgrund ihrer geringen Kosten und guten Leistungsfähigkeit die erste Wahl oder zumindest eine Alternative – was NVIDIAS Monopol bricht.
Zahlen belegen:
Suoyuans Umsatz stieg von 300 Millionen im Jahr 2023 auf 990 Millionen im Jahr 2025 und ist im ersten Halbjahr 2026 um 279 % gestiegen. Das zeigt, dass der Markt wirklich zugegriffen hat.
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4. Die Vorteile von Shanghai: Nicht nur finanzielle Unterstützung, sondern eine vollständige Industriekette
Viele fragen sich, warum Suoyuan Technology in Shanghai ansässig ist und warum Shanghai so viele Chipunternehmen hervorbringt.
Zhao Lidong erklärt es klar: Shanghai hat eine vollständige Industriekette von Chipdesign, Fertigung, Testen bis hin zu Endanwendungen aufgebaut.
- Talente: Shanghai zieht 40 % der nationalen Integrierten-Schaltkreis-Talente an.
- Synergieeffekte: In Shanghai werden Chips entworfen, direkt daneben werden sie verpackt und anschließend Server montiert. Diese enge Zusammenarbeit reduziert Kosten und erhöht die Effizienz von Innovationen.
- Veränderung der Regierungsunterstützung:
- Frühphase (2018): Shanghai Guotou investierte bereits 10 Tage nach der Gründung von Suoyuan Technology in die Seed-Runde. Damals sah niemand viel Potenzial, aber Shanghai Guotou legte Wert auf technische Unabhängigkeit und Sicherheit der Lieferketten.
- Mittlere Phase (2023–2024): Während der Finanzkrise im AI-Chip-Bereich investierte Shanghai Guotou 2 Milliarden, um der Branche einen Schub zu geben.
- Heute: Die Regierung unterstützt nicht mehr nur mit Subventionen, sondern hilft bei der Entwicklung ganzer Industrieketten.**
Einfaches Beispiel:
In Shenzhen müsste man für die Produktion von Chips nach Peking reisen, um Talente zu finden, nach Wuxi für die Verpackung und nach Shenzhen für Serverhersteller. In Shanghai hingegen ist alles in der Nähe – „Einfach um die Ecke biegen, und man findet alles, was man braucht“. Die Integrierte-Schaltkreis-Industrie in Shanghai ist mit 580 Milliarden Yuan die viertgrößte der Welt und die größte in China – das ist die Grundlage für ihren Erfolg.
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5. Zukunftsaussichten: Vom „Einzelbruch“ zu einer „systematischen Kette“
Der Börsengang von Suoyuan Technology ist kein Ende, sondern ein neuer Anfang. Zhao Lidong schlägt das Konzept der „Kooperation von Chips, Modellen und Softwareplattformen“ vor.
- Was bedeutet das?
Inländische Chips, große Modelle und Softwareplattformen müssen zusammenarbeiten.
- Chiphersteller müssen nicht nur Chips verkaufen, sondern auch verstehen, wie Modelle funktionieren.
- Modellentwickler müssen nicht nur Code schreiben, sondern auch wissen, wie Chips optimiert werden können.
- Softwareplattformen müssen beide Komponenten miteinander verbinden.
Warum ist das wichtig?
Alleine reicht nicht aus. Ein starker Chip nützt nichts, wenn das zugehörige Modell nicht funktioniert – und umgekehrt.
Die nächsten Schritte von Suoyuan:
1. Vertiefte Zusammenarbeit mit führenden Technologieunternehmen in Shanghai (CPU, Speicher, Netzwerk, Modelle).
2. Kombination von Hardware und Software: Nicht nur Hardware verkaufen, sondern auch Softwareoptimierungsdienste anbieten, damit Kunden die Produkte sofort nutzen können.
3. Aufbau einer vollständigen Kette: Von der Forschung und Entwicklung bis zur Anwendung – alles unter eigener Kontrolle.
Zusammenfassung:
Der Börsengang von Suoyuan Technology markiert einen neuen Abschnitt in der Entwicklung der chinesischen AI-Chip-Industrie:
- Technologisch: Kein blindes Nachahmen von NVIDIA, sondern ein unabhängiger Ansatz mit DSA.
- Geschäftlich: Nutzung der Vorteile offener Modelle, Fokus auf hohes Kosten-Leistungs-Verhältnis und Ziel auf den Mittelmarkt.
- Geografisch: Unterstützung durch Shanghais vollständige Industriekette für effiziente Zusammenarbeit.
- Strategisch: Von der reinen Chipverkaufung zu „Rechenleistungslösungen“ und der Entwicklung einer umfassenden inländischen Ökologie.
Für die Allgemeinbevölkerung bedeutet das, dass die Rechenleistung, die hinter den von AI-Diensten steht, in Zukunft zunehmend aus inländischen Chips stammen wird. Das betrifft nicht nur die Aktienkurse von Technologieunternehmen, sondern auch die Sicherheit und Unabhängigkeit der nationalen digitalen Infrastruktur.
Zusammenfassend: Der Durchbruch der chinesischen AI-Chip-Industrie bedeutet nicht mehr nur das „Herstellen besserer Komponenten“, sondern das „Aufbauen eines vollständigeren Systems“.