Zusammenfassung der Kerninhalte:
In letzter Zeit gab es viel Bewegung im Bereich der ausländischen Publikumsfonds in China: Einerseits haben ausländische Aktionäre kontinuierlich finanzielle Mittel zur Erweiterung des Kapitals beigesteuert (mehrere Institutionen haben mehrfach investiert), andererseits stehen sie jedoch vor Problemen wie häufigen Wechseln der Führungskräfte sowie starken Unterschieden in Größe und Leistung. Die 9 ausländischen, hundertprozentigen Publikumsfonds teilen sich in zwei Lager auf – diejenigen, die von Joint-Ventures zu reinen Ausländischen Unternehmen geworden sind (wie der Morgan Fund), haben dank ihrer lokalen Verankerung eine Größe von über 200 Milliarden Yuan erreicht, während die neu gegründeten 6 Institutionen (wie BlackRock und Fidelity) größtenteils in einer „Größenlücke“ gefangen sind (die Hälfte hat weniger als 50 Milliarden Yuan). Obwohl sie noch mit den lokalen Bedingungen zu kämpfen haben, beginnen einige Institutionen, auf differenzierte Innovationen zu setzen, um sich besser an den chinesischen Markt anzupassen.
I. Aktionäre unterstützen weiterhin – Führungskräfte wechseln jedoch häufig
Die ausländischen Aktionäre zeigen großes Interesse am chinesischen Publikumsfonds-Markt: Der Lianbo Fund hat innerhalb von etwas mehr als drei Jahren viermal Kapitalerhöhungen vorgenommen (die registrierte Kapitalsumme stieg von 100 Millionen auf 600 Millionen Yuan), der Fidelity Fund siebenmal (wenn auch die Investitionssummen allmählich abgenommen haben). Bei Lubomir und BlackRock gab es jeweils fünf Kapitalerhöhungen. Doch obwohl das Geld vorhanden ist, ist die Führung instabil: Der Fidelity Fund wechselte innerhalb eines Jahres den Generalmanager und innerhalb von drei Jahren dreimal den Vorsitzenden; bei BlackRock gab es in fünf Jahren zwei Wechsel des Vorsitzenden und drei des Generalmanagers. Diese häufigen Wechsel der Führungskräfte beeinträchtigen die Umsetzung der Unternehmensstrategien und die Kontinuität der Geschäftstätigkeit – es ist, als würde plötzlich eine neue Führung kommen, die nicht mit der bisherigen Arbeit weitermachen kann.
II. Wachsender Größenunterschied zwischen alten und neuen Institutionen
Es gibt einen deutlichen „Reichtumsunterschied“ zwischen den 9 ausländischen, hundertprozentigen Publikumsfonds:
- „Alte Spieler“, die von Joint-Ventures zu reinen Ausländischen Unternehmen geworden sind: Der Morgan Fund hat eine Größe von über 230 Milliarden Yuan (das entspricht viermal der Größe eines mittelgroßen inländischen Fonds), während der Manulife Fund und der Morgan Stanley Fund jeweils 114,4 Milliarden bzw. 30,5 Milliarden Yuan erreicht haben. Diese Institutionen verfügten bereits über lokale Kanäle, Forschungserfahrungen und das Vertrauen der Anleger, was ihnen nach der Umwandlung in rein ausländische Unternehmen einen Vorteil verschafft.
- Neu gegründete Institutionen: Die insgesamt 6 Institutionen haben nur eine Gesamtkapitalgröße von 33,6 Milliarden Yuan – das ist weniger als die Hälfte des Mittelwerts der inländischen Fonds (590 Milliarden Yuan). Darunter hat der Lianbo Fund nur 600 Millionen Yuan, Fidelity weniger als 4,5 Milliarden Yuan, und Schroeder sowie Allianz weniger als 1,8 Milliarden Yuan. Sie sind wie neu eröffnete Geschäfte ohne Kundenbasis und können daher nicht mit etablierten Unternehmen mithalten.
III. Starke Unterschiede in der Leistung – Lokalisierung ist der Schlüssel
Hinter dem Größenunterschied liegen deutliche Unterschiede in der Leistung:
- Neu gegründete Institutionen: 77 Prozent ihrer 61 Produkte erzielten innerhalb des Jahres eine Rendite von weniger als 5%, einige verloren sogar 11% (z. B. Fidelity Inheritance 6).
- Institutionen, die von Joint-Ventures zu reinen Ausländischen Unternehmen geworden sind: Ein Drittel ihrer 240 Produkte erzielte eine Rendite von über 10%, wobei der Manulife Prosperity Leader mit 88% die höchste Rendite verzeichnete.
Der Grund ist einfach: Der chinesische Markt ist besonders wettbewerbsintensiv – Anleger haben eine geringere Geduld (sie ziehen ihre Investitionen zurück, wenn es zu Verlusten kommt) und die Bewertungszyklen sind kürzer (im Gegensatz zum Ausland, wo man 3–5 Jahre betrachtet). Inländische Institutionen verfügen über jahrzehntelange lokale Erfahrungen, während ausländische Strategien nicht unbedingt geeignet sind. Zum Beispiel wissen inländische Anbieter, dass chinesische Privatanleger gerne nach aktuellen Trends handeln, während ausländische Anbieter möglicherweise weiterhin an langfristigen Werten festhalten – das führt dazu, dass die Leistung nicht mithält und Kunden abwandern.
IV. Suche nach Lösungen: Differenzierte Innovationen + Vernetzung von inländischen und ausländischen Märkten
Einige ausländische Publikumsfonds beginnen, sich besser an den chinesischen Markt anzupassen:
- Differenzierte Produkte: Fidelity hat einen Rentenzielfonds aufgelegt (unter Verwendung ausländischer Erfahrungen), Lubomir konzentriert sich auf Themen, die auf seine eigenen Stärken basieren.
- Einführung ausländischer Methoden: Sie übernehmen beispielsweise Ansätze wie „Buyer-Side-Consulting“ (Produkte werden aus der Sicht der Kunden ausgewählt) und „Lebenszyklus-Rentenmanagement“ (Anlageportfolios werden je nach Alter angepasst).
- Vernetzung von inländischen und ausländischen Märkten: Die Nachfrage nach der Allokation chinesischer Vermögenswerte steigt, ausländische Publikumsfonds können dabei helfen, ausländisches Kapital in chinesische Aktien/Bonnen zu investieren und chinesischen Anlegern Zugang zu globalen Investitionsmöglichkeiten bieten.
Kurz gesagt: Ausländische Fonds können nicht länger nur auf ihre „ausländischen Marken“ vertrauen; sie müssen wie Unternehmer agieren, ihre internationalen Vorteile nutzen und sich gleichzeitig an den chinesischen Wettbewerb anpassen – indem sie chinesische Politik verstehen, die Vorlieben der Privatanleger kennen und lokale Kanäle aufbauen, um wirklich Fuß zu fassen.
Zusammenfassung des letzten Satzes
Die ersten fünf Jahre der ausländischen Publikumsfonds in China waren eine Zeit des Anpassens an die lokalen Bedingungen: Die finanzielle Unterstützung durch Aktionäre zeigt Vertrauen, aber um zu überleben, sind lokale Forschungs- und Analysekapazitäten, stabile Teams sowie differenzierte Produkte erforderlich – schließlich zählt am Ende nur die Leistung und die Bedürfnisse der Kunden, nicht die „ausländische Herkunft“.