虎嗅

Deutscher Titel: „Weiße Ausbeutung seit über einem Jahrzehnt – Wie lange werden neue E-Autos noch Lücken in der Marktsituation ausnutzen können?“

原文:白薅十几年了,新能源车还要钻多久的空子?

Kernzusammenfassung

Das „Kontrollverlust des Gewichts“ bei Neufahrzeugen mit erneuerbaren Energien, wie dem NIO ES9, ist zu einem Branchentrend geworden: Das Leergewicht dieser Fahrzeuge liegt in der Regel zwischen 2 und 3 Tonnen – was 300 bis 500 Kilogramm mehr ist als bei herkömmlichen Benzinfahrzeugen. Dadurch hat sich das Durchschnittsgewicht aller Personenkraftwagen im Land innerhalb von zehn Jahren um fast 30 Prozent erhöht. Die Überlastung führt zu drei großen Problemen:

1. Eine exponentielle Zunahme der Straßenverschlechterung („Vierter Potenzgesetz“),

2. Ein erheblicher Finanzierungsbedarf für die Instandhaltung der Straßen (da Elektrofahrzeuge keine Kraftstoffsteuern zahlen müssen),

3. Sicherheitsrisiken durch erhöhten Belastungen auf Bremsen, Reifen und Straßenoberflächen.

Die Lösung dieses Dilemmas ist jedoch schwierig: Wenn man die Straßenverkehrsgebühren erhöht, könnte dies die noch fragile neue Energienindustrie schädigen; eine Begrenzung des Gewichts wiederum verringert die Reichweite der Fahrzeuge und führt zu Überkapazitäten in der Produktion. Die Ursachen liegen in technischen Einschränkungen der Batterietechnologie (niedrige Energiedichte, daher müssen mehr Batterien verwendet werden) sowie in übertriebenen Industriepolitiken der Vergangenheit, die dazu führten, dass die neue Technologie zu schnell verbreitet wurde. Infolgedessen befinden sich die Politiker in einer Zwickmühle.

1. Neufahrzeuge mit erneuerbaren Energien werden immer schwerer – kein isoliertes Phänomen

Das zunehmende Gewicht von Elektrofahrzeugen ist nicht auf das NIO ES9 beschränkt, sondern betrifft die gesamte Branche:

  • Zahlen belegen dies: Der hochausgestattete BYD Dangao EV wiegt 2,97 Tonnen, der Tengshi D9 sogar 3 Tonnen – beide überschreiten damit die Grenze von 2,5 Tonnen für leichte Lastwagen.
  • Vergleich zu Benzinfahrzeugen: Herkömmliche Benzinfahrzeuge wiegen in der Regel zwischen 1,3 und 1,8 Tonnen; gleichartige Elektrofahrzeuge sind um 300 bis 500 Kilogramm schwerer (z. B. das elektrische BMW X3 ist 350 kg schwerer als die Benzinversion, der BYD Tang Pure Electric um 560 kg).
  • Gesamte Auswirkungen: Das Durchschnittsgewicht aller Personenkraftwagen in China ist von 1,3 Tonnen vor 12 Jahren auf 1,7 Tonnen gestiegen – ein Anstieg um insgesamt 400 Kilogramm, der hauptsächlich durch Elektrofahrzeuge verursacht wurde.

2. Die „verborgenen Kosten“ der Überlastung: Schnellere Straßenverschlechterung und hohe Instandhaltungskosten

Die Überlastung hat ernsthafte finanzielle Konsequenzen:

  • Exponentielle Straßenverschlechterung: Laut dem „Vierter Potenzgesetz“ verdoppelt sich der Schaden an der Straßenoberfläche, wenn das Gewicht der Achsen sich verdoppelt. Elektrofahrzeuge verursachen daher deutlich mehr Schäden als Benzinfahrzeuge und erhöhen die Instandhaltungskosten.
  • Unfairer Straßenunterhalt: In China sind die Straßenverkehrsgebühren an die Kraftstoffsteuern gekoppelt; Elektrofahrzeuge zahlen diese nicht, obwohl sie keine Energie verbrauchen. Derzeit gibt es 43,97 Millionen Elektrofahrzeuge im Land (12 % der Gesamtzahl der Personenkraftwagen), was einer finanziellen Belastung für die Benzinnutzer entspricht. Es wird geschätzt, dass dadurch ein Finanzierungsdefizit von 300 Milliarden Yuan entstanden ist.
  • Amerika und Japan haben bereits Maßnahmen ergriffen: In Japan wird ab 2028 eine „Gewichtssteuer“ erhoben (Fahrzeuge über 2 Tonnen zahlen jährlich maximal 24.000 Yen); auch in den USA wird gefordert, Elektrofahrzeuge mit einer Straßengebühr zu belasten – obwohl sie nur 5 bzw. 2 % der Fahrzeugflotte ausmachen. In China ist das Problem aufgrund des höheren Anteils an Elektrofahrzeugen noch gravierender.

