100.000 Nutzer, 10 Milliarden US-Dollar: Ein sorgfältig inszeniertes „Blumenwerfen“-Spiel
Hallo zusammen, ich bin euer Finanzbeobachter. Heute sprechen wir nicht über eine einfache Finanzierungsmeldung, sondern über eine große Inszenierung rund um die „Wertungsmagie“, die im Silicon Valley – und weltweit – stattfindet.
Die Hauptfigur dieser Geschichte ist ein AI-Start-up namens Instinct. Seine Geschichte klingt wie aus einem Märchen: Der Gründer ist erst 23 Jahre alt, das Unternehmen existiert noch nicht einmal ein Jahr, das Produkt befindet sich noch in der Beta-Phase und es hat nur 100.000 Nutzer – doch die Bewertung stieg innerhalb eines Monats von 2,5 Milliarden auf 10 Milliarden US-Dollar.
Ist das vernünftig? Ohne die dahinterstehende Logik der Kapitaloperationen würde man meinen, das sei verrückt. Doch wenn wir die Details genauer betrachten, erkennen wir, dass es sich um ein ausgeklügeltes, fast schon „standardisiertes“ Kapitalspiel handelt. Heute werde ich diese „Hülle“ mit einfachen Worten durchschneiden und zeigen, wie diese 10 Milliarden US-Dollar „entstanden“ sind – und wer daran verdient und wer die Rechnung zahlt.
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Kernzusammenfassung: Es geht nicht um Produkte, sondern um „Geschwindigkeit“
Ein Satz zum Verständnis: Die Bewertung von 10 Milliarden US-Dollar für Instinct steht in keinem Zusammenhang mit den Produktfähigkeiten, der Nutzerzahl oder den Einnahmen des Unternehmens. Es handelt sich um einen künstlich erzeugten Buchwert, der durch ein Verfahren namens „Tranched Rounds“ der Risikokapitalgeber (VCs) geschaffen wurde. Die VCs legen nicht den tatsächlichen Wert des Unternehmens fest, sondern die „Geschwindigkeit“ seines Wachstums. Dies ist eine von Top-Kapitalisten geführte Blase, die auf Informationsasymmetrien und dem FOMO-Phänomen (Angst, etwas zu verpassen) basiert – letztendlich zahlen dafür normale Investoren, Mitarbeiter und die Altersvorsorge der Öffentlichkeit.
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Detaillierte Analyse: Fünf Dimensionen, um dieses Kapitalspiel zu verstehen
Dimension 1: Das Produkt ist schwach, die Geschichte ist stark – die absurde Realität von „100.000 US-Dollar pro Nutzer“
Lassen Sie uns zunächst genauer betrachten, um was es bei Instinct wirklich geht:
- Produktform: Ein AI-Personalassistent, der E-Mails beantwortet, Flugtickets bucht und Einkäufe erledigt.
- Aktueller Zustand: Noch in einer eingeladenen Beta-Phase; die Nutzerzahl hat gerade die Marke von 100.000 überschritten. Es gibt keine offiziellen Einnahmen, und der Gründer sagt sogar, er wolle keine Gebühren erheben und plane, durch Werbung Geld zu verdienen.
- Bewertung: 10 Milliarden US-Dollar.
Rechnung: 10 Milliarden US-Dollar ÷ 100.000 Nutzer = Jeder Nutzer ist 100.000 US-Dollar wert.
Was bedeutet das? Das ist um ein Vielfaches höher als der Wert der Nutzer von Apple.
Der Gründer Noah Shinn ist sicherlich talentiert und Autor von Top-AI-Publikationen – doch das erklärt die Bewertung nicht. In der normalen Geschäftswelt sollte die Bewertung auf Einnahmen, Wachstumspotenzial oder technischen Barrieren basieren. Hier dient das Produkt jedoch nur als Mittel. Die VCs kaufen nicht die Fähigkeiten des AI-Assistenten, sondern die Geschichte eines 23-jährigen Genies, das ein sehr schnell wachsendes Unternehmen gegründet hat.
Einfache Erklärung: Das ist wie wenn jemand Ihnen einen Lottoschein verkauft und sagt, er könnte 5 Millionen gewinnen – doch der Lottoschein selbst ist nur 5 Dollar wert. Sie kaufen nicht den Zettel, sondern die „Geschichte“ des möglichen Gewinns. Die aktuelle Bewertung von Instinct ist wie ein „Super-Lottoschein“, der noch nicht ausgelost wurde – und vielleicht nie ausgelost wird.
