虎嗅

Wang Jian: Unvollkommenheit ist ein untrennbarer Teil der Vollkommenheit

原文:王坚:不完美是完美不可分割的一部分

Hallo! Ich bin Ihr Freund, der als Finanzjournalist und Wirtschaftswissenschaftler tätig ist. Heute wollen wir über die Rede von Wang Jian sprechen, dem Gründer von Alibaba Cloud und Direktor des Zhejiang Lab, die er auf der Bund Convention gehalten hat. Auf den ersten Blick scheint es sich um „Motivationsreden“ aus der Technologiebranche zu handeln, aber wenn man sie genauer analysiert, stellt man fest, dass es sich eigentlich um eine Art „Anleitung“ handelt, die die Logik des menschlichen Überlebens und die Ressourcenverteilung in den nächsten 30 Jahren beschreibt.

Wang Jian sprach nicht über konkrete Algorithmen oder die Größe großer Modelle, sondern über Ressourcen, Effizienz, die Kreativität junger Menschen sowie die Beziehung zwischen Mensch und Maschine. Für die meisten Menschen bedeutet das unsere zukünftige Arbeit, die Lebenskosten – und sogar unsere Sicht auf „Fortschritt“.

Zunächst werde ich die Kernpunkte seiner Rede in einfachen Worten zusammenfassen und sie dann aus fünf verschiedenen Perspektiven genauer erläutern.

---

**Kerninhaltszusammenfassung**

Wang Jians Kernbotschaft lässt sich so zusammenfassen: Die letztendliche Mission der Künstlichen Intelligenz (KI) besteht nicht darin, den Menschen zu ersetzen, sondern durch die optimale Steuerung der Stadtfunktionen sicherzustellen, dass Menschen mit weniger natürlichen Ressourcen (Energie, Wasser, Materialien) ein besseres Lebensqualitätsniveau erreichen können.

Er stellte die faszinierende Frage: „Können Städte der Zukunft mit nur 10 Prozent der heutigen Ressourcen 80 Prozent der Bevölkerung versorgen?“ Er ist der Ansicht, dass wir uns in einer Ära befinden, in der es die meisten junge Menschen gibt – und auch die größten Herausforderungen. Die Lösung liegt nicht in der Erhöhung der Produktionskapazitäten, sondern in der Nutzung von KI für eine Umstrukturierung der Ressourcen. Zudem appelliert er an junge Menschen, ihren „unvollkommenen“ Forschungsspirit beizubehalten, denn echte Innovation entsteht oft aus solchen „Randversuchen“, die von der Mainstream-Öffentlichkeit nicht wahrgenommen werden.

---

**Detaillierte Erklärung aus fünf Perspektiven**

1. **Die Veränderung unseres Wahrnehmungsvermögens: Die Technologie, auf die wir stolz sind, ist tatsächlich ein Mitverursacher der Kohlenstoffemissionen**

Viele Menschen glauben, dass Technologie umweltfreundlich ist – schließlich sind Elektroautos und Solarenergie Beispiele für hochentwickelte Technologien. Doch Wang Jian wirft ein gegenintuitives Argument auf: In den letzten 50 Jahren war die Logik der technologischen Entwicklung, dass Menschen Ressourcen noch verrückter verbrauchen.

  • Einfache Erklärung:

Seit dem Aufkommen der Dampfmaschine verbrauchen wir massiv Kohle; nach 1950 beschleunigte sich die Industrialisierung, und wir bauten mehr Häuser, Straßen und produzierten mehr Waren. Technologie gab uns die Möglichkeit, Ressourcen unbegrenzt zu nutzen – doch dies führte zu einem Anstieg der Kohlenstoffemissionen. Wang Jian sagt, dass wir früher dachten, mehr zu produzieren sei gut, aber heute müssen wir diese Entwicklung umkehren. Wie? Nicht indem wir weniger fahren oder weniger baden (das wäre Asketismus), sondern indem Technologie es ermöglicht, weniger zu verbrauchen.

  • Beispiel:

Das Wasserleitungsnetz in Irland verliert 45 Prozent des Wassers – selbst nach jahrzehntelanger Reparaturen ist immer noch 25 Prozent verloren. Das liegt nicht an der Qualität der Rohre, sondern daran, dass wir nicht genau wissen, wie viel Wasser tatsächlich benötigt wird. Wenn KI die Bedürfnisse jeder Familie und jedes Rohres genau berechnen könnte und den Verschwendungswert reduzieren könnte, wäre das die größte Wohltat für die Erde.

