Zusammenfassung des Kerninhalts
Chongqing, als „Hauptstadt der Mikrokredite“, durchlebt eine umfassende Regulierung der Branche: Am 1. April 2026 wurden 21 Mikrokreditunternehmen offiziell aus dem Markt genommen; am folgenden Tag wurde der Schlüsselbeamte, der die Mikrokreditbranche in Chongqing beaufsichtigte, Ruan Lu, wegen mutmaßlicher Verstöße gegen Disziplin und Gesetzgebung untersucht. Hinter dieser Aktion steckt die illegale Vermietung von Lizenzen durch Mikrokreditunternehmen an unqualifizierte Institutionen sowie das verdeckte Ausgeben hoher Zinsen über „Durchführungswege“ (Gesamtzinssätze über 36%). Es besteht zudem der Verdacht auf Bestechung und Korruption. Die Regulierungsbehörden haben eingegriffen, um diese illegalen Strukturen zu unterbrechen, und haben mehrere neue Vorschriften erlassen, um die Branche zu regulieren.
Detaillierte Erläuterung
1. Die „Große Säuberung“ der Mikrokreditbranche in Chongqing: 21 Unternehmen werden aus dem Markt genommen, Schlüsselbeamter gestürzt
Die Regulierung der Mikrokreditbranche in Chongqing war weitreichend: Zunächst wurden 21 Unternehmen offiziell vom Markt genommen, anschließend wurde Ruan Lu, ehemaliger Direktor des Finanzamts von Chongqing und derzeitiger stellvertretender Vorsitzender der Wirtschaftskommission des Stadtpolitischen Konzils, untersucht. Während seiner Amtszeit entwickelte sich die Mikrokreditbranche in Chongqing rasant – Ende 2022 machten die Mikrokredite in Chongqing ein Viertel des nationalen Gesamtvolumens aus, doch gleichzeitig entstanden zahlreiche Probleme. So wurde Zheng Weijing, der Kontrolleur von Baosheng Microfinance, wegen illegaler Kapitalbeschaffung in Höhe von über 800 Millionen Yuan verhaftet, was fast 9200 Anleger betraf. Diese Regulierung war kein Zufall, sondern resultierte aus den Erkenntnissen der Nationalen Rechnungsprüfungsbehörde aus dem Jahr 2025.
2. „Durchführungswege“: Mikrokreditunternehmen nutzen ihre Lizenzen, um Geld zu verdienen
Viele Menschen verstehen vielleicht nicht, was „Durchführungswege“ sind. Einfach ausgedrückt: Mikrokreditunternehmen verfügen über legale Lizenzen zum Ausgeben von Krediten, während einige Hilfsplattformen und Technologieunternehmen keine entsprechenden Qualifikationen haben. Die Mikrokreditunternehmen vermieten diese Lizenzen an diese Unternehmen, die dann im Namen der Mikrokreditunternehmen Kredite vergeben und dafür eine „Durchführungsgebühr“ erheben (in der Regel 0,5–0,6 Prozent pro ausgegebenem Betrag).
Beispielsweise konnte Chongqing Tongrong Microfinance mit einem registrierten Kapital von 300 Millionen Yuan theoretisch Kredite in Höhe von bis zu 600 Millionen Yuan vergeben. Tatsächlich überstieg die tatsächliche Kreditvergabe jedoch diese Grenze deutlich. Die unter dieser Firma betriebenen Apps wie „Youjie“ und “Qidai” dienten in Wirklichkeit dazu, unqualifizierte Plattformen mit Kunden zu verbinden, sodass diese Plattformen hohe Zinsen erzielen konnten. Diese Praktiken waren nicht nur illegal, sondern machten die Mikrokreditunternehmen auch zu „Händlern ohne eigenes Risiko“ – schließlich trugen sie die Risiken, obwohl das Geld nicht ihnen gehörte.
