虎嗅

**Marktreingang: Dalian Rongke, Yeliu Energy Storage und Xingchen New Energy konkurrieren um den Markt für Vollvanadium-Flüssigbatterien** *(„Market Entry: Dalian Rongke, Yeliu Energy Storage, and Xingchen New Energy compete for the full-vanadium liquid battery market“)*

原文:商业化闯关:大连融科、液流储能、星辰新能逐鹿全钒液流电池

Zusammenfassung der Kerninhalte

2025 wird ein entscheidendes Jahr für die Entwicklung der Vanadiumflussbatterieindustrie sein – von einem Konzept zur Realität: Die Politik legt klare Vorgaben für den Anteil an Langzeitspeicherlösungen (länger als 4 Stunden) fest, was die Kommerzialisierung der Flussbatterien vorantreibt. Die Netzanschlusskapazitäten der Industrie überschreiten 2 GWh und treten in das Gigawattstunden-Marktbereich ein, wobei sich das Wachstum jedoch verlangsamt hat (24 % gegenüber 600 % im Jahr 2024). Führende Unternehmen zeigen unterschiedliche Strategien zur Kostensenkung; die Höhe der Gewinnverträge fiel erstmals unter 2 Yuan/Wh, bleibt aber immer noch 4-5-mal so hoch wie bei Lithiumbatterien. Gleichzeitig stehen Herausforderungen wie hohe Anfangskosten, mangelnde Technikstandardisierung, starke Konkurrenz und ein eingeschränktes Geschäftsmodell im Weg – die Industrie befindet sich in einer entscheidenden Phase des Übergangs von „0 auf 1“ zu „1 auf 10“.

I. Doppelte Antriebskräfte aus Politik und Nachfrage: Vanadiumflussbatterien werden zum Trend

Der Aufschwung der Vanadiumflussbatterien im Jahr 2025 wird zunächst durch die Politik vorangetrieben: Die Nationale Entwicklungskommission und das Energieministerium fordern, dass Langzeitspeicherlösungen bis 2027 mehr als 30 % der neuen Speicherlösungen ausmachen sollen, wobei insbesondere Flussbatterien gefördert werden. Das Industrieministerium setzt sich außerdem für kostengünstige Vanadium-basierte Flussbatterieausrüstung ein – dies entspricht einer Art „Geburtsurkunde“ und „Beschleunigungsschein“ für die Industrie.

Zweitens besteht eine echte Marktnachfrage: Laut der Internationalen Energieagentur muss die installierte Kapazität an erneuerbaren Energien bis 2030 um das Dreifache gesteigert werden, was einen weltweiten Ausbau des Speicherkapazitätsbedarfs um das Sechsfache bedeutet. Da Wind- und Solarenergieanlagen unbeständig sind, ist Langzeitspeicherung erforderlich – Vanadiumflussbatterien eignen sich hervorragend für diese Anwendungen (lange Lebensdauer, Sicherheit und geeignet für den großflächigen, langfristigen Stromspeicher).

Die Ergebnisse im Jahr 2025 sind deutlich: 27 Projekte wurden in Betrieb genommen, mit einer Gesamtkapazität von 2,16 GWh (ausreichend für den täglichen Bedarf von 20.000 Haushalten), was einem Wachstum von 24 % gegenüber 2024 entspricht. Zudem wurde das weltweit erste Projekt mit einer Kapazität von 1 GWh in Xinjiang Jimsar realisiert – dies zeigt, dass die Industrie von kleinen Pilotprojekten zu einer skalierten Produktion übergeht.

II. Kampf um Kostensenkung: Vom „2-Yuan-Zeitalter“ zum „1-Yuan-Zeitalter“

Der größte Hinderungsfaktor für die Verbreitung von Vanadiumflussbatterien ist ihr hoher Preis. Im Jahr 2024 lag der Gewinnvertragssatz bei 2,1 Yuan/Wh, während Lithiumbatterien nur 0,4 Yuan/Wh kosteten – ein Fünffachunterschied. Im Jahr 2025 gab es jedoch einen Durchbruch: Der Gewinnvertragssatz von Dalian Rongke fiel auf 1,958 Yuan/Wh und unterbot damit erstmals die Marke von 2 Yuan.

Wie gelang dies? Hauptsächlich durch zwei Strategien:

1. Verkleinerung und Optimierung der Batterieanordnung: Die Batterieanordnung ist das Herzstück der Batterie (ähnlich einem Motor); früher waren die Anordnungen groß und enthielten viele Teile, was zu Leckagen führte. Im Jahr 2025 entwickelten Unternehmen effizientere Konstruktionen: Die neue Batterieanordnung von Dalian Chemical Research Institute verdoppelte die Leistungsdichte und senkte die Kosten um 40 %. Yifu Energy nutzte Laserverarbeitung anstelle herkömmlicher Stapelverfahren, wodurch sowohl die Kosten als auch das Risiko von Leckagen halbiert wurden.

2. Senkung der Kosten für den Elektrolyt: Der Elektrolyt macht 50 % der Gesamtkosten aus; im Jahr 2025 stieg die Produktionskapazität um 62 % und die Auslastung auf 82%, was zu einer Kostensenkung von 43 % führte. Neue Ansätze wie der Elektrolytliefervertrag (kein Kauf, sondern monatliche Miete) verringerten zudem die Anfangsinvestitionen.

