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Warum kommt die Hitzewelle früher als erwartet? Ein Interview mit dem Direktor des Max-Planck-Instituts für Meteorologie in Deutschland

原文:热浪为何提前来袭?专访德国马克斯-普朗克气象研究所所长

Zusammenfassung der Kerninhalte

In diesem Jahr haben viele Regionen in der nördlichen Hemisphäre bereits früher als je zuvor beispiellose Hitzewellen erlebt, was auf die kombinierte Wirkung des globalen Klimawandels und Veränderungen in der Atmosphärenzirkulation zurückzuführen ist. Das Ungleichgewicht der Energieaufnahme und -abgabe der Erde nimmt schneller zu als erwartet zu, wodurch das Klima in Zukunft noch heißer werden könnte (es besteht eine 86-prozentige Wahrscheinlichkeit, dass es in den Jahren 2026–2030 heißer wird als im Jahr 2024). Künstliche Intelligenz (KI) kann durch die Komprimierung von Informationen bei der Klimavorhersage und -bekämpfung helfen, und China zeigt bereits führende Leistungen in diesem Bereich.

Detaillierte Analyse

#### Warum kam die Hitze dieses Jahr so früh?

Die frühen Hitzewellen in der nördlichen Hemisphäre werden hauptsächlich durch zwei Faktoren verursacht:

  • Der globale Klimawandel ist der „große Hintergrund“: Fast überall auf der Erde steigt die Temperatur, was den Wasserkreislauf verstärkt – Wasser verdunstet von der Erdoberfläche in die Luft und fällt als Regen zurück. Je höher die Temperaturen, desto aktiver wird dieser Kreislauf, was wiederum zu extremerem Wetter führt.
  • Die Veränderungen in der Atmosphärenzirkulation: Beispiele hierfür sind frühere oder spätere Ankünfte von Monsunen oder sogar deren vollständiges Verschwinden (in Japan wurde letztes Jahr diskutiert, dass der Monsun möglicherweise nicht mehr auftreten könnte). Die klimatischen Unterschiede zwischen verschiedenen Städten hängen stark davon ab. Wenn sich die feuchten Gebiete in der Sahelregion Afrikas etwas nach Norden verschieben, werden die trockenen Gebiete plötzlich feuchter – die Klimaschwankungen sind dadurch besonders stark.

#### Was bedeutet das Ungleichgewicht der Energieaufnahme und -abgabe der Erde – und warum ist das beunruhigend?

Man kann die Erde als eine „Wärmeersparanlage“ betrachten: Die von der Sonne aufgenommene Energie ist die „Einnahme“, während die in den Weltraum abgestrahlte Energie die „Ausgabe“ darstellt. Unter normalen Bedingungen sind beide Seiten ausgeglichen. Doch heute gibt es zu viele Treibhausgase (wie Kohlendioxid) und weniger Aerosolemissionen, wodurch die „Einnahmen“ deutlich über den „Ausgaben“ liegen und sich die Wärme anhäuft. Besonders beunruhigend ist, dass das Tempo dieses Ungleichgewichts doppelt so hoch ist wie von den Wissenschaftlern erwartet. Möglicherweise liegt der Grund darin, dass die Erde „dunkler“ geworden ist – die Wolkenformationen haben sich verändert, wodurch weniger Sonnenlicht reflektiert wird und mehr Wärme aufgenommen wird. Die Weltmeteorologische Organisation hat dieses Ungleichgewicht in diesem Jahr erstmals als wichtigen Indikator für den beschleunigten Klimawandel eingestuft.

#### Wird das Klima in Zukunft noch schlimmer werden?

Die Antwort lautet „sehr wahrscheinlich“:

  • 2024 war bereits das heißeste Jahr seit Beginn der Aufzeichnungen – um 1,55 °C höher als vor der Industrialisierung.
  • Laut Prognosen der Weltmeteorologischen Organisation besteht eine 86-prozentige Wahrscheinlichkeit, dass es in den Jahren 2026–2030 ein noch heißeres Jahr geben wird als 2024.
  • Das El Niño-Phänomen könnte Ende 2026 auftreten und in den Jahren 2027–2028 besonders ausgeprägt sein, was zu weiteren Temperaturanstiegen führen würde.

#### Kann KI uns bei der Bekämpfung des Klimawandels helfen?

KI ist zwar kein „Allheilmittel“, aber sie kann die Schwächen herkömmlicher Forschungsmethoden ausgleichen:

  • Vorteil: Die Komprimierung von Informationen: KI kann riesige Mengen an Klimadaten schnell verarbeiten und Wissenschaftlern helfen, Muster in diesen Daten zu erkennen (z. B. frühere Klimamuster). Allerdings kann sie nur auf auf Basis von trainierten Daten arbeiten und kann derzeit noch keine neuen Erkenntnisse schaffen.
  • Beteiligung der Allgemeinbevölkerung: KI kann auch als visuelle Hilfsmittel genutzt werden, um den Menschen das zukünftige Klima verständlicher zu machen (z. B. wie stark der Meeresspiegel steigen wird oder wie heiß es in ihren Heimatorten werden könnte), was dazu anregt, kleine Schritte zur Verbesserung der Situation zu unternehmen (z. B. Stromsparen).

#### Was hat China in der Anwendung von KI für die Klimabekämpfung unternommen?

China ist in diesem Bereich führend:

  • Offene Nutzung von KI-Tools: Chinesische Unternehmen haben die Bereitstellung von KI-Tools für alle ermöglicht, sodass mehr Menschen an der Klimaforschung mitwirken können.
  • Beteiligung der Öffentlichkeit: Zusammenarbeit mit internationalen Partnern zur Entwicklung von Informationssystemen, die es der Allgemeinbevölkerung ermöglichen, die zukünftigen Klimaveränderungen zu sehen und so ihre Beteiligung an der Lösung des Problems zu fördern.
  • Zukünftige Anforderungen: Um die volle Potenzialität von KI auszuschöpfen, sind weitere Ressourcen (wie Rechenkapazitäten im Wert von Milliarden), einheitliche Standards für Trainingsdaten, eine Kombination aus Forschung und praktischer Anwendung sowie verbesserte Erdüberwachungssysteme erforderlich.

Insgesamt wird das Klimaproblem immer dringender – doch KI bietet uns neue Werkzeuge. Mit gemeinsamen Bemühungen auf globaler Ebene können wir Lösungen finden.