Zusammenfassung der Kerninhalte:
Die Förderung von medizinischen Gemeinschaften (die Krankenhäuser, Gesundheitszentren und Dorfgesundheitseinrichtungen in einem „Medizinkonzern“ zusammenführen) führt dazu, dass Apotheken auf dem regionalen Markt weniger Rezepte erhalten und unter zunehmendem Druck stehen. Doch es gibt immer noch Chancen für Apotheken: Aufgrund politischer Beschränkungen (wie der Vorgabe des Anteils an Arzneimitteln am Gesamteinnahmen oder der Höhe der Selbstzahleranteile) müssen Krankenhäuser teure, innovative Medikamente sowie Medikamente, die nicht im Rahmen von Ausschreibungen ausgewählt wurden, außerhalb des Krankenhauses verkaufen. Doppelkanal-Apotheken spielen dabei eine entscheidende Rolle als Anbieter dieser Rezepte. In Zukunft werden sich Apotheken in zwei Hauptmodelle unterscheiden: „Krankenhausnahe-Apotheken“, die direkt neben Krankenhäusern operieren, und „Gemeinschafts-/Einkaufszentrum-Apotheken“, die hauptsächlich Produkte für die Gesundheitsförderung verkaufen.
I. Warum können medizinische Gemeinschaften den Geschäftsbereich der Apotheken übernehmen?
Medizinische Gemeinschaften sind keine einfache Kooperation, sondern eine Verbindung der regionalen medizinischen Ressourcen durch administrative Maßnahmen:
- Finanzen und Medikamente unter Kontrolle des führenden Krankenhauses: In Jiangxi beispielsweise dürfen die Gesundheitszentren und Dorfgesundheitseinrichtungen innerhalb der Gemeinschaft keine eigenen Medikamente kaufen; diese müssen vom führenden Krankenhaus eingekauft werden. Auch das Geld aus der Krankenversicherung wird vom führenden Krankenhaus verteilt. Dadurch erhalten Rezepte, die an der Basis ausgestellt werden, vorrangig innerhalb der Gemeinschaftsstruktur abgegeben – sie gelangen kaum in externe Apotheken.
- Interne Rezeptzirkulation: Plattformen wie die Online-Rezeptprüfungsplattform in Rugao übertragen Echtzeit-Rezepte von 14 Gesundheitszentren und 352 Dorfgesundheitseinrichtungen. Obwohl nicht ausdrücklich gesagt wird, dass alle Rezepte innerhalb der Gemeinschaft verwendet werden, ist es sehr wahrscheinlich, dass die meisten nicht nach außen gelangen; schließlich kann das führende Krankenhaus den Medikamentenkauf kontrollieren und möchte gerne mehr Gewinn daraus erzielen.
- Die Basis als „Eingang“ für höhere Krankenhäuser: Die medizinischen Gemeinschaften verwandeln Dorfgesundheitseinrichtungen und Gesundheitszentren in Quellen für Patienten, die in höhere Krankenhäuser überweisen. Dadurch gelangen Rezepte innerhalb des Systems, wodurch es für Apotheken schwierig wird, einen Anteil am Geschäft zu erhalten.
II. Doppelkanal-Apotheken: Weniger Rezepte – aber tatsächlich eine „Notwendigkeit”
Doppelkanal-Apotheken bieten sowohl Krankenhäusern als auch Apotheken die Möglichkeit, Medikamente zu verkaufen, die im Rahmen von staatlichen Verhandlungen zu günstigeren Preisen erworben wurden, und diese werden auch von der Krankenversicherung erstattet. Die Daten aus Huangshan zeigen, dass jede Apotheke im Durchschnitt nur 48,7 Rezepte für solche Medikamente pro 15 Monaten erhält. Allerdings:
- Tatsächlich mehr Rezepte: Der Hinweis „nur auf staatlich verhandelte Medikamente“ bedeutet, dass weitere Rezepte nicht berücksichtigt werden.
- Krankenhäuser müssen die Rezepte abgeben: Um die Vorgaben bezüglich des Anteils an Arzneimitteln einzuhalten (der Anteil an Arzneimittelausgaben darf 30 % der Gesamteinnahmen nicht überschreiten), müssen Krankenhäuser teure Medikamente an Doppelkanal-Apotheken weiterverkaufen.
