Zusammenfassung der Kerninhalte
Die drei großen japanischen Automobilhersteller (Toyota, Honda und Nissan) haben kürzlich gemeinsam einen finanziellen Rückschlag erlitten: Toyota verkauft zwar mehr Autos, verdient aber weniger (der Gewinn vor Steuern ist um fast 20 Prozent gesunken), Honda verzeichnete zum ersten Mal seit 66 Jahren einen Jahresverlust, und Nissan hatte in zwei aufeinanderfolgenden Jahren enorme Verluste in Höhe von insgesamt über 50 Milliarden Yuan. Dies lässt viele Menschen fragen: Werden die einst wegen ihres geringen Kraftstoffverbrauchs und ihrer Zuverlässigkeit weltweit dominierenden japanischen Autos ihre „Goldene Ära“ endgültig hinter sich lassen?
I. Toyota – „Viel verkauft, aber wenig verdient“: Gewinne werden durch hohe Kosten aufgezehrt
Obwohl Toyota in diesem Jahr mehr Autos verkauft hat, sind die Gewinne gesunken. Das Problem liegt in den hohen Kosten.
Zunächst einmal steigen die Preise für Rohstoffe: Chips, Materialien für Lithium-Ionen-Batterien (Lithium, Nickel) sowie Stahl – alle notwendigen Komponenten für die Automobilproduktion – in den letzten zwei Jahren rasant an. Beispielsweise kosteten Chips früher nur wenige hundert Yuan pro Auto, heute sind sie um das Vielfache teurer, und es ist nicht immer möglich, sie zu beschaffen. Um die Produktion aufrechtzuerhalten, muss Toyota die Chips zu höheren Preisen kaufen.
Zweitens wirkt der Wertverlust des Yen wie ein „Doppeltes Schwert“: Der schwächere Yen macht Toyotas Exportautos im Ausland billiger, was die Verkäufe steigert. Allerdings müssen importierte Rohstoffe (wie Chips und hochwertige Teile) in US-Dollar gekauft werden – der geringere Wert des Yens erhöht diese Kosten und neutralisiert somit den Gewinnzuwachs aus den höheren Verkäufen.
Schließlich ist die Lieferkette instabil: Pandemie und geopolitische Konflikte führen zu Unterbrechungen in der Lieferung von Teilen, weshalb Toyota mehr Lager halten oder nach Ersatzlieferanten suchen muss, was weitere Kosten verursacht.
II. Honda und Nissan – „Blutverluste“: Langsame Transformation + Marktanteilverlust
Die Probleme bei Honda und Nissan sind noch gravierender; sie haben tatsächlich Geld verloren. Der Hauptgrund ist, dass sie nicht mit dem Trend zur Elektrifizierung Schritt gehalten haben.
- Erster Verlust für Honda: Honda konzentrierte sich bisher auf Hybrid- und Verbrennungsmotoren und verzögerte die Einführung von Elektroautos zu lange. Seine reinen Elektrofahrzeuge sind selten und technisch nicht besonders herausragend, weshalb sie bei den Verbrauchern wenig Anklang finden. Zudem ist der weltweite Automobilmarkt insgesamt rückläufig, was die Umsätze von Verbrennungsmotoren verringert hat.
- Nissan mit anhaltenden großen Verlusten: Obwohl Nissan bereits früh das Elektroauto Leaf auf den Markt brachte, wurden die Technologien in den letzten Jahren nicht aktualisiert. Die Reichweite und die intelligenten Funktionen des Leafs konkurrieren nicht mit denen neuerer Modelle. Zudem trägt Nissans hohe Verschuldung (aufgrund zu schneller Expansion) sowie interne Managementprobleme nach dem Gorn-Skandal dazu bei, dass die Kosten unkontrolliert steigen und die Verluste anhalten.
Darüber hinaus haben chinesische Marken wie BYD und Tesla ihren Marktanteil abgenommen. BYDs Elektroautos sind günstig und funktional, und Teslas intelligente Fahrassistenzen ziehen Kunden an – die traditionellen Vorteile japanischer Autos (guter Kraftstoffverbrauch, Zuverlässigkeit) spielen in der Ära der Elektrofahrzeuge keine so große Rolle mehr.
III. Warum ist die „Goldene Ära“ der japanischen Autos vorbei?
In den letzten Jahrzehnten dominierten japanische Autos weltweit aufgrund dreier Vorteile: geringer Kraftstoffverbrauch (insbesondere bei hohen Ölpreisen), Zuverlässigkeit und hoher Preis-Leistungs-Verhältnisse. Doch diese Vorteile sind heute nicht mehr wirksam:
- In der Ära der Elektrofahrzeuge ist der geringe Kraftstoffverbrauch bedeutungslos: Elektroautos benötigen keinen Kraftstoff, wodurch die Vorteile japanischer Verbrennungsmotoren nutzlos werden.
- Die Zuverlässigkeit wird geschwächt: Chinesische Automarken liefern heute ebenfalls zuverlässige Elektrofahrzeuge – beispielsweise BYD und NIO.
- Das Preis-Leistungs-Verhältnis ist nicht mehr konkurrenzfähig: Chinesische Elektroautos sind günstiger und verfügen über bessere Ausstattungen (z. B. große Displays, intelligente Fahrassistenzen). Für denselben Preis kann man ein chinesisches Elektroauto mit besserer Ausstattung kaufen.
Außerdem fördern globale Politiken die Entwicklung von Elektroautos – beispielsweise plant Europa das Verbot von Verbrennungsmotoren. Wenn japanische Autos weiterhin auf Verbrennungsmotoren setzen, werden sie vom Markt verdrängt.
IV. Gibt es noch Chancen für eine Wende?
Es gibt nicht ganz keine Chance, aber die Herausforderungen sind groß:
- Toyota: Toyota verfügt über eine solide Basis in der Hybridtechnologie und beschleunigt die Entwicklung von Elektroautos sowie Festkörperbatterien (Festkörperbatterien laden schneller und haben eine längere Reichweite). Wenn diese Technologien marktreif sind, könnte Toyota wieder an Bedeutung gewinnen.
- Honda: Honda arbeitet mit General Motors zusammen, um Plattformen für Elektroautos zu entwickeln, was Kosten senken kann; zudem kann es seine Hybridtechnologie auf Elektrofahrzeuge übertragen.
- Nissan: Nissan hat das neue Elektroauto Ariya auf den Markt gebracht – obwohl die Verkäufe noch durchschnittlich sind, bemüht sich das Unternehmen zumindest um eine Transformation.
Allerdings erfordert die Transformation Zeit und Geld, und der Wettbewerb auf dem Markt ist extrem intensiv: Chinesische Marken bringen jedes Jahr neue Modelle heraus, während Tesla kontinuierlich Preise senkt. Wenn japanische Autos nicht schnell wettbewerbsfähige Elektroautos vorlegen können, könnten sie ihre „Goldene Ära“ wirklich hinter sich lassen.
Fazit
Die „Goldene Ära“ der japanischen Autos ist tatsächlich vorbei – doch sie werden nicht verschwinden. Entweder müssen sie sich schnell an den Trend zur Elektrifizierung anpassen oder in den kleinen Märkten für Verbrennungsmotoren weiter kämpfen. Ob sie in Zukunft wieder aufsteigen können, hängt davon ab, ob sie ihre alten Vorteile aufgeben und neue Technologien umarmen können.