AITO „nimmt das Steuer wieder in die Hand“: Ein Kapitalspiel um Gewinne, Macht und die Zukunft
Hallo zusammen, ich bin euer Finanzexperte. Heute wollen wir über ein wichtiges Ereignis sprechen, das sich am 15. September in der Automobilbranche und auf den Kapitalmärkten zugetragen hat: AITO (Ask Ocean Technology) hat die Kontrolle über die Autoherstellung zurückgeholt.
Einfach ausgedrückt: Seres (AITOs Muttergesellschaft) hört nicht mehr vollständig auf die Anweisungen von Huawei. Früher bestimmte Huawei, welches Auto hergestellt werden soll, wie es verkauft und beworben wird, während Seres für die eigentliche Produktion verantwortlich war. Jetzt möchte Seres diese Kernkompetenzen zurückerobern – Huawei übernimmt nur noch die Bereitstellung von Technologien (wie intelligente Fahrassistenzsysteme und Chips) und unterstützt Seres.
Sofort stürzten sowohl AITOs A- als auch H-Aktien ab. Viele Anleger waren verwirrt: Hatte AITO nicht gute Verkaufszahlen? Warum fielen die Aktien, sobald es unabhängig wurde?
Keine Sorge – hinter dieser Entscheidung steckt tatsächlich eine sorgfältig geplante „Entwöhnungsaktion“. Es handelt sich auch um eine Notwendigkeit, die Huawei und Seres nach dem Verlangsamungstrend der Verkaufszahlen in Anbetracht ziehen mussten. Ich werde diese Entwicklung in fünf Punkten für euch erklären, damit ihr den Hintergrund verstehen könnt.
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1. Warum die plötzliche „Trennung“?
Der Grund ist, dass es immer schwieriger wird, Gewinne zu erzielen.
Viele denken, AITO und Seres befänden sich in einer „Honeymoon-Phase“, aber tatsächlich hatten die beiden Unternehmen bereits seit einigen Monaten begonnen, ihre Zusammenarbeit zu überprüfen.
Hintergrund:
Im Jahr 2023 war Seres ein Unternehmen mit einem Verlust von 2,45 Milliarden Yuan und brauchte dringend die Hilfe von Huawei, um Autos zu verkaufen. Huawei unterstützte nicht nur mit Technologien, sondern war auch aktiv an der Produktdefinition, dem Marketing und sogar den Vertriebskanälen beteiligt. Das war sehr erfolgreich: Im Jahr 2024 verdreifachten sich Seres’ Einnahmen und es erzielte einen Gewinn von 5,946 Milliarden Yuan.
Der Wendepunkt war 2025:
Obwohl AITO im Jahr 2025 426.000 Autos verkaufte und die Einnahmen auf 165 Milliarden Yuan stiegen, stiegen die Gewinne kaum (nur um 10 Millionen Yuan). Warum?
- Die Kosten für den Verkauf stiegen: Die Verkaufskosten erhöhten sich von 19,1 Milliarden auf 24,1 Milliarden Yuan (plus 26%).
- Die Forschungs- und Entwicklungskosten stiegen: Die Ausgaben für Forschung und Entwicklung stiegen von 5,5 Milliarden auf 7,9 Milliarden Yuan (plus 42%).
Das ist wie das Betreiben eines Restaurants: Früher gab es viele Kunden, und es war lohnenswert, einen teuren Koch (Huawei) einzustellen. Jetzt wächst die Kundenzahl langsamer, aber die Kosten für den Koch, die Renovierung und das Marketing bleiben hoch. Der Besitzer stellt fest: „Wenn es so weitergeht, verdiene ich weniger, obwohl ich mehr verkaufe.“
Daher musste Seres lernen, selbst die Kontrolle zu übernehmen. Im ersten Halbjahr 2026 erlitt Seres sogar Verluste und hatte ein negatives Cashflow. Eine weitere Abhängigkeit von Huaweis umfassenden Dienstleistungen war zu teuer – es ging darum, die Kosten zu senken und die Gewinne zu schützen.
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2. Seres hat bereits heimlich an der Unabhängigkeit geübt
Die Ankündigung war keine spontane Entscheidung, sondern das Ergebnis von mindestens drei Monaten Vorbereitung.
