Die Nutzung von „Hacks“ beim Ausliefern wird vom Obersten Gericht kritisiert: Das Gewinnen von Bestellungen hängt nicht mehr nur von der Geschwindigkeit ab, sondern von Algorithmen und Rechtsstaatlichkeit
Hallo zusammen, ich bin euer Finanzjournalist. Heute sprechen wir über ein Thema, das uns allen sehr nahesteht – die Nutzung von „Hacks“ durch Lieferanten beim Ausliefern.
Am 9. September veröffentlichte das Oberste Gericht eine Reihe von Fallbeispielen zur Bekämpfung unfairen Wettbewerbs. Einer dieser Fälle führte sogar zu einer strafrechtlichen Verurteilung (zivilrechtliches Scheitern). Kurz gesagt: Händler, die „automatische Bestellgewinnungs-Tools“ an Lieferanten verkaufen, wurden vom Gericht als unfaire Konkurrenten eingestuft und müssen Verantwortung tragen.
Es geht hier nicht nur um technische Neuerungen, sondern auch um unsere Erfahrungen beim Bestellen von Essen sowie um die Existenz von Millionen von Lieferanten und die Grundlagen eines fairen Marktes. Ich werde das Thema in fünf Punkten erklären, damit ihr dieses „Katze-und-Maus-Spiel“ vollständig verstehen könnt.
---
Was sind „physische Hacks“ und warum sind sie besonders problematisch?
Früher dachten wir bei „Hacks“ an Betrugsmethoden in Spielen. Im Lieferwesen gibt es jedoch zwei Arten von Hacks – und der vom Obersten Gericht kritisierte Typ ist besonders heimtückisch und effektiv:
- Software-Hacks (alte Methode): Diese ähneln einem „automatischen Klicker“ oder „Durchsichtsgerät“ für das Handy. Sie erfordern die Änderung der Systemrechte (z. B. Root-Zugriff), um Bestellungen auf dem Bildschirm automatisch zu erkennen und mit Millisekundengeschwindigkeit zu klicken. Solche Hacks lassen sich leicht von den Plattformen erkennen, und das Handy kann dadurch beschädigt werden.
- Physische Hacks (neue Variante): Der in diesem Fall genannte „Bestellgewinnungs-Adapter“ funktioniert wie ein „Zwischenmann“ zwischen Handy und Plattform-App. Man verbindet ihn mit dem Handy, gibt die Befehle ein, und er simuliert die Fingerbewegungen oder sendet direkt Signale für „Auffrischen“ und „Bestellungsgewinnung“. Er sieht aus wie eine normale Bedienung, aber in Wirklichkeit handelt es sich um eine Maschine. Da er das System nicht beschädigt, ist es schwieriger, ihn mit Software-Sicherheitsmaßnahmen zu stoppen. Solche Geräte wurden bereits für Millionen von Yuan auf E-Commerce-Plattformen verkauft – die Nachfrage ist groß. Dadurch wird das Bestellen zu einem Wettbewerb zwischen Maschinen und Menschen, den normale Menschen nicht gewinnen können.
Verständliche Analogie: Ein Software-Hack ist wie ein illegaler Turbo für ein Rennauto, das zum Überhitzen führt; ein physischer Hack ist wie eine Fernbedienung für das Auto – das Auto fährt scheinbar normal, aber der Fahrer wird ferngesteuert, und die Richter (die Plattformen) können dies nur schwer erkennen.
---
Warum gilt die Nutzung solcher Hacks als unfaire Konkurrenz?
Viele fragen sich: Wenn Lieferanten Hacks nutzen, ist das doch ihre eigene Entscheidung – und der Verkäufer des Hacks verkauft nur ein Tool. Warum ist das illegal?
Die Entscheidung des Obersten Gerichts ist klar: Der Verkauf solcher Hacks stellt einen unfairen Wettbewerb dar, aus drei Gründen:
1. Verstöß gegen die Plattformregeln: Plattformen legen Regeln für die Bestellungsgewinnung fest (z. B. Wer zuerst kommt, bekommt die Bestellung), um Fairness zu gewährleisten. Hacks umgehen diese Regeln und zerstören so die Ordnung auf der Plattform.
2. Schädigung anderer Anbieter: Ehrliche Lieferanten, die auf ihre Geschwindigkeit vertrauen, erhalten aufgrund der Hacks keine guten Bestellungen und verlieren dadurch Einnahmen. Auch sie sind Teil des Marktes – ihre Rechte werden verletzt.
3. Schädigung der Verbraucher: Obwohl Verbraucher vielleicht denken, dass schnelles Bestellen schnelle Lieferungen bedeutet, wählen Hacks oft nur die einfachen Bestellungen aus. Die schwierigeren Bestellungen bleiben ungenutzt oder werden ineffizient verteilt, was die Gesamtlieferleistung und -qualität beeinträchtigt.
Wichtiger Punkt: Das Gesetz schützt nicht nur die Plattformen, sondern den fairen Wettbewerb im gesamten Markt. Der Verkauf solcher Hacks untergräbt die Grundlagen eines fairen Marktes und muss strafrechtlich verfolgt werden.
