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EU: Neue Ansätze zur „Eroberung neuer Gebiete“

原文:欧盟“开疆扩土”的新思路

Zusammenfassung der Kerninhalte

Dieser Artikel konzentriert sich auf den strategischen Wert der drei Kaukasusländer (Armenien, Aserbaidschan und Georgien) vor dem Hintergrund des russisch-europäischen Gegensatzes sowie auf die Bemühungen der Europäischen Union, diese Länder für sich zu gewinnen. Die Region Kaukasus ist von großer Bedeutung, da sie eine „zweite Front“ gegen Russland darstellen und alternative Energiekorridore bieten kann. Die EU verfolgt dabei eine differenzierte Strategie: Sie setzt sich aktiv für den Beitritt Armeniens ein, betrachtet Aserbaidschan als wichtigen Energielieferanten und ist zwar unzufrieden mit der Hinwendung Georgiens zu Russland, benötigt aber weiterhin deren Transportwege. Sollte die Türkei der EU beitreten, könnte sie zu einem entscheidenden Sprungbrett für die Ausdehnung der EU in den Kaukasus werden. Zudem könnte die südliche Grenze des Kaukasus in Zukunft zu einem neuen Konfliktpunkt zwischen Russland und Europa werden.

Warum sind die drei Kaukasusländer plötzlich so begehrt – der „neue Schlachtfeld“ des russisch-europäischen Gegensatzes?

Die Lage der drei Kaukasusländer ist vergleichbar mit einer „Sandwich-Keksschicht“: Sie grenzen im Norden an Russland, im Süden an den Iran, im Westen an die Türkei und im Osten an Zentralasien. Für die EU haben diese Länder zwei zentrale Bedeutungen:

1. Militärische Abschreckung: Durch die Schaffung einer „zweiten Front“ im Süden Russlands kann die EU Russlands Aufmerksamkeit vom Ukrainekrieg ablenken.

2. Energieversorgung: Die EU möchte sich nicht länger auf russisches Öl und Gas verlassen; der Kaukasus stellt den kürzesten Weg für Energie aus Zentralasien (z. B. aus Usbekistan) nach Europa dar – über das Kaspische Meer durch Aserbaidschan, Armenien/Georgien nach der Türkei.

Zudem hatte Baku während der Sowjetzeit eine bedeutende wirtschaftliche Bedeutung und ist keine „wildere Region“.

Die unterschiedliche Behandlung der drei Länder durch die EU: Manche werden in die EU eingeladen, andere als Geschäftspartner genutzt

Die EU verfolgt gegenüber den drei Ländern sehr unterschiedliche Strategien:

  • Armenien: Die EU versucht aktiv, Armenien für sich zu gewinnen. Armenien ist das Land, das am stärksten den EU-Beitritt anstrebt; die beiden EU-Ratspräsidenten haben 2026 persönlich ein Gipfeltreffen in Armenien abgehalten und betonten, dass dieses Land zu einem neuen Handelszentrum werden könnte. Der EU-Parlament hat 2024 den Beitrittsantrag unterstützt, und Armenien selbst hat im Jahr 2025 das entsprechende Gesetz verabschiedet – der Fortschritt ist somit am schnellsten.
  • Aserbaidschan: Obwohl Aserbaidschan ein wichtiger Energielieferant ist, wird es nicht in die EU aufgenommen. Die EU importiert dort heute 56 % mehr Erdgas als vor drei Jahren; dieses Gas versorgt 16 europäische Länder. Allerdings ist die EU wegen der islamischen Identität Aserbaidschans vorsichtig und betrachtet das Land eher als wichtigen Geschäftspartner – kurz gesagt: „Wir benötigen dein Energiegut, aber wir wollen dich nicht in unseren Kreis aufnehmen.“
  • Georgien: Georgien war einst pro-europäisch, hat sich jedoch seit den Wahlen 2024 Russland zugewandt. Die EU hat deshalb den Beitrittsprozess vorerst ausgesetzt – schließlich verlaufen die Öl- und Gaspipelines nach Georgien weiter in Richtung russischer Städte wie Tiflis.

Die Rolle der Türkei als „Sprungbrett“ für die EU

Die Türkei ist Mitglied der NATO und möchte der EU beitreten. Ein Beitritt der Türkei hätte große Vorteile für die EU:

1. Strategisches Sprungbrett: Die EU könnte über die Türkei ihren Einflussbereich auf den Kaukasus ausdehnen.

2. Energieversorgung: Die EU möchte den bisherigen Nordstream-Energierohrleitungskorridor ersetzen; die Nutzung des „südlichen Energiekorridors“ würde dies ermöglichen. Für beide Seiten wäre dies von großem Vorteil – die Türkei verdient dabei Gebühren, und die EU hätte eine stabile Energieversorgung.

Die Zukunft: Wird der Kaukasus zum nächsten Konfliktpunkt zwischen Russland und Europa?

Der Artikel weist darauf hin, dass die russisch-europäische Grenze derzeit aus drei Teilen besteht: Der nördliche Teil ist durch die NATO festgelegt, der mittlere Teil (der Konfliktbereich zwischen Russland und der Ukraine) steht kurz vor einer Waffenruhe; am meisten unklar ist jedoch der südliche Teil mit den drei Kaukasusländern.

Unsicherheiten sind:

  • Wird der EU-Beitritt Armeniens Russland verärgern?
  • Wird sich Georgien wieder pro-europäisch orientieren?
  • Wird die Türkei der EU beitreten können?
  • Werden russische Einflüsse die Energiekooperationen mit Aserbaidschan stören?

All diese Faktoren könnten den Kaukasus zu einem neuen „Sprengkörper“ im Konflikt zwischen Russland und Europa machen – ähnlich wie ein offener Benzinkanister, der bei der geringsten Reizung explodieren könnte.

Insgesamt sind die drei Kaukasusländer zum neuen Brennpunkt des russisch-europäischen Wettstreits geworden. Die EU baut aktiv ihre Position aus, und Russland wird sicherlich nicht lockerlassen. Die zukünftige Entwicklung in dieser Region könnte nicht nur die Energieversorgung Europas beeinflussen, sondern auch das geopolitische Machtgleichgewicht auf dem gesamten eurasischen Kontinent verändern. Für die meisten Menschen mag dies zunächst unscheinbar sein – doch diese Veränderungen könnten sich direkt auf unsere Energiepreise, Handelswege und sogar die Stabilität der internationalen Situation auswirken.