Neueste Stellungnahme von Zentralbankpräsident Pan Gongsheng: Warum bedeutet weniger Kreditvergabe nicht, dass es an Geld mangelt?
Hallo zusammen, ich bin euer Finanzbeobachter. In letzter Zeit gibt es im Markt eine gewisse Besorgnis: „Warum scheint die Kreditvergabe durch die Banken langsamer zu werden? Liegt das daran, dass die Finanzwirtschaft die Unterstützung für die Realwirtschaft verringert? Haben wir nicht mehr genug Geld?“
Am 16. September veröffentlichte Pan Gongsheng, der Präsident der People’s Bank of China, einen wichtigen Artikel, der dieser Besorgnis einen Dämpfer aufsetzte und gleichzeitig eine sehr klare Richtung vorgab: Man darf die Unterstützung der Finanzwirtschaft für die Realwirtschaft nicht einfach nur anhand des „Kreditwachstums“ messen.
Das ist wie früher, wenn man die Gesundheit einer Person beurteilte, indem man schaute, wie viele Schüsseln Reis sie gegessen hat. Heute stellt sich heraus, dass sie zwar weniger Reis isst, aber mehr und ausgewogener Gemüse, Obst und Proteine zu sich nimmt – und dadurch sogar gesünder wird.
Im Folgenden werde ich diesen langen Artikel in fünf Kernpunkte zerlegen, damit Sie die tiefgreifenden Veränderungen in der chinesischen Finanzwirtschaft vollständig verstehen können.
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1. Zusammenfassung der Kernpunkte: Vom „Betrachten der Gesamtmenge“ zum „Betrachten der Struktur“
Kurz gesagt: Die chinesische Finanzwirtschaft durchläuft eine „Umstrukturierung“ und einen „Wandel der Antriebskräfte“. Das Modell, bei dem die Immobilien- und Infrastrukturbranche die Kredite dominierte, ist vorbei. Stattdessen wird die Finanzwirtschaft zunehmend durch Technologie und grüne Industrien angetrieben, die auf Eigenkapital und Anleihen basieren. Daher ist es normal, dass das Kreditwachstum langsamer wird – und sogar positiv, denn das Geld fließt in effizientere Bereiche.
- Hintergrund: Der Markt befürchtete zuvor einen „Kreditstopp“ oder einen „Einsturz der Finanzdaten“.
- Antwort: Präsident Pan Gongsheng betonte, dass dies ein unvermeidliches Ergebnis der wirtschaftlichen Strukturanpassung sei.
- Neue Ausrichtung: Diese Entwicklung legt den Grundstein für die „15. Fünfjahresplan-Periode“ und etabliert ein neues Gleichgewicht zwischen „direkter Finanzierung“ (Aktien, Anleihen) und „indirekter Finanzierung“ (Bankkredite).
- Folgerung: Eine Verlangsamung des Kreditwachstums bei gleichzeitiger Verbesserung der Qualität wird zur Norm – die Maßstäbe für die Bewertung der Finanzwirtschaft haben sich geändert.
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2. Tiefer Einblick 1: Warum war früher mehr Kredit gut, und warum ist weniger Kredit jetzt normal?
Um diese Veränderung zu verstehen, müssen wir ein Konzept verstehen: „Kreditdichte“.
- Die Ära der „schweren Vermögenswerte“ (hohe Kreditdichte): Die chinesische Wirtschaft wurde früher durch Immobilien, Straßenbau und traditionelle Fabriken angetrieben. Diese Branchen zeichneten sich durch hohe Investitionen und lange Zyklen aus; als Sicherheit dienten Immobilien und Gebäude.
- Beispiele: Im Transportwesen entsprach beispielsweise jedes erzeugte Wertes von 1 Yuan etwa 3,3 Yuan an Krediten; die Immobilienbranche sogar 1,7 Yuan.
- Folgen: Banken bevorzugten solche Kunden, da die Sicherheiten ausreichend waren und die Risiken scheinbar kontrollierbar waren – die Kreditvolumina waren daher sehr hoch.
- Die Ära der „leichten Vermögenswerte“ (niedrige Kreditdichte): Heute wird die Wirtschaft durch technologische Innovationen, hochwertige Produktion und erneuerbare Energien angetrieben. Diese Branchen zeichnen sich durch geringe Investitionen und einen hohen Anteil an Know-how und Patenten aus; als Sicherheiten dienen eher immaterielle Werte.