---
Wie beeinträchtigen Hacks die Situation der Lieferanten?
Um das besser zu verstehen, hören wir uns die Aussage von Sun Shoufeng an, einem Lieferanten aus der Praxis. Seine Erfahrungen spiegeln die Situation der meisten Lieferanten wider:
- Wer ist am meisten betroffen? Ältere Lieferanten mit langsamer Geschwindigkeit sowie neue Lieferanten, die gerade anfangen. Sie brauchen Zeit, um sich einzufinden – doch schon werden ihnen die guten Bestellungen von Hacks weggenommen.
- Was sind „gute Bestellungen“? Bestellungen in kurzer Entfernung, die weniger Aufwand erfordern, sowie Bestellungen in Geschäften ohne Treppensteigen oder komplizierte Adressen. Hacks können diese schnell und effizient abholen. Ehrliche Lieferanten erhalten nur die schwierigeren Bestellungen.
- Die Auswirkungen der Hacks: Früher konnten Lieferanten nur bestimmte Gebiete meiden oder bestimmte Bestellungen auslassen. Heute ist das keine Lösung mehr.
Wirtschaftlicher Aspekt: Dies ist ein Beispiel für das Phänomen des „schlechten Geldes, das gutes verdrängt“. Wenn Betrüger leicht überdurchschnittliche Gewinne erzielen können, während ehrliche Arbeitnehmer nur geringe Einnahmen haben, wird die Motivation der gesamten Branche geschwächt – mit möglichen Folgen wie einem Verlust von Lieferanten.
---
Wie reagieren die Plattformen?
Plattformen reagieren auf Hacks nicht untätig. Das von uns erwähnte „Zweite-Verteilungs-System“ von Meituan ist ein wichtiger Schritt:
- Alte Regel: Wer zuerst bestellt, bekommt die Bestellung. Dadurch verbreiteten sich Hacks, da Maschinen schneller sind als Menschen.
- Neue Regel: Wenn mehrere Lieferanten gleichzeitig bestellen, gibt die Plattform die Bestellung nicht sofort an den Schnellsten, sondern verzögert die Entscheidung um einige Sekunden und verwendet einen Algorithmus, der die aktuellen Belastung, die Vergangenheit und die Fahrfähigkeit der Lieferanten berücksichtigt. Dadurch werden die Bestellungen an die „am besten geeigneten“ Lieferanten verteilt.
Auswirkungen: Sun Shoufeng berichtet, dass er seit der Einführung dieses Systems täglich mehrere gute Bestellungen erhält – die Störungen durch Hacks haben sich deutlich verringert. Hacks können zwar schnell sein, aber sie können nicht die Fähigkeiten eines erfahrenen Lieferanten nachahmen. Der Algorithmus berücksichtigt also eine Vielzahl von Faktoren und nicht nur die Klickgeschwindigkeit.
---
Zukunftsaussichten: Ein vielschichtiger Kampf gegen Hacks
Der Kampf gegen Hacks erfordert die Zusammenarbeit verschiedener Akteure:
1. Rechtlicher Rahmen: Das Oberste Gericht hat klare Richtlinien gesetzt – der Verkauf von Hacks gilt als unfaire Konkurrenz. Dies wird künftige Urteile vereinheitlichen und stärken.
2. Technologische Maßnahmen: Plattformen verbessern ihre Sicherheitssysteme, um Hacks zu erkennen und zu blockieren.
3. Administrative Kontrollen: Die Marktbehörden sollen den Verkauf solcher Hacks auf E-Commerce- und sozialen Plattformen regelmäßig bekämpfen.
4. Selbstregulierung und öffentliche Aufsicht: Lieferanten und Verbraucher sollen Anzeigen erstatten; erfolgreiche Anzeigen werden belohnt, um Betrüger zu enttarnen.
Vorsicht vor neuen Varianten: Wie berichtet, haben die Behörden in Jincheng, Shanxi, bereits neue Hacks entdeckt. Dies zeigt, dass sich Hacks weiterentwickeln – der Kampf wird also weiterhin technisch, rechtlich und regulatorisch geführt werden.
---
Fazit
Die Veröffentlichung dieser Fallbeispiele ist mehr als nur ein rechtliches Ereignis: Sie ist ein Signal dafür, dass Fairness eine Grundlage ist, dass Algorithmen ein Werkzeug sind, um unfaire Praktiken zu bekämpfen, und dass der Rechtsstaat eine wichtige Garantie für einen fairen Markt darstellt.
Für Verbraucher bedeutet dies, dass die Lieferung zukünftig fairer und effizienter sein wird; für Lieferanten bedeutet es, dass sie durch ihre Leistung gute Bestellungen erhalten können – unabhängig von der Technologie.
Der Kampf gegen Hacks hat gerade erst begonnen – aber die Richtung ist klar: Technologie soll dem Service dienen, und der Wettbewerb soll fair bleiben.