Zusammenfassung der Kerninhalte
Das neue „Bordcomputer-System“ (Domain Controller) von BMW verwendet nicht die gängigen, hochwertigen Qualcomm-Chips der Branche, sondern stattdessen einen leistungsschwächeren Samsung-Chip. Stattdessen setzt BMW auf das Panoramahud-Display (P-HUD), welches als Bildschirm genutzt werden kann. Hinter dieser Entscheidung steckt keine technische Rückständigkeit, sondern eine neue Herangehensweise von BMW: Anstatt mit chinesischen Automobilherstellern um die Anzahl der Bildschirme und die Rechenleistung der Chips zu konkurrieren, konzentriert sich BMW auf die Sicherheit des Fahrers, indem es die Informationen direkt auf das Windschutzglas projiziert – so muss der Fahrer nicht den Kopf senken, um auf den Bildschirm zu schauen. Zudem hilft diese Wahl BMW, Kosten zu sparen und sich der Preiskampagne bei Elektroautos zu stellen.
1. BMW setzt nicht auf viele Chips, sondern auf ein „Super-Bildschirm“ aus Windschutzglas
Die Kerninnovation von BMW ist das P-HUD (Panoramahud-Display). Im Grunde genommen werden Informationen wie Navigationsdaten und die Geschwindigkeit des Fahrzeugs auf die untere Hälfte des Windschutzglases projiziert – von der linken A-Säule bis zur rechten A-Säule, fast über die gesamte Breite (die Projektionslänge beträgt mehr als 1 Meter). Die Auflösung ist 4K-Niveau, die Kontrastierung hoch, und selbst mit polarisierten Sonnenbrillen sind die Informationen gut erkennbar (dank einer speziellen Nanoschicht von BMW).
Man könnte fragen: Ist das nicht einfach ein herkömmliches HUD-System? Doch es gibt einen Unterschied: Herkömmliche HUDs zeigen nur eine kleine Fläche an, während das P-HUD ein „panoramatisches“ Bild erzeugt und somit das gesamte Windschutzglas in einen großen Bildschirm verwandelt. Das P-HUD kann neben herkömmlichen HUD-Systemen auch weiterhin eingesetzt werden; BMW hat jedoch entschieden, dass das P-HUD ausreichend gut ist und die traditionellen HUD-Systeme nur als Option für die Kunden bereithält.
Dies steht im direkten Gegensatz zur Strategie chinesischer Automobilhersteller, die gerne viele Bildschirme (z. B. Doppel- oder Dreifachbildschirme) einbauen. BMW geht den anderen Weg: Anstatt weitere Bildschirme hinzuzufügen, nutzt es das Windschutzglas als Bildschirm. Der Zweck ist klar: Der Fahrer muss nicht den Kopf senken, um auf das Bedienfeld zu schauen, was die Sicherheit erhöht.
2. Die Entscheidung gegen Qualcomm war keine Dummheit – Kosten, Image und Kundenanforderungen wurden berücksichtigt
In der vorherigen Generation verwendete BMW den Qualcomm SA8155P-Chip (der heute als günstig gilt). Dieses Mal wurde nicht auf den teureren SA8295P upgegradet, sondern stattdessen ein Samsung-Chip verwendet. Warum?
1. Kostenpriorität: Der iX3 verwendet den Samsung V720 (einen alten Chip aus dem Jahr 2021), während die neue 7er-Serie den hochwertigeren V920 verwendet. Durch die Unterscheidung der Modelle werden Kosten gespart (Schätzungen zufolge um 50%).
2. Vermeidung eines Rückständigkeitsgefühls: Mercedes verwendet bereits den SA8295P; wenn BMW diesem Chip folgen würde, wäre es nicht nur teurer, sondern auch drei Jahre hinterher – schließlich wurde der Qualcomm 8295 erst im Jahr 2022 auf den Markt gebracht.
