Zusammenfassung der Kerninhalte
Nach der Umsetzung der „Richtlinien für Leistungsvergleichsindikatoren öffentlich aufgelegter Investmentfonds“ im März 2026 begann die Branche der öffentlich aufgelegten Fonds, die „Leistungsvergleichsindikatoren“ (die als „Referenzpunkte“ oder „Mindestanforderungen“ für Fonds verstanden werden können) zu regulieren. Am 1. Juni wurden die Indikatoren von fast 400 Milliarden Yuan umfassenden, bestehenden Fonds im Rahmen einer Massenanpassung geändert, wobei insbesondere das Problem des „Stilwechsels“ (z. B. Fonds mit dem Namen „Konsumfonds“, die jedoch stark in Halbleiter investieren) direkt angegangen wurde. Die Regulierungsbehörden betonten, dass die Anpassung der Indikatoren vorrangig erfolgen soll und nicht zwangsläufig zu einer Umstrukturierung des Fondsportfolios führen muss, um Marktschwankungen zu vermeiden. Diese Änderungen werden das Bewertungssystem der Branche neu gestalten und gleichzeitig Herausforderungen für die Fondsunternehmen darstellen.
Warum wird überhaupt angepasst? Um das Problem des „Nicht-Einhalten der Versprechen“ in der Branche zu lösen
Seit langer Zeit entsprechen einige Fonds nicht ihrem Namen:
- Sie tragen den Namen „Konsumfonds“, investieren aber tatsächlich hauptsächlich in Halbleiter und neue Energien;
- Sie werden als „Wachstumsfonds“ beworben, halten jedoch eher große Blue-Chip-Aktien.
Dieser „Stilwechsel“ führt dazu, dass Investoren bei der Auswahl von Fonds wie beim Auspacken einer Blindbox vorgehen – sie möchten in Konsumgüter investieren, erhalten aber Aktien aus dem Technologiebereich. Dadurch werden die Leistungsvergleichsindikatoren zu reinen Formalitäten (z. B. ein Fonds mit einem hohen Anteil an Aktien im Portfolio, während der Indikator nur 50 % Aktienanteil vorsieht; dadurch kann der Fonds leicht den Indikator übertreffen, ohne die tatsächliche Anlagestrategie widerzuspiegeln). Die Änderungen sollen sicherstellen, dass die Indikatoren mit dem tatsächlichen Portfolio der Fonds übereinstimmen, damit Investoren verstehen können, worin sie investieren, und nicht in Falle geraten.
Welche Merkmale weisen die ersten angepassten Fonds auf? Genaue Klassifizierung und Relevanz für die Realität
Bei den ersten 195 angepassten Fonds (von 12 führenden Unternehmen) steht im Vordergrund, dass die Indikatoren die tatsächliche Anlagestrategie widerspiegeln sollen:
1. Art der Fonds: Mischfonds sind am häufigsten (113 Stück, 58 %); Bondfonds haben das größte Volumen (188,5 Milliarden Yuan);
2. Flexibel gestaltete Fonds: Beispielsweise hat der Hua Shang Advantage Industry Mix seinen Indikator von „CSI 300 × 55 % + Staatsanleihen × 45 %“ auf „CSI 800 × 85 % + Staatsanleihen × 15 %“ geändert – der Aktienanteil stieg damit von 55 % auf 85 %, was dem tatsächlichen Portfolio entspricht;
3. Themenfonds: Der E Fund Defense & Military hat seinen Indikator von „Shenwan Defense & Military × 70 %“ auf „CSI Military × 90 %“ geändert, um sich stärker auf den Militärbereich zu konzentrieren;
4. Fonds mit Auslandsinvestitionen: Der Ruiyuan Balanced Value Three hat den Anteil an Hongkong-Aktien im Portfolio von 20 % auf 35 % erhöht und den Gesamtanteil an Aktien auf 85 %, was der tatsächlichen Investitionsstrategie in Hongkong entspricht.
