Zusammenfassung der Kerninhalte
Dieser Artikel verbindet die Lebensgeschichte des portugiesischen Chinesen „Sheng Shu“ mit den Veränderungen in der europäischen Branche der Reiseorganisation für Chinesen über einen Zeitraum von 30 Jahren: Von einer frühen Phase, in der die Unternehmen auf „Gangregeln“ (Vereinigung, Gewalt) angewiesen waren, über eine goldene Ära des Wandels mit der Öffnung des chinesischen Auslandsreisemarktes (ADS-Politik) bis hin zu aktuellen Herausforderungen wie dem Eindringen einheimischer Reiseveranstalter, den sich ändernden Bedürfnissen junger Touristen und strengeren politischen Vorgaben (Abschaffung des „Goldenen Visums). Innerhalb der Branche gibt es ständige Konflikte, und die einstigen „grauen Zonen“ verschwinden allmählich. Sheng Shus Erfolg ist nicht nur seine persönliche Transformation von einem Anhänger solcher Gepflogenheiten zu jemandem, der einen ehrlichen Weg einschlägt, sondern spiegelt auch den unvermeidlichen Wandel der chinesischen Reisebranche im Ausland wider – von einem wild wachsenden Markt hin zu einer Branche, die sich an gesetzliche Vorgaben anpassen muss.
Detaillierte Analyse
#### 1. Von Tellerwäscher zu Reiseunternehmer: Sheng Shus Aufstieg
Sheng Shu kam Ende der 1990er Jahre aus Lianjiang in Fujian nach Portugal und arbeitete zunächst in einem Restaurant seiner Landsleute als Tellerwäscher und Fleischschneider. Er sparte Geld, um ein chinesisches Fast-Food-Geschäft zu eröffnen, wurde jedoch von früher eingewanderten Menschen aus Qingtian/Wenzhou bedroht, die Schutzgelder forderten. In seiner jugendlichen Reaktion blockierte er diese Bedrohung – das Ergebnis war der Raub seines Geschäfts. Ohne Ausweg schloss er sich einer Vereinigung seiner Landsleute aus Fuqing an, half bei der Einziehung von Schulden und bewahrte so seine Sicherheit; die Narbe auf seinem rechten Unterarm stammt von dieser Zeit.
2004 hörte er von der „ADS-Politik“ (der Erlaubnis für chinesische Touristen, in Gruppen ins Ausland zu reisen), und entschied sich sofort, den Beruf zu wechseln. Er mietete Busse und eröffnete ein kleines Reisebüro und wurde einer der ersten Chinesen in Portugal, die chinesische Reisegruppen organisierten. Zu dieser Zeit gab es zwar nur wenige chinesische Touristen, aber das Marktpotenzial war groß; er konnte mehrere Gruppen pro Monat organisieren – der Erlös aus einem einzigen Bus reichte für den halben Monatsverdienst seines früheren Restaurants aus. Dies war seine „goldene Ära“.
Einfache Erklärung: Zu Beginn gab es in Europa kaum Chinesen, und die neuen Einwanderer verfügten über keine Ressourcen oder Verbindungen; sie mussten sich auf Gewalt und Zusammenarbeit verlassen, um zu überleben. Die Öffnung des Auslandsreisemarktes bot ihnen neue Möglichkeiten.
#### 2. Konflikte innerhalb der Branche: Der Wettbewerb um den Markt
Heute ist das größte Problem im europäischen chinesischen Reisemarkt der Konflikt zwischen einheimischen Reiseveranstaltern und inländischen Reiseleitern: Nach der Pandemie kommen inländische Reiseleiter direkt über die Grenze, um Geschäfte abzuschneiden, indem sie niedrige Preise anbieten; die einheimischen Veranstalter reagieren mit Methoden wie Reifenpannen oder Anzeigen bei der Polizei. Sheng Shu vergleicht dies mit einer „Seifenoper“ – die Akteure wechseln, die Mittel werden härter, aber im Grunde geht es darum, sich gegenseitig den Markt wegzunehmen.
Sheng Shu versteht beide Seiten: Die einheimischen Veranstalter basieren auf einem Netzwerk aus Bekanntschaften (Kunden, Busflotten, Hotelrabatte, Provisionen von Geschäften), während die inländischen Reiseleiter glauben, dass sie sich auf ihre Fähigkeiten verlassen sollten. Er weist jedoch darauf hin, dass solche Konflikte die Befriedigungsbehörden und die Polizei verärgern und letztendlich dazu führen können, dass es schwieriger wird, ein chinesisches Schengen-Visum zu erhalten – was den normalen Touristen schadet.
Einfache Erklärung: Früher monopolisierten die einheimischen Veranstalter den Markt; jetzt kommen neue Akteure und anstatt zusammenzuarbeiten, zerstören sie sich gegenseitig den Markt, was niemandem nützt.
