150 Millionen Flugreisen im Sommer – doch die Fluggesellschaften könnten jährlich Verluste in Höhe von 30 Milliarden Yuan erleiden: Die Gewinnprobleme der zivilen Luftfahrt müssen gelöst werden
Zusammenfassung des Kerninhalts
Dieser Bericht zeigt eine scheinbar widersprüchliche, aber äußerst drastische Realität: Während des Sommers 2026 erlebte die chinesische Zivilluftfahrt einen Höhepunkt mit 151 Millionen Flugreisen, doch die Fluggesellschaften verdienten kein Geld und könnten sogar mit Verlusten von über 30 Milliarden Yuan konfrontiert sein.
Einfach ausgedrückt: Es gibt viele Passagiere – aber die Flugtickets sind zu billig und die Kraftstoffkosten zu hoch.
Der Artikel weist darauf hin, dass diese Situation nicht zufällig ist, sondern auf drei langfristig angeschlagene strukturelle Probleme zurückzuführen ist:
1. Inländische Konkurrenz, internationale Nachfrage: Inländische Flugrouten sind in einen erbitterten Preiskampf verwickelt, was zu starken Preisrückgängen führt; internationale Flugrouten hingegen sind aufgrund des Anstiegs der Zahl ausländischer Passagiere der einzige Lichtblick.
2. Konkurrenz zwischen Hochgeschwindigkeitszügen und der Zivilflugfahrt: Beide Verkehrsmittel konkurrieren hart um die Langstrecken, was dazu führt, dass beide Seiten Schwierigkeiten haben, profitabel zu arbeiten – es kommt sogar vor, dass Flugtickets billiger sind als Hochgeschwindigkeitszüge.
3. Ausgetriebene Kosten und Monopole: Die steigenden Kraftstoffpreise, die hohen Kosten für die Flugzeugmiete und Wartung sowie die monopolistische Position einiger Unternehmen (wie AVIC Oil und AVIC Information) führen dazu, dass die Fluggesellschaften bei jedem Verkauf Verluste machen.
Der Artikel schlägt vier Reformvorschläge vor: Die Unterstützung von inländischen Großflugzeugen, die Liberalisierung der Preise für hochwertige Dienstleistungen, die Einführung eines Ausstiegssystems für Fluggesellschaften (Fusionen und Reorganisationen) sowie die Reform des Kraftstoffpreissystems, um den Teufelskreis zu durchbrechen, in dem nur die Unternehmen profitieren und die Fluggesellschaften Verluste machen.
---
Detaillierte Analyse
Warum verdienen die Fluggesellschaften trotz der hohen Passagierzahlen kein Geld? – Der „Trick des steigenden Volumens bei sinkenden Preisen“
Die erste Reaktion vieler Menschen auf solche Nachrichten ist: „150 Millionen Flugreisen? Dann müssen die Fluggesellschaften doch riesige Gewinne erzielen!“ Doch die Realität ist genau das Gegenteil. Es ist, als würde ein Restaurant täglich von vielen Menschen besucht, der Besitzer müsste jedoch die Preise drastisch senken, um die Kunden zu behalten – am Ende verdient er nicht einmal genug, um die laufenden Kosten zu decken.
Konkret gesehen befinden sich die inländischen Flugrouten in einem Teufelskreis der Konkurrenz:
- Preise sinken schneller als die Passagierzahlen: Obwohl die Zahl der Sommerflugreisen um 2,9 % gestiegen ist, sind die Durchschnittspreise für Inlandsflugtickets um 8,4 % gesunken; bei einigen Fluggesellschaften sogar um 12–16 %. Das bedeutet, dass die Fluggesellschaften zwar mehr Passagiere transportieren, aber weniger Geld pro Person verdienen und somit ihr Gesamteinnahmen sinken.
- Hohes Auslastungsniveau: Viele Flugrouten verfügen über eine Auslastung von fast 90 %, was auf niedrige Ticketpreise zurückzuführen ist. Die Fluggesellschaften wagen es nicht, die Preise zu erhöhen, da dies zu einem Abfluss von Kunden führen würde und die Einnahmen weiter sinken würden. Es herrscht eine Pattsituation.
- Internationale Flugrouten als einzige Hoffnung: Im Gegensatz zu den inländischen Routen sind internationale Flugrouten aufgrund des Anstiegs der Zahl ausländischer Passagiere (von 25 % auf 30 %) und relativ stabiler Preise ein Lichtblick. Die internationalen Passagiereinnahmen der drei großen Fluggesellschaften sind um zweistellig gewachsen. Dies zeigt, dass die Konkurrenz auf dem inländischen Markt an ihre Grenzen gestoßen ist; nur durch Expansion auf dem internationalen Markt können neue Gewinnquellen gefunden werden.
