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**Deutscher Titel:** Warum erleben innovative chinesische Medikamente einen so schnellen Aufschwung?

原文:中国创新药为什么会腾飞

Zusammenfassung der Kerninhalte

In den letzten zehn Jahren hat die chinesische Innovationspharmaindustrie einen entscheidenden Wandel vollzogen: Von einem „Kostenübernehmer“ zu einem „Innovator“, der eigene Innovationen hervorbringt. Von Grundlagenforschung (Veröffentlichungen in führenden Fachzeitschriften) über fortschrittliche Therapielinien bis hin zur kommerziellen Vermarktung im Ausland wurden strukturelle Durchbrüche erzielt. Dank hoher Forschungsinvestitionen, eines talentierten Personals sowie eines effizienten CXO-Systems (Chief Executive Officer) und innovativer Regulierungen hat China zu einem wichtigen Akteur auf dem globalen Innovationspharmamarkt geworden. Dennoch stehen Herausforderungen wie mangelnde eigene Innovationen und schwache Fähigkeiten zur kommerziellen Vermarktung im Ausland noch vor der Industrie.

Detaillierte Analyse

1. Grundlagenforschung – von Quantität zu Qualität: Fortschrittliche Therapielinien auf Weltniveau

Die Basis für innovative Medikamente liegt in der Grundlagenforschung. Vor zehn Jahren veröffentlichten chinesische Wissenschaftler jährlich nur 14 Artikel in vier führenden medizinischen Fachzeitschriften (NEJM, The Lancet usw.), im Jahr 2020 waren es bereits 162 – ein Zehnfach mehr. Die Anzahl der biomedizinischen Veröffentlichungen in den Top-Zeitschriften Cell, Nature und Science stieg von 200 auf 500, was China an die zweite Stelle weltweit bringt; der Rückstand zu den USA verringert sich dabei.

Diese Forschungsergebnisse haben schnell zu konkreten Medikamenten geführt: Im Jahr 2015 machten chinesische Innovationsmedikamente nur 4 % der globalen Gesamtproduktion aus, im Jahr 2025 bereits 30 %. Zudem gehören 46 % der neuen Medikamentenkandidaten, die in klinischen Studien getestet werden, China – vor zehn Jahren waren es nur 17 %. Besonders bemerkenswert ist, dass China bei fortschrittlichen Therapien wie ADC (Antikörper-Konjugate) zur Krebsbehandlung, Bispezifischen Antikörpern/Dreispurantikörpern sowie CAR-T-Zelltherapien mit den USA gleichzieht: In der ADC-Branche macht China 54 % aus, bei Bispezifischen Antikörpern 48 % und in der nächsten Generation von Therapielinien 34 % (hinter den USA mit 39 %). China entwickelt nicht mehr nur Nachahmungen, sondern eigene Innovationen.

2. Die Marktkraft entscheidet: Erste Position bei externen Lizenzen weltweit, profitables Auslandsgeschäft

Ob ein Medikament erfolgreich ist, zeigt der Markt. Im Jahr 2025 überstiegen die Gesamtausgaben für die Lizenzierung chinesischer Innovationsmedikamente 13 Milliarden US-Dollar – das sind 3,2 Mal so viel wie in den USA; China löste damit erstmals die USA als weltweit größten Markt ab. Transaktionen im Wert von mehreren Milliarden US-Dollar sind jetzt an der Tagesordnung: Bei Geschäften zwischen Shijiazhuang Yiling Pharmaceutical und AstraZeneca wurden beispielsweise 18,5 Milliarden US-Dollar vereinbart. Zudem können chinesische Medikamente tatsächlich im Ausland Gewinne erzielen: Das von BeiGene entwickelte Zanubrutinib, das erstes in den USA zugelassene chinesische Krebsmedikament, verkaufte sich weltweit für 3,9 Milliarden US-Dollar – davon entfielen 72 % auf den amerikanischen Markt; auch die CAR-T-Therapie von Legend Biotech erzielte im Vergleich zum Vorjahr einen Gewinn von 97 %. Dies zeigt, dass chinesische Medikamente nicht nur die strengsten FDA-Zulassungsverfahren bestehen können, sondern sich auch auf dem globalen Markt etablieren.

3. Drei Säulen, die den „Schutzwall“ bilden: Forschung, Talent und CXO-System

Der Aufstieg der chinesischen Innovationspharmaindustrie basiert auf einem System, das für andere schwer nachzuahmen ist:

