Deutsche Analyse der chinesischen Nachrichten:
Hallo! Ich bin Ihr Freund, der Finanz- und Wirtschaftsjournalist. Heute sprechen wir über ein Thema, das viele Arbeitnehmer sehr verärgert: die Diskriminierung aufgrund der „ersten Ausbildung“.
Dieser Artikel erzählt eine sehr herzzerreißende Geschichte: Ein junger Mann namens Xiao Miao bestand fünf Auswahlrunden bei einem großen Unternehmen und kündigte sogar seinen Job, um dort anzufangen. Doch in der letzten Überprüfung wurde er abgewiesen, weil seine erste Ausbildung nur ein Fachstudium war. Gleichzeitig wurde einem Masterabsolventen von Peking University das Jahresgehalt um 50.000 Yuan gekürzt, weil sein Bachelorstudium nicht an der Peking University stattfand.
Das ist nicht nur das Pech einiger Einzelpersonen – dahinter verbirgt sich ein „unsichtbares, aber effizientes“ Selektionsverfahren sowie ein komplexes Spiel zwischen Unternehmen, Arbeitssuchenden und Politik.
Im Folgenden zerlege ich die Nachricht in fünf Teile, um Ihnen die Logik, die Kosten und mögliche Lösungen aufzuzeigen.
---
1. Ein unsichtbares Hindernis, das von allen genutzt wird – obwohl es offiziell nicht anerkannt wird
Zunächst müssen wir einen Begriff klären: Das Ministerium für Bildung hat den Begriff „erste Ausbildung“ nie offiziell anerkannt. Schon 2021 erklärte das Ministerium, dass es in staatlichen Dokumenten keinen solchen Begriff gibt; bei einer Ausbildung handelt es sich in der Regel um die höchste oder letzte erworbenen Qualifikation. Egal, ob man durch ein Fachstudium oder direkt nach der Highschool zum Bachelor aufgestiegen ist – offiziell gilt man als Bachelor oder Master.
Doch die Realität ist anders: Obwohl die Behörden dies nicht anerkennen, wird diese Kriterie auf dem Arbeitsmarkt als „harte Verhandlungsmasse“ betrachtet. Die Zahlen sind erschreckend:
– 64,9 % der Absolventen erleben Diskriminierung bei der Jobsuche, davon 52,1 % aufgrund der ersten Ausbildung.
– Je niedriger die Ausbildung, desto häufiger die Diskriminierung – bei Fachstudenten liegt der Anteil sogar bei 73,2 %.
– Selbst Masterabsolventen mit einem Bachelorstudium von einer Nicht-„985/211“-Universität haben nur etwa 1,8-mal so gute Chancen auf eine Stelle wie Absolventen von Eliteuniversitäten.
Es ist, als gäbe es 3.119 Hochschulen, aber das Auswahlsystem bietet nur etwa 0,4 % davon (ca. 100 Universitäten) einen „VIP-Status“. Mit diesem Status werden alle Bewerber bewertet.
Noch schlimmer: Jährlich besuchen mehr als 5 Millionen Menschen ein Fachstudium – doch bei der Jobsuche steht oft ein Schild: „Bachelor oder höher“. Dieses Schild ist eine „unsichtbare“ Regel, die in allen Computerprogrammen vorinstalliert ist. Sie wurde nicht vom Bildungsministerium erstellt, sondern vom Arbeitsmarkt geschaffen.
Kurz gesagt: Die Behörden sagen „Schauen Sie auf die höchste Ausbildung“, die Unternehmen sagen „Schauen wir auf Ihren Ausgangspunkt“. Dieser Widerspruch ist die Wurzel des Leids.
---
2. Vorurteile haben ihren Preis – wohin verschwinden die 50.000 Yuan?
Wenn Diskriminierung nur unangenehm wäre, wäre es noch erträglich. Doch wenn sie in das Gehaltsystem einfließt, bedeutet sie tatsächliche finanzielle Verluste.
In der Studie wird ein Beispiel angeführt: Bei einer Umfrage an einer Universität in Wuhan lag das Gehalt von Masterabsolventen mit einem „211“-Bachelorstudium um 11,8 % höher als bei solchen mit einem Nicht-„211“-Bachelorstudium. Von diesem Unterschied entfielen 62,51 % allein auf Diskriminierung – unabhängig von den Fähigkeiten.
Rechnen wir es durch:
Ein Master mit einem Jahresgehalt von 150.000 Yuan hätte durch diese Diskriminierung 17.700 Yuan weniger verdient. Nach fünf Jahren wären das insgesamt 90.000 Yuan weniger. Diese Differenz basiert nicht auf Fähigkeiten, sondern auf der Ausbildung.
Frau Chen wurde beispielsweise ein Angebot in Höhe von 400.000 Yuan gekürzt, weil ihr Bachelorstudium nicht an der Peking University stattfand. Diese 50.000 Yuan sind ein Beispiel für die „Preisbildung“ aufgrund der ersten Ausbildung.
Warum ist das so?
