虎嗅

**„Zhaozhao Hongguang“ – Ist es wirklich nützlich? Wofür dient es?“** *(„Zhaozhao Hongguang“: Is it really useful? What’s its purpose?)*

原文:照照红光,真有用吗?有什么用?

Zusammenfassung der Kerninhalte

Die Therapie mit rotem und nah-infrarotem Licht galt einst als Randtechnologie in der Medizin, ist aber heute allmählich in den Mainstream vordringend. Sie wird zur Behandlung verschiedener Erkrankungen der Haut, Nerven und Augen eingesetzt (z. B. Makuladegeneration, Mundschleimhautentzündung), wobei die wissenschaftlichen Mechanismen auf den Energiestoffwechsel in den Mitochondrien hindeuten. Der kommerzielle Markt ist jedoch von übertriebenen Werbeversprechen geprägt, und die Wirksamkeit der Produkte variiert stark. Zudem führt das langfristige Verbringen Zeit in Innenräumen sowie die Nutzung von Beleuchtung mit engem Spektrum zu einem Mangel an rotem Licht, was die Gesundheit beeinträchtigen kann. Die Zukunft dieser Therapie birgt Chancen (z. B. durch tragbare Geräte und die Optimierung durch KI), aber es müssen noch wissenschaftliche Fragen zur Dosierung und individuellen Unterschieden geklärt werden.

Detaillierte Analyse

#### 1. Vom „Randverfahren“ zur „klinischen Anerkennung“: Der Aufstieg der Rotlichttherapie

Die Rotlichttherapie ist keine neue Entdeckung, wurde aber erst in den letzten Jahren von der regulären Medizin anerkannt:

  • Frühe Entdeckungen: In den 1960er Jahren stellten ungarische Wissenschaftler fest, dass niedrige Dosen roten Lichts das Haarwachstum bei Ratten fördern. In den 1990er Jahren bemerkte die NASA, dass die Wunden von Astronauten unter der Anwendung von rotem LED-Licht schneller heilten, was die Forschung aufmerksam machte.
  • Klinische Durchbrüche: Im Jahr 2025 kamen mehr als 20 Experten zu dem Schluss, dass Rotlicht bei Magengeschwüren und Haarausfall sicher und wirksam ist; die FDA genehmigte Geräte zur Behandlung der trockenen Makuladegeneration. Die Rotlichttherapie bei Mundschleimhautentzündungen (Nebenwirkung der Krebstherapie) wurde in die klinischen Leitlinien aufgenommen.
  • Reale Fälle: Der Hautarzt Ozog erhielt nach dem Schlaganfall seines Sohnes den Ratschlag, die Rotlichttherapie auszuprobieren. Nachdem er über Nacht Literatur recherchiert hatte, setzte er heimlich eine Rotlichtlampe ein – sein Sohn erholte sich schließlich. Dies verwandelte ihn von einem Skeptiker in einen Befürworter der Therapie.

Heutzutage sind Rotlichtgeräte in Kliniken, Fitnessstudios und sogar zu Hause erhältlich, werden aber noch nicht weit verbreitet eingesetzt (z. B. nur 10 % der Krebszentren verwenden sie zur Behandlung von Mundschleimhautentzündungen), aufgrund mangelnder Bekanntheit und fehlender Förderung.

#### 2. Das „Energiegeheimnis“ der Rotlichttherapie: Die Mitochondrien sind entscheidend

Warum wirkt rotes Licht? Wissenschaftler konzentrieren sich auf die Mitochondrien – die „Energiefabriken“ in den Zellen:

  • Durchdringung und Absorption: Rotes und nah-infrarotes Licht hat lange Wellenlängen (600–1100 Nanometer), wird kaum gestreut und kann Haut sowie tiefer liegende Gewebe durchdringen. Diese Lichtwellen werden von der Enzymkombination „Cytochrom c Oxidase“ in den Mitochondrien absorbiert, die für die Produktion des Zellenergies ATP verantwortlich ist.
  • Aktivierung des Stoffwechsels: Nach der Lichtabsorption werden die Mitochondrien aktiver und produzieren mehr ATP, was die Blutzirkulation verbessert, Entzündungen verringert und oxidativen Stress lindert. Beispielsweise kann eine Degeneration der Mitochondrien in den Netzhautzellen zu Sehstörungen führen; rotes Licht schützt sie dagegen. Eine 15-minütige Behandlung mit Rotlicht am Rücken kann außerdem die nach dem Essen erhöhte Blutzuckerkonzentration senken (vermutlich durch eine „Wechselwirkung“ zwischen den Mitochondrien).
  • Umstrittene Aspekte: Einige Studien zeigen, dass rotes Licht auch ohne direkten Einfluss auf die Mitochondrien wirkt – möglicherweise durch die Verringerung der Wasserviskosität, was die Zellen „schmieriger“ macht. Diese Mechanismen müssen jedoch weiter erforscht werden.

