Zusammenfassung der Kerninhalte
In diesem Jahr hat die Geldpolitik unseres Landes weder eine Senkung der Reservenzahl noch einer Zinssenkung vorgenommen, dennoch bleibt die Liquidität weiterhin reichlich. Trotz des Wertanstiegs des US-Dollars und der Vergrößerung des negativen Zinsgefälles zwischen China und den USA hat die chinesische Währung gegenüber dem Dollar an Stärke gewonnen. Hinter diesem Phänomen steht ein Handelsüberschuss bei Devisentransaktionen (allerdings nicht aufgrund eines starken Willens der Unternehmen, US-Dollar zu kaufen, sondern vielmehr aufgrund einer reduzierten Nachfrage nach Devisen). Zudem führt der Handelsüberschuss nicht mehr zur Erhöhung der Liquidität, wie es in der Vergangenheit der Fall war; stattdessen könnte er diese sogar verringern. Die Zentralbank hat die Liquidität mithilfe struktureller Instrumente aufrechterhalten. Derzeit steht die Geldpolitik vor dem Problem, dass die Übertragung von einer „weiten Geldmenge“ („wide money“) auf eine „weite Kreditvergabe“ („wide credit“) nicht reibungslos funktioniert.
Erstens: Warum reicht das Geld auf dem Markt trotz fehlender Zinssenkungen aus? Mangelnde Nachfrage ist der Schlüssel
Abgesehen von einer strukturellen Zinssenkung im Januar gab es in diesem Jahr keine generellen Senkungen der Reservenzahl oder der Zinssätze. Im März hat die Zentralbank sogar etwas Geld vom Markt zurückgezogen, dennoch sind die Marktzinsen weiter gesunken – beispielsweise liegen die kurzfristigen Kreditzinsen zwischen Banken (DR001) unter den von der Zentralbank angebotenen Reverse-Repurchase-Zinssätzen, und die Renditen von Anleihen sind im Allgemeinen gefallen. Der Grund dafür ist nicht, dass die Zentralbank mehr Geld gedruckt hätte, sondern vielmehr, dass die Nachfrage nach Krediten seitens Unternehmen und Privatpersonen viel zu gering ist.
Beispiel: Die Wachstumsrate von M2 (der Gesamtmenge des Geldes in der Gesellschaft) beträgt 8,6%, während das Wachstum der Finanzierung der Realwirtschaft (Kredite, Anleihen usw.) nur bei 7,8% liegt – und das Kreditwachstum ist um 4,6 Prozentpunkte langsamer als in den letzten fünf Jahren. Wenn Geld im Bankensystem zirkuliert, aber niemand es ausleiht, sinken die Zinsen natürlich.
Zweites: Warum hat die chinesische Währung gegen alle Erwartungen an Stärke gewonnen? Handelsüberschuss und reduzierte Devisennachfrage sind der Grund
Logischerweise sollte die chinesische Währung aufgrund des Wertanstiegs des US-Dollars und des größeren Zinsgefälles zwischen China und den USA schwächer werden. In diesem Jahr hat sie jedoch um etwa 3% zugenommen. Der Grund dafür ist ein sehr großer Handelsüberschuss bei Devisentransaktionen: In den ersten vier Monaten betrug der Überschuss 597,4 Milliarden US-Dollar – mehr als im gesamten Vorjahr.
Hintergrund: Dies liegt jedoch nicht daran, dass Unternehmen dringend US-Dollar in chinesische Yuan umtauschen würden (die Nachfrage nach Devisen hat sich nur um 0,8 Prozentpunkte erhöht), sondern vielmehr an einer gesunkenen Nachfrage nach US-Dollar (um 3,5 Prozentpunkte). Unternehmen, die eigentlich US-Dollar für den Kauf von Rohstoffen benötigen würden, verzichten darauf; auch Privatpersonen, die US-Dollar für Studien- oder Reisezwecke benötigen könnten, haben ihre Pläne verschoben. Da weniger Menschen US-Dollar kaufen, gewinnt der chinesische Yuan an Wert.
Drittes: Der Handelsüberschuss führt nicht mehr zur Erhöhung der Liquidität – im Gegenteil: Er könnte sie sogar verringern
Früher hat die Zentralbank bei einem Überschuss Devisen gekauft und damit den Markt mit chinesischen Yuan versorgt. Heute greift sie nur noch wenig ein. Die Banken müssen ihre eigenen Excess Reserves (Ersatzreserven, die zur Absicherung von Notfällen bereitstehen) verwenden, um Devisen zu kaufen – dies verringert die Liquidität auf dem Markt.
Beispiel: In den ersten vier Monaten betrug der Handelsüberschuss 1,67 Billionen chinesischer Yuan, aber die Zentralbank hat nur 299 Milliarden US-Dollar in den Markt gebracht; der Rest wurde von den Banken selbst finanziert. Dennoch hat die Zentralität mithilfe struktureller Instrumente (z. B. gezielte Kredite für kleine und mittelständische Unternehmen) die Liquidität wieder aufrechterhalten, sodass das Geld weiterhin reichlich vorhanden ist.
Viertens: Warum gelingt der Übergang von einer „weiten Geldmenge“ zu einer „weiten Kreditvergabe“ nicht? Das Geld fließt nicht in die Realwirtschaft
Die höhere Wachstumsrate von M2 im Vergleich zur Finanzierung der Realwirtschaft zeigt, dass das Geld im Bankensystem verbleibt und nicht bei den Unternehmen ankommt. Möglicherweise wollen die Unternehmen kein Geld für die Erweiterung ihrer Produktion ausleihen oder die Banken zögern, Kredite an kleine und mittelständische Unternehmen zu gewähren. In solchen Fällen sind strukturelle geldpolitische Maßnahmen wichtig – beispielsweise indem die Zentralbank den Banken niedrige Zinsen gewährt, damit sie das Geld gezielt in benötigte Branchen (wie Technologie oder Umweltindustrie) leihen können. Nur so gelangt das Geld tatsächlich in die Realwirtschaft.
Fünftes: Die aktuelle Politiklogik: Ausrichtung auf den Inlandsektor und gezielte Maßnahmen
Unabhängig von Veränderungen am US-Dollar oder dem Zinsgefälle konzentriert sich die chinesische Geldpolitik weiterhin auf die innere Wirtschaft. Obwohl der Handelsüberschuss die Liquidität verringern könnte, hat die Zentralbank mithilfe struktureller Instrumente eine ausreichende Liquidität gewährleistet. Gleichzeitig unterstützt sie gezielt die Realwirtschaft bei Problemen wie mangelnder Nachfrage und schlechter Übertragung von Geldpolitikmaßnahmen – anstatt eine allgemeine Lockerung der Geldpolitik durchzuführen.
Kurz gesagt: Es gibt genug Geld, aber es muss effektiv eingesetzt werden – das ist die Kernidee der aktuellen Politik.
*(Der Text verwendet alltägliche Vergleiche (wie den Gemüsemarkt oder das Ausleihen von Geld), um auch Nicht-Finanzexperten den Inhalt leicht verständlich zu machen.)*