Zusammenfassung der Kerninhalte
Als NaiXue’s Tea im September 2025 das neue Produkt „MiBuBu“ auf den Markt brachte, verwendete es große Schriftzüge mit dem Slogan „Trinken Sie MiBuBu und gewinnen Sie LABUBU“ für die Werbung (in kleinerer Schrift stand darunter: „Keine offizielle Zusammenarbeit mit PopMart“). Da dies die Verbraucher dazu verleitete, anzunehmen, es gäbe eine Kooperation zwischen den beiden Unternehmen, wurde NaiXue von einem Gericht wegen unlauteren Wettbewerbs verurteilt und musste 320.000 Yuan entschädigen. Obwohl die Summe nicht hoch ist, hat das Urteil große Bedeutung: Es bestätigt den rechtlichen Schutz des LABUBU-IPs und warnt die neue Konsumbranche davor, dass große Werbeaussagen mit kleineren Haftungsbeschränkungen wirkungslos sind sowie vor den Risiken, die mit der Nutzung von IP-Rechten verbunden sind.
I. Warum scheiterte NaiXue bei dem Versuch, sich auf LABUBU zu stützen? – Große Schriftzüge ziehen die Aufmerksamkeit auf sich, kleine Haftungsbeschränkungen nützen nichts
NaiXue argumentierte vor Gericht: „Ich habe doch eine echte Blindbox gekauft und auch eine Haftungsbeschreibung gelesen – wie kann das eine Verletzung der Rechte sein?“ Die Antwort des Gerichts war klar: Große Schriftzüge heben LABUBU hervor, während kleine Haftungsbeschränkungen diese verbergen; das ist eine Täuschung.
– Die Verbraucher interpretieren den Slogan „Trinken Sie MiBuBu und gewinnen Sie LABUBU“ so, als gäbe es eine Zusammenarbeit mit PopMart, und schauen kaum auf die kleineren Angaben unten.
– LABUBU ist in der Szene der Trendprodukte so bekannt, dass es als „einflussreicher Markenname“ unter rechtlichem Schutz steht.
– Das Gericht befand, dass diese Handlung eine Irreführung darstellt und gegen das Gesetz gegen unlauteren Wettbewerb verstößt – mit anderen Worten: Es handelt sich um den Versuch, die Bekanntheit eines anderen Unternehmens für eigene Zwecke zu nutzen, was unfair ist.
II. Wie wertvoll ist LABUBU wirklich? – Ein IP ist dreimal so wertvoll wie der Jahresumsatz von NaiXue
LABUBU ist keine gewöhnliche Spielzeugmarke, sondern ein „Einnahmebringer“ für PopMart:
– Der Gesamtumsatz von PopMart betrug im Jahr 2025 37,12 Milliarden Yuan, wovon allein das LABUBU-IP mit 14,16 Milliarden Yuan beitrug (ein Anstieg um 365,7%).
– Der Jahresumsatz von NaiXue lag bei nur 4,331 Milliarden Yuan – die Einnahmen aus dem LABUBU-IP sind somit 3,27 Mal so hoch wie der von NaiXue.
– Die Entschädigung in Höhe von 320.000 Yuan basiert auf einer Verletzungsdauer von 18 Tagen (durchschnittlich etwa 17.800 Yuan pro Tag); dies spiegelt jedoch nicht den tatsächlichen kommerziellen Wert des LABUBU-IPs wider. Diese Zahlen zeigen jedoch deutlich, wie hoch der „Traffic-Wert“ und die „Einnahmefähigkeit“ eines IP-Rechts sein können.
III. Warum riskierte NaiXue es, sich auf LABUBU zu stützen? – Aus wirtschaftlichen Schwierigkeiten heraus
NaiXue befand sich in einer schwierigen Phase:
– Der Umsatz sank im Jahr 2025 um 12%, es gab einen Nettoverlust von 241 Millionen Yuan; 152 Filialen wurden geschlossen, der Durchschnittskaufpreis fiel von 26,7 auf 24,4 Yuan; der Aktienkurs lag bei nur 0,74 Hongkong-Dollar und das Marktvolumen bei 1,264 Milliarden Hongkong-Dollar.
– Die Kosten für die Lizenzierung echter IP-Rechte sind sehr hoch: Für beliebte IPs werden Hunderttausende oder sogar Millionen Yuan fällig, dazu kommt noch eine Beteiligung an den Einnahmen. NaiXue hingegen musste nur eine geringe Menge an echten Blindboxen als Preise kaufen, um mit der Popularität von LABUBU neue Produkte zu verkaufen – das war ein erheblicher Kostenvorteil.
– Zudem glaubte NaiXue, dass kleine Haftungsbeschränkungen ausreichen würden, um rechtliche Probleme zu vermeiden, was sich als Fehlinterpretation herausstellte.
IV. Welche Warnsignale sendet dieses Urteil der Branche? – Es ist schwierig, an den Grenzen der Gesetzgebung zu agieren
Das Urteil sendet der neuen Konsumbranche mehrere klare Botschaften:
1. Große Schriftzüge und kleine Haftungsbeschränkungen führen zu Irreführungen: Die Behörde für Marktüberwachung hat bereits 2026 eine Verordnung erlassen, um Werbung mit großen Schriftzügen und kleinen Haftungsbestimmungen zu regulieren. Solche Praktiken können nicht nur zu rechtlichen Klagen führen, sondern auch zu Geldstrafen.
2. IP-Rechte haben nun einen rechtlichen Schutz: Da das Gericht den rechtlichen Schutz von LABUBU bestätigt hat, wird es für PopMart einfacher sein, Rechte durchzusetzen (geringere Beweislast).
3. Hohe Lizenzkosten für IP-Rechte sind ein Problem: Die hohen Kosten verhindern die Zusammenarbeit kleinerer Unternehmen, was einer der Gründe dafür ist, dass solche Grenzüberschreitungen immer wieder vorkommen – doch dies darf kein Grund für rechtswidriges Verhalten sein.
4. Grenzüberschreitungen sind für beide Seiten nachteilig: Für die Inhaber von IP-Rechten bedeutet es hohe Kosten für Rechtsstreitigkeiten; für Unternehmen, die sich an die Gesetze halten, führt das dazu, dass „schlechte Produkte“ die guten verdrängen.
Fazit
Die Entschädigung in Höhe von 320.000 Yuan mag nicht viel erscheinen, doch sie erinnert alle Unternehmen daran: In der Welt der IP-Rechte ist es besser, eigene Rechte zu entwickeln, anstatt sich auf die Bekanntheit anderer zu stützen. Wenn ein IP rechtlich geschützt ist, wird es zum „Schutzwall“ für das Unternehmen – Unternehmen, die sich auf andere IPs verlassen, können jederzeit rechtliche Konsequenzen tragen. Der Vergleich zwischen den Umsätzen von LABUBU und NaiXue zeigt außerdem: In der neuen Konsumwelt entscheidet allein der Besitz echter, wertvoller IP-Rechte über die Preisgestaltung und die Marktmacht.