3. Verdeckte hohe Zinsen: „Mitgliedsgebühren“ und „Garantiegebühren“ verbergen hohe Zinssätze
Wie erzielen diese illegalen Plattformen hohe Zinsen? Ein Beispiel: Wenn ein Kunde 4000 Yuan leiht, zieht die Plattform zunächst 600 Yuan als „Mitgliedsgebühr“ ab, sodass der Kunde nur 3400 Yuan tatsächlich erhält. Die Rückzahlung beträgt jedoch 4000 Yuan plus Zinsen, was zu einem jährlichen Zinssatz von über 36% führt. Noch verstecktere Methoden sind die geheime Auswahl von Optionen wie „Pinhao Wu“ (Kosten in Höhe von 999 Yuan) oder die Erhebung von „Rechtsgebühren“. Diese Kosten werden nicht offiziell als Zinsen ausgewiesen, erhöhen aber den tatsächlichen Kosten für die Kunden erheblich.
Solche Plattformen richten sich in der Regel an einkommensschwache Nutzer, die gegenüber hohen Zinssätzen unempfindlich sind und leicht hereinfallen können. Die Plattform „Youjie“ funktioniert beispielsweise wie ein „Kreditsupermarkt“, der mit mehreren unqualifizierten Mikroplattformen verbunden ist – Kunden geraten so unbemerkt in die Falle hoher Zinsen.
4. Zahlungsdienstleister: Helfer bei den illegalen Aktivitäten
Zahlungsdienstleister spielen eine entscheidende Rolle bei diesen illegalen Vorgängen. Einige Zahlungsdienstleister eröffnen Konten für unqualifizierte Plattformen und ermöglichen deren automatische Gebührenabhebungen (z. B. von Mitgliedsgebühren). So können sie ohne Zustimmung des Kunden zusätzliche Kosten abziehen.
Die Regulierungsbehörden haben jedoch bereits reagiert: Mehrere Zahlungsdienstleister in Shanghai wurden aufgefordert, solche Hilfskonten zu schließen und die automatische Gebührenabhebung einzustellen. Dies bedeutet, dass den illegalen Plattformen der Gelderfluss abgeschnitten wird und sie nicht mehr unbemerkt Gebühren erheben können.
5. Regulierungsbehörden schließen Lücken: Neue Vorschriften beenden illegale Praktiken
Um die Probleme endgültig zu beseitigen, wurden folgende neue Vorschriften erlassen:
- Die „Verordnung über die Verwaltung des Online-Marketings von Finanzprodukten“ verbietet Zahlungsdienstleistern, Marketingdienste für Kreditprodukte anzubieten oder Kredite als Zahlungsoptionen aufzuführen.
- Lokale Durchführungsrichtlinien in Chongqing verbieten es Mikrokreditunternehmen, unqualifizierten Parteien zu helfen, Apps oder Mini-Programme zu registrieren.
Diese Vorschriften zielen direkt auf die Kernprobleme der „Durchführungswege“ ab – sie verhindern, dass unqualifizierte Institutionen mit Mikrokreditlizenzen Geld verdienen und Zahlungsdienstleister ihnen dabei helfen, Gebühren zu erheben.
Die Regulierung dieser Branche dient nicht nur der Beseitigung illegaler Unternehmen, sondern auch dem Ziel, die Mikrokreditbranche in Chongqing wieder auf den rechten Weg zu bringen: Sie darf nicht mehr durch die Vermietung von Lizenzen Geld verdienen, sondern muss tatsächlich legale Mikrokreditgeschäfte betreiben.
Fazit
Die Regulierung der Mikrokreditbranche in Chongqing ist ein entschlossener Schritt gegen verdeckte hohe Zinsen und den Missbrauch von Lizenzen. Für die Verbraucher bedeutet dies, bei Kreditnahmen vorsichtiger zu sein – Plattformen, die zuerst Mitgliedsgebühren oder Garantiegebühren erheben, sollten gemieden werden. Für die Branche selbst ist nur ein rechtmäßiges Geschäftsmodell langfristig tragfähig. Diese Regulierung dient auch als Warnung für Mikrokreditbrachen in anderen Regionen: Illegale Praktiken werden früher oder später aufgedeckt.