  • Fazit:

Die zukünftige Technologiekonkurrenz wird nicht darin bestehen, wer am meisten produziert, sondern wer am meisten spart. Sparsamkeit ist die höchste Form der Technologie.

2. **Die Neustrukturierung von Werten: Die Stadt ist die „Krone“ der KI, Daten sind das neue „Öl“**

Wang Jian bezeichnet die „Stadtführung“ als die „Krone der Künstlichen Intelligenz“. Warum nicht Autopiloten oder Chatbots? Weil die Stadt die größte Erfindung des Menschen ist – und gleichzeitig ein schwarzes Loch für Ressourcenverbrauch.

  • Einfache Erklärung:

Im Jahr 2050 werden 9 Milliarden Menschen auf der Welt leben, 70–80 Prozent davon in Städten. Dort werden alle Ressourcen verbraucht (Energie, Wasser, Nahrung, Verkehr). Wenn die Städte ineffizient funktionieren, ist es, als ob jemand einen Schlaganfall erlitten hätte und nur noch mit großer Anstrengung Wasser trinken könnte – ohne die Kraft, Kunst zu schaffen oder den Weltraum zu erkunden. KI soll den Städten ein „Gehirn“ geben, damit sie wie gesunde Menschen mit minimalem Aufwand das Maximum erreichen können.

  • Wichtiger Begriff:

Daten sind die natürlichen Ressourcen der digitalen Ära. Früher haben wir Kohle und Öl abgebaut; heute müssen wir „Daten“ sammeln. Wer die chaotischen Daten der Städte (Verkehr, Bevölkerung, Energieverbrauch, Wetter) in klare Befehle umwandeln kann, wird die Kontrolle über die zukünftige Ressourcenverteilung haben.

  • Auswirkungen auf Sie:

Die Infrastruktur der Städte (Straßenlaternen, Wasserleitungen, Stromnetze) wird intelligenter werden. Zum Beispiel könnten Straßenlaternen ihre Helligkeit je nach Fußgängerdichte automatisch anpassen, und Wasserleitungen sich selbst reparieren. Das könnte zu niedrigeren Lebenskosten führen oder es ermöglichen, dass die gleichen Ressourcen ein besseres Lebensqualitätsniveau gewährleisten.

3. **Die Logik der Innovation: Verfolgen Sie keine „Perfektion“, sondern umarmen Sie die „Unvollkommenheit“**

Dieser Teil der Rede kritisiert die heutige Gesellschaft, die eine zu starke Tendenz zur Perfektion und zu sicheren Ergebnissen hat.

  • Einfache Erklärung:

Heutzutage zeigen Menschen bei Aktivitäten, im Unternehmertum oder bei Bewerbungen nur das Beste – als ob ein kleiner Fehler gleich ein Misserfolg wäre. Wang Jian sagt jedoch: „Unvollkommenheit ist ein unverzichtbarer Teil der Perfektion.“

Er gibt zwei Beispiele:

1. Der „Maschinenhund“: Zhu Qiuguo präsentierte einen Hund, der nicht aufstehen konnte. Für die meisten war das ein Misserfolg, aber für Wang Jian war es „echt“, denn nur durch ständige Fehler und das Offenlegen von Problemen entsteht Innovation. Wenn man nur perfekte Ergebnisse zeigt, hört man auf zu iterieren.

2. Die Forschung an seltenen Krankheiten: Ein Patient mit einer seltenen Krankheit traf einen abgelehnten Biologiedoktor, der mit KI für wohltätige Zwecke arbeitete. Diese Initiative war klein und unbedeutend – aber sie könnte wichtige Probleme lösen, die große Institutionen ignorieren.

  • Kernlogik:

Echte Innovation entsteht oft an Orten, an denen niemand glaubt. Wenn man nur auf scheinbar vielversprechende Chancen achtet, nimmt man nur das auf, was andere übrig gelassen haben. Die wertvollste Eigenschaft junger Menschen ist ihre Widerstandsfähigkeit – auch wenn es regnet, halten sie nicht an. Denn das Regenwasser ist kein Problem; das Problem ist, wenn man anhält.

4. **Die Illusion der Distanz: 100 Kilometer vom Weltraum entfernt – 5 Meter vom Erfolg**

Wang Jian verwendet eine romantische Metapher, um die Distanz zwischen Menschen und „hochentwickelter Technologie“ zu verringern.

