Der Wettstreit der „Zwillinge“ im Fondsvertrieb: Ant Group und China Merchants Bank – haben sie sich tatsächlich in das jeweils andere verwandelt?
Hallo zusammen, ich bin euer Finanzjournalist. Heute möchten wir über ein sehr interessantes Phänomen sprechen: Im Bereich des Fondsvertriebs, also der „Verkauf von Fonds“, haben sich die einst „einfachen“ Ant Group-Fonds und die einst „adligen“ China Merchants Bank in ihren Rollen gegenseitig vertauscht.
Früher dachte man, Ant Group würde hauptsächlich Yu’ebao verkaufen sowie konservative Anlageprodukte anbieten, während China Merchants Bank hochwertige Aktienfonds vertrieb und auf die professionelle Beratung ihrer Anlageberater setzte. Doch die aktuellen Daten zeigen: Ant Group ist jetzt der Marktführer bei Aktienfonds (Anlagekategorien mit hohem Risiko), während China Merchants Bank eher auf konservative Anlageprodukte (Anlagekategorien mit niedrigem Risiko) fokussiert ist.
Es geht hier nicht nur darum, wer mehr verkauft – dahinter stecken völlig unterschiedliche Geschäftsmodelle und Strategien der beiden Giganten. Ich werde die Fondsvertriebsdaten für das erste Halbjahr 2026 in fünf Schlüsselpunkte aufteilen, damit ihr dieses spannende Geschehen verstehen könnt.
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1. Kernwende: Ant Group trägt einen Anzug, China Merchants Bank eine T-Shirt
Zunächst müssen wir eine offensichtliche Veränderung verstehen: eine „Genmutation“.
- Ant Group-Fonds (von „Yu’ebao“ zu „Aktienmanagern“):
Erinnert euch an 2017, als Ant Group gerade anfing? Die meisten Nutzer kamen von Yu’ebao und wagten es nicht, ihr Geld zu bewegen – sie kauften nur Geldmarktfonds (die jederzeit abgehoben werden konnten, allerdings mit niedriger Rendite). Damals hatte Ant Group kaum eine Präsenz auf dem Markt für Aktienfonds.
Heute ist es jedoch so: 60 % der Fonds von Ant Group sind Aktienfonds. Nicht nur, dass sie in der Größe weit vorne liegen, sie wachsen auch sehr schnell. Aus einer Plattform, die nur „Kleinbetragsanlagen“ anbot, ist sie zu einem Marktführer im Bereich der Aktienfonds geworden – insbesondere in den beliebten Bereichen KI und Technologie, wo Ant Group einen klaren Vorsprung hat.
- China Merchants Bank (von „Vorbild für Aktienfonds“ zu „Stabilitätsbasis“):
Früher zählten die zahlreichen professionellen Anlageberater von China Merchants Bank zu ihren Stärken; sie konnten komplexe Aktienfonds einfach erklären und an hochvermögende Kunden verkaufen.
Heute ist es so: Nur 47,2 % der Fonds von China Merchants Bank sind Aktienfonds; der Rest besteht aus Anleihen und anderen konservativen Produkten. Die Kundenzusammensetzung neigt sich stärker zur Sicherheit. Obwohl Aktienfonds ebenfalls zulegen, wird ihr Anteil durch die konservativen Produkte vermindert.
Zusammenfassung: Die Internetplattform Ant Group hat sich „veredelt“ und ist in den anspruchsvollen Bereich der Aktienfonds vorgedrungen; die traditionelle Bank China Merchants Bank hingegen hat ihre Stellung bei konservativen Anlagen gefestigt. Beide haben sich unbewusst in das jeweils andere verwandelt.
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2. Warum hat sich das geändert? Ant Groups „Trichter“ und China Merchants Banks „Kapitalumverteilung“
Warum dieser „Wechsel der Rollen“ stattgefunden hat? Das ist kein Zufall, sondern das Ergebnis aus Strategien und äußeren Umständen.