Dimension 2: Die Blackbox des Kapitals – Wie „Tranched Rounds“ eine falsche Wertung erzeugen
In den Nachrichten wird ein Schlüsselbegriff erwähnt: „Tranched Rounds“. Dies ist der Schlüssel zum Verständnis dieses Wertanstiegs:
1. Erste Runde (reale Transaktion): Die VCs investieren den größten Teil des Kapitals zu einer niedrigeren Bewertung (z. B. 2,25 Milliarden US-Dollar). Das ist der Preis, den sie tatsächlich akzeptieren.
2. Zweite Runde (Marketingwerkzeug): In derselben Runde oder in der nächsten Runde investieren die VCs einen kleinen Teil des Kapitals zu einer viel höheren Bewertung (z. B. 10 Milliarden US-Dollar).
3. Öffentliche Kommunikation: Nur die Bewertung von 10 Milliarden US-Dollar wird bekannt gegeben.
Ergebnis:
- Für die VCs: Der Großteil des Kapitals wurde zu einem günstigen Preis gekauft, nur ein kleiner Teil zu einem hohen Preis – der Durchschnittskosten liegt weit unter 10 Milliarden.
- Für den Markt: Die Öffentlichkeit sieht die Bewertung von 10 Milliarden und glaubt, das Unternehmen sei wirklich so wert – dadurch fließt mehr Kapital herein und erhöht die Begeisterung.
- Für die Gründer: Der Buchwert des Unternehmens steigt sofort, was die weitere Finanzierung oder den Verkauf der Anteile erleichtert.
Beispiele: Auch Mercor und Ineffable Intelligence haben auf diese Weise gehandelt. Bei Ineffable stieg der Aktienkurs innerhalb weniger Wochen um mehr als das 70-fache. Es handelt sich nicht um eine Entdeckung von Wert durch den Markt, sondern um die Erzeugung von Wert durch die VCs.
Dimension 3: Wer verdient Geld – und wer zahlt die Rechnung? – Die Interessensstruktur hinter der Blase
Blasen entstehen nicht aus dem Nichts; sie benötigen „Treibstoff“ und Käufer.
Wer verdient Geld (die Ersteller der Blase):
1. Frühe VCs (z. B. Sequoia, Benchmark):
- Verwaltungsgebühren: Unabhängig vom Erfolg des Unternehmens werden jährlich 2 % der Fondsgröße als Gebühr erhoben (z. B. 100 Millionen US-Dollar pro Jahr).
Leistungsprovisionen: Wenn die Bewertung sich verdoppelt, erhalten sie 20 % des Gewinns.
Rufkapital: Ein Investment in das „nächste Unicorno“ hilft bei der Finanzierung des nächsten Fonds.
2. Gründer: Sie können durch den Verkauf ihrer Anteile in jeder Finanzierungsrunde Geld verdienen – ohne auf einen Börsengang warten zu müssen.
3. Intermediäre (FAs, Anwaltskanzleien): Sie erhalten 1–3 % der Transaktionssumme und tragen kein Risiko.
Wer zahlt die Rechnung (die Käufer der Blase):
1. LPs (Limited Partners): Altersvorsorgefonds, Universitätsstiftungen, Versicherungsgesellschaften – sie sind die eigentlichen Investoren. Ihr Geld fließt in diese hochbewerteten Projekte. Wenn die Blase platzt, leiden ihre Altersvorsorgefonds.
2. Spätere Investoren: Institutionen und Privatpersonen, die von der Bewertung von 10 Milliarden angezogen werden und zu einem hohen Preis investieren. Sie kaufen den Höhepunkt der Blase.
3 Normaler Mitarbeiter: Sie besitzen Optionen und glauben, das Unternehmen sei 10 Milliarden wert – doch wenn die Bewertung fällt, verlieren ihre Optionen ihren Wert oder sie stehen sogar in der Verlustposition.
4 Öffentliche Investoren: Sie tragen indirekt das Risiko durch ihre Investitionen in verwandte Unternehmen (z. B. Nvidia, Microsoft).
Einfache Erklärung: Es handelt sich um ein „Blumenwerfen“-Spiel: Die VCs und Gründer sind diejenigen, die die Karten verteilen; sie erhöhen die Geschwindigkeit, um mehr Menschen ins Spiel zu ziehen. Wenn der „Rhythmus“ der Finanzierung aufhört, fällt das Risiko auf diejenigen, die noch im Spiel sind. Die VCs haben bereits ihre Anteile verkauft.
