Zusammenfassung des Kerninhalts:
Kürzlich haben die Nationale Energiebehörde und andere Behörden eine Veröffentlichung herausgegeben, wonach ab dem 1. Juni im Hochspannungstransmissionskanal Yunxiao, der Fujian (State Grid) mit Guangdong (South Grid) verbindet, marktorientierte Transmissionsrechtsverkäufe durchgeführt werden. Dies markiert einen Wandel vom bisherigen, festen Preismodell bei der Nutzung von Übertragungskanälen hin zu einer marktorientierten Verteilung der überschüssigen Kapazitäten – was sowohl die Sicherheit des Stromnetzes gewährleistet als auch eine effizientere Nutzung der Kanäle ermöglicht. Zudem können Industrie- und Gewerbeunternehmen dadurch Energiekosten sparen, und es wird mehr Privatkapital für den Ausbau des Stromnetzes angezogen. Dies hat große Bedeutung für die Schaffung eines einheitlichen nationalen Strommarktes.
Detaillierte Erklärung:
1. Warum der Wandel notwendig?
Die frühere Nutzung der Übertragungskanäle war ineffizient: In den Spitzenzeiten wurde um die Nutzung gekämpft, während in den Niedrigzeiten die Kapazitäten ungenutzt blieben.
Die Nutzung der Übertragungskanäle erfolgte entweder nach Plan oder zu einem festen Preis (z. B. mussten andere Provinzen eine feste Gebühr von 2,56 Cent pro Kilowattstunde zahlen). Dieses Modell hatte jedoch erhebliche Probleme:
- Nicht genügend Kapazitäten in den Spitzenzeiten: In der Sommerhitze konkurrierten alle um die Nutzung der Kanäle, und erneuerbare Energien (z. B. Wind- und Solarenergie aus dem Süden) konnten nicht nach Ostchina transportiert werden.
- Verschwendung in den Niedrigzeiten: In den Stromausfallzeiten blieben die Kanäle ungenutzt, was ihre volle Leistungsfähigkeit unterstrich.
- Schwierigkeiten bei der Verwertung erneuerbarer Energien: Da der Anteil an erneuerbaren Energien zunimmt, behindert eine feste Preisgestaltung deren Auslieferung.
Kurz gesagt: Früher ging es darum, ob überhaupt eine Übertragung möglich war; jetzt geht es darum, die Kapazitäten effizienter zu nutzen.
2. Wie funktioniert der Yunxiao-Hochspannungstransmissionskanal?
Die Grundregeln sind „Sicherheit vorrangig + marktorientierte Verteilung“. Wichtige Punkte, die auch Laien verstehen können:
- Priorisierung der grundlegenden Bedürfnisse: Die vom Staat festgelegten „Vorzugsausstrahlungspläne“ (z. B. Strom für den Lebensunterhalt der Bevölkerung) erhalten Vorrang bei der Nutzung der Kanäle, um die Stabilität des Stromnetzes zu gewährleisten.
- Auktionen für überschüssige Kapazitäten: Die nicht genutzten Kapazitäten werden den Unternehmen zur Verfügung gestellt, und wer am meisten benötigt und bereit ist, einen höheren Preis zu zahlen, erhält die Nutzung.
- Preisspanne: Die Preise reichen von mindestens 25,6 Yuan pro Megawattstunde (ca. 2,56 Cent) bis maximal 100 Yuan pro Megawattstunde.
- Sicherheitsbedingungen: Unternehmen aus anderen Regionen dürfen die Richtung der Stromübertragung nicht ändern (z. B. von Fujian nach Guangdong).
- Vergütung für die Nutzer: Der Erlös aus den Transaktionen wird zwischen Fujian und Guangdong geteilt und dient zur Reduzierung der festen Kapazitätskosten beider Provinzen, was letztendlich zu geringeren Kosten für Industrie- und Gewerbeunternehmen führt.
*Hinweis:* Im Gegensatz zu Europa und Amerika, wo es hauptsächlich um „finanzielle Transmissionsrechte“ (zur Risikobewältigung) geht, handelt es sich bei uns um „physische Transmissionsrechte“ – die tatsächliche Nutzung der Übertragungskanäle wird direkt mit dem Kauf und Verkauf von Strom verbunden. Dies eignet sich besser für die Sicherheit des chinesischen Stromnetzes und die Integration erneuerbarer Energien.
3. Direkte Vorteile:
- Höhere Auslastung der Kanäle: Beispielsweise stieg die Auslastung des Yunxiao-Hochspannungstransmissionskanals nach Einführung marktorientierter Transaktionen deutlich.
- Kostenersparnis für die Nutzer: Der Erlös aus den Transaktionen wird verwendet, um die festen Kapazitätskosten zu reduzieren, was zu geringeren Stromkosten für Industrie- und Gewerbeunternehmen führt.
4. Bedeutung als „Versuchsfeld“ für einen einheitlichen nationalen Strommarkt**
Der Yunxiao-Hochspannungstransmissionskanal ist das erste Projekt zwischen State Grid und South Grid, das die Ressourcen beider Netzwerke verbindet. Dieser Ansatz kann als Vorlage dienen für weitere Übertragungskanäle – insbesondere Hochspannungsnetze. So kann Strom flexibler verteilt werden: Wo es an Strom mangelt, wird er dorthin geleitet, wo er benötigt wird; wo überschüssige erneuerbare Energien vorhanden sind, können sie verkauft werden.
Dies trägt zur Schaffung eines einheitlichen nationalen Strommarktes bei und ergänzt bestehende Systemlücken.
5. Anziehung von Privatkapital**
Der Ausbau des Stromnetzes erfordert große Investitionen (z. B. Hochspannungsnetze kosten oft Milliarden). Früher waren hauptsächlich staatliche Unternehmen an der Investition beteiligt. Jetzt wird das private Kapital gefördert:
- Ein Dokument des Staatsrates aus dem Jahr 2025 legt fest, dass Privatkapital an der Nutzung von Übertragungskanälen zwischen verschiedenen Provinzen teilnehmen darf (Beteiligungssatz bis zu 10%).
- Wenn der Yunxiao-Hochspannungstransmissionskanal durch marktorientierte Transaktionen eine höhere Auslastung und bessere Renditen erreicht, wird dies auch andere Investoren anregen. Bereits Projekte in Gansu und Qinghai haben private Kapitalgeber angezogen (Rendite von 5%).
Mehr privates Kapital führt zu einem schnelleren Ausbau des Stromnetzes und einer gemeinsamen Nutzung der Energievorteile.
Zusammenfassung:
Die Reform des Yunxiao-Hochspannungstransmissionskanals zeigt, wie Übertragungskanäle mithilfe marktorientierter Mechanismen effizienter und fairer genutzt werden können. Dadurch sparen die Nutzer Geld, und das private Kapital ist stärker an der Entwicklung des Strommarktes beteiligt – dies stellt einen wichtigen Beitrag zur Reform des nationalen Strommarktes dar.