Regulatorische Grundlagen: Kein „Einheitsansatz“, um Marktschwankungen zu vermeiden
Es gab Gerüchte, dass die Schwankungen an den Technologieaktien auf die Umstrukturierung von Konsum-/Medizinfonds zurückzuführen seien. Die Regulierungsbehörden haben jedoch bereits klare Richtlinien festgelegt:
- Es wird eine Übergangszeit von einem Jahr eingerichtet, in der Fondsmanager das Portfolio schrittweise und sanft anpassen können (6–12 Monate);
- Priorität hat die Anpassung der Indikatoren, nicht die direkte Umstrukturierung des Portfolios;
- Bei Fonds mit starkem Technologieanteil wird beispielsweise entweder der Indikator auf einen breiteren Mix umgestellt oder der Begriff „Konsumfonds“ aus dem Namen entfernt, um den Fonds in einen allgemeinen Marktinvestitionsfonds umzuwandeln;
- Das Ziel ist es, dass die Indikatoren der Anlagestrategie folgen – nicht umgekehrt.
Veränderungen in der Branche: Das Zeitalter des „leichten Geldverdienens“ für Fondsmanager ist vorbei
Die neuen Regeln werden das Bewertungssystem und die Anreize in der Branche neu gestalten:
- Früher: Die Indikatoren wurden oft zu niedrig festgelegt (z. B. 50 % Aktienanteil), während die tatsächliche Investitionshöhe viel höher war; dadurch konnten Fonds leicht den Indikator übertreffen und trotz Verlusten hohe Gehälter erhalten;
- Jetzt: Aktive Equity-Fonds, die langfristig unter dem Indikator liegen, erhalten deutlich niedrigere Gehälter;
- Veränderung des Wettbewerbslogik: Der Wettbewerb konzentriert sich nicht mehr auf den Zugang zu Kanälen oder das Erreichen großer Volumina, sondern auf die Erzielung von Überrenditen und die Nachhaltigkeit der Anlagestrategien; Fondsmanager müssen nun echte Fähigkeiten unter Beweis stellen.
Welche Herausforderungen stehen den Fondsunternehmen bei der Anpassung bevor?
Analysten von Morningstar weisen darauf hin, dass Fondsunternehmen bei der Anpassung der Indikatoren fünf Hauptprobleme zu bewältigen haben:
1. Swing in den Portfolios: Bestehende Fonds sind an alte Indikatoren gebunden; die Anpassung kann kurzfristige Schwankungen im Portfolio verursachen;
2. Neuordnung der Bewertungskriterien: Die Indikatoren werden von einer „relaxierten Referenz“ zu einem strengen Verpflichtungsinstrument; Fonds, die den Indikator unterliegen, erhalten niedrigere Gehälter;
3Schwierigkeiten bei der Erzielung von Überrenditen: Alte Indikatoren waren oft breit gefächert und ermöglichten es leicht, Überrendite zu erzielen; neue Indikatoren sind auf spezifische Anlagestrategien ausgerichtet, was die Erzielung von Überrenditen erschwert und zu Rücknahmen von Fonds führen kann;
4Mangel an geeigneten Indikatoren: Für einige spezialisierte Strategien gibt es keine passenden Indikatoren; die Anpassung der Datensysteme erfordert Zeit;
5Kommunikation mit den Anlegern: Es ist wichtig, Investoren die Gründe für die Anpassungen klar zu erklären, um Missverständnisse und mögliche Rücknahmen zu vermeiden.
Fazit
Die Anpassung der Indikatoren stellt eine „Klarstellung der Realitäten“ in der Branche der öffentlich aufgelegten Fonds dar: Sie sorgt dafür, dass Fonds ihren Namen wirklich verdienen und Investoren wissen, worin sie investieren. Dadurch können sie bei der Auswahl von Fonds sicherer sein – sie müssen nicht mehr raten, sondern können sich anhand der Indikatoren ein Bild von den Anlagestrategien der Fonds machen.