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Guan Tao: Im ersten Halbjahr wurden im Durchschnitt täglich netto US-Staatsanleihen verkauft

原文:管涛:上半年中日均净卖出美债

Lassen Sie sich nicht von Schlagzeilen täuschen, die von „ausländischer Abwertung von US-Staatsanleihen“ sprechen: Die Wahrheit und Logik hinter den Daten

Hallo zusammen, ich bin Ihr Finanzanalyst. In den letzten Tagen wurde viel darüber geredet, dass der Kurs von US-Staatsanleihen stark gefallen ist (die Renditen sind in die Höhe geschnellt) – aufgrund des Krieges im Nahen Osten, steigender Ölpreise und wiederer Inflation in den USA. Daraus schließen viele, dass ausländische Investoren panisch US-Staatsanleihen verkaufen.

Diese Aussage klingt plausibel und entspricht unserem Instinkt, aber sie ist völlig falsch.

Laut dem neuesten Bericht über internationale Kapitalflüsse (TIC) des US-Finanzministeriums haben ausländische Investoren im ersten Halbjahr 2026 nicht nur keine US-Staatsanleihen in großem Umfang verkauft, sondern netto gekauft. Der sogenannte Rückgang des Bestands ist größtenteils auf den Wertverlust der Anleihen aufgrund des fallenden Kurses zurückzuführen – es wurde kein Geld tatsächlich abgehoben.

Heute werden wir diese Situation mit einfachen Worten erklären und die dahinterstehende Logik aus fünf verschiedenen Perspektiven analysieren.

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Erster Irrtum: „Preisverfall“ gleich „Abzug ausländischer Investoren“

Viele Schlagzeilen behaupten, dass der Bestand ausländischer Investoren an US-Staatsanleihen gesunken sei. Das ist genauso unsinnig, als würde man sagen: „Weil der Wert Ihres Aktienkontos gefallen ist, haben Sie Ihre Aktien verkauft.“

1. Rückgang des Bestands ≠ tatsächlicher Verkauf

Ende Juni 2026 betrug der Bestand ausländischer Investoren an US-Staatsanleihen 9,3 Billionen US-Dollar. Obwohl dieser Wert um 190,4 Milliarden US-Dollar niedriger war als zum Ende Februar, ist er im Vergleich zum Jahresende 2025 tatsächlich um 29,4 Milliarden US-Dollar gestiegen.

Warum kommt es zu diesem scheinbaren Rückgang, obwohl es eigentlich zu einem Anstieg gekommen ist?

  • Auf transaktioneller Ebene: Im ersten Halbjahr haben ausländische Investoren tatsächlich netto 154,4 Milliarden US-Dollar gekauft.
  • Auf Bewertungsebene: Aufgrund der steigenden Renditen sind die Anleihenkurse stark gefallen. Stellen Sie sich vor, Ihr Haus wäre von 1 Million auf 900.000 US-Dollar gefallen – Sie haben Ihr Haus nicht verkauft, aber der Gesamtwert Ihrer Vermögenswerte ist tatsächlich um 100.000 US-Dollar gesunken. Im ersten Halbjahr führte dieser „negative Bewertungseffekt“ dazu, dass der Buchwert der von ausländischen Investoren gehaltenen US-Staatsanleihen um 124,9 Milliarden US-Dollar zurückging.

Zweiter Irrtum: Wer kauft und wer verkauft? Die clevere Strategie des „Lock-Long-Sell-Short“

Da ausländische Investoren nicht abgezogen haben, was tun sie eigentlich? Die Daten zeigen unterschiedliches Verhalten zweier Hauptgruppen:

1. Private Investoren (z. B. Fonds, Versicherungen): Sie bevorzugen langfristige Anleihen und meiden kurzfristige.

  • Aktionen: Sie haben netto 178,2 Milliarden US-Dollar an langfristigen US-Staatsanleihen gekauft und gleichzeitig 23,9 Milliarden US-Dollar an kurzfristigen US-Staatsanleihen verkauft.
  • Logik: Es handelt sich um eine typische „Lock-Long-Sell-Short“-Strategie.
  • Da die Renditen langfristiger Anleihen hoch sind, finden private Investoren dies vorteilhaft und kaufen daher langfristige Anleihen, um hohe Erträge zu erzielen.
  • Kurzfristige Anleihen bieten relativ niedrige Renditen und gute Liquidität; viele Investoren entscheiden sich stattdessen dafür, US-Aktien zu kaufen (die im ersten Halbjahr Rekordhöhen erreichten).
  • Hinweis: Insgesamt haben private ausländische Investoren netto gekauft (185,9 Milliarden US-Dollar) – allerdings etwas weniger als zuvor, weil US-Aktien besonders attraktiv waren.

2. Offizielle Investoren (z. B. Zentralbanken): Sie sind gezwungen, US-Staatsanleihen zu verkaufen, um die Stabilität zu gewährleisten.