Indizien:
- Namensänderung und neues Markenlogo: Ende Mai wurde Seres’ Tochtergesellschaft „LanDian Technology“ in „SaiDou Technology“ umbenannt. Danach tauchte eine neue Marke auf, die nicht mehr zum Huawei-automobilischen Markenbündnis „HongMeng ZhiXing“ gehörte. Seres gründete sein eigenes Team und arbeitete sogar mit ByteDance’ „DouBao“-Großmodell zusammen, um das intelligente Fahrerhaus selbst zu entwickeln.
- Hintergrund: Huawei stellt keine Autos her, und ByteDance auch nicht – aber Seres wollte herausfinden: Kann ich ohne Huaweis Unterstützung eigenständig intelligente Autos entwickeln?
Weitere Indizien:
Im Jahr 2024 kaufte Seres die Markenrechte und Patente von AITO für 2,5 Milliarden Yuan sowie 10 Prozent der Anteile an Huaweis „YinWang“-Gesellschaft für 11,5 Milliarden Yuan.
- Hintergrund: Seres möchte die Markenrechte und Technologien in eigenen Händen halten – es muss nicht unbedingt von Huawei abhängig sein, aber es möchte nicht jederzeit aus dem Projekt herausgeworfen werden.
Fazit:
Seres’ Strategie ist: „Ich nutze weiterhin Huaweis Technologien, aber ich entscheide selbst, wie das Auto gestaltet, verkauft und beworben wird.“ Es handelt sich nicht um eine Trennung, sondern um einen Wechsel von einer „vollständig organisierten Zusammenarbeit“ zu einer „Gleichberechtigten Partnerschaft“.
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3. Huaweis Dilemma: Zu wenige Ressourcen
Wenn man nur auf Seres schaut, könnte man denken, es sei gierig. Doch wenn man das gesamte „HongMeng ZhiXing“-System betrachtet, wird klar: Auch Huawei ist erschöpft und es fehlen Ressourcen.
Was bedeutet „fünf Marken“?
HongMeng ZhiXing hat derzeit fünf Autoherstellerpartner:
1. AITO (Seres)
2. ZhiJie (Chery)
3. XiangJie (BAIC)
4. ZunJie (Jianghuai)
5. ShangJie (SAIC)
Das Problem:
Früher konzentrierte sich Huawei auf AITO, aber jetzt teilen sich die fünf Hersteller die Ressourcen: Produktteams, Chiplieferungen, Vertriebskanäle und Marketingmöglichkeiten.
- Huawei verfügt nur über begrenzte Ressourcen: Produktteams, Chiplieferanten, Verkaufsstellen und PR-Möglichkeiten.
- AITO macht den größten Anteil aus: In den ersten acht Monaten verkaufte HongMeng ZhiXing 236.600 Autos, wovon AITO 162.700 (fast 70%) stammten.
Folge:
Die anderen Hersteller (Chery, BAIC usw.) bemerken, dass Huawei zu viel Energie in AITO investiert und ihre eigenen Produkte nicht gut genug beworben werden.
- Für Huawei: Wenn AITO einen Schritt zurücktritt und die Verantwortung für Produktdefinition, Marketing und Vertrieb übernimmt, kann Huawei sich auf andere Marken konzentrieren.
- Für AITO: Auch wenn es die „pflegerische“ Unterstützung von Huawei verliert, erhält es mehr Autonomie und geringere Kosten.
Diese Anpassung ist also eine interne Umverteilung der Ressourcen innerhalb von HongMeng ZhiXing. AITO „graduiert“ und macht Platz für neue Marken, die mehr Hilfe benötigen.
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4. Warum kann AITO nicht vollständig weg? Weil es ein „Goldenes Zeichen“ ist
Man könnte fragen: Wenn AITO unabhängig werden möchte, warum tritt es dann nicht einfach aus HongMeng ZhiXing aus?
Antwort: AITO ist das „Gütesiegel“ von HongMeng ZhiXing.
Der Wert von AITO:
Bis Januar 2026 hatte AITO das 100.000. Auto produziert – das zeigt:
1. Huaweis Technologie ist zuverlässig: Kunden vertrauen auf „Huawei-Fahrassistenzsysteme“.
2. Das Konzept funktioniert: Nachfolgemarken wie XiangJie und ZunJie konnten schnell den Markt erobern, weil die Kunden bereits das Konzept „Huawei-Autos“ akzeptiert hatten.