- Beispiele: Im Dienstleistungssektor entspricht beispielsweise jedes erzeugte Wertes von 1 Yuan nur etwa 0,1 Yuan an Krediten.
- Folgen: Solche Unternehmen benötigen weniger Bankkredite; sie benötigen eher Risikokapital (VC/PE), Aktienemissionen oder die Ausgabe von Anleihen.
Einfaches Beispiel: Früher brauchte man viel Geld, um Ziegel und Beton für den Hausbau zu kaufen (Bankkredite); heute braucht man vor allem Fachkräfte und Zeit für die Chipentwicklung (Eigenkapitalfinanzierung). Wenn man die Entwicklung eines Chipunternehmens immer noch anhand der Menge der Kredite beurteilt, liegt man falsch. Die sinkende Kreditquote ist daher auf eine Veränderung der Wirtschaftsstruktur zurückzuführen – nicht auf mangelnde Aktivität der Banken.
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3. Tiefer Einblick 2: Die „Haupttruppen“ der Finanzierung haben gewechselt; direkte Finanzierung übertrifft erstmals die Kreditvergabe
Dies ist ein historischer Wendepunkt: Lange Zeit stammte das Geld chinesischer Unternehmen hauptsächlich aus Bankkrediten (indirekte Finanzierung). Doch jetzt hat sich das geändert.
- Wichtige Daten:
- Bis 2013: Mehr als 80 Prozent der neuen sozialen Finanzierungen stammten aus Bankkrediten.
- Prognose für 2025: Die Kombination aus Unternehmensanleihen, Staatsanleihen und Aktienfinanzierungen macht etwa 47% aus – das übertrifft erstmals die Bankkredite.
- Jüngste Daten (August): Die neuen Kredite aus Unternehmensanleihen, Aktien und Staatsanleihen machen insgesamt 50,3% aus.
- Was bedeutet das?
1. Risikodiversifizierung: Früher lag das Risiko bei den Banken; heute wird es auf den Aktien- und Anleihenmärkten verteilt, getragen von zahlreichen Investoren – das Finanzsystem ist stabiler.
2 Bessere Anpassung an Innovationen: Technologieunternehmen sind risikoreich; Banken zögern, Kredite zu gewähren, aber Risikokapitalgeber (VC) sind bereit zu investieren, da die Renditen hoch sein können. Direkte Finanzierung (z. B. IPOs) eignet sich besser für solche risikoreichen Bereiche.
3 Veränderung der Rolle der Banken: Banken sind nicht mehr nur „Kreditgeber“, sondern werden zu „umfassenden Finanzdienstleistern“, die Unternehmen bei der Ausgabe von Anleihen, Investmentbankdienstleistungen und der Bereitstellung von umfassender Unterstützung helfen.
Einfaches Beispiel: Früher aßen alle in derselben großen Kantine (Bank); jetzt gehen viele in verschiedene Spezialrestaurants (Aktien-, Anleihenmärkte). Die Kantine (Bank) ist immer noch wichtig, aber nicht mehr die einzige Option – und sie bietet auch Lieferdienste und maßgeschneiderte Produkte an.
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4. Tiefer Einblick 3: Wie ändert sich die Geldpolitik? Vom „Kontrollieren der Menge“ zum „Einstellen der Temperatur“
Da Kredite nicht mehr der einzige Indikator sind, wie regelt die Zentralbank das Geld? Präsident Pan Gongsheng erklärte das neue Konzept der Geldpolitik: „Minderer Fokus auf die Menge, stärkerer Fokus auf die Preise“.
- Minderer Fokus auf die Menge: Früher achtete die Zentralbank sehr auf Zahlen wie das Wachstum von M2 (Gesamtwährung) und Kreditbeständen – wie auf die Menge des fließenden Wassers.
- Heute: Diese Indikatoren dienen nur noch als Beobachtungs- und Referenzwerte. Die Zentralbank konzentriert sich nicht mehr darauf, wie viele Kredite in einem Jahr vergeben werden müssen, sondern darauf, ob die gesamte Finanzsituation locker ist.
- Grund: Die Gesamtmenge der sozialen Finanzierungen liegt bereits bei über 460 Billionen Yuan; ein weiteres Streben nach hohem Wachstum würde dazu führen, dass Geld im Finanzsystem „herumkreist“ (ohne in die Realwirtschaft zu fließen) und die Verschuldung erhöhen würde, was nicht gut wäre.
