Wenn „Video-Anschauen“ zu „Spielens“ wird: Interaktive AI-Inhalte formen Ihre Bildschirmzeit neu
Hallo zusammen, ich bin Ihr Finanzjournalist. Heute sprechen wir über einen großen Trend, der langsam Ihre Nutzungsgewohnheiten mit dem Handy verändert.
Wenn Sie in letzter Zeit auf TikTok, Bilibili oder REDnote unterwegs waren, haben Sie vielleicht bemerkt, dass einige Inhalte nicht mehr nur dazu da sind, angesehen zu werden, sondern dass man unweigerlich hineinklickt, um daran teilzunehmen – sei es, an einem unterhaltsamen Test teilzunehmen, mit einem AI-Charakter zu chatten oder ein einfaches Interaktionsspiel zu spielen.
Das ist keine Illusion. Im zweiten Halbjahr 2026 haben die führenden inländischen Content-Plattformen (TikTok, Kuaishou, Bilibili, REDnote) alle auf einen neuen Bereich gesetzt: interaktive AI-Räume. Gleichzeitig hat der Staat die „Verordnung zur Kennzeichnung von künstlich generierten und synthetisierten Inhalten“ in Kraft gesetzt, was AI-Inhalten eine Art „engen Zauber“ auferlegt.
Was genau steckt dahinter? Ist es nur eine weitere kurzlebige Internetberühmtheitsblase – oder die „vierte Art von Inhalt“ nach Bildern, Videos und Live-Streaming? Lassen Sie uns das in einfachen Worten erklären und es aus fünf Aspekten betrachten.
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Aspekt 1: Phänomenale Hits – von „Zuschauen“ zu „Mitmachen“
Um diese Veränderung zu verstehen, müssen wir zwei kürzlich sehr beliebte Beispiele betrachten. Es handelt sich nicht um sorgfältig geplante Werbeanzeigen, sondern um Ergebnisse spontaner Begeisterung der Nutzer.
1. „SBTI“-Persönlichkeitstest: Eine von AI angetriebene soziale Party
Im April dieses Jahres hat der Bilibili-UP主 „Q Ruo Er Chuan Er“ einen Scherz-Persönlichkeitstest namens „SBTI“ ins Leben gerufen, um einen Freund davon abzuhalten, Alkohol zu trinken.
- Spielweise: 31 Fragen, Ergebnis in 5 Minuten.
- Ergebnis: Die Etiketten sind nicht „introvertiert/extrovertiert“, sondern „Ma Luo“ (Spott auf Arbeitnehmer), „Schenker ATM-er“ (die Leidtragenden), „Pseudo-Menschen“ usw.
- Wirkung: Die Teilnehmerzahl stieg schnell auf 100.000, die Server waren überlastet. Prominente wie Tsai Yilin und Marken wie Luckin Coffee und Starbucks veröffentlichten innerhalb von 24 Stunden ihre eigenen Versionen des Tests.
- Grund: Der Test trifft die Bedürfnisse junger Menschen nach „Geschichten erzählen“ und „sozialen Angeben“. Man macht den Test nicht nur, um das Ergebnis zu sehen, sondern um es zu zeigen, Gleichgesinnte zu finden oder sich über Freunde lustig zu machen.
2. „Schneeberg rettet den Fuchs“: Die virale Verbreitung eines AI-generierten Kurzfilms
Ein von AI erstellter Kurzfilm im „Shao-Style“ ohne Stars und Werbung erreichte fast 5 Milliarden Aufrufe auf TikTok, Bilibili und REDnote. Prominente wie Tsai Yilin und Lu Yuxiao beteiligten sich an der Interaktion, und die Nutzer hinterließen zahlreiche Kommentare.
Was zeigen diese Beispiele?
Der Konsum von Inhalten verändert sich: **von „einfachem Zuschauen“ zu „zweigweiser Interaktion“. Früher waren Sie nur Zuschauer, jetzt sind Sie Teilnehmer. Diese Art von „Teilnahmegefühl“ führt zu einer viel schnelleren Verbreitung als herkömmliche Videos.