#### 3. Der „Mangel an rotem Licht“ im modernen Leben: Wir verlieren das natürliche Licht

Menschen haben sich in einer Umgebung entwickelt, die ein breites Spektrum an Sonnenlicht beinhaltet (mit viel Rot- und Nah-infrarotlicht). Heute hat sich unsere Lichtsituation jedoch geändert:

  • Ursachen des Lichtmangels: 90 % der Zeit verbringen wir in Innenräumen; Fensterbeschichtungen filtern langwelliges rotes Licht (zur Wärmedämmung). Energiesparende LED-Leuchten und Glühbirnen emittieren nur ein enges Spektrum. Obwohl Glühbirnen ein breites Spektrum haben, werden sie kaum noch verwendet (90 % ihrer Energie wird in Infrarotlicht umgewandelt).
  • Auswirkungen auf die Gesundheit: Studien zeigen, dass Kinder, die viel natürliches Licht erhalten, bessere Leistungen erbringen und Patienten schneller genesen. Kürzliche Forschungen deuten darauf hin, dass künstliches oder natürliches Licht mit hohem Anteil an Nah-infrarotlicht die Stimmung, den Blutzuckerspiegel und die Herzfrequenz verbessern kann. Ein angemessener Sonnenschein (unter Berücksichtigung des Hautkrebsrisikos) könnte sogar das Leben verlängern.
  • Forderungen nach Veränderungen: Wissenschaftler empfehlen, wieder ein breites Lichtspektrum in Innenräumen zu nutzen (z. B. durch den Einsatz von Glühbirnen) und mehr Zeit im Freien zu verbringen. Buschbeck betont: Eine Minute Sonneneinstrahlung im Freien entspricht drei Stunden im Büro – insbesondere was das Infrarotlicht betrifft, ist der Unterschied deutlich.

#### 4. Kommerzieller Hype vs. wissenschaftliche Kontroversen: Lassen Sie sich nicht von Werbeversprechen täuschen

Der Markt für Rotlichttherapiegeräte könnte bis 2030 einen Wert von über einer Milliarde US-Dollar erreichen, doch es gibt viele Probleme:

  • Übertriebene Werbung: Händler verkaufen Masken, Helme und Körperauflagen und versprechen die Behandlung von Hautalterung, ADHS oder sogar „Unsterblichkeit“. Viele Produkte enthalten jedoch nicht die richtige Dosis, und ihre Wirksamkeit ist nicht belegt.
  • Sorgen der Wissenschaftler: Jeffery kritisiert, dass Unternehmen unser Image schädigen; seriöse Studien weisen nur auf Potenziale hin, während Händler übertriebene Behauptungen machen. Anders fordert mehr unabhängige Untersuchungen: „Wenn die Dosierung korrekt ist, könnte die Therapie tatsächlich wirksam sein – aber viele Produkte erfüllen diese Anforderungen nicht.“
  • Ungelöste Fragen: Welche Wellenlänge, Intensität und Dauer sind für verschiedene Erkrankungen erforderlich? Wirken Hautfarbe und Alter auf die Dosierung ein? Diese Fragen haben noch keine standardisierten Antworten.

#### 5. Die Zukunft der Rotlichttherapie: Hochtechnologie und einfache Methoden

Die Zukunft der Rotlichttherapie bietet zwei Wege:

  • Hochtechnologischer Ansatz: Entwicklung tragbarer oder implantierbarer LED-Geräte, die die Dosierung mithilfe von KI in Echtzeit anpassen. Die NASA forscht, wie nah-infrarotes Licht die Mitochondrienfunktionen von Astronauten im Weltraum unterstützen kann (dort werden die Mitochondrien durch die Raumbedingungen geschädigt).
  • Einfacher Ansatz: Verbesserung der Innenraumbeleuchtung (z. B. durch den Einsatz von Breitbandscheinwerfern) und mehr Zeit im Freien. Ozog selbst berichtet, dass seine Lippenherpes nach der Anwendung einer Rotlichtlampe weniger wurde und Wunden schneller heilten; Mitrofanis trägt täglich einen Rotlichthelm zur Vorbeugung von Erkrankungen.
  • Vorsichtige Haltung: Buschbeck warnt davor, dass wir die Wirkungsweisen von Rotlicht noch nicht vollständig verstehen – daher empfiehlt er, zunächst mit einfachen Methoden wie mehr Zeit im Freien zu beginnen; dies ist der sicherste und natürlichste Ansatz.

Fazit

Die Rotlichttherapie ist ein vielversprechendes Feld, benötigt aber weiterhin wissenschaftliche Untersuchungen (z. B. zur Dosierung und den Wirkmechanismen) sowie eine Regulierung des Marktes (gegen übertriebene Werbung). Für die Allgemeinbevölkerung ist es sinnvoller, einfach mehr Zeit im Freien zu verbringen – das könnte die effektivste Form der „Rotlichttherapie“ sein.