Weil die Ausbildung an Bedeutung verliert – es gibt heute viele Masterabsolventen. Wenn Personalverantwortliche feststellen, dass die „Master“-Marke nicht ausreicht, suchen sie nach früheren, unveränderlichen Kriterien wie der ersten Ausbildung. Zudem nimmt die Zahl der Masterabsolventen ab, was die Unternehmen dazu veranlasst, noch mehr auf diese Kriterien zu setzen.
---
3. Die Berechnungen der Unternehmen: Die billigste Methode – doch mit hohen Kosten
Warum praktizieren Unternehmen diese Diskriminierung? Ganz einfach: Es ist bequem und kostengünstig.
Im Jahr 2026 werden voraussichtlich 12,7 Millionen Hochschulabsolventen auf den Markt kommen, gegenüber etwa 12 Millionen Stellen – ein Verhältnis von 1:1. Die Zahl der Bewerbungen ist so hoch, dass Personalverantwortliche sie kaum alle durchsehen können. Laut OECD-Berichten betrachten sie eine Bewerbung in der Regel nur 10 Sekunden lang. In dieser Zeit können sie nur die „Etiketten“ der Bewerber erkennen (z. B. „985“/„211“).
Das ist eine sehr effiziente Methode:
– Kosten: null – keine Interviews, keine Überprüfungen; mit einem einzigen Kriterium können bereits die Hälfte der Bewerber ausgeschlossen werden.
– Fehlerkosten: Ausgeschlossene Bewerber beschweren sich nicht, und das Unternehmen weiß nicht, wen es verpasst hat.
Doch ist das wirklich rentabel? Nein – es führt zu erheblichen Kosten:
– Verschwendung von Ressourcen: Xiao Miao bestand fünf Auswahlrunden, doch das Unternehmen verlor einen talentierten Mitarbeiter.
– Signalverlust: Die Bedeutung der ersten Ausbildung nimmt mit der Zeit ab; Entscheidend sind die Leistungen des Bewerbers, nicht die Ausbildung.
Warum passiert das?
Weil die Ausbildung an Bedeutung verliert und es immer mehr Masterabsolventen gibt. Unternehmen suchen nach anderen, unveränderlichen Kriterien. Zudem sinkt die Zahl der Masterabsolventen, was die Diskriminierung verstärkt.
---
4. Warum kann die Politik nichts dagegen unternehmen?
Man könnte fragen: Kümmert sich die Regierung nicht darum?
Doch sie hat schon seit Jahren versucht, dies zu verhindern:
– 2020: Zentrale Verordnungen fordern eine Abkehr von der Diskriminierung aufgrund von Eliteuniversitäten.
– 2024: Das Bildungsministerium verbietet die Nutzung solcher Kriterien bei der Stellenbesetzung.
– 2026: Acht Ministerien erlassen weitere strengere Vorschriften.
Welche Wirkung hat das?
In öffentlichen Einrichtungen und Staatsbetrieben gelten die Vorschriften streng. Verstöße werden bestraft. In marktorientierten Unternehmen sind sie jedoch schwer umzusetzen:
– Unklare Gesetze: Es gibt keine klaren Definitionen und Strafen für Diskriminierung aufgrund der Hochschulzugehörigkeit.
– Höhe der Rechtskosten: Bewerber haben oft keine Möglichkeit, sich zu wehren.
Daher entsteht eine absurde Situation: Die Politik kann offizielle Hindernisse regulieren, aber nicht die „unsichtbaren“ Regeln im System.
Fazit: Die Diskriminierung ist weit verbreitet – und die Politik kann sie nur teilweise bekämpfen.
---
5. Wie können wir die Situation verbessern?
Der Artikel schlägt praktische Lösungen vor:
1. Offene Kriterien: Unternehmen dürfen Hindernisse setzen, müssen diese jedoch in den Stellenanzeigen klar angeben. Bewerber können dann selbst entscheiden, ob sie sich bewerben wollen.
2. Fähigkeiten statt Etiketten: Stellen sollten auf die Fähigkeiten der Bewerber abzielen – beispielsweise durch Aufgaben oder Tests.
3. Standardisierte Bewertungen: Bewertungen sollten anonym und standardisiert erfolgen, um Vorurteile zu vermeiden.
4. Rechtsreformen: Gesetze sollten Diskriminierung aufgrund der Hochschulzugehörigkeit strafbar machen.
Fazit: Die Diskriminierung aufgrund der ersten Ausbildung ist eine Kostenverschiebung – von den Unternehmen auf die Bewerber. Wir brauchen klare Regeln und bessere Gesetze, um Gerechtigkeit zu schaffen.
---
Fazit des Journalisten:
Xiao Mios Geschichte und die damit verbundenen finanziellen Verluste zeigen: Diskriminierung ist ein Problem, das auf mangelnder Transparenz und fehlenden Rechtschutz beruht. Wir brauchen offene, faire Kriterien und strengere Gesetze, um Diskriminierung zu bekämpfen. Nur so können Chancengleichheit und Gerechtigkeit erreicht werden.