Kurz gesagt: Inländische Flugtickets werden zu „Billigwaren“ – obwohl mehr Menschen fliegen, machen die Fluggesellschaften bei jedem Ticket Verluste. Nur internationale Flugrouten können noch etwas profitabel arbeiten, aber das reicht nicht aus, um die Probleme zu lösen.
Wer „schädigt“ eigentlich wen? – Die peinliche Konkurrenz zwischen Hochgeschwindigkeitszügen und Flugzeugen
Früher hieß es oft, dass die Hochgeschwindigkeitszüge den Markt der Flugzeuge bedrohen – doch die Situation im Jahr 2026 ist noch komplizierter: Hochgeschwindigkeitszüge und Flugzeuge schaden sich gegenseitig und führen zu einem „Verlustspiel“ für beide Seiten.
- Verlangsamtes Wachstum der Hochgeschwindigkeitszüge, aber weiterhin starke Konkurrenz: Die Zahl der Zugreisen im Juli und August stieg nur um 1,2 % – der niedrigste Wert seit der Pandemie. Das zeigt, dass auch der Hochgeschwindigkeitszugmarkt gesättigt ist. Dennoch sind Hochgeschwindigkeitszüge aufgrund ihrer dichten Netzwerke, günstigen Preise und Stabilität weiterhin sehr attraktiv für Langstreckenreisen (z. B. 1000–1500 Kilometer).
- Flugtickets billiger als Hochgeschwindigkeitszüge?: Das ist ein widersprüchliches Phänomen. Um Kunden zu gewinnen, senken die Fluggesellschaften die Preise für Langstreckenflüge stark – manche sind sogar niedriger als die Preise für zweite Klasse in Hochgeschwindigkeitszügen. Dadurch wechseln viele Passagiere von den Zügen zu den Flugzeugen, während andere Flugzeuge weiterhin bevorzugt werden, weil sie nicht viel teurer sind und schneller sind.
- Der dritte Angriff der Hochgeschwindigkeitszüge: Der Artikel weist darauf hin, dass der Einfluss der Hochgeschwindigkeitszüge auf die Zivilluftfahrt in eine „umfassende Phase des Drucks“ eingetreten ist. Früher zogen die Fluggesellschaften sich zurück, wenn sie nicht konkurrieren konnten; heute senken sie die Preise, um weiterzukämpfen. Das Ergebnis ist, dass sowohl die Hochgeschwindigkeitszüge als auch die Flugzeuge an Kunden verlieren.
Kurz gesagt: Früher konkurrierten die beiden Verkehrsmittel unabhängig voneinander – heute senken beide die Preise, um Kunden zu gewinnen, was zu gemeinsamen Verlusten führt.
Wer „saugt das Geld ab“? – Die „doppelte Belastung“ durch Monopole und ausgetriebene Kosten
Dieser Teil des Artikels ist der Kern und besonders besorgniserregend: Die Fluggesellschaften wollen zwar Geld verdienen, aber sie sind an bestimmte Faktoren gebunden, die ihnen die Gewinnchancen nehmen.
- Kraftstoffpreise als größter Übeltäter: Die Kosten für Kraftstoff machen etwa 40 % der Gesamtkosten der Fluggesellschaften aus. Im Jahr 2026 erreichten die Kraftstoffpreise Rekordhöhen; zudem sind die Preisunterschiede für Kraftstoff extrem (normalerweise 17 US-Dollar, jetzt 66 US-Dollar). Dadurch müssen die Fluggesellschaften für jedes Barrel Kraftstoff zusätzliche Kosten tragen.
- Unterschiedliche Gewinnsituationen: Während Unternehmen in der Oberliga wie AVIC Oil im ersten Halbjahr einen Nettogewinn von 103,9 Milliarden Yuan erzielten, verlieren die Fluggesellschaften Geld. Das ist ein typisches Beispiel für eine Situation, in der die Oberliga profitiert und die Unterliga leidet.
- Andere steigende Kosten: Die Kosten für die Flugzeugmiete sind um 20–30 % gestiegen, die Preise für neue Flugzeuge um mehr als 30 %, die Kosten für Flugzeugteile um 30–40 % sowie die Kosten für Wartungsdienste um 20–30 %. Diese Kosten sind fest und können nicht einfach reduziert werden, da Sicherheitsvorschriften und gesetzliche Anforderungen es nicht zulassen.