  • Starke Forschungsinvestitionen: Von 2016 bis 2021 stiegen die Ausgaben für biomedizinische Forschung von 11,9 Milliarden auf 29,8 Milliarden US-Dollar (jährliches Wachstum von 20 %); führende Unternehmen wie BeiGene investieren jährlich mehr als 14 Milliarden US-Dollar in Forschung – das entspricht dem Niveau internationaler Konkurrenten. Allerdings macht die Grundlagenforschung nur 6,88 % der Gesamtausgaben aus (in den USA sind es 15–17 %), was ein Schwachpunkt darstellt.
  • Talentpool: China verfügt über viele Absolventen im Bereich STEM; das Fachkräftepotenzial im Gesundheitswesen ist weltweit auf Platz drei. Zudem kehren viele Experten aus dem Ausland zurück (z. B. Wang Xiaodong von BeiGene, Yu Dechao von Innovent Biologics). Der Arbeitskostenanteil in der Biotechnologiebranche liegt in Shanghai bei durchschnittlich 38.000 US-Dollar pro Jahr, in den USA bei 143.000 US-Dollar – mit weniger Geld kann man somit ähnlich große Teams aufbauen.
  • Effizientes und kostengünstiges CXO-System: China bietet umfassende Dienstleistungen für die Pharmaindustrie (von der Forschung bis zur Produktion); die Kosten für klinische Studien sind 50–60 % geringer als in den USA, die Durchführungszeit etwa 60–70 % schneller. Beispielsweise kosten klinische Studien für Lungenkrebspatienten in China nur 25.000 US-Dollar pro Patient, während sie in den USA 69.000 US-Dollar kosten; außerdem liegt die Erfolgsrate der FDA-Prüfungen bei 85 % (gegenüber 71 % in den USA). Dadurch können chinesische Medikamente zu günstigeren Preisen auf dem Weltmarkt verkauft werden – die Preise für CAR-T-Therapien sind etwa ein Drittel bis die Hälfte der amerikanischen, doch die Wirksamkeit ist nicht schlechter, oft sogar besser.

4. Innovative Regulierungen: Schnellere Zulassungsverfahren

Die Geschwindigkeit der Medikamentenzulassung beeinflusst direkt die Innovationsfähigkeit. Vor 2015 gab es in China einen Rückstau von 22.000 Anträgen; durch Reformen wurden Verfahren wie die Prioritätsprüfung und bedingte Zulassungen eingeführt. Im Jahr 2025 wurden allein 76 innovative Medikamente zugelassen (vor 2016 insgesamt nur 100).

China verfügt über zwei Beschleunigungssysteme: Eines ist das Mehrkanal-Verfahren der National Medical Products Administration (30 Tage für eine stillschweigende Genehmigung, 130 Tage für die Prioritätsprüfung); das andere ist das IIT-Programm (von Forschern initiierte Studien, die ohne weitere Genehmigungen starten können). Insgesamt dauert der Prozess von der Antragstellung bis zur Zulassung in China 5–8 Jahre – schneller als in den USA (8–12 Jahre) oder der EU (9–13 Jahre). Beispielsweise startete ein niederländisches Unternehmen seine CAR-T-Studien in China bereits sechs Monate vor den USA; später wurde das Unternehmen von AstraZeneca für 1 Milliarde US-Dollar übernommen – die frühen chinesischen Daten spielten dabei eine entscheidende Rolle.

5. Chancen und Herausforderungen: Vom „Gleichziehen“ zum „Führen“

Obwohl die Ergebnisse beeindruckend sind, gibt es auch viele Herausforderungen:

  • Mangelnde eigene Innovationen: China folgt noch weitgehend internationalen Entwicklungen; nur wenige Medikamente sind weltweit neu. Zudem besteht ein starkes Wettbewerbsumfeld um gleiche Zielstrukturen.
  • Schwache Auslandskommerzialisierung: Der Verkauf von Medikamenten erfolgt hauptsächlich durch Lizenzierungen an ausländische Unternehmen; China verfügt noch nicht über ein eigenes Vertriebsnetzwerk und erzielt daher nur „Lizenzgebühren“ statt echten Gewinns.
  • Hohes Kapitaldruck: Aufgrund der globalen Finanzkrise benötigen viele Pharmaunternehmen weiterhin viel Kapital; die Gewinnmöglichkeiten sind begrenzt.

Preisgestaltung und Zahlungssysteme: Die Preisgestaltung muss sowohl für die breite Bevölkerung als auch für die Innovationsbereitschaft der Unternehmen geeignet sein – dieser Balanceakt ist noch nicht gelöst.

Geopolitische Risiken: Die USA könnten chinesische CXO-Unternehmen einschränken; die FDA-Prüfverfahren werden strenger, was internationale Expansionen unsicher macht.

Regulierungsbalance: Obwohl die Zulassungsverfahren beschleunigt wurden, basieren einige Genehmigungen auf „Ersatzkriterien“; die tatsächliche Wirksamkeit der Medikamente muss noch nachgewiesen werden – Qualität darf dabei nicht aufgegeben werden.

Fazit

China hat den Durchbruch von „0 auf 1“ in der Innovationspharmaindustrie geschafft, doch um vom „Gleichziehen“ zum „Führen“ überzugehen, müssen Probleme wie mangelnde eigene Innovationen und schwache Auslandskommerzialisierung gelöst werden. Mit dem bereits vorhandenen Gesamtsystem kann China jedoch langfristig einen festen Platz in der globalen Pharmaindustrie einnehmen.