3. Steuern erheben oder das Gewicht begrenzen? Die Politik steckt in einer Zwickmühle

Um das Überlastungsproblem zu lösen, fürchten die Behörden, dass jede Maßnahme weitere negative Auswirkungen haben könnte:

  • Herausforderung bei der Erhebung von Straßenverkehrsgebühren: Elektrofahrzeuge sind eine wichtige Industrie; ihr Wachstum hat sich verlangsamt und die Gewinne sind gesunken. Zu niedrige Gebühren würden wenig bewirken, zu hohe wiederum könnten die Situation verschlechtern (z. B. durch Schwankungen an den Kapitalmärkten oder fehlende Regierungsinvestitionen). Die lokalen Finanzen sind ohnehin angespannt und müssen weiterhin die Automobilkonsum unterstützen.
  • Herausforderung bei der Gewichtsbeschränkung: Eine Begrenzung des Gewichts würde eine Erhöhung der Batterienmenge verhindern, was wiederum die Reichweite verringern würde – Elektrofahrzeuge könnten dann nur noch als Stadtverkehrsmittel eingesetzt werden. Dadurch entstünden Überkapazitäten in der Produktion (insbesondere bei Geländewagen und SUVs), was das Ziel, Benzinfahrzeuge zu ersetzen, vereiteln würde.
  • Fazit: Die Politik möchte handeln, zögert jedoch aus Angst vor weiteren negativen Auswirkungen.

4. Hinter der Überlastung: Technische Grenzen und politische Folgen

Das zunehmende Gewicht von Elektrofahrzeugen ist nicht absichtlich herbeigeführt, sondern resultiert aus technischen Mängeln und übertriebenen Industriepolitiken der Vergangenheit:

  • Technische Einschränkungen: Die Energiedichte von Batterien liegt bei weitem unter der von Benzin (Natrium-Kobalt-Mangan-Batterien nur 1/40 bis 1/80 der Benzinbatterien). Selbst bei effizienten Motoren ist eine höhere Reichweite nur durch den Einsatz mehrerer Batterien möglich – daher werden die Fahrzeuge schwerer. Obwohl Verbesserungen in der Technologie (z. B. Festkörperbatterien) seit Jahren gefordert werden, bleibt das Problem bestehen.
  • Politische Folgen: Frühere Industriepolitiken haben dazu geführt, dass die neue Technologie zu schnell verbreitet wurde; heute gibt es über 40 Millionen Elektrofahrzeuge auf dem Markt, was zu Überkapazitäten führt und die Politik in eine schwierige Position bringt.

5. Mehr als nur finanzielle Probleme: Sicherheitsrisiken durch Überlastung

Die Überlastung stellt auch ein Sicherheitsrisiko dar:

  • Straßenbrücken können einstürzen: Wenn Elektrofahrzeuge einen Anteil von 50 % der Fahrzeugflotte ausmachen und das Durchschnittsgewicht die Tragfähigkeit der Straßen überschreitet, könnten diese einstürzen oder beschädigt werden.
  • Sicherheit der Nutzer: Schwerere Fahrzeuge führen zu schnellerem Reifenverschleiß und erhöhtem Druck auf das Bremssystem – dies kann zu Fehlfunktionen führen. Einige größere Elektrofahrzeuge (7- oder 9-Sitzer) erfordern eine spezielle Fahrerlizenz; viele Nutzer besitzen jedoch nur eine normale Fahrerlizenz, was ein hohes Sicherheitsrisiko darstellt.
  • Höhere Kosten: Der Austausch von Reifen und Bremsen erhöht die Betriebskosten der Fahrzeuge.

Fazit

Das „Kontrollverlust des Gewichts“ bei Neufahrzeugen mit erneuerbaren Energien ist zwar in erster Linie ein technisches Problem, aber auch eine Folge politischer Entscheidungen. Übertriebene Industriepolitiken der Vergangenheit haben kleine Probleme zu großen Herausforderungen gemacht, die dringend überdacht werden müssen.