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Wie erstellt man ein suchtgefährdendes Produkt? Gespräch mit Nir Eyal, dem Autor von „Addictive“.

原文:如何打造让人上瘾的产品?对话《上瘾》作者Nir Eyal

Zusammenfassung der Kerninhalte

Dieses Interview dreht sich um die Fragen „Wie machen Produkte süchtig?“ und „Wie gewinnen wir unsere Aufmerksamkeit zurück?“. Nir Eyal, Autor von „Addiction“, beginnt mit Beispielen aus Xinhongshu (REDnote) und TikTok und erklärt das vierstufige Modell der Suchtentstehung: Auslöser → Handlung → variable Belohnungen → Engagement. Anschließend zeigt er auf, dass Ablenkungen in Wirklichkeit ein Versuch sind, unangenehmes psychisches Zustände zu vermeiden. Danach gibt er vier praktische Schritte vor, wie Erwachsene ihre Aufmerksamkeit wiedererlangen können. Zuletzt analysiert er die Ursachen für die Sucht nach elektronischen Geräten bei Kindern – sie liegen nicht im Gerät selbst, sondern in einem Mangel an bestimmten „psychologischen Nährstoffen“ im wirklichen Leben – und bietet entsprechende Lösungen.

Die vier Tricks, mit denen Produkte süchtig machen

Nir erklärt die vier Phasen des Suchtmodells anhand von Xinhongshu/TikTok:

1. Auslöser: Diese können extern sein (z. B. Benachrichtigungen von Apps) oder intern (z. B. Langeweile, Angst, was dazu führt, dass man automatisch an Xinhongshu denkt).

2. Handlung: Man unternimmt die einfachste Handlung, um das Unbehagen zu lindern – z. B. öffnet die App, scrollt durch die Inhalte (der Einstieg ist sehr niedrigschwierig und erfordert kaum Nachdenken).

3. Variable Belohnungen: Dies ist der Schlüssel zur Suchtentstehung! Es ist wie an einem Spielautomaten: Man weiß nie, was als Nächstes kommt – manchmal findet man etwas, das einem sehr gefällt (Belohnung), manchmal nichts; diese Unsicherheit hält einen davon ab, aufzuhören (ähnlich wie die Tauben in Skinner-Schachteln, die aus Versehen noch häufiger picken, wenn ihnen gelegentlich Futter gegeben wird).

4. Engagement: Je mehr man das Produkt nutzt, desto besser kennt es einen – Algorithmen erfassen Likes, Favoriten und Dauer des Aufenthalts und stellen immer passendere Empfehlungen vor; je mehr man verwendet, desto wertvoller wird das Produkt für einen (z. B. Xinhongshu empfiehlt Inhalte, die einem besser gefallen, und man kann sich nicht mehr davon lösen).

Ablenkungen sind nicht deine Schuld – dein Gehirn versucht, Unbehagen zu vermeiden

Nir betont: Jeder menschliche Akt ist motiviert durch das Vermeiden unangenehmer Gefühle (Langeweile, Einsamkeit, Angst, Unsicherheit).

  • Wenn man zum Beispiel mit dem Handy spielt, liegt es nicht daran, dass das Handy „schlecht“ ist, sondern weil man der Stress des Reportierens oder der Müdigkeit beim Umgang mit Kindern nicht begegnen möchte.
  • Zeitmanagement und Geldmanagement sind im Grunde Strategien, um Schmerzen zu vermeiden: Man verschiebt Dinge, weil man die damit verbundenen negativen Emotionen nicht ertragen will; man gibt Geld aus, um vor dem aktuellen Unbehagen zu fliehen.
  • 90 % der Ablenkungen stammen von innen (den eigenen Emotionen), nur 10 % von außen (z. B. Benachrichtigungen). Um Ablenkungen zu bekämpfen, muss man zunächst das eigene Unbehagen in den Griff bekommen – nicht das Handy.

