Zusammenfassung der Kerninhalte
Die Exportmengen chinesischer Autos steigen weiterhin rasant an, doch Hindernisse wie Zölle in ausländischen Märkten und die Herkunft von Autoteilen werden immer größer. Das traditionelle Exportmodell, bei dem das Eigentum an den Fahrzeugen sofort übertragen wird, eignet sich nicht mehr für diese neuen Bedingungen. In diesem Zusammenhang hat sich ein neues Modell – der grenzüberschreitende Leasingvertrag – entwickelt: Das Eigentum am Fahrzeug verbleibt in China, und es wird an ausländische Kunden auf Leasingbasis vermietet, wobei langfristige Mieten erhoben werden. Am Ende der Mietdauer erfolgt die Übertragung des Eigentums. Dieses Modell verringert die Hürden für den Markteintritt ins Ausland und ermöglicht langfristige Einnahmen. Mehr als 30 Automobilhersteller, darunter Dongfeng und Chery, haben sich dafür entschieden, was zu einem neuen Weg für den chinesischen Autobau auf dem internationalen Markt wird.
Warum muss man beim Export von Autos neue Methoden anwenden? – Schnelles Wachstum, aber hohe Hindernisse; das traditionelle Modell ist blockiert
In den ersten vier Monaten dieses Jahres wurden 3,127 Millionen chinesische Autos exportiert (ein Anstieg um 61,5 % im Vergleich zum Vorjahr), davon allein 901.000 Fahrzeuge im April (ein Anstieg um 74,4 %). Neue Energiefahrzeuge machen fast die Hälfte aus – die Zahlen sind beeindruckend. Allerdings gibt es immer mehr Herausforderungen in den ausländischen Märkten:
- Zollbarrieren: Einige Länder erheben hohe Zölle auf importierte Fahrzeuge, was die Verkaufspreise direkt erhöht;
- Teilebeschränkungen: In manchen Märkten müssen Autoteile lokal hergestellt werden, sonst darf das Fahrzeug nicht verkauft werden;
- Mängel des traditionellen Modells: Nach dem Verkauf des Fahrzeugs hat das Unternehmen keinen weiteren Kontakt zum Kunden und kann weder an nachfolgenden Dienstleistungen verdienen noch die Markenbindung aufrechterhalten.
Da das traditionelle Modell nicht mehr funktioniert, müssen neue Wege gefunden werden – und genau hier kommt das grenzüberschreitende Leasing ins Spiel.
Was ist grenzüberschreitendes Leasing? Und wie unterscheidet es sich vom traditionellen Autokauf?
Kurz gesagt: Beim traditionellen Exportverfahren verkauft das Unternehmen das Fahrzeug und erhält den gesamten Betrag auf einmal; beim grenzüberschreitenden Leasing vermietet es das Fahrzeug und erhält monatlich Miete. Das Eigentum bleibt dabei beim inländischen Unternehmen, während der Kunde das Fahrzeug vorübergehend nutzt.
Konkretes Vorgehen:
- Behaltung des Eigentums: Das Eigentum am Fahrzeug verbleibt beim inländischen Unternehmen; der Kunde erhält nur die Nutzungsrechte;
- Bezahlung in Fremdwährung: Der Kunde zahlt die Miete in Fremdwährung, was dem Unternehmen eine stabile langfristige Cashflow-Situation ermöglicht;
- Übertragung des Eigentums nach Ablauf der Mietdauer: Nach Ablauf der Mietdauer wird das Fahrzeug kostenlos an den Kunden übergeben (ähnlich dem Konzept des „Leasings als Kaufalternative“ in China).
Dieses Modell gibt es bereits seit längerem im Inland (z. B. bei Yixin Group mit seinem Konzept „Niedriger Anzahlung, lange Ratenzahlungen“). Jetzt wird dieses Konzept ins Ausland übertragen, um die Probleme des Überfüllten inländischen Marktes zu lösen.