Ant Groups Entwicklung: Schritt für Schritt zu Aktieninvestoren
Ant Group hat etwas richtig gemacht: Sie hat eine stufenweise Anleitung für ihre Nutzer gewählt:
1. Erweiterung des Nutzerpools: Yu’ebao brachte eine große Anzahl junger Nutzer, die offen für das Internet sind und ein höheres Risikobewusstsein haben als ältere Menschen.
2. Trichterstrategie: Anstatt direkt Aktien zu verkaufen, bietet Ant Group zunächst kurzfristige Anleihen und konservative Produkte an. Wenn die Nutzer sich daran gewöhnt haben, leitet sie sie zu Indexfonds weiter – diese folgen dem Markt und erfordern keine aktive Auswahl von Aktien.
3. Effekt der Reichweite: Auf Internetplattformen gewinnt der, der Geld verdient. In einem Bärenmarkt, in dem Aktienfonds besonders profitabel sind, stellt Ant Group diese Produkte auf die Startseite und in Pop-up-Fenster – dadurch steigt die Verkaufszahl schnell.
4. Der Schlüssel: Indexfonds: Ant Group fördert aktiv Indexfonds und die „C-Klasse“-Anteile. Indexfonds sind weniger volatil als einzelne Aktien, was junge Nutzer dazu bringt, sie zu kaufen; die C-Klasse eignet sich für kurzfristige Investitionen.
China Merchants Banks passive Veränderung: Warum hat sich das Kapital verändert?
Der hohe Anteil an konservativen Produkten liegt nicht daran, dass Aktien nicht verkauft werden können, sondern daran, dass sich die Zusammensetzung der einfließenden Mittel verändert hat:
1. Negative Auswirkungen von Finanzprodukten: Im Jahr 2022 verloren Bankfinanzprodukte Geld; zudem sanken die Zinssätze für Bankgelder. Viele konservative, ältere Kunden zogen ihr Kapital aus Bankfinanzprodukten ab.
2. Rückkehr zu Banken: Diese Kunden wagten es nicht, auf Internetplattformen zu investieren und entschieden sich stattdessen für kurzfristige Anleihen und konservative Produkte bei China Merchants Bank.
3. KPIs der Anlageberater: China Merchants Banks Anlageberater verwalten nicht nur Fonds, sondern auch Konten, Versicherungen und andere Produkte. Für hochvermögende Kunden legen sie eine ausgewogene Portfoliozusammensetzung an.
4. Konsequenzen der Denkweise: China Merchants Bank war früher besonders gut darin, ausgewählte Aktienfonds zu verkaufen; sie legte zu wenig Wert auf Indexfonds, die eine durchschnittliche Markterendite bieten. Daher startete sie spät in diesem Bereich und hat zwar jetzt aufgeholt, aber der Ausgangspunkt ist immer noch niedrig.
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3. Gewinnfähigkeit im Vergleich: Ant Group ist 2,3-mal so profitabel wie China Merchants Bank
Da beide Fonds verkaufen, wer verdient mehr? Die Daten sind eindeutig: Pro 100 Euro an Anlagenvermögen verdient Ant Group 0,59 Euro; China Merchants Bank nur 0,25 Euro. Ant Groups Gewinnfähigkeit ist also 2,3-mal höher.
Warum dieser große Unterschied? Drei Hauptfaktoren spielen eine Rolle:
1. Verschiedene Produkte: Aktienfonds erzielen höhere Gewinne; die Verwaltungsgebühren sind höher, was mehr an den Vertriebspartnern verteilt wird. Bei Ant Group sind 60 % der Fonds Aktienfonds, bei China Merchants Bank nur weniger als 50 %.
2. Verschiedene Gebührenmodelle: Bei A-Klasse-Anteilen wird nur einmal eine Anmeldegebühr erhoben; bei C-Klasse-Anteilen wird täglich eine Vertriebsgebühr abgezogen. Ant Groups Indexfonds enthalten viele C-Klasse-Anteile, was zu regelmäßigen Einnahmen führt.