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Aspekt 2: Der Kampf der Plattformen – Wie die vier Giganten ihren Platz sichern?
Angesichts des Höhepunkts des Short-Video-Booms suchen alle Plattformen nach neuen Wachstumsmöglichkeiten. Interaktive AI-Räume sind für sie eine gemeinsame Chance und ein neuer „Kampfplatz“. Jede Plattform geht dabei auf ihre eigene Weise vor:
1. TikTok: Schafft einen „Interaktiven Raum“, der auf Immersion und Zusammenarbeit mit IP-Charakteren setzt.
- Aktion: Im Juli 2026 wurde der „Interaktive Raum“ offiziell in der Beta-Version veröffentlicht.
- Merkmale: Es geht nicht nur um Chatten, sondern auch um leichte Spielfunktionen. Man kann mit virtuellen Charakteren sprechen, die Handlung wählen oder Simulationen spielen (z. B. den Link-Simulator).
- Höhepunkt: Kurzvideos können direkt in die interaktiven Erfahrungen übergehen. Zum Beispiel in „Nachdem ich in ein Buch eingetreten bin, beherrsche ich den Tyrannen durch Schmuse“. Man hört Stimmen, trifft Entscheidungen und erlebt eine hohe Immersion.
- Wirtschaftliche Logik: Durch die Zusammenarbeit mit IP-Charakteren wie dem Palast der Kaiserinnen, Disney oder „Dream of the West“ werden Marken von „gesehen“ zu „beteiligten Akteuren“.
2. Bilibili: Erste Plattform, die solche Funktionen eingeführt hat, mit Fokus auf einfache Kreationen.
- Aktion: Im Juni 2026 wurde die interaktive Plattform „Toy“ für die Webversion veröffentlicht.
- Merkmale: Mithilfe der „Vibe Coding“-Technologie können Kreative ihre Ideen in natürlicher Sprache beschreiben, und AI erstellt die entsprechenden Inhalte (z. B. ein MBTI-Testspiel).
- Ergebnis: Innerhalb weniger Monate wurden über 29,56 Millionen Interaktionen verzeichnet, darunter Hits wie „SBTI“ und „Big Dog Barks Tap“ (ein spielbares Spiel mit 8,33 Millionen Aufrufen).
- Logik: Die Plattform aktiviert die Community der Kreativen und schafft einen Kreislauf von „Video-Anschauen – Interaktion – Verweilzeit“.
3. Kuaishou: Rekrutiert Kreative und konzentriert sich auf drei Hauptkategorien.
- Aktion: Im Juli 2026 wurde die Fähigkeit zur Erstellung von interaktiven Inhalten angekündigt, und die ersten Kreative wurden rekrutiert.
- Fokus: Interaktive Handlungen, Gespräche mit AI-Charakteren und leichte interaktive Apps.
- Logik: Kuaishou-Nutzer sind eher an interaktiven Handlungen und Charakterbegleitung interessiert.
4. REDnote: Passt sich der Community an und konzentriert sich auf praktische Inhalte.
- Aktion: Im Juli 2026 wurde der „Small Tools“-Bereich eingeführt.
- Merkmale: Interaktive Inhalte werden direkt unter den Notizen angezeigt, ohne dass die App verlassen werden muss.
- Unterschied: Im Gegensatz zu TikTok, der eher unterhaltsam ist, legt REDnote Wert auf Praktikabilität. Zum Beispiel Hauttyp-Tests, Outfit-Kombinationen, Make-up-Tests.
- Logik: Dies passt perfekt zu den „Konsumentscheidungen“ auf REDnote. Nachdem man die Outfit-Notizen gelesen hat, kann man die von AI generierten Ergebnisse direkt ausprobieren, was die Konversionsrate erhöht.
Fazit: TikTok setzt auf „Ökologie und IP-Charaktere“, Bilibili auf Kreationstools, Kuaishou auf Inhaltskategorien, REDnote auf **praktische Anwendungen*. Alle Plattformen konkurrieren um den Markt für interaktive AI-Inhalte – aber mit unterschiedlichen Ansätzen.
