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Chao Yong: Preis, Erwartungen und Rationalität – Vom „Schönheitswettbewerb“ nach Keynes bis zu den Finanzmärkten im Zeitalter der Künstlichen Intelligenz

原文:朝镛:价格、预期与理性:从凯恩斯选美竞赛到人工智能时代的金融市场

Zusammenfassung der Kerninhalte

Dieser Artikel verwendet Keynes’ Theorie des „Schönheitswettbewerbs“, um das Phänomen zu erklären, dass die Preise von Vermögenswerten auf dem Finanzmarkt mit den aktuellen „Trends“ stark schwanken: Die Preise werden nicht durch den wahren Wert der Vermögenswerte selbst bestimmt, sondern durch höhere Erwartungen – insbesondere davon, wie andere die Meinungen anderer bewerten. Der Artikel verifiziert diese Logik anhand eines Experiments zur Schätzung von Durchschnitten und erweitert dies auf die „Trendnarrative“ im Bereich der Technologiefinanzen und Risikokapitalinvestitionen. Zuletzt wird diskutiert, ob Künstliche Intelligenz (KI) den Markt rationaler machen könnte (die Schlussfolgerung ist: Nicht unbedingt; vielmehr könnte sie die Erwartungsstruktur verändern). Es wird außerdem vorgeschlagen, dass eine aktive Regierung das Preisbildungsmechanismus verstehen und rechtzeitig eingreifen sollte, um systemische Risiken zu verhindern.

Detaillierte Analyse

#### 1. Keynes’ Schönheitswettbewerb: Preise sind ein Spiel, bei dem man errät, was andere denken

Keynes vergleicht den Finanzmarkt mit einem „Schönheitswettbewerb“: Es geht nicht darum, das schönste Gesicht auszuwählen, sondern das Gesicht, für das alle glauben, dass es von allen gewählt werden wird. Wenn Sie beispielsweise Aktien kaufen, achten Sie nicht darauf, wie gut die Grundlagen des Unternehmens sind, sondern darauf, ob andere diese Aktien kaufen werden – und ob andere wiederum denken, dass andere sie kaufen werden. Diese „Erwartungen an Erwartungen“ sind der Kern der Preisbewegungen: Selbst wenn sich das Unternehmen nicht verändert, steigen die Preise, solange alle glauben, dass weiterhin gekauft wird; sobald jedoch Zweifel entstehen, fallen die Preise. Dies erklärt, warum „sogar Schweine auf dem richtigen Trend fliegen können“: Der Trend entsteht nicht durch plötzliche technische Fortschritte, sondern durch eine allgemeine Übereinstimmung im Markt.

#### 2. Experiment zur Schätzung von Durchschnitten: In der Realität ist niemand vollkommen „rational“

Der Artikel verifiziert diese Logik mit einem interessanten Experiment: Die Teilnehmer sollen Zahlen zwischen 0 und 100 wählen, wobei das Ziel darin besteht, sich dem Durchschnitt aller nahezukommen. Aus rein rationaler Sicht würden alle die Zahl 0 wählen (denn nach mehreren Iterationen erreicht man schließlich den Gleichgewichtswert 0), doch tatsächlich lagen die Gewinnerwerte zwischen 12 und 13. Warum? Weil die Menschen im Markt unterschiedliche Wahrnehmungsebenen haben: Einige denken nur an den Durchschnitt (33), andere daran, was andere wählen werden (22), während die meisten in der Mitte bleiben. Die Gewinner sind nicht die „rein rationalen“ Teilnehmer, die 0 gewählt haben, sondern diejenigen, die die Gedanken der Mehrheit richtig erraten haben. Dies zeigt, dass Preise das Ergebnis der Interaktion verschiedener Wahrnehmungsebenen sind – und keine reinen „rationalen Berechnungen“.

#### 3. Der „Trend“ in der Technologiefinanzwirtschaft: Narrative sind wichtiger als die Grundlagen

Technologieunternehmen (z. B. KI, neue Energien) verfügen nicht über stabile Cashflows; ihre Bewertung hängt ausschließlich von der Zukunft ab. Für Investoren ist es nicht wichtig, ob die Technologie tatsächlich funktioniert, sondern ob andere weiterhin investieren werden und ob sie bei der nächsten Finanzierungsrunde Kapital erhalten können. Wenn beispielsweise ein KI-Bereich an Popularität gewinnt, liegt das nicht an einem plötzlichen technischen Durchbruch, sondern daran, dass alle glauben, dass andere weiterhin positiv eingestellt sind – Kapital strömt herein und treibt die Bewertung in die Höhe; sobald der Markt anfängt zu zweifeln, fällt die Bewertung. Dies zeigt die Macht von Narrativen: Unternehmen erzählen Geschichten nicht nur, um Informationen zu verpacken, sondern um Erwartungen zu schaffen, denen alle zustimmen – und somit Kapital anzulocken.

#### 4. Wird der Markt mit KI rationaler? Nicht unbedingt

Viele glauben, dass KI die „Irration“ beseitigen kann, da sie schnell rechnet und keine Emotionen hat. Der Artikel argumentiert jedoch, dass KI die Erwartungsstruktur eher verkomplizieren könnte:

  • Einige folgen den Entscheidungen der KI, andere handeln entgegengesetzt;
  • KI selbst wird auch versuchen zu erraten, wie andere mit ihren Entscheidungen umgehen werden – und sogar wie andere KIs reagieren werden.

Wenn beispielsweise alle feststellen, dass KI dazu verwendet wird, bestimmte Werte vorherzusagen, könnte sie selbst einen höheren Wert wählen, in der Annahme, dass andere ebenfalls dies tun werden. Infolgedessen konzentrieren sich die Preise nicht mehr auf die Grundlagen, sondern noch stärker auf die Erwartungen anderer – was zu weiteren Schwankungen führen könnte.

#### 5. Eine aktive Regierung: Sie sollte den Markt nicht ablehnen, sondern verstehen

Der Artikel betont, dass die Regierung den Marktpreis nicht ersetzen muss, aber zwischen zwei Situationen unterscheiden sollte:

  • Wenn Preise durch die Grundlagen bestimmt werden (z. B. gute Unternehmensergebnisse), sollte sie nicht eingreifen;
  • Wenn Preise jedoch von „Erwartungen an Erwartungen“ geprägt sind (z. B. Blasen aufgrund von Trends), sollte sie rechtzeitig einschreiten (z. B. mit Abkühlungsmaßnahmen).

Der Aktienmarktblase von 2015 war beispielsweise das Ergebnis einer Konzentration von Erwartungen; die Regierungsintervention diente dazu, systemische Risiken zu verhindern. Solche Eingriffe sind keine Kontrolle des Marktes, sondern eine rationale Reaktion auf das Verständnis der Preisbildungsmechanismen – schließlich sind Preise soziale Phänomene und keine reinen Zahlen.

Fazit

Der Artikel zeigt uns: Der Finanzmarkt ist kein „rechnerisches Instrument“, sondern ein Ort von Erwartungsspielen. Der Kern der Preisbewegungen besteht darin, zu erraten, was andere denken – KI und technologische Trends machen diese Spiele nur noch komplizierter. Die Rolle der Regierung besteht darin, zu erkennen, wann Erwartungen zu stark konvergieren, und rechtzeitig Risiken zu verhindern, anstatt blind davon auszugehen, dass „Preise immer richtig sind“. Wenn normale Menschen diese Logik verstehen, können sie verstehen, warum einige Aktien trotz mäßiger Grundlagen stark steigen oder warum bestimmte Trends plötzlich enden – letztendlich ändern sich die Erwartungen aller.