3. Häufigkeit des Handels: Ant Group-Nutzer sind jung, investieren kleine Beträge und handeln häufig; dies führt zu vielen Transaktionen und somit zu höheren Einnahmen. China Merchants Bank-Nutzer sind hochvermögend und investieren langfristig, was zu geringeren Einnahmen führt.
Kurz gesagt: Ant Group verdient durch Reichweite, häufigen Handel und kontinuierliche Vertriebsgebühren; China Merchants Bank durch große Vertriebsmengen und langfristige Investitionen. In einem Bärenmarkt ist Ant Groups Modell besonders effektiv.
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4. Indexfonds: Der „Schlüssel zum zukünftigen Markt**
Wenn Aktienfonds das „Fleisch“ des aktuellen Marktes sind, dann sind Indexfonds die „Knochen“ der Zukunft.
- Aktuelle Situation: Ant Group dominiert den Markt für Indexfonds (631 Milliarden Euro), während China Merchants Bank zwar schnell wächst (doppelte Zuwachsrate), aber mit einem viel kleineren Grundlagenwert (1474 Milliarden Euro) – der Unterschied beträgt 77 %.
- China Merchants Banks Erwachung: China Merchants Bank hat die Bedeutung von Indexfonds erkannt: Sie hat die Darstellung von Indexfonds auf der Startseite verbessert und eine Vielzahl von ETF-Verbindungsprodukten eingeführt, insbesondere C-Klasse-Anteile, um die Nutzung durch Kunden zu erleichtern.
- Zukünftige Entwicklung: China Merchants Bank wird voraussichtlich ihren Anteil an Indexfonds erhöhen, aber der Unterschied zu Ant Group wird sich nur langsam verringern. Denn Ant Groups Indexfonds sind „handelbar“, während China Merchants Banks Produkte eher auf langfristige Anlagen ausgerichtet sind.
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5. Zwei völlig unterschiedliche Geschäftsmodelle
Letztendlich sind Ant Group und China Merchants Bank nicht mehr nur Konkurrenten, sondern repräsentieren zwei völlig unterschiedliche Geschäftsmodelle:
Ant Group: Ein Online-Fonds-„Supermarkt“ mit Fokus auf Aktien und Reichweite – profitiert von großen Verkaufszahlen und dem Bärenmarkt.
- Vorteile: Hohe Gewinne in Bärenmärkten, große Flexibilität in der Umsatz- und Gewinnentwicklung.
- Nachteile: Hohe Rückgänge in Bärenmärkten; die Gewinne hängen stark vom Aktienmarkt ab.
China Merchants Bank: Eine umfassende „Wertmanagement-Plattform“ mit Fokus auf Kundenvermögen und Stabilität.
- Vorteile: Geringere Schwankungen, höhere Widerstandsfähigkeit gegen Risiken; Einnahmen aus verschiedenen Geschäftsbereichen sorgen für Stabilität.
- Nachteile: Schwächere Gewinnflexibilität im Fondsvertrieb; geringere Einnahmen pro Anlagevermögen.
Zukunftsperspektive:
- Kleine bis mittlere Vermögen: Ant Group wird weiterhin dominieren, da der Einstieg niedrig ist, das Erlebnis gut ist und die Reichweite groß ist.
- Hochvermögen: China Merchants Bank wird ihre Position halten, da das Vertrauen der Kunden hoch ist und die Dienstleistungen umfassend sind.
- Mittelklasse: Dieser Bereich wird zum Wettbewerbsbereich zwischen beiden Unternehmen.
Zusammenfassung:
Ant Group entwickelt sich zu einem Online-Fonds-„Supermarkt“ mit Fokus auf Aktien und Reichweite; China Merchants Bank zu einem umfassenden Wertmanager, der auf die Verwaltung von Kundenvermögen setzt. Für Investoren bedeutet dies: Wenn Sie hohe Renditen anstreben und kurzfristige Investitionen bevorzugen, ist Ant Groups Plattform geeignet; wenn Sie eine stabile Anlage suchen und professionelle Beratung benötigen, sind China Merchants Bank-Dienstleistungen unersetzlich.
Dieses spannende Geschehen hat gerade erst begonnen – der zweite Teil steht noch bevor.