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Aspekt 3: Warum jetzt? Die Schnittstelle dreier treibender Kräfte
Warum ist der Ausbruch interaktiver AI-Inhalte genau im Jahr 2026? Es ist kein Zufall, sondern das Ergebnis der Kombination aus Technologie, Markt und Kapital:
1. Technologischer Fortschritt: Die Hürden für die Erstellung von Inhalten sind dramatisch gesunken.
- Früher: Für ein kleines Spiel oder eine interaktive Handlung waren mindestens drei bis fünf Personen benötigt, die wochenlang zusammenarbeiteten.
- Heute: Mit AI-Programmierungstools (z. B. Vibe Coding) kann jeder Kreative mit natürlicher Sprache Anforderungen beschreiben, und AI erstellt verwertbare Inhalte.
- Bedeutung: Jeder kann mitmachen. Kreation ist nicht mehr nur das Privileg von Fachteams, sondern ein Recht für alle Nutzer.
2. Marktsituation: Der Short-Video-Boom erreicht seinen Höhepunkt, und es wird dringend nach neuen Wachstumsmöglichkeiten gesucht.
- Zahlen: Laut Questmobile machten Short Videos im Februar 2026 30,9 % der gesamten Nutzungszeit aus – ein Zuwachs von nur 1,3 Prozentpunkten im Jahresvergleich. Das Wachstum verlangsamt sich.
- Probleme: Die Nutzungszeit steigt weiter (durchschnittlich 192,2 Stunden pro Monat), aber der Anteil von Short Videos nimmt ab, und die Inhalte werden immer gleichförmiger.
- Lösung: Plattformen benötigen neue Formate, um die Aufmerksamkeit der Nutzer wieder zu gewinnen. Interaktive AI-Räume ermöglichen es, das passive Surfen in aktive Teilnahme zu verwandeln und die Verweilzeit der Nutzer zu verlängern.
3. Kapital: Ausländische Erfolge haben das Geschäftspotenzial bestätigt.
- Beispiele:
- Loopit (interaktive Version von TikTok): Ein 15 Sekunden langer AI-Interaktivvideo wurde von Elon Musk geteilt und erzielte innerhalb einer Nacht Millionen Aufrufe; die Plattform sammelte innerhalb von sechs Monaten fast 100 Millionen US-Dollar an Investitionen.
- Aippy (AI-Spielplattform): Im Juni 2026 sammelte sie mehrere Millionen US-Dollar an Investitionen und wurde mit einem Wert von 250 Millionen US-Dollar bewertet; sie konzentriert sich auf die Erstellung von Spielen mit null Einstiegshürden.
- Signal: Im ersten Halbjahr gab es weltweit über 20 Investitionen in den Bereich der interaktiven AI-Inhalte, mit einem Gesamtwert von über 500 Millionen US-Dollar. Diese hohe Bewertung gibt den inländischen Plattformen mehr Mut, in diese Technologie zu investieren.
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Aspekt 4: Die Essenz der Veränderung – von „Inhalt“ zu „Service“
Die Essenz dieser Veränderung liegt nicht nur in der Hinzufügung einer neuen Funktion, sondern in einer Erweiterung der Inhaltsformate:
1. Durchbrechen der Grenzen zwischen „Erstellern“ und „Verbrauchern“
- Herkömmliches Modell: Kreative erstellen Inhalte, Nutzer schauen zu. Nutzer sind nur Empfänger.
- Interaktives Modell: Nutzer beteiligen sich am Erstellungsprozess (Wahl der Handlung, Eingabe von Befehlen, Erstellung von Ergebnissen). Nutzer sind „Mitgestalter“.
- Beispiel: Im SBTI-Test entscheiden Ihre Antworten über Ihre Etikette – Sie sind also „Mitgestalter“ des Inhalts.
2. Die Bedeutung sozialer „Währungen“
- Herkömmliche Videos: Das Teilen von Videos dient dazu, etwas Gutes zu empfehlen.