  • Aktionen: Sie haben netto 31,5 Milliarden US-Dollar an US-Staatsanleihen verkauft.
  • Logik: Dies geschieht nicht, weil sie von den USA negativ denken, sondern aus strategischen Gründen.
  • Die instabile Situation im Nahen Osten und steigende Energiepreise führen zu einem hohen Druck auf die Währungen vieler Länder.
  • Um ihre eigenen Währungen zu stabilisieren, müssen diese Zentralbanken US-Staatsanleihen verkaufen und US-Dollar erwerben, um ihre eigenen Währungen zu kaufen.
  • Es handelt sich um eine defensive Maßnahme, keine strategische Abzugsbewegung. Zudem ist das Ausmaß ihrer Verkäufe im Vergleich zum Vorjahr um 30,4 Prozent gesunken – der Druck nimmt ab.

Dritter Irrtum: Ist die „Entdollarisierung“ ein Mythos? US-Währungsanlagen sind immer noch attraktiv?

Viele Menschen verwenden die Tatsache, dass die Goldreserven die US-Staatsanleihen übertreffen, um die „Entdollarisierung“ zu belegen. Doch wenn man den gesamten Bereich der US-Dollar-Devisenreserven betrachtet, bleibt die Attraktivität von US-Währungsanlagen hoch:

1. US-Dollar-Reserven bestehen nicht nur aus US-Staatsanleihen

Zu den US-Dollar-Devisenreserven weltweit gehören auch:

  • Aktien amerikanischer Unternehmen: 34,1 Prozent
  • Staatsanleihen der US-Regierung: 7,1 Prozent
  • Unternehmensanleihen der USA: 3,5 Prozent
  • US-Dollar-Einlagen: Zum Beispiel die Gelder, die die japanische Zentralbank bei US-Banken deponiert hat (dies wird im TIC-Bericht nicht vollständig erfasst, aber der Umfang ist enorm).

2. Veränderungen im ersten Halbjahr 2026: Von „Anleihenkäufen“ zu „Aktienkäufen**

  • Gesamtbetrag: Die weltweiten US-Dollar-Devisenreserven stiegen von 6,84 Billionen auf 7,01 Billionen US-Dollar.
  • Strukturveränderungen:
  • Anteil an US-Staatsanleihen: Von 55,3 Prozent auf 52,6 Prozent gesunken.

Anteil an US-Aktien: Von 34,1 Prozent auf 37,1 Prozent gestiegen.

  • Warum? Weil US-Aktien im ersten Halbjahr Rekordhöhen erreichten und gute Renditen boten; US-Staatsanleihen hingegen aufgrund hoher Zinsen an Wert verloren.
  • Wahrheit: Ausländische Investoren haben ihr Portfolio nicht verlassen, sondern ihren Schwerpunkt von Anleihen auf Aktien verlagert. Dies zeigt, dass sie weiterhin an der Liquidität von US-Währungsanlagen glauben und ihre Portfoliozusammensetzung je nach Marktlage anpassen.

4. Japan und China: Beide verringern ihre Exposition gegenüber den USA, aber aus unterschiedlichen Gründen**

Japan und China sind die beiden größten ausländischen Besitzer von US-Staatsanleihen. Ihre Handlungen werden genau beobachtet. Beide Länder verringern ihre Risikobesetzung gegenüber den USA – doch dies ist keine „Anti-Amerika-Strategie“, sondern Teil einer Risikomanagement- und Anlageoptimierungsmaßnahme:

1. Japan: Um die Währung zu stabilisieren, musste Japan US-Staatsanleihen verkaufen, setzt aber weiterhin stark auf US-Aktien.

  • Grund: Ende April/Anfang Mai verlor der Yen stark an Wert; die japanische Regierung intervenierte mit etwa 74 Milliarden US-Dollar, indem sie kurzfristige US-Staatsanleihen verkaufte, um US-Dollar zu erwerben.
  • Anlagestruktur: Bei den von japanischen Investoren gehaltenen langfristigen US-Wertpapieren machen US-Aktien den größten Anteil aus (45,1 %), US-Staatsanleihen nur 35,9 %.
  • Tatsächliche Aktionen: Im ersten Halbjahr verkauften japanische Investoren netto 73,4 Milliarden US-Dollar an langfristigen US-Wertpapieren; der „positive Bewertungseffekt“ (Anstieg der Aktienkurse) führte jedoch zu einem Buchgewinn von 126 Milliarden US-Dollar.
  • Fazit: Japan hat seine US-Währungsanlagen nicht aufgegeben, sondern einen Teil der Anleihen in Bargeld umgewandelt, um den Yen zu stützen, während es weiterhin große Anteile an US-Aktien hält.

