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**Gespräch mit Demis Hassabis: KI wird das ultimative Werkzeug der Wissenschaft**

原文:对话德米斯·哈萨比斯:AI将成为科学的终极工具

Kernzusammenfassung

Demis Hassabis (Mitbegründer von DeepMind, dem Unternehmen hinter AlphaGo und AlphaFold) teilt seine Erfahrungen auf dem Weg vom AI-Engineer zum Wissenschaftler mit, seine Überzeugung, dass KI das ultimative Werkzeug der Menschheit ist, um große wissenschaftliche Probleme zu lösen, sowie seine Vision für eine verantwortungsvolle Nutzung von KI. Er erörtert, was AGI (Allgemeine Künstliche Intelligenz) wirklich bedeutet (wir sind noch nicht dort), wie KI Bereiche wie Biologie und Physik verändert und seine philosophische Auffassung, dass Informationen die grundlegende Bausteineinheit des Universums sein könnten. Sein Ziel: KI dazu einzusetzen, Krankheiten zu heilen, den Klimawandel zu bekämpfen und die Geheimnisse der Realität zu entschlüsseln – wobei Sicherheit und Ethik stets im Vordergrund stehen.

1. Von Spielsimulationen zur lebensrettenden Wissenschaft: Wie AlphaGo & AlphaFold die Spielregeln veränderten

Hassabis begann damit, KI für Spiele zu entwickeln (z. B. AlphaGo, das 2016 den Weltmeister Lee Sedol besiegte). Doch schnell erkannte er, dass KI mehr kann als nur Spiele zu gewinnen – sie kann auch reale Probleme lösen.

Nehmen wir AlphaFold: Seit 50 Jahren versuchen Biologen vergeblich herauszufinden, wie sich Proteine (lange Ketten aus Aminosäuren) in dreidimensionale Formen falten. Die Form eines Proteins bestimmt seine Funktion (z. B. die Bekämpfung von Viren oder die Verdauung von Nahrung). Es war unmöglich, alle möglichen Faltungen durch Ausprobieren zu ermitteln (eine Proteinstruktur kann sich auf 10^300 verschiedene Arten falten – weit mehr als die Anzahl der Atome im Universum!).

AlphaFold nutzte jedoch keine Brute-Force-Methode. Stattdessen lernte es Muster aus 150.000 bekannten Proteinstrukturen (gesammelt über einen Zeitraum von 40 Jahren durch Wissenschaftler). Heute kann AlphaFold die Form eines Proteins in Sekundenschnelle mit nahezu perfekter Genauigkeit vorhersagen. Dies ist ein Wendepunkt für die Arzneimittelentwicklung: Wissenschaftler können nun Medikamente entwickeln, die genau zu der Struktur des Proteins passen und so Krankheiten wie Krebs oder Malaria behandeln.

Die Schlussfolgerung: KI ist besonders gut darin, Muster in riesigen, komplexen Systemen zu erkennen – etwas, was Menschen alleine nicht schaffen.

2. Was ist AGI – und warum sind wir noch nicht dort?

AGI ist ein System mit allen kognitiven Fähigkeiten eines Menschen: Es kann neue wissenschaftliche Theorien entwickeln, Gedichte schreiben, eine neue Spielart von Grund auf lernen oder mathematische Probleme lösen, die es zuvor noch nie gesehen hat.

Derzeit ist KI jedoch „eng gefasst“ – sie ist in bestimmten Bereichen sehr gut (z. B. bei der Proteinstrukturierung), in anderen hingegen schlecht (z. B. ein hochentwickelter KI-Algorithmus könnte bei einer seltsam formulierten Rechenaufgabe versagen). Der Grund:

  • Fehlende Kreativität: KI kann bestehende Probleme lösen, aber keine neuen, tiefgreifenden Fragen stellen (z. B. die ungelöste Riemannsche Vermutung).
  • Inkonsistenzen: KI begeht oft dumme Fehler, die Menschen nicht machen würden.
  • Mangelnde Anpassungsfähigkeit: Sie kann neue Fähigkeiten nur langsam erlernen (im Gegensatz zu Menschen, die schnell neue Dinge lernen können).