- Interaktive Inhalte: Das Teilen von interaktiven Ergebnissen dient dazu, die eigene Persönlichkeit, Meinung oder Stimmung zu zeigen.
- Selbstverbreitung: Die Viralität von SBTI zeigt, dass Nutzer nicht nur spielen, sondern auch ihre Ergebnisse zeigen und miteinander vergleichen. Diese Art der Selbstverbreitung ist bei herkömmlichen Videos unvergleichlich.
3. Erweiterung des Geschäftsmodells
- Vom Werben zum Erlebnis: Marken sind nicht mehr nur Werbung, sondern Teil des interaktiven Erlebnisses. Zum Beispiel erinnern sich Nutzer an die Marke Luckin Coffee durch das SBTI-Spiel.
4. Kritische Betrachtung: Ist es eine „trendige Entwicklung“ oder nur eine „kurzlebige Euphorie“?
Obwohl die Aussichten gut sind, dürfen wir nicht zu optimistisch sein. Interaktive AI-Inhalte stehen vor einigen Herausforderungen:
1. Die zeitliche Begrenztheit von Trends
- Probleme: Die aktuellen Hits (z. B. SBTI, Big Dog Barks Tap) basieren auf Internet-Trends und kurzfristigen Emotionen. Sobald der Trend vorbei ist, geht die Begeisterung zurück.
- Risiko: Es ist schwierig, langfristig stabile Inhalte zu schaffen. Was heute beliebt ist, könnte morgen schon nicht mehr interessant sein.
2. Starke Homogenisierung und Mangel an hochwertigen Inhalten
- Probleme: Mit sinkenden Erstellungsbarrieren fließen viele homogene Inhalte auf die Plattformen – Persönlichkeitstests, einfache Spiele, stereotype Interaktionen.
- Risiko: Nutzer können sich an solche Inhalte schnell sattsehen, und es fehlt an hochwertigen neuen Inhalten.
3. Möglicherweise keine „neue Community“, sondern nur eine „neue Kategorie“
- Ansicht: Einige Branchenbeobachter argumentieren, dass interaktive AI-Inhalte keine neuen breiten Communitys schaffen werden.
- Erklärung: Sie entwickeln sich eher innerhalb von Super-Apps (wie TikTok, Bilibili) zu einer neuen Kategorie – nicht zu einer neuen Zugangsmöglichkeit wie WeChat oder TikTok damals.
4. Regulierungen und Kennzeichnungen
- Hintergrund: Im September 2026 wurde die „Verordnung zur Kennzeichnung von künstlich generierten und synthetisierten Inhalten“ in Kraft gesetzt.
- Auswirkungen: Alle von AI generierten Inhalte müssen klar als „von AI erstellt“ gekennzeichnet werden.
- Bedeutung: Dies ist sowohl eine regulatorische Anforderung als auch eine Branchenstandardsetzung. Sie fördert das Vertrauen der Nutzer und verhindert betrügerische Inhalte, erhöht aber auch die Compliance-Kosten der Plattformen.
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Fazit: Eine Chance für einen „Überholvorgang auf der Kurve“
Während der Short-Video-Boom seinen Höhepunkt erreicht und der Live-Commerce in eine Phase des Wettbewerbs eintritt, kann jede neue Form, die die Aufmerksamkeit der Nutzer wieder gewinnen kann, eine Chance für Plattformen sein, auf der Kurve voranzukommen.
Interaktive AI-Räume werden vielleicht nicht Short Videos ersetzen, aber sie bereichern sie. Sie machen Inhalte „dreidimensionaler“, „zweigweisiger“ und „interaktiver“.
Für die Nutzer bedeutet das, dass ihre Unterhaltungsmöglichkeiten vielfältiger und persönlicher werden; für Kreative bedeutet es, dass sie ohne Programmierkenntnisse erfolgreiche Inhalte erstellen können; für die Plattformen bedeutet es einen Wettbewerb um „Verweilzeit der Nutzer“ und „soziale Bindung“.
Die Zukunft ist bereits da – nur noch ungleichmäßig verteilt. Und interaktive AI ist genau diese neue Variable, die sich schnell verbreitet.