„Intrigen“ in der Roboterbranche? Der CEO von Mech-Mind kritisiert seine Konkurrenten scharf und zeigt einen Aspekt der „Blase“ in der intelligenten Industrie auf
In letzter Zeit hat es in der Roboterbranche eine nicht zu kleine „Störung“ gegeben. Der Gründer von Mech-Mind, Shao Tianlan, veröffentlichte mehrere Beiträge in seinen sozialen Medien und kritisierte scharf die derzeitige IPO-Welle (Börsengang) in der Roboterindustrie – insbesondere im Bereich der körperlichen Intelligenz. Er wies nicht nur unverblümt auf die chaotischen Zustände in der Branche hin, sondern nannte sogar konkret einen Konkurrenten: „Galaxy General“.
Als Finanzjournalist habe ich die Logik hinter dieser Kontroverse genauer untersucht. Es handelt sich nicht nur um einen Wortkampf zwischen Unternehmen, sondern auch um eine tiefe Reflexion über die kommerziellen Schwierigkeiten der aktuellen „körperlichen Intelligenz“-Industrie, die Kapitalblase sowie die Börsengangskriterien.
Hier ist meine umfassende Analyse des Ereignisses:
1. Kernproblem: Wer spielt mit Risikokapital wie mit einem Aktienmarkt?
Einfache Erklärung:
Shao Tianlans Hauptargument ist, dass der Aktienmarkt nicht dazu da ist, für Unternehmer Geld zu sammeln, sondern für Investoren Renditen zu erzielen.
Viele Roboterunternehmen haben noch kein echtes Geld verdient und ihre Produkte wurden vom Markt nicht in großem Umfang angenommen (im Fachjargon: Sie haben das PMF – das Produkt passt nicht zu den Marktbedürfnissen). Trotzdem drängen sie darauf, an die Börse zu gehen. Shao Tianlan vergleicht dies mit einem Kind, das noch nicht laufen kann und trotzdem versucht, einen Marathon zu laufen, und dabei den Zuschauern (den Anlegern) zeigen will, wie großartig es ist.
Er kritisiert das Phänomen, dass viele Unternehmen durch „Szenarienkonstruktion“ – also durch Verbindungen zu verbundenen Unternehmen (z. B. von ihnen kontrollierte Rechenzentren, Mietgesellschaften) – falsche oder nicht nachhaltige Einnahmen erzeugen und diese schönen, aber leeren Zahlen nutzen, um lokale Regierungen und staatliche Investoren zu überzeugen, bevor sie sich eilig an die Börse bringen. Dieses Verhalten zerstört nicht nur die Innovationsökologie, sondern bindet auch die Ressourcen der lokalen Regierungen und macht den Kapitalmarkt ungesund.
Wichtige Punkte:
- Niedrige Börsengangshürden: Solange die Geschichte gut erzählt wird, können Unternehmen auch ohne Gewinne oder echte Geschäftskapazitäten an die Börse gehen.
- Fehlende Verantwortung: Börsengangsgesellschaften sollten gegenüber den kleinen Anlegern verantwortlich sein und nicht nur auf die Investoren des Primärmarktes achten.
2. Branchenchaos: „PPT-Autos“ und die Falle der „Verwandtschaftsgeschäfte“
Einfache Erklärung:
Shao Tianlans Kritik an der „Szenarienkonstruktion“ deckt ein verborgenes Muster in der Branche auf.
Stellen Sie sich vor: Unternehmen wie A wollen an die Börse, verkaufen aber keine guten Roboter. Daher schließen sie einen großen Vertrag mit einem Unternehmen wie B ab (das vielleicht vom Geschäftsführer oder aus derselben Gruppe stammt), damit B ihre Roboter kauft oder Datendienste anbietet. Dadurch erscheinen auf den Bilanzen von A schöne Einnahmen und Gewinne.
- Falscher Wohlstand: Diese Einnahmen stammen nicht von echten Kunden (z. B. Fabriken, Krankenhäusern), sondern von „ eigenen Leuten“. Sobald das Unternehmen an die Börse geht, ist es schwierig, diese Verwandtschaftsgeschäfte aufrechtzuerhalten, und der Aktienkurs bricht zusammen.