Dimension 4: Warum gerade jetzt? – „Geschwindigkeit“ wird zum neuen Bewertungskriterium
Warum sind die VCs plötzlich so verrückt? Weil sich die Spielregeln geändert haben:
Früher achteten die VCs auf Einnahmen, Wachstum und technische Barrieren. Heute geht es um die Geschwindigkeit – wie lange es dauerte, von 0 auf 10 Milliarden zu kommen, wie attraktiv die Geschichte des Unternehmens ist und ob es „das nächste OpenAI“ sein könnte.
Zahlenbelege:
- Im ersten Quartal 2026 flossen weltweit 297 Milliarden US-Dollar in die AI-Branche; 81 % davon gingen an AI-Unternehmen.
- Zehn unprofitable AI-Unternehmen sahen ihre Bewertung innerhalb von 12 Monaten um 1 Billion US-Dollar steigen.
- Cognition verdoppelte seine Bewertung innerhalb von vier Monaten und verbrauchte jährlich 800 Millionen US-Dollar.
Logische Lücken: Diese Bewertungsmethode ist äußerst instabil – sie basiert nicht auf Fundamentalen, sondern auf Emotionen und Geschwindigkeit. Sobald das Wachstum langsamer wird, bricht die Bewertung sofort zusammen.
Einfache Erklärung: Das ist wie mit „Spekulationsaktien“ an der Börse: Niemand interessiert sich dafür, ob das Unternehmen Geld verdient – nur, wie schnell es steigt. Solange es weiter steigt, kaufen Menschen es. Sobald es nicht mehr wächst oder leicht fällt, breitet sich Panik aus und die Bewertung stürzt ab.
Dimension 5: Wer fällt zuerst, wenn die Blase platzt? – Die Risikoverbreitung und die Kettenreaktion
Viele glauben, dass nur kleine Unternehmen bei einem Platzen der Blase leiden. Doch das Risiko liegt tatsächlich in den scheinbar „sicheren“, hochbewerteten Unternehmen.
Risikoverbreitung:
1. Hochbewertete Unternehmen können nicht aussteigen: Wenn das Wachstum nicht erwartet wird, müssen sie bei der nächsten Finanzierung ihre Bewertung senken.
2. Optionen der Mitarbeiter verlieren an Wert: Kernmitarbeiter verlassen das Unternehmen, was die Wettbewerbsfähigkeit verringert.
3 Panik der Kunden: Kunden wechseln zu Produkten großer Unternehmen.
4 Teufelskreis: Das Unternehmen gerät in einen negativen Kreislauf und geht schließlich bankrott oder wird zu einem niedrigen Preis verkauft.
5 Auswirkungen auf den Markt: Wenn bedeutende AI-Unternehmen (z. B. Nvidia) schlecht abschneiden, leiden deren Aktienkurse – und damit auch die der gesamten Technologiebranche.
Chinesische Beispiele:
- MiniMax: Der Börsenwert fiel nach dem Börsengang um 80 %.
- ZhiPu: Der Börsenwert sank um fast eine Billion Hongkong-Dollar.
- Dada Robotics: Die Bewertung lag einst über 20 Milliarden, doch das Unternehmen ging bankrott.
Einfache Erklärung: Eine Blase platzt nicht langsam, sondern plötzlich – wie Dominosteine, die nacheinander umfallen. Sobald das Vertrauen verschwindet, geschieht das rapide.
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Fazit: Die Musik spielt noch – aber sehen Sie genau hin, wer auf dem Weg zur Tür ist…
Die Bewertung von 10 Milliarden US-Dollar für Instinct ist ein typisches Beispiel für eine „Kapitalgeschichte“. Sie erinnert uns daran:
1. Vertrauen Sie nicht blind auf Bewertungen: Sie sind das Ergebnis von Verhandlungen, nicht der Spiegel des wahren Wertes.
2. Seien Sie wachsam vor der „Geschwindigkeitsverehrung: Wenn der Markt nur Geschwindigkeit belohnt und nicht Qualität, entsteht eine Blase.
3. Kennen Sie die Interessensstrukturen: Wer kauft zu einem niedrigen Preis und wer erhält Gebühren? Wer trägt das Risiko?
Für die Allgemeinheit: Wenn Sie kein professioneller VC sind, versuchen Sie nicht, an diesem „Spiel“ teilzunehmen. Wenn Sie Aktien oder Optionen halten, achten Sie genau auf die grundlegenden Veränderungen solcher hochbewerteten, aber unprofitablen Unternehmen.
Abschließend: In einer Blase ist das Gefährlichste nicht, das Falsche gekauft zu haben – sondern zur falschen Zeit am falschen Ort zu stehen. Die Musik spielt noch – aber achten Sie darauf: Diejenigen in Anzügen, die Champagner trinken, bewegen sich bereits leise in Richtung Tür…