- Monopolistische Strukturen in der Industrie: Unternehmen wie AVIC Oil (gekauft von Sinopec), AVIC Information (Verantwortlich für die Buchungssysteme) und AVIC Materials (Verantwortlich für die Lieferung von Flugzeugteilen) befinden sich in einer monopolistischen Position. Sie müssen nicht mit der Konkurrenz umgehen und können ihre Gewinne stabil halten, während die Fluggesellschaften den gesamten Marktrisiken ausgesetzt sind.
- Die Folgen für die Fluggesellschaften: Die Fluggesellschaften sind wie „Sandwichescheiben“ – oben unter Druck durch Kraftstoffpreise, Mieten und Wartungskosten, unten durch Konkurrenz von Hochgeschwindigkeitszügen und anderen Unternehmen. Für jeden verdienten 100 Yuan müssen sie 104 Yuan ausgeben; jeder Verkauf führt zu Verlusten. Das liegt nicht an schlechter Geschäftsführung, sondern an strukturellen Problemen.
Wie geht es in die Zukunft? – Vom „Ausharren“ zur „Strukturreform“
Der Artikel schlägt vier Lösungsansätze vor, die darauf abzielen, die strukturellen Probleme zu lösen:
1. Unterstützung für inländische Großflugzeuge: Die C919 und ähnliche Flugzeuge sind zwar nicht unbedingt wirtschaftlich vorteilhaft im Vergleich zu Boeing und Airbus, aber sie bieten strategische Vorteile und können die lokale Industrie fördern. Der Staat sollte Fluggesellschaften, die diese Flugzeuge betreiben, Subventionen und Steuererleichterungen gewähren, anstatt sie zwischen Gewinnmaximierung und Unterstützung der inländischen Industrie wählen zu lassen.
2. Diversifizierung der Gewinnquellen: Die Fluggesellschaften sollten ihre Gewinnquellen diversifizieren. Derzeit verdienen sie hauptsächlich durch Ticketverkäufe; hochwertige Dienstleistungen (Platzwahl, Gepäck, Verpflegung) sind jedoch stark reguliert. Es sollte erlaubt werden, die Preise für diese Dienstleistungen zu liberalisieren, damit der Markt die Preise bestimmen kann. Beispielsweise könnten Erste- und Business-Klassen teurer angeboten werden; zusätzliche Dienstleistungen wie WLAN und Ruheräume könnten gegen Gebühr angeboten werden. Bei internationalen Fluggesellschaften machen solche Dienstleistungen in der Regel 10–15 % der Einnahmen aus, während dies bei chinesischen Fluggesellschaften oft nicht der Fall ist.
3. Fusionen und Reorganisationen: Es gibt zu viele Fluggesellschaften in China (mehr als 60), während in den USA nur vier große Fluggesellschaften 80 % des Marktes kontrollieren. Zu viele kleine Fluggesellschaften führen zu Überkapazitäten und ununterbrochenen Preiskämpfen. Es sollte erlaubt werden, dass Fluggesellschaften fusionieren und sich reorganisieren, um unwettbewerbsfähige Unternehmen aus dem Markt zu entfernen. So könnten einige große Fluggruppen entstehen, die den Markt stärken und den Wettbewerb reduzieren.
4. Reform des Kraftstoffpreissystems: Die extremen Preisunterschiede für Kraftstoff belasten die Fluggesellschaften schwer. Es sollte ein dynamisches System geschaffen werden, das die Kraftstoffpreise mit den Ticketpreisen verbindet, um die Kosten effektiver auf die Verbraucher abzuwälzen. Zudem sollten die Monopole in der Kraftstoffindustrie dazu gebracht werden, ihren Gewinn mit den Fluggesellschaften zu teilen.
Fazit
Der Sommer 2026 spiegelt die langfristig angeschlagenen strukturellen Probleme der chinesischen Zivilluftfahrt wider. Obwohl die Fluggesellschaften in diesem Jahr Verluste von 30 Milliarden Yuan erleiden könnten, ist das kein Zeichen der Hoffnungslosigkeit. China verfügt über den zweitgrößten Luftfahrtmarkt der Welt, und die Nachfrage nach internationalen Reisen steigt. Zudem entwickeln sich inländische Flugzeuge weiter.
Wenn die Probleme richtig erkannt und angemessen gelöst werden – durch die Bekämpfung von Monopolen, die Liberalisierung von Preisen, die Förderung von Fusionen und Reorganisationen sowie die Reform des Kraftstoffpreissystems – hat die chinesische Zivilluftfahrt die Chance, aus dem Verlustloch herauszukommen und zu einer starken Industrie zu werden.
Für die Allgemeinbevölkerung bedeutet dies, dass Flugticketpreise in Zukunft möglicherweise angemessener sein und die Dienstleistungen vielfältiger werden. Die gesamte Branche könnte dadurch gesünder und nachhaltiger werden.