Die Kosten pro kWh Speicherung haben sich auf 0,33 Yuan reduziert – der Unterschied zu Lithiumbatterien verringert sich, doch weitere Anstrengungen sind erforderlich.

III. Dreierkonkurrenz: Altmeister, Neulinge und Branchenübergreifer mit unterschiedlichen Strategien

In der Vanadiumflussbatterieindustrie gibt es drei führende Unternehmen mit unterschiedlichen Ansätzen:

1. Dalian Rongke (Altmeister): Das Unternehmen ist technologisch am weitesten fortgeschritten; es wurde 2008 gegründet und arbeitet mit dem Dalian Chemical Research Institute zusammen (das Team von Zhang Huamin, einem Pionier der Flussbatterietechnologie in China). Aktuell hält es mehr als 60 % des weltweiten Marktes. Im Jahr 2025 kooperierte es mit Huaneng an einem 500-MW-Größenvergleichsprojekt für Vanadiumspeicherung und entwickelte zudem eine Mischspeicherlösung aus Vanadium und Natriumbatterien. Es verfügt über umfangreiche Erfahrung, ist jedoch in der Marktorientierung etwas schwächer.

2. Liquid Flow Energy Technology (Neuling): Das Unternehmen wurde 2022 gegründet und hat in den letzten drei Jahren mehrere hundert Millionen Yuan an Investitionen erhalten (unter anderem von CICC und Hillhouse Capital). Seine Stärke liegt in der vollständigen Industriekette: Es kooperiert mit Shandong Haihua für die Herstellung des Elektrolyts und mit Shandong Electric for Energy für den Bau von Speicheranlagen. Die Produkte verfügen über eine hohe Leistung (125 kW); zudem erhielt das Unternehmen einen 1,2-GWh-Auftrag aus Australien. Allerdings mangelt es an Erfahrung bei langfristigen Projekten.

3. Star New Energy (Branchenübergreifer): Das Unternehmen wurde 2021 gegründet und baut auf der Zusammenarbeit mit der Central South University auf. Es bietet Mischspeicherlösungen aus Vanadium- und Lithiumbatterien sowie AI-basierte Stromhandelsdienste an. Es hat eine Superfabrik für Elektrolyte in Xinjiang gebaut und plant, die Kosten bis 2030 auf 1 Yuan/Wh zu senken – doch das Mischspeicherverfahren muss noch großflächig getestet werden.

Jedes Unternehmen hat seine Stärken und Schwächen; es ist noch unklar, welches Unternehmen am Ende siegen wird – alle konkurrieren jedoch um den Markt für Langzeitspeicherlösungen.

IV. Hinderungen auf dem Weg zur Kommerzialisierung

Obwohl die Industrie Fortschritte macht, liegt der Weg zum wirtschaftlichen Erfolg noch weit:

1. Hohe Anfangskosten: Selbst bei einem Gewinnvertragssatz von 1,95 Yuan/Wh sind Vanadiumflussbatterien immer noch 4-5-mal so teuer wie Lithiumbatterien. Investoren fürchten hohe Anfangsinvestitionen und langsame Renditen; Elektrolytlieferverträge können diese Probleme teilweise lindern, sind jedoch noch nicht weit verbreitet.

2. Mangelnde Technikstandardisierung: Unterschiede in der Batterieanordnung und Systemintegration führen zu Verzögerungen bei der Projektabwicklung, hohen Wartungskosten und schwierigen Fehlerraten. Derzeit werden Vanadiumflussbatterien hauptsächlich in großen Speicheranlagen eingesetzt; im industriellen und privaten Bereich sowie bei Haushalten sind sie noch selten zu finden.

3. Starke Konkurrenz: Neben Vanadiumflussbatterien konkurrieren auch Eisen-Chrom-, Zink-Eisen-Flussbatterien sowie Kompressionsluftspeicher um den Langzeitspeichermarkt. Alle Unternehmen bemühen sich um Kostensenkungen; dasjenige, das zuerst die Marke von 1 Yuan/Wh erreicht, hat einen Vorteil.

4. Eingeschränktes Geschäftsmodell: Derzeit werden Projekte hauptsächlich durch staatliche Subventionen und Kapazitätsvermietungen finanziert; es gibt keine diversifizierten Einnahmequellen (z. B. Stromhandel, Zusatzdienstleistungen). Ein Rückgang der Subventionen könnte die Unternehmen in Schwierigkeiten bringen.

Fazit: Der „Frühling“ ist nicht mehr weit – doch es bleibt noch Arbeit zu leisten

2025 hat die Vanadiumflussbatterieindustrie die Phase des Übergangs von „0 auf 1“ hinter sich; der weitere Weg zum Markterfolg ist jedoch schwieriger. Es sind weiterhin Anstrengungen erforderlich, um Kosten zu senken, Technologien zu standardisieren und stabile Geschäftsmodelle zu entwickeln. Mit politischer Unterstützung und Marktnachfrage ist der „Frühling“ der Langzeitspeicherlösungen tatsächlich in Sicht – für die Allgemeinbevölkerung bedeutet dies, dass grüner Strom stabiler und günstiger verfügbar wird. Schließlich ist Speicherung eine entscheidende Komponente für den Ausbau erneuerbarer Energien; erst wenn ausreichend Speicherkapazitäten vorhanden sind, kann grüner Strom tatsächlich in alle Haushalte gelangen.