Erwachsene gewinnen ihre Aufmerksamkeit zurück: Vier Schritte, um nicht mehr von Handys „entführt“ zu werden

Nir gibt vier einfache und umsetzbare Tipps:

1. Kontrolle der inneren Auslöser: Wenn man sich langweilt oder ängstlich fühlt, greift nicht sofort zum Handy – fragt sich erst, warum man sich unwohl fühlt (z. B.: „Ich möchte den Bericht nicht schreiben, weil ich Angst habe, dass er schlecht wird“), und versuche, das Unbehagen auf gesunde Weise zu lindern (z. B. trinke etwas Wasser, gehe ein paar Schritte).

2. Zeit für Konzentration reservieren: Setze dir im Kalender fest, „Heute Nachmittag von 14 bis 15 Uhr den Bericht schreiben“. Mach aus dem „Wollen“ etwas „Müssen“. Das Handy an sich ist nicht das Problem – das Problem ist, dass es deine Zeit für wichtige Aufgaben wegnimmt.

3. Externe Auslöser beseitigen: Schalte die Benachrichtigungen 5 Minuten lang aus und aktiviere den Modus „Keine Störungen“; auch wenn externe Auslöser nur 10 % der Ablenkungen ausmachen, reduzieren sie das Unbehagen erheblich.

4. Vermeidung von Ablenkungen durch Abkommen: Setze dir z. B. ein Ziel („Wenn ich den Bericht heute nicht fertigstelle, gebe ich dir 100 Euro“) oder nutze Apps wie „Focus Forest“ (wenn man das Handy nimmt, stirbt ein Baum auf dem Bildschirm). Solche „künstlichen Kosten“ helfen dabei, der Versuchung zu widerstehen.

Kinder sind süchtig nach Handys? Das Problem liegt nicht am Handy – es fehlen bestimmte Dinge in ihrem Leben

Die Sucht nach elektronischen Geräten bei Kindern beruht auf einem Mangel an drei „psychologischen Nährstoffen“: Einflussnahme, Autonomie und Zugehörigkeit (laut der „Theorie der Selbstbestimmung“).

  • Warum fehlen diese Dinge? Weil Kinder heute übermäßig kontrolliert werden: Die Schule ist wie ein „kleines Gefängnis“ (es wird vorgegeben, was sie tun und anziehen sollen), die Eltern sind „Helikopter-Eltern“, die alle möglichen Aktivitäten organisieren und keine Freiheit lassen. Sie finden in der Realität keine Freiheit und Verbundenheit und suchen diese im Internet (z. B. können sie in Spielen selbst entscheiden, wie ihre Charaktere aussehen, oder chatten mit Freunden).
  • Lösungen (ähnlich wie bei Erwachsenen, aber mit mehr Fokus auf „Freiheit“):

1. Eltern als Vorbild: Verhalte dich nicht so, als würdest du das Handy nutzen und gleichzeitig den Kindern sagen: „Hör auf zu spielen.“

2. Die Bedürfnisse der Kinder verstehen: Frage sie, warum sie Spiele spielen – weil es ihnen Spaß macht, mit Freunden zusammenzuarbeiten, oder um der Hausaufgabe zu entkommen?

3. Zeitmanagement: Vereinbare mit den Kindern, wie lange sie täglich spielen dürfen (z. B. eine Stunde) und lass sie die Regeln selbst festlegen – sie halten sich dann eher daran.

4. Externe Reize beseitigen: Lass keine Handys oder Tablets im Schlafzimmer, um einen guten Schlaf zu gewährleisten (schlechter Schlaf verstärkt Ablenkungen).

5. Zeit für freies Spielen: Lass Kinder draußen herumlaufen und spielen – das ist wichtig, um ihre psychische Widerstandsfähigkeit zu stärken.

Fazit

Egal ob Erwachsene oder Kinder: Die Grundlage von Sucht und Ablenkungen ist das Vermeiden unangenehmer Gefühle. Der Schlüssel zur Lösung liegt nicht darin, das Handy zu vermeiden, sondern gesündere Wege zu finden, um mit solchen Gefühlen umzugehen und sich im wirklichen Leben genügend Zufriedenheit zu verschaffen.

(Das ist der vollständige Text.)