- Regulatorische Unterstützung: In Guangdong ist vorgeschrieben, dass in jedem Landkreis mindestens eine Doppelkanal-Apotheke vorhanden sein muss – dies zeigt, dass diese Form der Versorgung Teil des Krankenversicherungssystems ist und nicht verschwinden wird. In Rugao gibt es beispielsweise 27 solcher Apotheken, an denen 7 Krankenhäuser teilnehmen; dies unterstreicht den tatsächlichen Bedarf der Krankenhäuser.
III. Teure, innovative Medikamente: Die Zukunftsperspektive für Apotheken
Teure, innovative Medikamente zur Behandlung von Krebs und chronischen Erkrankungen werden in Zukunft immer wichtiger:
- Krankenhäuser „zögern, diese zu behalten: Aufgrund der hohen Preise sowie der Auswirkungen auf die Vorgaben bezüglich des Anteils an Arzneimitteln lassen Krankenhäuser Patienten diese Medikamente lieber in Doppelkanal-Apotheken kaufen.
- Markttrend: In den USA machen solche Medikamente bereits 60 % der Arzneimittelausgaben aus; auch in China wird dieser Anteil steigen, da sich die Krankheitsstruktur zunehmend auf chronische Erkrankungen und Krebs verändert.
- Doppelkanal-Apotheken als Hauptanbieter: Solange die Vorgaben bezüglich des Anteils an Arzneimitteln und der Selbstzahleranteile unverändert bleiben, besteht weiterhin ein Bedarf an diesen Medikamenten – Apotheken, die diese Produkte anbieten, können damit erfolgreich sein.
IV. Nicht ausgewählte Medikamente in Ausschreibungen: Eine Ergänzungsmöglichkeit für Apotheken
Staatliche Ausschreibungen führen zu Großeinkäufen von Medikamenten; die ausgewählten Produkte werden zu günstigeren Preisen verkauft und müssen von Krankenhäusern bevorzugt verwendet werden. Nicht ausgewählte Medikamente haben im Krankenhaus keinen Platz und müssen daher außerhalb des Krankenhauses verkauft werden:
- Krankenhäuser können sie nicht verwenden: Regulierungen begrenzen den Kauf solcher Medikamente; um die Ausschreibungsziele zu erfüllen, müssen Krankenhäuser diese Medikamente weniger oder gar nicht verwenden.
- Apotheken können sie verkaufen: Auch wenn diese Medikamente nicht ausgewählt wurden, gibt es immer noch Patienten, die sie benötigen (z. B. aufgrund von Markenpräferenzen); Apotheken können diesen Bedarf abdecken und so einen Ergänzungsmarkt schaffen.
V. Zwei zukünftige Geschäftsfelder für Apotheken: Kein „Alles-Verkauf“ mehr möglich
Früher konnten Apotheken mit dem Verkauf von gängigen Medikamenten und Gesundheitsprodukten Geld verdienen, doch heute ist das nicht mehr der Fall – sie müssen sich auf bestimmte Bereiche konzentrieren:
- Krankenhausnahe-Apotheken: Diese werden direkt neben Krankenhäusern eröffnet und erhalten Rezepte, die aus dem Krankenhaus herausgegeben werden (insbesondere teure, innovative Medikamente sowie nicht ausgewählte Produkte), und verdienen damit Geld über die Krankenversicherung.
- Gemeinschafts-/Einkaufszentrum-Apotheken: Diese befinden sich in Gemeinden oder Einkaufszentren und verkaufen hauptsächlich Produkte für die Gesundheitsförderung (z. B. Gesundheitsprodukte, medizinische Geräte, Wellness-Produkte); Medikamente spielen nur eine unterstützende Rolle.
Diese beiden Modelle ermöglichen es Apotheken, sich dem Druck der medizinischen Gemeinschaften zu entziehen und ihren eigenen Überlebensraum zu finden.
Fazit
Die Entwicklung von medizinischen Gemeinschaften stellt für Apotheken zwar eine Herausforderung dar, aber sie bedeutet nicht das Ende ihrer Existenz. Durch die Konzentration auf teure, innovative Medikamente sowie nicht ausgewählte Produkte in Ausschreibungen und durch den Wechsel zu neuen Geschäftsmodellen (Krankenhausnahe-Apotheken oder Gemeinschafts-/Einkaufszentrum-Apotheken) besteht weiterhin Potenzial für Apotheken. Der Schlüssel liegt darin, sich an die politischen und marktbedingten Veränderungen anzupassen.