Laut Hassabis müsste AGI in der Lage sein, auf Grundlage des Wissens der 1910er Jahre beispielsweise die Allgemeine Relativitätstheorie zu entwickeln (wie Einstein es tat). Wir sind noch weit davon entfernt.

3. KI als ultimatives Werkzeug für große wissenschaftliche Probleme

Hassabis wählt wissenschaftliche Probleme für KI-Anwendungen nach drei Kriterien aus:

1. Riesiges Suchraum: Das Problem hat zu viele mögliche Lösungen.

2. Ausreichende Daten: Es gibt genügend Daten oder Simulatoren, um Muster zu erkennen.

3. Klare Zielsetzung: Es muss möglich sein, den Erfolg objektiv zu messen (z. B.: „Hat sich das Protein korrekt gefaltet?“ oder „Hat die KI das Wetter richtig vorhergesagt?“)

Beispiele für Probleme, an denen KI arbeitet:

  • Klimawandel: KI-Modelle können extreme Wetterereignisse vorhersagen oder Energiesysteme optimieren, um CO2-Emissionen zu reduzieren.
  • Physik: KI unterstützt die Erforschung der Quantengravitation (wie Gravitation auf kleinsten Ebenen funktioniert) durch die Verarbeitung großer Datenmengen aus Teilchenbeschleunigern.
  • Arzneimittelentwicklung: Neben AlphaFold wird KI eingesetzt, um neue Moleküle zu finden, die gegen Krankheiten wie Alzheimer wirken.

Die Idee dahinter: KI ist ein leistungsstarker Assistent für Wissenschaftler – sie kann Daten schneller verarbeiten und Muster erkennen, die Menschen übersehen.

4. Die philosophische Frage: Sind Informationen die Grundlage der Realität?

Hassabis vertritt die Theorie, dass Informationen (nicht Materie oder Energie) das grundlegendste Element des Universums sein könnten.

Was bedeutet das? Alles in der Natur – von Zellen über Berge bis zu Sternen – folgt stabilen Mustern. Diese Muster können von KI erkannt werden (wie AlphaFold die Proteinstrukturen). Wenn diese Muster auf Informationen basieren, könnte das Verständnis dieser Informationen uns helfen, die Geheimnisse der Realität zu entschlüsseln.

Um dies zu überprüfen, nutzt Hassabis KI, um komplexe natürliche Systeme zu simulieren – wenn KI solche Systeme nachbilden kann, unterstützt das die These, dass Informationen die Grundlage aller Dinge sind. Es ist eine abstrakte Vorstellung – aber KI bietet uns die Möglichkeit, sie zu erforschen.

5. Verantwortungsvolle Nutzung von KI

Hassabis setzt sich dafür ein, dass KI verantwortungsvoll eingesetzt wird:

  • Befolgen des wissenschaftlichen Methoden: KI muss streng getestet werden; überzogene Versprechen sollten vermieden und ihre Grenzen klar kommuniziert werden.
  • Langfristige Auswirkungen berücksichtigen: Auch wenn wir nicht alles vorhersehen können, müssen Sicherheitsmaßnahmen ergriffen werden (z. B., sicherzustellen, dass KI Menschen nicht schadet).
  • Fokus auf das globale Wohl: KI sollte dazu genutzt werden, den Armen zu helfen und dringende Probleme wie den Klimawandel zu lösen.

Kurzfristig ist KI ein Werkzeug für Wissenschaftler; langfristig könnte sie zu einem echten Partner werden – vorausgesetzt, wir entwickeln sie sorgfältig.

Hassabis hofft, dass KI bis 2050 dazu beitragen wird, Krankheiten zu heilen, den Klimawandel zu bekämpfen und eine neue goldene Ära der wissenschaftlichen Entdeckungen einzuleiten – alles unter Berücksichtigung von Sicherheit und Nutzen für alle.