Zusammenfassung der Kerninhalte
Der AI-Boom hat dazu geführt, dass Halbleiterhersteller einen größeren Teil ihrer Produktionskapazitäten auf den profitablen Speicher für AI-Server (wie HBM) umorientieren. Dadurch ist die Versorgung mit dem für Smartphones üblichen LPDDR-Speicher stark zurückgegangen und die Preise in die Höhe geschossen. Dies hat die Smartphone-Branche direkt getroffen: Mittelklasse-Geräte haben alle gemeinsam ihre Preise erhöht, während der niedrigen Preissegmentmarkt unter Gefahr steht, zu verschwinden. Institutionen prognostizieren, dass die weltweiten Smartphone-Verkäufe im Jahr 2026 auf ihren niedrigsten Stand seit 2013 fallen werden (1,08 Milliarden Geräte, ein Rückgang von 13,9 % gegenüber dem Vorjahr). Die aktuelle Krise ist nicht auf mangelnde Nachfrage, sondern auf Kostenbelastungen auf der Angebotsseite zurückzuführen. Herkömmliche Preisreduzierungsmaßnahmen sind wirkungslos; die Branche steht vor einer Konsolidierung, und der Wettbewerb wird sich künftig auf die Lieferketten und den Aufbau von Ökosystemen konzentrieren.
1. AI raubt den Smartphones ihren „Speicheranteil“
Speicherhersteller sind wie Betreiber von Fabriken – früher war der für Smartphones verwendete LPDDR-Speicher das „Hauptprodukt“, aber jetzt ist der Gewinn mit HBM-Speicher, der in AI-Servern benötigt wird, viel höher (zum Beispiel verdient man mit der Produktion von 1 GB HBM mehrere Male so viel wie mit LPDDR). Daher verlegen die Hersteller ihre Produktionslinien auf die Herstellung von HBM. Das Ergebnis ist, dass die Versorgung mit LPDDR für Smartphones zurückgegangen ist: Laut Counterpoint wird die Liefermenge von LPDDR4 im zweiten Quartal 2026 um 40 % sinken und die Preise sich verdreifachen. Das ist wie wenn plötzlich weniger Milch zum gleichen Preis erhältlich wäre – die Kosten für Smartphonehersteller steigen natürlich entsprechend.
2. Mittelklasse-Smartphones erhöhen ihre Preise, Hersteller haben verschiedene Strategien
Während der Verkaufssaisonen im Juni und Sommer dieses Jahres sind Smartphones im Preissegment von 2000 bis 5000 Yuan statt eines Preisfalls teurer geworden (um 300 bis 1000 Yuan). Fast alle inländischen Hersteller haben dies getan. Ihre Strategien unterscheiden sich in zwei Richtungen:
- Verbesserung der Ausstattung, um den Preisanstieg auszugleichen: Das OPPO Reno16 verfügt über vier Hauptkameras und einen großen Akku mit 6700 mAh; das Huawei nova16 bietet eine periskopische Telekamera an, die sonst nur in Flaggschiff-Modellen zu finden ist, was den Verbrauchern ein „gutes Preis-Leistungs-Verhältnis“ erscheint.
- Erschaffung von Einfachversionen, um den Preisanstieg abzumildern: Das vivo S60 wurde mit einer günstigeren Version (Preis: 2899 Yuan) auf den Markt gebracht, und das Honor 600 verfügt über eine Einfachversion mit dem Snapdragon 7 Gen4, so dass Kunden Modelle unter 3000 Yuan kaufen können. Trotzdem kann der Druck durch die steigenden Kosten nicht vollständig abgemildert werden – Yu Chengdong von Huawei gab an, dass die Kosten für Flaggschiff-Modelle um 1200 bis 1500 Yuan gestiegen sind, und auch der CEO von Honor räumte ein, dass dies ein Problem für die gesamte Branche ist.
3. Der Smartphone-Markt kühlt stark ab – besonders das niedrige Preissegment leidet
Institutionen prognostizieren, dass die weltweiten Smartphone-Verkäufe im Jahr 2026 auf 1,08 Milliarden Geräte sinken werden (der niedrigste Stand seit 2013). Die Hauptgründe dafür sind:
- Das niedrige Preissegment kann nicht mithalten: Smartphones unter 150 US-Dollar haben ohnehin geringe Gewinne; der Anstieg der Speicherpreise bedeutet, dass sie kaum noch Geld verdienen und möglicherweise vom Markt verschwinden werden. Beispielsweise erwartet man, dass die Verkäufe von Xiami um 28 % und die von Transsion um 32 % sinken.
- Verbraucher können sich die neuen Geräte nicht leisten: Die Großhandelspreise für Smartphones haben bereits um 14 % gestiegen, und die Endverkaufspreise werden weiter steigen, während das Kaufkraftniveau der Verbraucher nicht mithält – daher wollen sie ihre Smartphones nicht austauschen.
- Apple und Samsung sind weniger betroffen: Sie verfügen über stärkere Lieferketten (zum Beispiel können Apple bessere Speicherpreise aushandeln) und einen Markenpreisvorteil, was sie weniger stark beeinträchtigt.
4. Diese Krise ist anders als frühere – herkömmliche Methoden funktionieren nicht
In der Vergangenheit lagen die Probleme bei mangelnder Nachfrage (zum Beispiel 2022–2023), aber diesmal liegt es an den extrem hohen Speicherkosten. Preisreduzierungen und Werbeaktionen führen nur zu weiteren Verlusten für die Hersteller. Laut Analysten von Counterpoint handelt es sich um eine „Angebotsseite-Krise“, die nicht durch Optimierung der Vertriebswege oder Anpassung der Produktausstattung gelöst werden kann. In Zukunft wird es zu einer Konsolidierung der Branche kommen: Kleine Marken könnten verschwinden, die Durchschnittspricer von Smartphones steigen und die Austauschzyklen der Verbraucher sich verlängern (von einmal jährlich auf 2–3 Jahre).
5. Im Zeitalter von AI muss die Smartphone-Branche „neue Spiele spielen“
AI raubt nicht nur den Speicher, sondern verändert auch die Ressourcenverteilung in der gesamten Halbleiterindustrie. Der Wettbewerb zwischen Smartphoneherstellern wird sich künftig nicht mehr darum drehen, wer am meisten verkauft, sondern um:
- Die Kontrolle über die Lieferketten: Können sie günstigen und zuverlässigen Speicher sowie Chips beschaffen? Apple und Samsung sind dafür Beispiele.
- Der Aufbau von Ökosystemen: Systeme wie Apples iOS oder Huaweis HarmonyOS, die es den Nutzern ermöglichen, ihre Smartphones weiterhin zu nutzen, auch wenn sie ein neues Gerät kaufen. Diese Faktoren sind wichtiger als einfache Leistungsverbesserungen.
Kurz gesagt: Die Smartphone-Branche muss sich auf das Zeitalter von AI einstellen – die frühere Strategie, durch niedrige Preise viele Geräte zu verkaufen, funktioniert nicht mehr. Um zu überleben, sind starke Geschäftsfähigkeiten und solide Infrastrukturen erforderlich.
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