Vorteile des grenzüberschreitenden Leasings: Nicht nur Mieteinnahmen, sondern auch langfristige Gewinne
Sowohl für Unternehmen als auch für Kunden gibt es deutliche Vorteile:
- Für ausländische Kunden: Die Nutzung von Autos wird erleichtert. In Ländern mit unterentwickelten Finanzsystemen können Kunden das Fahrzeug nur in bar kaufen; durch Leasing können sie die monatlichen Raten bequem zahlen;
- Für inländische Unternehmen:
1. Rückzahlung von Mehrwertsteuern: Bei der Ausfuhr kann die Mehrwertsteuer rückerstattet werden, was zu einem besseren Cashflow führt;
2. Langfristige Einnahmen: Es wird nicht auf einmal das gesamte Geld erhalten, sondern monatlich bzw. jährlich Miete verdient; zudem können Dienstleistungen wie Wartung und Versicherung zu weiteren Einnahmen führen;
3 Kontrollierbare Risiken: Da das Eigentum am Fahrzeug im Inland verbleibt, kann das Unternehmen das Fahrzeug zurückholen, wenn der Kunde die Miete nicht zahlt;
4 Geringes Kapitalaufwand: Es ist nicht notwendig, im Ausland Grundstücke zu kaufen oder Fabriken zu bauen, was große Investitionen erspart.
Welche Herausforderungen gibt es bei diesem Modell? Zunächst mit B2B-Kunden beginnen
Auch grenzüberschreitendes Leasing ist nicht ohne Probleme:
- Abnutzung und Wertverlust des Fahrzeugs im Ausland: Nach längerer Nutzung kann das Fahrzeug an Wert verlieren; die Rücknahme des Fahrzeugs könnte weniger wertvoll sein als der ursprüngliche Kaufpreis;
- Grenzüberschreitende Verwaltung: Wenn das Fahrzeug im Ausland kaputtgeht, wie wird es repariert? Wie wird mit Zahlungsverzögerungen umgegangen?
- Unstabile Politik: Änderungen in der Politik ausländischer Länder können den Geschäftsablauf beeinflussen.
Um diese Herausforderungen zu bewältigen, beginnen Unternehmen zunächst mit B2B-Kunden (z. B. Fahrdienstunternehmen oder Transportfirmen), da deren Kreditwürdigkeit klar ist und die Verwaltung einfacher ist als bei Privatkunden. Beispielsweise bietet das Unternehmen „Peanut Good Car“ in Pakistan seinen Dienst zunächst an Fahrdienstunternehmen an und bietet außerdem Reparatur- und Finanzdienste an.
Wer nutzt dieses Modell? Viele Automobilhersteller beteiligen sich – eine neue Geschäftsstruktur entsteht
Viele Unternehmen probieren das grenzüberschreitende Leasing aus:
- Peanut Good Car: Hat bereits in Usbekistan und Südafrika kleine Projekte durchgeführt und setzt nun Pakistan als erstes Ziel ins Auge. Es arbeitet mit der Shanghai Cooperation Organization Demonstration Zone, Finanzinstituten sowie Ladestationen (z. B. Teldian) zusammen; mehr als 30 Automobilhersteller (Dongfeng, Chery, GAC usw.) zeigen Interesse;
- Branchentrend: Grenzüberschreitendes Leasing bietet den Herstellern die Möglichkeit, mit „leichtem Kapital“ in ausländische Märkte einzudringen – ohne Investitionen in Fabriken. Gleichzeitig zwingt es die Unternehmen dazu, sich von der reinen Produktverkaufstrategie auf Dienstleistungen (Wartung, Versicherung usw.) zu konzentrieren;
- Ökosystembildung: Unternehmen aus verschiedenen Bereichen (Vertrieb, Finanzwesen, Regierung) arbeiten zusammen, um Probleme bei Kapitalbeschaffung, Verwaltung und Risiken zu lösen und chinesische Autos im Ausland wettbewerbsfähiger zu machen.
Insgesamt ersetzt grenzüberschreitendes Leasing das traditionelle Exportmodell nicht vollständig, sondern bietet eine zusätzliche Möglichkeit für den chinesischen Automobilbau auf dem internationalen Markt. Es hilft Unternehmen, Hindernisse zu umgehen und langfristige Einnahmen zu erzielen – und könnte in Zukunft zu einer wichtigen Strategie für den chinesischen Autobau werden.