2. China: China verringert seine Exposition gegenüber den USA schrittweise, aber in geringerem Umfang.

  • Grund: Im ersten Halbjahr verkauften chinesische Investoren netto 55,2 Milliarden US-Dollar an US-Staatsanleihen; davon entfielen 73 Prozent auf langfristige Anleihen. Dies entspricht Chinas langfristiger Strategie, den Anteil amerikanischer Anlagen in seinen Devisenreserven allmählich zu verringern.
  • Anlagestruktur: Bei den von chinesischen Investoren gehaltenen langfristigen US-Wertpapieren machen US-Staatsanleihen weiterhin den größten Anteil aus (52,5 %), aber auch US-Aktien 34,4 %.
  • Tatsächliche Aktionen: Chinesische Investoren verkauften netto 49,5 Milliarden US-Dollar an langfristigen US-Wertpapieren; der „positive Bewertungseffekt“ (Anstieg der Aktienkurse) kompensierte den größten Teil des Buchverlusts.
  • Vergleich:
  • Japanische Exposition gegenüber den USA: 7,65 %.
  • Chinesische Exposition gegenüber den USA: 2,97 %.
  • Hinweis: Der absolute Umfang des Abbaus durch China ist deutlich geringer als bei Japan. Zudem ist Chinas Nettoverbindlichkeiten gegenüber den USA (840,7 Milliarden US-Dollar) im Vergleich zu Höchstständen um 38,3 Prozent zurückgegangen, während Chinas Nettoverbindlichkeiten gegenüber den USA (1,38 Billionen US-Dollar) ebenfalls zurückgegangen sind – allerdings weniger stark.
  • Gegenbeispiel: Großbritannien: Chinas Nettoverbindlichkeiten gegenüber den USA haben ein Rekordniveau erreicht (10,87 %). Dies zeigt, dass die Verringerung der Exposition gegenüber den USA keine universelle Strategie ist; Großbritannien erhöht sogar seine Investitionen in die USA.

Vierter Irrtum: Warum steigen die Renditen von US-Staatsanleihen so stark? Nicht die Schuld ausländischer Investoren

Schließlich müssen wir eine grundlegende Frage beantworten: Warum sind die Renditen von US-Staatsanleihen seit 2026 so stark gestiegen (der Kurs gefallen)?

Viele geben ausländische Investoren die Schuld – doch das ist nur die Oberfläche. Die eigentlichen Ursachen sind:

1. Verstärktes Finanzdefizit der USA: Die Staatsverschuldung wächst weiter; die Märkte befürchten, dass die USA ihre Schulden nicht zurückzahlen können oder in Zukunft Geld drucken und Inflation verursachen werden, daher fordern sie höhere Renditen als Risikopauschale.

2. Wiederer Inflationsdruck: Die instabile Situation im Nahen Osten führt zu steigenden Energiepreisen und erhöhten Inflationserwartungen. Hohe Inflation verringert die Kaufkraft von Anleihen; Investoren fordern daher höhere Nominalrenditen.

3 Erschütterung des Vertrauens in die Fed: Die Fed hat bei der Bewältigung von Inflation und Wirtschaftswachstum Fehler gemacht; das Vertrauen der Märkte in ihre Politik hat nachgelassen, was zu steigenden Zinsspreads führte.

4 Auswirkungen der KI-Investitionswelle: Die hohe Kapitalausgaben im Bereich Künstliche Intelligenz haben viele Mittel in Technologieaktien (US-Aktien) geleitet, was zu einem Abfluss von Kapital aus dem Anleihenmarkt in den Aktienmarkt führte.

Fazit: Ausländische Investoren tragen nicht die Schuld für den Anstieg der Renditen von US-Staatsanleihen. Der Anstieg der Renditen ist das Ergebnis interner Faktoren wie der US-Finanzsituation, der Inflation, der Geldpolitik sowie globaler Kapitalflüsse im Bereich Künstliche Intelligenz.

Für die Allgemeinheit:

1. Betrachten Sie nur die „Nettokäufe/Verkäufe“, nicht nur die Veränderungen des Bestands. Der Bestand wird stark durch Preisveränderungen beeinflusst und kann zu Fehlinterpretationen führen.

2. **Die „Entdollarisierung“ ist ein langsamer Prozess – die globalen US-Dollar-Devisenreserven sind weiterhin groß und ihre Struktur verbessert sich (von Anleihen zu Aktien).

3. Die Handlungen der Zentralbanken sind meist taktischer Natur; zum Beispiel verkauft Japan US-Staatsanleihen, um den Yen zu stützen, während China seine Reservenstruktur optimiert.

4. Achten Sie auf die Auswirkungen der KI-Investitionswelle: In den nächsten Monaten könnten US-Aktien weiterhin stark sein, während US-Staatsanleihen weiter unter Druck stehen, solange die Inflations- und Finanzprobleme nicht substantiell gelöst werden.

Ich hoffe, diese Analyse hilft Ihnen, die Wahrheit hinter den Schlagzeilen zu erkennen und nicht von falschen Informationen geleitet zu werden.