  • Einfache Erklärung:

Viele Menschen denken, dass das Bau von Raketen oder die Entwicklung von KI etwas für Milliardäre oder Spitzenwissenschaftler ist. Doch Wang Jian sagt: „Der Mensch ist nur 100 Kilometer vom Weltraum entfernt – jeder von uns ist 100 Kilometer davon entfernt.“

  • Beispiel:

Wu Xiaofei, der Entwickler der Raketenlandefüße, baute einen Jetmotor in ein 100-Yuan-Fahrrad, das 60 Kilometer pro Stunde fuhr. Das klingt absurd, aber das ist der Beginn der Innovation.

  • Die „5-Meter-Theorie“: Der Weg zum Erfolg beträgt nur 5 Meter – das ist die Distanz zwischen Ihnen und den Menschen, die Sie mögen.
  • Botschaft für Sie:

Innovation ist keine einsame, distanzierte Angelegenheit; sie ist ein soziales Ereignis. Die nächste Person, die Sie treffen, könnte das fehlende Teil des Puzzles sein. Rechnen Sie nicht mit allen Risiken – wenn Sie alle Risiken bereits abgewogen haben, sind Sie alt und haben den „Jugendgeist“ verloren. Die wahren Chancen liegen in unklaren Bereichen.

5. **Die richtige Beziehung zu KI: KI ist „Maschinenintelligenz“, keine „künstliche Person“**

Zum Schluss beantwortet Wang Jian die häufigsten Fragen: Wird KI uns ersetzen? Hat KI ein Bewusstsein?

  • Einfache Erklärung:

Wir verwenden oft den Begriff „Künstliche Intelligenz“ (Artificial Intelligence), aber eigentlich sollte es „Maschinenintelligenz“ (Machine Intelligence) heißen.

  • Warum ist das wichtig?

Wenn KI „künstliche Personen“ wäre, würde sie Menschen ersetzen und Konkurrenz darstellen – was Angst auslösen würde. Wenn sie jedoch „Maschinenintelligenz“ wäre, wäre sie wie ein Hund, ein Teleskop oder eine Rechenmaschine. Der Geruchssinn eines Hundes ist besser als der des Menschen – wir sehen das nicht als Ersatz, sondern als Hilfe. Ein Teleskop erweitert unsere Sichtweite, ohne unsere Augen zu schädigen.

  • Kernbotschaft:

KI wird Menschen nicht ersetzen, sondern ihnen helfen, ihre Grenzen zu erkennen. Mit Computern haben wir festgestellt, dass wir noch Fähigkeiten wie Programmieren haben; mit KI könnten wir weitere hochentwickelte Fähigkeiten wie emotionale Resonanz, philosophisches Denken und komplexe Entscheidungen entdecken.

  • Was sollten Sie tun?

Verwenden Sie KI als „Superwerkzeug“, um Dinge zu tun, die nur Menschen können. Wer das Steuer in die Hand nimmt, sind junge Menschen – denn das Beste steht noch aus. Heutige KI ist wie frühe Glühbirnen, die viel Energie verbrauchen; die Zukunft gehört denen, die neue Bedürfnisse definieren und neue Werte schaffen.

---

**Fazit für die Allgemeinheit**

Wang Jians Rede fordert uns auf, unsere Sicht auf Arbeit und Leben zu ändern:

  • Beruflich: Sorgen Sie sich nicht darum, dass KI Ihre Arbeit ersetzt, sondern dass sie sie vereinfacht. KI übernimmt repetitive und rechenintensive Aufgaben, sodass Sie sich auf kreative, emotionale und entscheidungsorientierte Tätigkeiten konzentrieren können.
  • Lebenskosten: Mit der Entwicklung intelligenter Städte werden die Lebenskosten voraussichtlich sinken – durch effizientere Nutzung von Ressourcen.
  • Mentalität: In einer ungewissen Zeit ist Perfektionismus der größte Feind. Seien Sie wie junge Menschen, die bereit sind, im Regen zu laufen, unvollkommene Ergebnisse zu zeigen und Bereiche zu erkunden, die andere ignorieren.
  • Zukunft: Die Zukunft wird nicht durch Vorhersagen, sondern durch Schaffung gestaltet.

Wang Jians Rede ruft zu rationalem Optimismus auf: Wir stehen vor einer großen Ressourcenkrise – aber wir verfügen über unbegrenzte technologische Möglichkeiten und eine große Gruppe junger Menschen. Wenn wir unsere Richtung von „unbegrenztem Wachstum“ auf „maximale Effizienz“ ändern, bleibt die Zukunft voller Hoffnung.

Denken Sie daran: Jede Person, die Sie treffen, kann Ihnen helfen. Treffen Sie sich, interagieren Sie, schaffen Sie etwas.