- Hypes übersteigen die Realität: Viele Unternehmen lieben es, „große Nachrichten“ zu veröffentlichen – heute einen neuen Roboter zu präsentieren, morgen eine große Partnerschaft zu ankündigen, aber es gibt kaum tatsächliche Anwendungsbeispiele.
- Abhängigkeit von staatlichem Kapital: Um die Börsengangsvoraussetzungen zu erfüllen oder Unterstützung zu erhalten, ziehen viele Unternehmen lokale Regierungen und staatliche Investoren an. Wenn das Unternehmen schließlich scheitert, leiden staatliches Kapital und das Ansehen der Region.
Warum ist das gefährlich?
Wenn diese „Blasenunternehmen“ an die Börse gehen, können sie das gesamte Bewertungssystem des Marktes verzerren. Anleger könnten denken, die Roboterindustrie sei sehr profitabel, obwohl die meisten Unternehmen immer noch Geld verbrennen.
3. Direkte Konfrontation: Mech-Mind vs Galaxy General
Einfache Erklärung:
Der Auslöser der Kontroverse war, dass Shao Tianlan in den Kommentaren zu seinen Beiträgen direkt „Galaxy General“ nannte. Obwohl er keine konkreten Vorwürfe machte, deutet der Kontext darauf hin, dass er Galaxy General wegen der genannten Probleme kritisierte.
- Antwort von Galaxy General: Sehr zurückhaltend und professionell. Sie veröffentlichten einen langen Artikel mit dem Titel „Körperliche Intelligenz ist ein Langstreckenlauf“ und zeigten ihre Erfolge auf: Ihre Produkte wurden in Industrie, Einzelhandel, Apotheken usw. eingesetzt und haben zwei Jahre lang eine normale Betriebsprüfung bestanden.
- Die Stärke von Mech-Mind: Mech-Mind ging erst am 1. September an die Hongkonger Börse. Obwohl der Aktienkurs nach dem Börsengang schwankte, zeigt der Prospekt, dass der Umsatz von 181 Millionen im Jahr 2023 auf 389 Millionen im Jahr 2025 gestiegen ist und die Bruttogewinnmarge von 39 % auf 64,6 % angestiegen ist. Obwohl das Unternehmen immer noch Verluste macht (360 Millionen im Jahr 2025), ist das Geschäft real und das Wachstum deutlich.
Vergleich:
- Mech-Mind: Verfolgt den Weg der „harten Technologie + echten Geschäftsmodells“ – obwohl es Verluste macht, ist die Einnahmenstruktur klar und die Bruttogewinnmarge hoch, was auf Wettbewerbsfähigkeit der Produkte hindeutet.
- Galaxy General: Gegründet im Jahr 2023, mit einer Bewertung von über 20 Milliarden – Investoren sind sowohl lokale Kapitalgeber als auch VC-Firmen. Diese Kombination aus „hohem Wert und kurzer Geschichte“ kann Zweifel an der Realität des Geschäfts hervorrufen.
Hinweis: Bisher haben beide Seiten keine weiteren Reaktionen gezeigt, aber diese „heimliche Schlacht“ könnte weitergehen. Auf jeden Fall spiegelt dies die inneren Meinungsverschiedenheiten in der Branche wider.
4. Marktsituation: Die Warteschlange für IPOs an der Hongkonger Börse und die „Träumrate“
Einfache Erklärung:
Warum drängen so viele Roboterunternehmen darauf, an die Börse zu gehen? Weil das Geld fast aufgebraucht ist oder sie versuchen, das Beste aus der aktuellen Situation zu machen.
- IPO-Welle: Daten zeigen, dass im ersten Halbjahr dieses Jahres 10 roboterbezogene Unternehmen an der Hongkonger Börse gelistet wurden und weitere 16 in der Warteschlange stehen, dazu kommen viele Unternehmen, die ihre Anträge unter Verschluss halten. Das zeigt, dass alle versuchen, auf diesen „letzten Zug“ zu springen.