- Stärkerer Fokus auf die Preise: Die Zentralbank wird sich auf die Steuerung der Zinssätze konzentrieren, um sicherzustellen, dass die Kapitalkosten angemessen sind.
- Ziel: Die Zinssätze sollen marktorientiert gestaltet werden, damit das Geld an die effizientesten Bereiche fließt.
- Bekämpfung von „Intrikten“: Es wird auch darauf hingewiesen, dass die „intriköse“ Konkurrenz in der Finanzwirtschaft und die sinnlose Zirkulation von Geld beseitigt werden müssen.
Einfaches Beispiel: Früher versuchten Banken, Kunden durch Preiskämpfe zu gewinnen oder ließen das Geld im Banksystem „herumkreisen“, um Leistungen zu erzielen. Jetzt sollen solche ineffizienten Praktiken verboten werden, damit die Banken wieder ihrer eigentlichen Aufgabe nachgehen und den Unternehmen tatsächliche Unterstützung bieten.
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5. Was bedeutet dies für Privatpersonen, Unternehmen und Banken?
Diese Veränderungen betreffen uns alle direkt:
- Für Banken: Der Fokus liegt nicht mehr nur auf der Erweiterung des Geschäfts; es geht um die Verbesserung der Struktur. Die Banken müssen ihre Fachkompetenzen steigern und Unternehmen bei der Ausgabe von Anleihen, bei Investitionen in Aktien und bei Beratungsdiensten unterstützen. Die Bewertungskriterien ändern sich; es wird nicht mehr nur auf die Kreditmenge am Jahresende geachtet, sondern auch auf die Kreditqualität, die Umschlagshäufigkeit und die Rendite nach Risikoanpassung.
- Für Unternehmen: Die Finanzierungsmöglichkeiten sind vielfältiger geworden – allerdings erfordern sie eine höhere Fachkompetenz. Traditionelle Unternehmen können weiterhin Kredite erhalten, aber die Konditionen und Zinssätze werden marktorientierter sein. Technologie- und Leichtvermögensunternehmen haben mehr Chancen; sie benötigen nicht unbedingt Immobilien als Sicherheit und können über Eigenkapitalfinanzierung oder Anleihen Geld erhalten. Allerdings müssen sie ihre Finanzen transparenter gestalten, da sie es mit professionellen Kapitalanlegern zu tun haben.
- Für Privatpersonen: Die Investitionsmöglichkeiten werden vielfältiger – allerdings muss man sein finanzielles Wissen erweitern, da die Risiken höher sind. Bei der Geldanlage (z. B. durch Finanzprodukte) ist es wichtig, die Risiken zu verstehen und nicht blind zu investieren.
- Für die Makroebene: Eine stabile Verschuldung hilft dabei, die makroökonomische Verschuldung zu kontrollieren und eine gesündere, widerstandsfähigere Wirtschaft zu schaffen.
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Fazit
Präsident Pan Gongshengs Artikel sagt dem Markt damit: Keine Panik – es mangelt nicht an Geld, sondern das Geld wird „intelligenter“ eingesetzt.
Die chinesische Finanzwirtschaft verabschiedet sich von einem „extensiven Wachstum“ und bewegt sich hin zu einer „detaillierteren Allokation“ von Ressourcen. Eine Verlangsamung des Kreditwachstums ist kein Zeichen für eine Rezession, sondern ein „Schmerzprozess“ und eine Anpassungsphase der Wirtschaftsstruktur.
Für Privatpersonen ist es wichtig, dies zu verstehen:
1. Betrachten Sie nicht nur die Bankzinsen, um die wirtschaftliche Situation zu beurteilen.
2. Achten Sie auf die Aktivität auf den Kapitalmärkten – sie spiegelt die Vitalität der neuen Wirtschaft wider.
3. In Zukunft werden sowohl die Finanzierung von Unternehmen als auch die persönliche Geldanlage eine höhere Fachkompetenz erfordern, da die „einfache“ Ära vorbei ist und eine „detaillierte“ Ära beginnt.
Das ist die Kernlogik der aktuellen chinesischen Finanzwirtschaft: Strukturanpassung > Gesamtmengeexpansion, Effizienzsteigerung > Größenwachstum.