#### 3. Bekanntschaften als Geschäftsgrundlage – die „Gangregeln“ verschwinden
Sheng Shu betont, dass der europäische chinesische Reisemarkt zwar offiziell einen Dienstleistungssektor darstellt, in Wirklichkeit auf einem Netzwerk aus persönlichen Beziehungen basiert: Woher die Kunden kommen, welche Fahrzeuge zuerst eingesetzt werden, wie viel Rabatt bei Hotels erzielt werden kann – all das wird hinter verschlossenen Türen ausgehandelt. In solchen geschlossenen Kreisen werden „Gangregeln“ zu ungeschriebenen Gesetzen; neue Akteure müssen sich entweder anpassen oder ihren eigenen Weg bahnen (wie Sheng Shu es damals tat).
Heute verschwinden diese „grauen Zonen“ jedoch zunehmend: Einerseits haben viele Mitglieder der Verbände selbst unehrliche Praktiken (z. B. nutzen sie noch immer alte VTC-Lizenzen); andererseits gleichen Online-Reiseplattformen (wie Viator) und inländische Plattformen (wie REDnote, Ctrip) die Informationsungleichheiten aus, wodurch Touristen nicht mehr auf die „internen Ressourcen“ der einheimischen Veranstalter angewiesen sind. Sheng Shu vergleicht dies mit dem Rückzug des Wassers: Wer keine Unterwäsche trägt, wird sichtbar – diejenigen, die früher nur über Beziehungen Erfolg hatten, haben nun keine Deckung mehr.
Einfache Erklärung: Früher wurde mit persönlichen Verbindungen Geld verdient; heute ist alles transparenter – ohne echte Fähigkeiten kommt man nicht mehr durch.
#### 4. Die Zeiten ändern sich: Junge Touristen und strengere Politik
Sheng Shu beobachtet zwei wichtige Veränderungen:
- Die Touristen haben sich verändert: Heutzutage planen junge Menschen ihre Reisen im Voraus (z. B. auf REDnote) und streben nach dem besten Service zu den geringsten Kosten. Daten des Kulturministeriums zeigen, dass im dritten Quartal 2024 der Anteil an individuellen Mietwagenreisen ein Drittel ausmachte – Touristen suchen selbst nach Fahrzeugen und benötigen nicht mehr die vollständige Dienstleistung der lokalen Veranstalter.
- Die Politik hat sich verändert: Portugal hat 2023 das „Goldene Visum“ abgeschafft und plant, die Einwanderungsbedingungen von fünf auf zehn Jahre zu verlängern. Unternehmen, Anwaltskanzleien und Reiseveranstalter, die früher vom Goldenen Visum profitierten, sehen nun einen starken Rückgang ihrer Geschäfte; für Chinesen wird der Weg, in Europa zu bleiben, immer schwieriger.
Einfache Erklärung: Touristen sind nicht mehr naiv, und die Politik ist nicht mehr so nachsichtig wie früher – die alten Methoden, die auf Informationsungleichheiten und Einwanderungsprivilegien basierten, funktionieren nicht mehr.
#### 5. Von „Gangregeln“ zu einem ehrlichen Weg: Sheng Shus Reflexionen über die Zukunft der Branche
Sheng Shu ist inzwischen im Ruhestand und beschäftigt sich mit dem Gärtnern; er mischt sich nicht mehr in Geschäftsangelegenheiten ein. Er hat gesehen, wie einige seiner früheren Kollegen ins Gefängnis kamen (z. B. aufgrund von Verbindungen zu chinesischen Banden), und versteht, dass ein ehrlicher Weg der langfristig beste ist. Er rät beiden Seiten:
- Den inländischen Reiseleitern: Europa ist kein „unreguliertes Wilderland“ – Geschäfte über die Grenze zu machen, die illegal sind, führt früher oder später zu Problemen.
- Den einheimischen Veranstaltern: Methoden wie Reifenpannen helfen nichts und schaden dem Ruf der gesamten chinesischen Gemeinschaft.
- Der Branche insgesamt: Die Chinesen sollten lernen, den Markt gemeinsam zu nutzen – anstatt sich gegenseitig zu zerstören.
Fazit des Artikels
Dieser Artikel erzählt nicht nur die Geschichte von Sheng Shu, sondern spiegelt auch den Wandel der chinesischen Reisebranche im Ausland wider: Von einem wild wachsenden Markt hin zu einer Branche, die sich an gesetzliche Vorgaben anpassen muss. Die Zeiten ändern sich, und nur durch Anpassung und Zusammenarbeit kann man weiterkommen.
*(Der vollständige Artikel umfasst etwa 1500 Wörter.)*