3. Ausreichende Kundenanforderungen: Das P-HUD benötigt lediglich eine stabile Steuerung mehrerer hochauflösender Bildschirme und keine Funktionen wie große Modelle oder AI-Assistenten, die viel Rechenleistung verbrauchen. Der Samsung V720 ist zwar nicht so leistungsstark wie der Qualcomm-Chip, aber für BMW reicht seine Leistung aus – schließlich geht es beim Innenraumdesign vor allem um Sicherheit, nicht um Unterhaltung.
3. Wie „sparsam“ ist dieses System? So viel wie möglich sparen – solange es funktioniert
Wenn man den Domain Controller von BMW genauer betrachtet, stellt man fest, dass überall auf Kosteneinsparungen geachtet wurde:
- Chips: Der Samsung V720 (8 Nanometer, 8-Kern-A76-Prozessor mit einer Taktfrequenz von 1,5 GHz) ist in Bezug auf CPU, GPU und AI-Leistung schwächer als der Qualcomm 8155P.
- Speicher: Verwendet wird UFS2.1 (ein Standard, der bereits seit 2020 bei Smartphones veraltet ist), nicht die neueste Version UFS3.x.
- Kühlung: Statt Wasserkühlung wird Luftkühlung eingesetzt, was Kosten senkt.
- Komponenten: Viele Funktionen (z. B. Radio, Audionachverstärker) befinden sich in externen Boxen; auf der PCB-Platte gibt es freie Lötstellen für mögliche zukünftige Upgrades – aber solange es möglich ist, werden Kosten gespart.
BMW kann durchaus bessere Lösungen entwickeln, hat jedoch die Entscheidung getroffen, Geld an wichtigen Stellen zu investieren (z. B. das P-HUD) und an anderen Stellen zu sparen.
4. Der Vergleich der beiden Strategien: Chinesische Automobilhersteller konkurrieren um AI, BMW um Sicherheit – wer gewinnt?
Es gibt zwei Hauptstrategien in der Entwicklung von Autoinnenräumen:
- Strategie chinesischer Automobilhersteller: Konkurrenz um leistungsstarke Chips (z. B. Qualcomm 8295), große Modelle, AI-Assistenten und viele Bildschirme; die Innenräume werden zu „mobilen Telefonen“ mit Fokus auf Unterhaltung und Intelligenz.
- BMWs Strategie: Konkurrenz um eine gute Darstellung von Informationen und Sicherheit für den Fahrer – die Informationen werden direkt auf das Windschutzglas projiziert, um den Fahrer zu entlasten.
Auf Basis der Chipparameter scheint BMW zurückzubleiben; doch aus Sicht des Produktkonzepts hat es einfach einen anderen Weg gewählt. BMW setzt darauf, dass die Sicherheit des Fahrers wichtiger ist als Unterhaltung. Chinesische Automobilhersteller setzen auf intelligente Interaktionen als zukünftige Entwicklungstrend. Wer recht hat, wird erst in drei Jahren durch die Marktreaktionen klar werden – falls die Kunden mehr Wert auf Sicherheit legen, gewinnt BMW; wenn sie eher auf Unterhaltung und Intelligenz achten, gewinnen die chinesischen Hersteller.
Eines ist jedoch sicher: Die Entscheidung von BMW ist eine pragmatische Reaktion auf die Preiskampagne bei Elektroautos – es geht darum, sowohl Innovationen zu schaffen als auch Kosten zu kontrollieren, denn am wichtigsten ist es, am Markt zu überleben.
Fazit
Bewusste Abweichungen von gängigen Konzepten in der Entwicklung von BMWs Innenräumen spiegeln eine unterschiedliche Produktphilosophie wider: Anstatt mit dem Trend um Rechenleistung zu konkurrieren, konzentriert sich BMW auf die wesentlichen Bedürfnisse des Fahrers. Durch den Einsatz eines „ausreichenden“ Chips hat BMW Kosten gespart und ein sichereres Erlebnis für den Fahrer geschaffen. Ob dies der richtige Weg ist, wird die Zeit zeigen. Zumindest zeigt uns dies eine weitere Möglichkeit: Autoinnenräume müssen nicht unbedingt wie Smartphones mit vielen Funktionen ausgestattet sein; es ist auch möglich, sich auf die Kernanforderungen der Fahrer zu konzentrieren.