Wenn AITO vollständig weggeht:
- Für Huawei: Es würde bedeuten, dass das „Huawei-Auto-Modell“ gescheitert ist.
- Für die anderen Marken: Würden AITO und andere auch weggehen, wäre das ein Zeichen für das Zerfallen von HongMeng ZhiXing.
- Für AITO: Ohne den „Markenstatus“ von Huawei würde die Wettbewerbsfähigkeit auf dem Hochendmarkt stark sinken.
Der ideale Zustand:
AITO bleibt im HongMeng-ZhiXing-System, aber die Geschäftsführung bleibt bei AITO.
- Für AITO: Es spart Kosten und gewinnt mehr Autonomie.
- Für Huawei: Es spart Ressourcen und behält das Gesicht wach (AITO bleibt, was das Konzept erfolgreich macht).
- Für die anderen Marken: Es gibt weniger Konkurrenten um Ressourcen und mehr Beispiele für erfolgreiche Geschäftsmodelle.
Es handelt sich um ein fein abgewogenes „Halbunabhängigkeitsmodell.
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5. Sorgen der Kapitalmärkte: Kann AITO damit umgehen?
Zurück zur Frage der fallenden Aktienkurse: Warum sind die Investoren so besorgt?
Hauptsorge: Fähigkeitslücke: In den letzten Jahren waren AITOs guten Verkaufszahlen darauf zurückzuführen, dass Huawei stark war – nicht auf AITOs eigenen Leistungen.
- Huawei bestimmte Produkte (z. B. die erfolgreichen Modelle M7 und M9).
- Huawei unterstützte das Marketing (Yu Chengdong trat persönlich für AITO ein).
- Huawei unterstützte den Vertrieb (durch seine eigenen Geschäfte).
Jetzt sagt Huawei: „Das überlasse ich dir.“
- Kann AITO das alleine schaffen? Bisher war AITO nur ein „Zulieferer“; jetzt muss es zu einem „Markenbetreiber“ werden.
Risiken:
1. Produktdefinition: Ohne Huaweis kreative Ideen – kann AITO ein weiteres erfolgreiches Produkt entwickeln?
2. Marketing: Ohne Yu Chengdongs Unterstützung und Huaweis PR-Möglichkeiten – kann AITO die hohe Popularität aufrechterhalten?
3. Vertrieb: Wird Aitos eigenes Vertriebsnetz die hohen Verkaufszahlen bewältigen können?
Die Logik der Investoren:
Bisher kauften sie AITO-Aktien in der Hoffnung auf Erfolge, die auf Huaweis Unterstützung beruhten. Jetzt, da Huawei nur noch Technologien liefert, muss Aitos eigene Wertigkeit neu bewiesen werden. Wenn AITO nicht zeigen kann, dass es ohne Huawei erfolgreich ist, wird der Aktienkurs sinken.
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Fazit
AITO hat die Kontrolle über die Autoherstellung zurückgeholt – es handelt sich nicht um eine einfache Trennung, sondern um eine reife „Entwöhnungsaktion“.
1. Für AITO: Ein Übergang von einem „Angestellten“ zu einem „Unternehmer“, der selbst Geld verdienen und Kosten kontrollieren muss.
2. Für Huawei: Ein Rückzug von der „Pflegerolle“ zur „Technologieanbieterrolle“, um mehr Partner zu unterstützen.
3. Für die Branche: Ein Zeichen dafür, dass der chinesische Neuwagenmarkt in eine Phase der „detaillierten Betriebsführung“ eintritt. Die Zeit der Gewinne durch Marktpräsenz und Konzepte ist vorbei; jetzt geht es darum, wer die besten Kostenkontrollen und Markenstrategien hat.
Zusammenfassung:
AITO hat die Kontrolle über die Autoherstellung nicht vollständig abgegeben, sondern möchte nur nicht mehr alles von Huawei überlassen. AITO muss zeigen, dass es auch ohne den „Markenstatus“ von Huawei erfolgreich sein kann. Dieser „Test“ hat gerade erst begonnen.