- Überhöhte Bewertungen: Viele Unternehmen in der körperlichen Intelligenzbranche werden nicht nach ihrem Gewinn („Kurs-Gewinn-Verhältnis“) bewertet, sondern nach ihrer „Träumrate“ (wie groß ihre Träume sind). Anleger setzen auf die Zukunft, nicht auf die Gegenwart.
- Gewinnprobleme: Branchenexperten geben zu, dass die körperliche Intelligenz noch in einer frühen Phase ist und kaum Unternehmen tatsächlich Gewinne erzielen. Alle „verbrennen Geld, um Zeit zu gewinnen“ und versuchen, bis zu einem technischen Durchbruch zu überleben.
Warnung vor Risiken:
Wenn der Sekundärmarkt (die Börse) feststellt, dass die Leistungen dieser Unternehmen nicht den Erwartungen entsprechen, könnten die Aktienkurse stark fallen. Dann würden auch die Bewertungen des Primärmarktes (VC/PE) zusammenbrechen. Für die noch nicht an der Börse gehenden Unternehmen würde die Finanzierung schwieriger werden – sie könnten sogar Insolvenz anmelden.
5. Zukunftsaussichten: Von „Geschichten erzählen“ zu „Leistungen zeigen“
Einfache Erklärung:
Shao Tianlans Äußerungen sind ein Signal dafür, dass die Branche von einem „wilden Wachstum“ in eine Phase des „rationellen Rückgangs“ eintritt.
- Einfluss der Börsengänge von führenden Unternehmen wie YuShu: Mit dem Börsengang von Unternehmen wie YuShu Technology wird es einen klareren Bewertungsansatz geben. Anleger werden Fragen stellen: „Wie viele Roboter haben Sie wirklich verkauft? Wie viel Geld haben Sie pro Roboter verdient? Wie hoch ist die Wiederkaufrate der Kunden?“
- Der „Spiegel der Börse“: Die Börse wird auf Basis echter Daten bewerten. Wenn ein Unternehmen sich lange auf Geschichten verlässt, wird der Aktienkurs fallen. Dieser Druck wird sich auf den Primärmarkt auswirken und Unternehmer dazu zwingen, sich mehr auf das eigene Geschäft zu konzentrieren, statt nur auf PowerPoint-Präsentationen.
- Langfristigkeit siegt: Galaxy General betont den „Langstreckenlauf“, Mech-Mind betont das PMF – beides sagt dasselbe aus: Nur Unternehmen, die die tatsächlichen Bedürfnisse der Kunden lösen und einen nachhaltigen Cashflow haben, werden am Ende erfolgreich sein.
Fazit:
Diese Kontroverse ist nicht einfach nur ein Beispiel für gegenseitige Abneigung unter Konkurrenten, sondern ein unvermeidlicher Schmerzprozess im Wachstum der Branche. Sie erinnert alle Beteiligten und Anleger daran:
1. Glauben Sie nicht an überhöhte Bewertungen: Eine Bewertung von 20 Milliarden bedeutet nicht unbedingt einen Wert von 20 Milliarden.
2. Konzentrieren Sie sich auf das echte Geschäft: Überprüfen Sie, ob die Einnahmenquellen echt sind, ob die Bruttogewinnmarge gesund ist und ob die Kunden bereit sind, weiterhin zu kaufen.
3. Seien Sie wachsam vor „Verwandtschaftsgeschäften“: Dies ist ein entscheidender Indikator dafür, ob ein Unternehmen nur „Szenarien konstruiert“.
Für die Allgemeinbevölkerung: Wenn Sie sich für Roboteraktien interessieren, sollten Sie sich mehr die Wachstumsraten, die Bruttogewinnmargen und die Geschwindigkeit der Verlustreduzierung der Unternehmen ansehen – und nicht nur auf Slogans hören, die von einer „Weltveränderung“ sprechen. Schließlich ist in der Kapitalwirtschaft nur echter Gewinn der entscheidende Maßstab.